Im September 2011 habe ich folgendes Buch gelesen:

==Marina==

Autor: Carlos Ruiz Zafón
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: S. Fischer
ISBN-Nummer: 978-3100954015
Erschien in Deutschland: im Frühjahr 2011 – im September erschien das Buch bereits in der 5. Auflage.

Das Buch liegt bisher nur als Hardcoverausgabe vor und kostet im Buchhandel 19,95 Euro.

==Über Carlos Ruiz Zafón==

Der spanische Autor Carlos Ruiz Zafón, geb. 25. September 1964 in Barcelona, arbeitete zuerst in einer Werbeagentur, bevor er als Schriftsteller Karriere machte. In Deutschland wurde er einem großen Publikum durch seine Bücher „Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ bekannt.

Seit Mitte der 1990er-Jahre lebt Carlos Ruiz Zafón in Los Angeles (USA) (Quelle: Buchumschlag).

==Leseprobe==

Eine Leseprobe gibt es unter folgendem Link:

http://www.vorablesen.de/files/Leseprobe_Zafon_Marina.pdf

==Óscar und Marina ermitteln in Barcelona – oder: die Handlung==

Óscar Drai, der Ich-Erzähler, ist Schüler in einem Internat in Barcelona (Spanien) Ende der 1970er-Jahre.

Gerne geht der 15-jährige Schüler nachmittags in der Stadt spazieren. Eines Tages lernt er in einem Villenviertel das Mädchen Marina kennen. Sie lebt mit ihrem Vater Germán zusammen, die Mutter ist schon gestorben.

Óscar ist fasziniert von Marina, trifft sie von nun an oft und gerät mit ihr an das Geheimnis einer ehemals bedeutenden Familie Barcelonas. Es handelt sich um die Familie, die die Firma Velo Grandell besaß. In dieser Firma wurden Orthopädieartikel und medizinische Prothesen hergestellt. Zu großem Ruhm gelangte die Firma durch den Chefingenieur der Entwicklungsabteilung Kolwenik, der ursprünglich aus Prag stammte und die Idee hatte, künstliche, aber bewegliche Gelenke (beispielsweise Fingergelenke) herzustellen – und diese Idee auch in die Tat umsetzte.

Óscar und Marina entwickeln sich zu Detektiven, die versuchen, Licht in das Rätsel um die Familie zu bringen. Und auf einmal erfährt Óscar, dass Marina krank ist…

==Längst nicht so gut wie Zafóns Buch „Der Schatten des Windes“ – oder: meinee Leseerfahrung==

Das Buch „Der Schatten des Windes“ von Zafón habe ich gelesen und war begeistert davon. Ich erwartete, dass „Marina“ ähnlich gut sein würde. „Marina“ ist ein Frühwerk des Autors, in Spanien bereits 1999 veröffentlicht, bei uns kam das Buch erst 2011 auf den Markt.

„Der Schatten des Windes“ ist für mich ein Historienthriller, gemischt mit Fantasy- und Krimi-Elementen und einer Liebesgeschichte – alles zu einem vorzüglichen Buch komponiert. Leider ist „Marina“ längst nicht so gut. Der Autor hat zwar einen guten Schreibstil, auch die Hauptpersonen Marina und Óscar sind mir sympathisch, das Buch lässt sich schnell lesen dank der großen Schrift und der vielen Dialoge – aber die Handlung von „Marina“ kann mich nicht faszinieren.

Beim Lesen entdecke ich immer mehr und mehr, dass mich die Geschichte rund um die Firma Velo Grandell kaum interessiert. Zumal der Autor hin und wieder immer wieder in „Geschwafel“ abdriftet – beispielsweise, als er erzählt, wie es passierte, dass der Chefingenieur Kolwenik Ewa Irinowa heiratete und, was dann passierte. Das liest sich dann eher wie eine Firmenchronik und nicht wie ein Roman.

Marina und Óscar fragen diesen, fragen jenen, um zu erfahren, was mit diversen Personen, die irgendwie mit dieser Firma zu tun hatten, passiert ist. Diese Ermittlungsgeschichte ist immer wieder gemischt mit ein paar Horrorelementen – wenn beispielsweise in einem dunklen Raum Holzpuppen von der Decke baumeln und eine merkwürdige, ja fast schon grausige Atmosphäre schaffen. Grausig? Nicht grausig genug, um mich zu packen. Ich frage mich beim Lesen immer wieder, was der Autor mit der Erfindung dieses Raumes bezwecken will. Er löst das Geheimnis um diesen Raum zum Ende des Buches.

Im gesamten gesehen ist mir das Buch jedoch zu überfrachtet mit Krimi- und Fantasy-/Horror-Elementen. Ich hätte mir hier eine stringente Kriminalgeschichte gewünscht – die sich rein mit den Ermittlungen diverser unklarer Sachverhalte rund um die Firma Velo Grandell und irgendwelche Personen befasst. Eine Geschichte also, in der noch einige Polizisten mitspielen. Oder Zafón hätte eine reine Fantasy-Geschichte machen sollen mit merkwürdigen Dingen, die in der Firma Velo Grandell und deren Umfeld passieren.

Die Fantasy- und Horrorelemente, die vereinzelt in dem Buch „aufblitzen“, stören mich, sie sind mir einfach zuviel.

Das Buch hat zwei markante Geschehnisse am Ende. Erstens ein furioses Finale um das Rätsel der Familie – ein Finale, in dem viel zerstört wird. Dieses Finale wirkt auf mich übertrieben – vergleichbar ist es durchaus mit den Geschehnissen in einem Actionfilm.

Ein weiteres Finale betrifft Marina und Óscar. Ein Finale, das mich nachdenklich stimmt – für mich das Buch aber nicht mehr „retten“ kann. Ich kann hier nur drei Sterne – also ein „Befriedigend“ – in der Gesamtwertung vergeben.

==Mein Fazit==

Für mich ist das Buch „Marina“ von Carlos Ruiz Zafón enttäuschend. Ich mag den Schreibstil des Autors, das Buch ließ sich schnell lesen, die Handlung konnte mich jedoch nicht begeistern. Ich habe das Buch verkauft.

Bleiben für mich drei von fünf Sternen und eine Neutralitätsempfehlung.

P.S.: Ich schreibe auch noch unter dem Nicknamen „Sydneysider47“ für Ciao.de, unter dem Nick „Irina Melbourne“ für Amazon.de sowie „adel69“ bei Vorablesen.de.

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