Dank vorablesen.de durfte ich mich mit folgendem Roman beschäftigen.

Willkommen auf Skios

Autor: Michael Frayn

Seitenzahl: 288 Seiten

Verlag: Hanser

ISBN-Nummer: 978-3446239760

Erscheinungsdatum in Deutschland: 30. Juli 2012

Das Buch ist als Hardcover mit Schutzumschlag in deutscher Sprache erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 17,90 Euro.

Über Michael Frayn

Michael Frayn ist ein britischer Autor, Jahrgang 1933. Er ist einer der gefeiertsten Prosa- und Theaterautoren Großbritanniens. Lange arbeitete er als Reporter und Kolumnist bei den Zeitungen „Guardian“ und „Observer“.

Berühmte Theaterstücke von ihm sind „Der nackte Wahnsinn“ und „Kopenhagen“. Zu seinen bekannten Romanen gehören „Das Spionagespiel“ (2004) und „Das verschollene Bild“ (1999). Auch das Bundesverdienstkreuz hat er bereits bekommen (Quelle: Buchumschlag).

Chaos auf Skios – oder: die Handlung

Oliver Fox, ein Neurologe, möchte nicht er selbst sein. Als er auf die griechische Ferieninsel Skios kommt, bietet sich im die Gelegenheit, in die Rolle des berühmten Wissenschaftlers Dr. Norman Wilfred zu schlüpfen. Dort auf Skios lädt nämlich jedes Jahr die Fred-Toppler-Stiftung unter der Leitung von Frau Fred Toppler (ihr Mann ist bereits verstorben) einige Gäste ein und einen Gastredner.

Nikki, die Sekretärin von Frau Fred Toppler, organisiert das Ganze – und sie ist stolz, Dr. Norman Wilfred als Redner gewonnen zu haben. Sie holt ihn vom Flughafen ab – aber, sie weiß nicht, dass sie nicht Dr. Norman Wilfred abholt, sondern Oliver Fox. Das ergibt sich, weil die Koffer beider Männer vertauscht wurden – und es Dr. Norman Wilfred nicht schafft, rechtzeitig am Flughafen von Skios zu sein.

Oliver Fox sieht nicht nur gut aus – er ist auch jünger als Dr. Norman Wilfred, und Nikki verliebt sich ein bisschen in ihm. Dazu kommt, dass er einen unglaublichen Charme versprüht. Alles scheint man diesem Wissenschaftler abzunehmen – weil er jung und erfrischend ist und Wortwitz versprüht. Er erfindet Fachausdrücke, die es nicht gibt. Er erklärt wissenschaftliche Vorgänge mit Methoden, die so noch nie ein Wissenschaftler erklärt hat – indem er beispielsweise eine Tischdecke von einem Tisch ziehen lässt und Geschirr dabei zu Bruch geht.

Aber auch die Umstände spielen eine Rolle, dass Oliver Fox Dr. Norman Wilfred sein muss. Der richtige Dr, Norman Wilfred landet auch auf der Insel – aber erst mal in dem Ferienhaus einer Dame, die er nicht kennt. Dort trifft er auf Georgie, eine andere Dame, die eigentlich in diesem Ferienhaus Oliver Fox treffen wollte.

Niemand vermisst den richtigen Dr. Norman Wilfred, da Oliver Fox dessen Rolle vorzüglich spielt. Als noch die Besitzerin des Ferienhauses auf der Insel eintrifft, scheint das Chaos perfekt.

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link:

http://vorablesen.de/sites/default/files/buecher/leseproben/Leseprobe_Frayn_Skios.pdf

Völlig schräges Lesevergnügen – oder: meine Lese-Erfahrung

Die Leseprobe bei vorablesen.de machte mich neugierig auf das Buch, und ich freute mich sehr, als ich das Buch als kostenloses Leseexemplar gewinnen konnte.

Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Ich habe es sehr gerne gelesen. Es ist aus der Perspektive des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) und in der Vergangenheit geschrieben. Viele Dialoge und der vorwiegend einfach gehaltene Schreibstil machen das Buch zur perfekten Sommerlektüre.

Dabei handelt es sich aber nicht um Trivialliteratur – sondern durch die Art und Weise der Dialoge und des Erzählens wird das Buch äußerst clever und spitzfindig. Die Handlung trägt dazu bei, dass das Buch zum Lesevergnügen wird. Die Hauptfiguren sind allesamt sympathisch – die korrekte Nikki beispielsweise, aber auch der etwas schusselige und umständliche Dr. Norman Wilfred – und natürlich Oliver Fox, der sehr clevere, aber dennoch charmante Hochstapler. Er wird von allen auf Skios bewundert und geschätzt – und es gibt Situationen, in denen er wieder gerne Oliver Fox wäre, aber ihm niemand das glauben würde, dass er gar nicht Dr. Norman Wilfred sein kann.

Ich wollte wissen, wie das Buch ausgehen wird – auf welche Weise Oliver Fox enttarnt wird, und deswegen las ich das Buch mit großem Interesse. Es gibt immer wieder Momente in dem Buch, bei denen ich denke: „Jetzt trifft eine Person endlich eine andere Person – und dann wird offenbar werden, dass Oliver Fox nicht Dr. Norman Wilfred ist.“ Aber dann passiert genau etwas anderes – und diese beiden Personen treffen sich nicht – und es entsteht eine neue skurrile Situation und noch mehr Durcheinander.

Langweilig wurde die Lektüre nie, denn die Handlung ist rasant und ereignisreich. Weiterhin sind die Kapitel auch recht kurz (durchschnittlich drei bis fünf Seiten lang).

Der Schluss hat mich doch sehr erstaunt. Ich hatte einen anderen Schluss erwartet. Natürlich ist es positiv zu werten, wenn ein Schluss nicht vorhersehbar ist. Aber bei dem vorliegenden Schluss hatte ich den Eindruck, dass der Autor das Buch auf einmal schnell zu Ende bringen wollte – und eine komplett absurde Schluss-Situation geschaffen hat.

Ich wollte übrigens wissen, ob es die griechische Insel Skios tatsächlich gibt. Nein, sagt Wikipedia.de.

Mein Fazit

„Willkommen auf Skios“ ist amüsante, schräge Sommerlektüre und bietet eine rasante Verwechslungsgeschichte. Der Roman eignet sich für Frauen und Männer gleichermaßen.

Wegen des für mich doch sehr gewöhnungsbedürftigen Schlusses ziehe ich einen Stern ab.

So bleiben für mich also vier von fünf Sternen und eine Weiterempfehlung.

ImageP.S.: Ich schreibe unter „Sydneysider47“ bei Ciao.de Berichte und Rezensionen. Unter „adel69“ schreibe ich Rezensionen bei vorablesen.de und diversen Internet-Buchhandlungen. Bei Amazon.de schreibe ich unter „Irina Melbourne“ Rezensionen.

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