Heute bespreche ich das Buch:

 ==Die Frau am Fenster==

 Autor: Elk von Lyck

Seitenzahl: 336 Seiten

Das Buch erschien am 8. März 2010 im Verlag „Books on Demand“, nachdem es 2004 im Victoria-Verlag schon einmal auf den Markt gekommen war.

ISBN-Nummer: 978-3839164303

 Das Buch ist als Paperback/Taschenbuch erschienen und kostet in Deutschland im Buchhandel 21,90 Euro.

 

 ==Über den Autor Elk von Lyck==

 Elk von Lyck ist das Pseudonym eines Autors, der ein großes Interesse an Philosophie hat.

 Der Link zu seiner Homepage lautet: http://www.elk-von-lyck.de

 

==Achim entdeckt das Leben von Max von Lehnfeldt – oder: die Handlung==

 Achim Oster ist 35 Jahre alt, Rechtsanwalt von Beruf und lebt in Berlin. Er lebt mit Maja in einer festen Beziehung.

 An einem Morgen kauft er bei einem Trödler einige alte Fotos. Eines davon hat es ihm besonders angetan. Es zeigt eine junge Frau, die 1929 an einem Fenster sitzt. Achim ist fasziniert von der Ausstrahlung der Frau.

 Da er Schlafprobleme hat, sucht Achim auf Drängen von Maja einen Psychotherapeuten auf. Dieser schlägt Achim eine Hypnosetherapie vor, um Blockaden in Achims Leben ausfindig zu machen. Diese Blockaden könnten sich auch in einem früheren Leben Achims befinden.

 Achim ist zuerst davon nicht erbaut und meldet Zweifel an. Er glaubt nicht an Reinkarnation und steht der Hypnose skeptisch gegenüber. Schließlich jedoch lässt er sich doch einige Male hypnotisieren – und bekommt somit nicht nur tiefere Einblicke in seine eigene Vergangenheit, sondern in die eines Mannes, namens Max Lehnfeldt. Dieser Max von Lehnfeldt stammte aus Ostpreußen und war im Zweiten Weltkrieg offensichtlich Flieger .  

 Wer war dieser Max von Lehnfeldt – und warum bekommt Achim so viel von dessen Leben mit, wenn er sich mittels Hypnose in die Zeit zurückversetzen lässt? War etwa Achim in einem früheren Leben Max von Lehnfeldt – und kann es somit tatsächlich sein, dass an der Reinkarnationstheorie „etwas“ dran ist? Achim will das unbedingt herausfinden – zumal auch die Frau am Fenster auf dem Foto eine Rolle im Leben von Max von Lehnfeldt gespielt hat.

 

==Leseprobe==

 Sucht man das Buch beim Internet-Händler „Amazon.de“, kann man in das Buch hineinlesen, wenn man auf das abgebildete Cover klickt.

 

==Ostpreußische Impressionen, Reinkarnation und eine Liebesgeschichte – oder: meine Leseerfahrung==

 BOD-Bücher, also Bücher, die vom Verlag „Books on Demand“ veröffentlicht werden, haben vielerorts einen schlechten Ruf. Man sagt ihnen nach, sie seien inhaltlich von schlechter Qualität.

 Dem muss ich widersprechen. Viele gute Autoren, die bei namhaften Verlagen mit ihren Büchern „abblitzen“, weil sie keine berühmten Persönlichkeiten sind, veröffentlichen ihre Bücher bei „Books on Demand“. Und genau ein solches Buch ist auch „Die Frau am Fenster“ von Elk von Lyck.

 Ich habe dieses Buch nicht gekauft – mir wurde es ausgeliehen, und ich habe es vor zwei Wochen gelesen. Was ist das für ein Buch?, fragte ich mich anfänglich. Eine Biographie oder ein Roman? Ein Roman – so habe ich beim Lesen feststellen können – aber warum lässt der Autor nicht auf sein Buch die Aufschrift „Roman“ drucken? Bei einer erneuten Auflage des Buches sollte das unbedingt berücksichtigt werden!

 Anfänglich mag ich die Geschichte um Achim Oster (erzählt aus der auktorialen Erzählperspektive – also ohne Ich-Erzähler) nicht sehr. Ich kann keine „leserische“ Beziehung zu ihm aufbauen. Er verdient gut als Rechtsanwalt – und lebt ohnehin in einem gesellschaftlichen Milieu, das mich persönlich wenig interessiert.

 Achim hat Schlafstörungen und geht zum Psychiater, der ihn hypnotisieren will, um irgendeine Blockade aus der Vergangenheit ausfindig zu machen. „Auch das noch!“, denke ich. Mit Hypnose und Reinkarnation will ich nichts zu tun haben – ich bin kein Esoteriker, für mich ist Esoterik fauler Zauber, sonst nichts.

 Es gefällt mir, dass dieser Achim meiner Meinung ist. Zuerst jedenfalls. Auch er glaubt nicht an Esoterik, hypnotisieren lassen will er sich nicht – und mit Esoterik will er nichts zu tun haben. „Ich finde es gut, dass er so kritisch ist!“, denke ich – und bin auf einmal auf Achims Seite und lese gespannt weiter.

 Ich werde als Leserin Zeugin diverser Hypnosesitzungen. Diese lesen sich – für meinen Geschmack jedenfalls – zu konstruiert, zu aufgesetzt, irgendwie zu steif. „Wenn der Autor so weiterschreibt“, denke ich, „dann lese ich das Buch nicht zu Ende…“

 Aber ich habe es zu Ende gelesen. Grund war der Ich-Erzähler Max von Lehnfeldt, über den in einer wunderbar, fast schon lyrischen, Schreibe Erlebnisse aus seinem Leben geschildert sind. Erlebnisse, „garniert“ mit Impressionen aus Ostpreußen und Paris. Vor meinem leserischen Auge entstehen Bilder, Szenen, Landschaften. Ich bin auf einmal mitgerissen – fasziniert von einer Landschaft Ostpreußens zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg – einer Landschaft und Orten, die es leider so, wie sie der Autor schildert, nicht mehr gibt. Aber eine Landschaft und Orte, in denen mein Vater (er starb 2004) groß geworden ist. Ja, mein Vater stammte aus Ostpreußen und er erzählte meinen Geschwistern und mir viel darüber!

 Später dann reist Achim selbst in das ehemalige Ostpreußen – also in das heutige Polen und nach Russland. Auch da kann ich erstklassige Schilderungen über die Stadt Danzig lesen.

 Wegen dieser Schilderungen habe ich das Buch zu Ende gelesen. Auch die im Buch enthaltene Liebesgeschichte zwischen Max und Fiona ist schön geschildert! Ich habe voller Erwartung die Seiten umgeblättert, weil ich wissen wollte, wie die Story weitergeht.

 Abwechselnd also wird das Buch aus der Perspektive von Achim, dem Rechtsanwalt, erzählt und aus der Ich-Perspektive von Max von Lehnfeldt.

 Der Schluss des Buches ist gut – nicht vorhersehbar, aber für mich durchaus logisch und nachvollziehbar.

 Was mich an dem Buch gestört hat, ist nicht so sehr der Reinkarnationsgedanke. Dieser und die Beschreibung der Hypnosetherapie kommen nicht im Übermaß im Buch vor – und stören mich also kaum beim Lesen. Was mich dagegen gewaltig gestört hat, sind Rechtschreibfehler, die vorkommen.

 Ich weiß, dass man bei „Books on Demand“ ein Buch lektorieren lassen kann – aber ich weiß auch, dass das mit Kosten verbunden ist. Aber dennoch: jeder hat doch in seinem Verwandten- und Bekanntenkreis Personen, die der deutschen Sprache sehr gut mächtig sind und die ein Manuskript gegen die Zahlung von ein paar Euros gerne lesen und korrigieren.

 Auch das Buch „Die Frau am Fenster“ hätte von jemandem mit sehr guten Rechtschreibkenntnissen gelesen und korrigiert werden können, bevor es in Druck geht – wenn schon auf ein Lektorat verzichtet wurde. Denn immerhin kostet das Buch ja 21,90 Euro im Buchhandel – das ist schon ein stolzer Preis für ein 336-Seiten-Werk. Und weil der Preis schon hoch ist, will ich darin Schreibfehler, wie „Sylvester“ (statt der richtigen Schreibweise „Silvester“), und auch Ausdrücke, wie „ich kann Bügeln, ich kann Kochen“ (statt richtig „ich kann bügeln, ich kann kochen), NICHT lesen. Solche Fehler stören mich einfach. Ich gebe unter anderem Deutsch-Nachhilfe und übe gerade mit einem Grundschüler die Groß- und Kleinschreibung. „Ich kann bügeln, ich kann kochen“ – diese richtige Schreibweise lernt dieser 8-jährige Schüler gerade in der Grundschule.

 Ich will auch nichts von einem „Weißgott“ lesen, weil es den nicht gibt – wenn man einfach sagen will: „Du wärst also – weiß Gott – nicht der einzige“ (Zitat aus Seite 62).

 Ein Schreibfehler ist sogar so ungewollt komisch, dass er mich zum Lachen brachte. Er erscheint in einer Szene auf Seite 105, als Achim den Trödler in Berlin nochmals aufsucht, um ihn zu fragen, woher er denn seine Ware – also beispielsweise alte Fotos und Postkarten – bekommt. Der Trödler erzählt ihm, dass seine Ware unter anderem aus Haushaltsauflösungen stamme – wobei die meisten Sachen aus solchen Haushaltsauflösungen weggeworfen werden und nicht im Verkauf landen. Statt richtig „Aber det meste schmeißen wa wech“ (Übersetzung: Aber das meiste schmeißen wir weg) zu sagen, sagt der Trödler „Aber det meste scheißen wa wech“ (Übersetzung: Aber das meiste scheißen wir weg).

 Mich wundert wirklich, dass dieser Schreibfehler noch niemandem aufgefallen ist. Es gibt einige Rezensionen im Netz über dieses Buch, aber da wird dieser Schreibfehler nicht erwähnt.

 

==Mein Fazit==

 „Die Frau am Fenster“ von Elk von Lyck ist ein Roman, der in der Jetzt-Zeit, aber auch in Ostpreußen und in Paris vor dem Zweiten Weltkrieg spielt – und den ich gern gelesen habe.

 Die Hypnosesitzungen und auch der Reinkarnationsgedanke wurden vom Autor nicht überbetont und haben mich als Esoterik-Gegnerin auch nicht gestört.

 Was mich allerdings störte, waren die Rechtschreibfehler, die man vor einer Neuauflage des Buches unbedingt beseitigen müsste! Deswegen ziehe ich auch einen Bewertungsstern ab.

 So bleiben für mich vier Sterne für das Buch „Die Frau am Fenster“ von Elk von Lyck und eine Leseempfehlung.

 

P.S.: Diese Rezension erschien bereits auch bei Ciao.de unter meinem dortigen Usernamen „Sydneysider47“.

 

 

 

 

 

Advertisements