Vor einigen Wochen hatte ich bei vorablesen.de wieder Glück und konnte – nachdem ich dort einen Leseeindruck hinterlassen hatte – folgendes Buch gewinnen:

==Das eiserne Haus==

Autor: John Hart

Verlag: C. Bertelsmann

Seitenzahl: 512 Seiten

Erscheinungsdatum in Deutschland: 5. März 2012

ISBN-Nummer: 978-3570101193

Das Buch ist im deutschsprachigen Raum als Hardcover-Ausgabe mit Schutzumschlag erhältlich und kostet im Buchhandel in Deutschland 19,99 Euro.

==Über den Autor John Hart==

John Hart ist ein amerikanischer Autor, Jahrgang 1965. Bevor er sich dem Schreiben widmete, war er als Rechtsanwalt tätig.

Sein Erstlingswerk „Der König der Lügen“ machte ihn bekannt, seine beiden Folgeromane „Der dunkle Fluss“ und „Das letzte Kind“ brachten ihm sogar jeweils einen Edgar-Allen-Poe-Award (das ist ein Preis, mit dem besonders gute Kriminalromane ausgezeichnet werden) ein.

„Das eiserne Haus“ ist sein vierter Roman.

==Über zwei Brüder, Killer und ein Waisenhaus – oder: die Handlung==

Die Brüder Michael und Julian wurden als Kleinkinder an einem Fluss ausgesetzt, von einem Jäger gefunden und ins Waisenhaus „Iron House“ (übersetzt: eisernes Haus) in den Bergen von North Carolina (USA) gebracht.

In diesem Waisenhaus herrschen harte Regeln. Schwache Kinder werden von stärkeren unterdrückt, gequält und verletzt. Julian überlebt die Attacken von Hennessy und seiner Bande nur, weil er von seinem älteren und stärkeren Bruder Michael beschützt wird.

Nach einer besonders schlimmen Attacke durch Hennessy und seine Bande findet Julian ein Messer, das irgendwo im Schnee vor dem Waisenhaus liegt. Damit bringt er Hennessy in einem Waschraum um. Michael findet die Leiche von Hennessy – und er sieht seinen Bruder mit dem Messer. Er beschließt, für diese Tat die Schuld auf sich zu nehmen und verschwindet nach New York.

Julian wird von Abigail und ihrem Mann Randall adoptiert. Randall ist Senator und sehr reich. Julian lebt in Sicherheit und entwickelt sich zu einem gefeierten Kinderbuchautor und begabten Maler. Jedoch kann er die Erlebnisse der Kindheit nicht vergessen und ist immer noch traumatisiert. Es gibt nur einen, der ihm helfen kann – Michael.

In New York hat Michael sich – unter der Obhut des Verbrecherbosses Otto Kaitlin – zum Killer entwickelt. Also, zu einem Mann, der sich seiner Haut zu wehren weist und Gegner gnadenlos niederschießen kann. So kann er sich in der Verbrecherszene Respekt verschaffen.

Als Otto Kaitlin stirbt und Michaels Freundin Elena schwanger wird, beschließt Michael, aus dem Verbrechermilieu auszusteigen. Aber so einfach ist das nicht. Er flieht mit Elena, aber es gibt Leute aus der Verbrecherszene – Stevan und Jimmy – , die ihn am liebsten tot sehen wollen. Sie verfolgen ihn und Elena – und drohen auch, nach Julians Leben zu trachten.

Deswegen macht sich Michael auf die Suche nach Julian. Julian, den er 23 Jahre lang nicht mehr gesehen hat. Elena und Michael scheinen auf dem Anwesen des Senators und seiner Frau Abigail in Sicherheit zu sein. Aber die Ereignisse überschlagen sich – und Michael merkt, dass er sich seiner Vergangenheit stellen und das Waisenhaus „Iron House“ aufsuchen muss…

==Leseprobe==

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link:

http://www.vorablesen.de/files/Leseprobe_Hart_Haus.pdf

==Ein Killer will aus dem Verbrechermilieu aussteigen und muss sich seiner Vergangenheit stellen – oder: meine Lese-Erfahrung==

Die Leseprobe bei vorablesen.de gefiel mir – und so freute ich mich, dass kurz vor meinem Türkei-Urlaub im März 2012 das Buch „Das eiserne Haus“ bei mir eintraf.

Ich habe das Buch während des Urlaubs gelesen und verbrachte sowohl während der Busfahrten in der Türkei als auch abends in den Hotels spannende Lesestunden.

Das aus der Perspektive des auktorialen Erzählers geschriebene Buch (es ist also kein Ich-Erzähler vorhanden) bot mir ein intensives Leseerlebnis. Ich war gleich mittendrin in der Handlung, im Geschehen – eine lange Einlesezeit brauchte ich also nicht.

Zu Beginn des Buches kommt Michael zum Krankenbett seines „Ziehvaters“ Otto Kaitlin und gesteht ihm, er wolle aus dem Verbrechermilieu aussteigen. Seine Freundin Elena ist schwanger – und Michael will mit ihr eine Familie haben. Eine Familie – das hatte Michael als Kind nicht. Kaitlins Einverständnis für seine Pläne bekommt er – aber so einfach ist der Ausstieg nicht. Nach Kaitlins Tod sind Michael und Elena Gejagte. Auf einmal fliegt das Lokal, in dem Elena arbeitet, in die Luft. Elena hat nur deswegen überlebt, weil sie wegen Schwangerschaftsübelkeit nicht zur Arbeit erschien.

Leute sehen Michael vom Unglücksort fliehen – und Michael gerät in Verdacht, das Lokal in die Luft gejagt zu haben. Aber so ist es nicht. Verbrecher, die Michael kennen, jagen ihn und Elena. Die Gründe, warum sie sie jagen, sind verschieden. Da gibt es Stevan, den leiblichen Sohn Otto Kaitlins, und auch Jimmy, einen sehr berechnenden und auch sehr brutalen Killer.

Und so ist für Spannung in dem Buch gesorgt. Michael fährt mit Elena viele Kilometer durch die USA und schildert ihr seine Vergangenheit. Dauernd sind die beiden auf der Flucht.

Als Leserin fiebere ich mit. Und Michael ist mir sympathisch, obwohl er ein Killer ist. Aber der Autor stellt seine Figur sehr überzeugend da – und es wird logisch dargestellt, wie Michael zum Killer wurde und warum.

Auch sein Bruder Julian ist sympathisch. Er ist schizophren – einerseits ein gefeierter Jugendbuchautor, anderseits gibt es eine zweite Persönlichkeit in ihm, die versucht, ihn zu zerstören. So zu zerstören, dass er ohne ärztliche Hilfe nicht überleben kann.

Abigail, die Frau des Senators, die ihn adoptiert hat, hat versucht, mütterliche Wärme zu vermitteln, ihm die Familie zu geben, die er nie hatte. Aber sie stößt an ihre Grenzen – und so ist sie erleichtert, als Michael auftaucht.

Abigail ist eine starke Frau. Sie ist nicht nur die Frau des Senators, die gut aussieht und repräsentieren kann – sie ist auch eine Frau, die clever ist, die kämpfen kann und die bereit ist, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, wenn es sein muss.

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, auch wenn es stellenweise brutal war. Natürlich werden Leute in diesem Buch gequält, natürlich sterben Leute in dem Buch – teilweise auf brutale Weise. All das schildert der Autor. Und auch die Düsternis, die Verzweiflung in dem Waisenhaus „Iron House“ wird ganz eindringlich vermittelt. Der Autor hat einen schönen, literarischen Schreibstil – und es gefällt mir, wie er mit Worten Bilder in meinem Kopf heraufbeschwören kann – auch wenn die Bilder nicht immer positiv sind. Beispielsweise „Der Himmel sah aus wie nasses Leinen, und die Bäume waren Skelette mit krummen Armen und Millionen verknoteten Fingern“ (Zitat aus Seite 56).

Die Lektüre ist sehr intensiv. Ich hatte die genannten Personen ins Herz geschlossen und fieberte und litt mit ihnen mit, wenn wieder etwas ganz Schlimmes passierte – oder sie auf der Flucht waren. Und ständig passieren neue Wendungen – passieren Ereignisse, mit denen ich nicht rechne. Bis zum unerwarteten Schluss…

==Mein Fazit==

Wer einen durchweg spannenden Thriller sucht, bei dem man kaum Einlesezeit braucht, dem kann ich „Das eiserne Haus“ empfehlen. Allerdings ist der Roman nichts für Zartbesaitete, man muss beim Lesen auch brutale Szenen aushalten können.

Ich vergebe dem Buch fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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