Als mir eine gute Bekannte erzählte, sie wolle, um für ihre Buchmanuskripte einen Verlag zu finden, eine Literaturagentur bemühen, läuteten bei mir die Alarmglocken. Erinnerte mich das doch an eine negative Erfahrung, die ich ab 1997 mit einem „schwarzen Schaf“ dieser Branche gemacht habe. Das erzählte ich ihr sofort.

Meine Bekannte hat das nun folgende Buch gelesen, um sich auf ihren geplanten Umgang mit Literaturagenten gut vorzubereiten. Da sie mich neugierig gemacht hat und ich wissen wollte, wie dieses Thema in einem Fachbuch behandelt wird, habe ich das Buch selbst gelesen.

Das Buch trägt den Titel

Literaturagentur

Erfolgreiche Zusammenarbeit Autor – Agentur – Verlag

Autoren: Joachim Jessen, Martin Meyer-Maluck, Bastian Schlück, Thomas Schlück
Seitenzahl: 232 Seiten
ISBN-Nummer: 978-3866710108
Erscheinungsdatum in Deutschland: 1. Mai 2006

Das hier vorliegende Buch ist eine überarbeitete Neuausgabe des Buches „Traumberuf Autor“, das 2001 im mvg-Verlag erschien. Es ist als Paperbackausgabe erschienen und kostet in Deutschland 14,90 Euro im Buchhandel.

Das Coverfoto zeigt ein gemaltes Bild mit einem Ruderboot, in dem drei Personen mit aufgehäuften Geldmünzen sitzen. Ich denke, dass es sich bei den drei Personen um einen Autor, einen Literaturagenten und um einen Mitarbeiter eines Verlags handelt. Zwei dieser Personen rudern auf dem Gewässer, auf dem das Boot unterwegs ist.

Adresse des Verlags

Autorenhaus Verlag GmbH
Karmeliterweg 116
D-13465 Berlin

Homepage: http://www.Autorenhaus.de

Der Verlag hat sich darauf spezialisiert, Bücher mit News und Tipps für Autoren herauszubringen.

Über die Autoren

Die Autoren sind alle Mitarbeiter der Literaturagentur Thomas Schlück, der derzeit größten deutschen Literaturagentur.

Joachim Jessen ist einer der Geschäftsführer dieser Literaturagentur.

Martin Meyer-Maluck ist Prokurist sowie der Leiter der Buchführung/des Abrechnungswesens in dieser Literaturagentur.

Bastian Schlück ist ebenfalls Geschäftsführer der Literaturagentur Thomas Schlück.

Thomas Schlück hat 1973 mit seiner Frau die Literaturagentur Thomas Schlück gegründet.

Was ist ein Literaturagent?

Ein Literaturagent bemüht sich, einen Verlag für Buchmanuskripte zu finden. Dabei ist es egal, ob es sich um die Manuskripte bekannter oder unbekannter Autoren handelt.

Eine Literaturagentur ist ein Büro, in dem der Literaturagent diesen Beruf ausübt – beispielsweise mit Verlagen und Autoren in Kontakt ist.

Leseprobe des Buches „Literaturagentur“

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe kann ich im Internet nicht finden und deswegen dazu auch keinen Link angeben.

Deswegen gehe ich kurz auf den Schreibstil des Buches ein:

Schreibstil

Der Schreibstil des Buches erscheint mir sehr höflich. Die Autoren siezen ihre Leser. Wenn sie den Lesern etwas erklären möchten, dann schreiben sie beispielsweise „sprechen wir über…“. Das gefällt mir.

Die Autoren haben eine angenehme, ein bisschen bildhafte, Art zu schreiben und können ihre Gedanken leicht nachvollziehbar und informativ vermitteln. Für mich war es keine trockene Lektüre, sondern ein gut lesbares Fachbuch.

Auch die große, „augenfreundlich“ gestaltete Schrift trägt dazu bei, dass ich das Buch gerne gelesen habe.

Einiges aus dem Inhalt des Buches „Literaturagentur“ – so kurz wiedergegeben, wie es mir möglich ist – und meine Meinung dazu

Vorwort von Michael Krüger

Michael Krüger ist Schriftsteller und Verleger. Mit seinem Vorwort möchte er verdeutlichen, dass es ein langer Weg ist vom Manuskript bis zum veröffentlichten Buch und bis zu dessen Verkauf in den Buchhandlungen.

Meine Meinung zum Vorwort

Ein Vorwort soll „Appetit“ auf das Buch machen – und dieses Vorwort tut es durchaus. Vollmundig und optimistisch ist es geschrieben. Allerdings hätte mich auch interessiert, bei welchem Verlag Michael Krüger Schriftsteller und Verleger ist. Schade, dass das in dem Buch nirgends vermerkt ist.

Kapitel 1 – Es geht um Autoren und ihre Bücher

In literarisch ausschmückender Form wird hier dargelegt, warum ein Mensch Bücher schreibt. Um etwas Bleibendes zu schaffen beispielsweise.

Sicherlich erreicht man eine gewisse Bewunderung bei Verwandten und Bekannten, denen man erzählt, dass man ein Buch geschrieben hat. Aber wie bringt man ein Buch in einen Verlag? Hier beginnen die Schwierigkeiten, einen seriösen Verlag zu finden, der ein Erstlingswerk veröffentlicht, also bereit ist, Geld in die Veröffentlichung eines Buches eines unbekannten Autors zu investieren. Dass ein solches Buch sofort Millionenauflagen erreicht – diese Vorstellung ist utopisch und vergleichbar mit der Vorstellung eines „Sechsers im Lotto“.

Die Autoren des Buches „Literaturagentur“ schließen dabei die Veröffentlichung bei so genannten „Zuschussverlagen“ aus. „Zuschussverlage“ sind Verlage, die nach Autoren suchen, indem sie beispielsweise Zeitschrifteninserate starten. Sie knöpfen Autoren einige Tausend Euro ab, bevor sie ein Buch veröffentlichen – und sind deswegen vergleichbar mit einer teuren Druckerei. Da ist es ratsamer, ein Buch gleich von einer Druckerei drucken zu lassen.

Dass ein Autor sein Buch auch bei „Books On Demand“ (BOD – hier wird ein Buch erst dann gedruckt, wenn es vom Buchhandel/Kunden bestellt wurde) in Norderstedt veröffentlichen kann, wird im Buch „Literaturagentur“ kurz angerissen. Darum soll es in dem Buch nicht gehen, sondern um Literaturagenten, Verlage und ihre Zusammenarbeit mit Autoren.

Ein Autor muss Informationen sammeln, bevor er mit seinem Manuskript einen Verlag sucht. Dabei soll das Buch „Literaturagentur“ helfen.

Literaturagenten sind ein Bindeglied zwischen Autor und Verlag. Ein Literaturagent nimmt ein Buchmanuskript oder einige Seiten davon in Augenschein und entscheidet, ob er bereit ist, es an einen seriösen Verlag (also keinen Zuschussverlag) zu vermitteln oder nicht.

Wichtig ist: ein seriöser Literaturagent verlangt – bevor ein Vertrag zwischen einem Verlag und dem Autor zustande kam und der Autor Geld vom Verlag bekommen hat – KEIN Geld von der Autorin/dem Autor.

Meine Meinung zu Kapitel 1

Das ist ein wirklich wichtiges Kapitel für Autoren, vor allem für solche, die sich mit dem Thema „Wie finde ich einen Verlag“ noch nicht befasst haben. Dieses Kapitel beinhaltet einen Rat, den ich 1997 gebraucht hätte. Dazu will ich jedoch später kommen.

Kapitel 2 – Es geht um die Frage: Ist mein Buch zur Veröffentlichung geeignet?

Das Buch „Literaturagentur“ spricht mehrere Möglichkeiten an, wie Verlage zu ihren Buchmanuskripten kommen.

Da gibt es beispielsweise die „unverlangt eingesandten Manuskripte“, die von vielen Verlagen allerdings nicht mehr gesichtet werden und deren Autoren gleich eine Absage bekommen.

Weiterhin gibt es Autoren, die von Verlagen Auftragsarbeiten bekommen. Das ist oft im Fachbuchbereich der Fall. Ein Autor wird dann beauftragt, bis zu einem gewissen Termin ein Buch zu schreiben zu einem Thema, das ihm von einem Verlag vorgegeben wird.

Das Buch „Literaturagentur“ spricht wieder von der Möglichkeit, einen Literaturagenten zu beauftragen, der oft – aufgrund seiner Erfahrung – Mitarbeiter eines Verlages besser versteht und zwischen Autor und Verlag vermitteln kann.

Wer sich entschieden hat, selbst auf Verlagssuche mit einem Manuskript zu gehen (also keinen Literaturagenten zu suchen), muss sehr viele Recherchen anstellen. Beispielsweise im Internet auf die Webseiten verschiedener Verlage gehen, um zu prüfen, welche Art von Büchern sie verlegen. Auch kann man durch den Kontakt mit Autoren, die einen Verlag gefunden haben, wertvolle Tipps bekommen.

Natürlich ist es auch unverzichtbar, Buchhandlungen aufzusuchen, um zu sehen, welche Bücher welcher Verlage sie im Angebot haben. So bekommt man einen gewissen Überblick über den aktuellen Buchmarkt.

Meine Meinung zu Kapitel 2

Das Kapitel bietet weitere wichtige Informationen für Leute, die sich bisher noch nicht mit dem Thema „Wie finde ich einen Verlag?“ befasst haben. Es zeigt auf, wie schwierig das ist und wie sehr viele Verlage mit unverlangt eingesandten Manuskripten überschwemmt werden, so dass deren Lektoren keine Zeit finden, diese näher in Augenschein zu nehmen.

Und da darunter meistens Manuskripte zu finden sind, die zur Veröffentlichung nicht geeignet sind – beispielsweise, weil deren Autoren nicht gut schreiben können, oder, weil das Manuskript nicht ins Verlagsprogramm passt -, bekommen grundsätzlich alle unverlangt eingesandten Manuskripte von vielen großen Verlagen eine Absage. Damit riskieren Verlage allerdings auch, dass so manche „Perle“ – also ein bestsellerwürdiges Buch – unentdeckt bleibt.

Für mich selbst waren diese Informationen nicht neu – ich kenne sie schon, da ich mich vor Jahren mit diesem Thema intensiv beschäftigt habe.

Kapitel 3 – Es geht um die Frage, was für einen Verleger wichtig ist

Man sollte nicht außer acht lassen, dass ein Verlag ein profitorientiertes Unternehmen ist und Gewinne machen will. Dazu gehört eine knallharte Kalkulation der Kosten und Einnahmen – und dessen sollte sich ein Autor bewusst sein.

Viele Autoren glauben noch an das Märchen vom schnellen Reichtum, wenn eines ihrer Bücher veröffentlicht wurde. Aber so ist es nicht. Viele Autoren können von ihrem Schreiben nicht leben.

In diesem Kapitel kommt auch wieder der Wunsch eines Autors nach Anerkennung zum Ausdruck.

Meine Meinung zu Kapitel 3

Für mich ist dieses Kapitel eher unnötig, greift es doch Gedanken auf, die bereits in Kapitel 1 erwähnt wurden. In sehr literarischer Weise versuchen die Autoren dieses Kapitels, sich in die Gedanken eines Verlegers und in die Gedanken eines Autors hineinzuversetzen. Das ist schön zu lesen, jedoch bekomme ich hier keine für mich neuen Informationen.

Kapitel 4 – Es geht um die Frage, wie ein Verleger seine Kosten kalkuliert

Wieder wird angesprochen, dass ein Verlag ein gewinnorientiertes Unternehmen ist. Ein Verleger muss auch an seine Mitarbeiter denken, denen er noch lange einen Arbeitsplatz bieten will. Und so observiert er den Markt und stellt Strategien auf, welche Art von Büchern er veröffentlichen will. All das soll nicht in ein Verlustgeschäft ausarten.

Platz für neue Autoren und deren Werke bleibt da kaum – wobei hier ein Literaturagent ins Spiel kommen könnte, der Verlage und deren Vorlieben kennt und ihnen zur richtigen Zeit das richtige Buchmanuskript anbieten kann.

Man sollte nicht außer acht lassen, dass sich beispielsweise in den USA viele bekannte Autoren, wie beispielsweise Stephen King, von Literaturagenten bei den Verlagen vertreten lassen.
Autoren verstehen sich auch oft als Künstler – und von Kunst kann man oftmals nicht leben. Viele Autoren schreiben deswegen neben ihrem „eigentlichen“ Job.

Meine Meinung zu Kapitel 4

Für mich ist das auch wieder ein Kapitel, das mir nicht viel Neues bietet. Der Grund liegt für mich darin, dass ich mich schon sehr eingehend vor einigen Jahren mit solchen Gesichtspunkten, die hier zur Sprache kommen, befasst habe.

Für Autorenneulinge, die mit ihrem Buchmanuskript einen Verlag suchen, sind diese Gedanken allerdings sehr wichtig und – durch den angenehmen Schreibstil – schön zu lesen.

Kapitel 5 – Es geht darum, wie ein Autor mit den Verlagen Kontakt aufnimmt

Hat man als Autor Recherchen betrieben, welche Verlage für sein Buch geeignet wären, beginnt man, mit den Verlagen Kontakt aufzunehmen. Man sollte sich vorher eine Liste machen, welche Verlage man ansprechen will. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten – beispielsweise per Brief oder per Telefonanruf. Von einem persönlichen Besuch beim Verlag raten die Autoren allerdings ab.

Die Autoren des Buches „Literaturagentur“ empfehlen, zuerst bei einem Verlag anzurufen, eine Lektorin oder einen Lektor ans Telefon zu bekommen – und einige Seiten des Manuskripts (man schickt NIE das ganze Manuskript bei diesem Erstkontakt zu) per Post zu senden, wenn Interesse daran vorhanden ist.

Solch eine Leseprobe muss mit einem Anschreiben versendet werden. Wie das auszusehen hat, beschreibt das Buch „Literaturagentur“ genau. Man sollte sich beispielsweise darin vorstellen und darstellen, warum man ausgerechnet den Verlag, an den man sich wendet, für das jeweilige Buch als geeignet empfindet.

Weiterhin sollte ein Exposé beiliegen. Das ist ein kurzer Inhaltsanriss des Buches, der aber dessen Ende nicht verrät.

Meine Meinung zu Kapitel 5

Hier lese ich sehr wichtige Informationen für Autoren, die ohne Literaturagent versuchen wollen, einen Verlag für ihr Buch zu finden. Genau das begrüße ich bei diesem Kapitel: Hier ist NICHT von Literaturagenten die Rede.

Das Anschreiben an einen Verlag wird sehr detailliert besprochen, gibt das doch einen ersten Eindruck über den Autor und sein Werk.

Welche Informationen ich hier vermisse, ist, dass man seinen Schreiben mit Leseprobe an die Verlage unbedingt Rückporto beifügen sollte. Man kann von einem Verlag, der viele Schreiben mit Leseproben oder ganzen Manuskripten von unbekannten Autoren bekommt, nicht verlangen, dass er für die Rücksendungen all dieser Unterlagen auch noch für die Portokosten aufkommt. So habe ich das schon in vielen Ratgebern für Autoren gelesen – und bei meinen Recherchen nach einem Verlag, die ich vor Jahren unternommen habe, auch immer praktiziert.

Wobei ich erwähnen muss, dass es heute auch üblich ist, ein Anschreiben, eine Leseprobe und ein Exposé an die Verlage per E-Mail zu senden. Meine am Anfang des Berichts erwähnte Bekannte hat das schon gemacht.

Kapitel 6 – Der Beruf „Literaturagent“ und seine Tätigkeitsgebiete werden erklärt

Wer wird Literaturagent? Beispielsweise ehemalige Verlagsmitarbeiter, die die geeigneten „Verbindungen“ zu Verlagen haben und das „Geschäft“ rund um Bücher sehr gut kennen.

Allerdings ist die Berufsbezeichnung „Literaturagent“ nicht geschützt. Jeder darf sich so nennen. Leider gibt es deswegen auch Literaturagenten, die diesen Beruf missbrauchen, zu Ungunsten der Autoren. Mehr dazu später.

In dem Kapitel finden die Leser auch Informationen, wie sie mit der Literaturagentur Thomas Schlück Kontakt aufnehmen können. Auch das Muster eines Agenturvertrages ist abgedruckt – sowie Informationen darüber, was ein Literaturagent tun darf und was nicht.

Meine Meinung zu Kapitel 6

Wer beabsichtigt, mit einer Literaturagentur zusammenzuarbeiten – es muss sich dabei nicht unbedingt um die Literaturagentur Thomas Schlück handeln -, sollte, bevor sie/er einen Vertrag mit ihr schließt, dieses Kapitel genauestens studieren!

Weiterhin finde ich es wichtig, nach Erfahrungsberichten über Literaturagenturen im Internet zu suchen.

Kapitel 7 – Es geht darum, wie ein Verlagsvertrag aussehen sollte

Was ist ein Verlagsvertrag? Es ist ein Vertrag zwischen einer Autorin oder einem Autor und einem Verlag. Genau ein solcher Vertrag wird in diesem Kapitel genauer unter die Lupe genommen. Was sollte unbedingt in einem solchen Vertrag stehen?

Auch der Text eines Verlagsvertrags ist abgedruckt – ein hilfreiches Muster also, wie ein Verlagsvertrag auszusehen hat.

Meine Meinung zu Kapitel 7

Für mich ist das eines der Kapitel, die mir das Buch unglaublich sympathisch machen. Zeigt es doch, dass es nicht nur für Autoren geschrieben ist, die mit einem Literaturagenten zusammenarbeiten wollen, sondern für alle Autoren gedacht ist – auch diejenigen, die auf eigene Faust einen seriösen Verlag für ihr Buch finden wollen.

Kapitel 8 – Es geht um die Frage, wie sowohl Autoren als auch Verlage ein Buch so gut vermarkten können, damit es sich erfolgreich verkauft

Wer einen Verlag für sein Buch gefunden hat, kann jetzt nicht die Hände in den Schoß legen und sich ausruhen. Im Gegenteil: es steht viel Arbeit an. Nicht nur von Seiten des Verlags, der das Buchmanuskript an eine(n) seiner Lektorinnen oder Lektoren übergibt, die/der ein Manuskript mit der Hilfe der Autorin/des Autors „verkaufsfähig“ macht (die Autorin sollten hier unbedingt auf die „Markterfahrung“ der Lektoren vertrauen und sich nicht wehren, wenn Verbesserungsvorschläge für das Manuskript gemacht werden) – sondern auch ein Autor muss sich Gedanken machen, wie er „sein“ gedrucktes Werk am besten vermarktet. Wie wäre es beispielsweise mit Lesungen in Buchhandlungen oder der Präsenz auf Buchmessen?

Auch die Presse darf man nicht vergessen. Im Feuilletonteil vieler Zeitungen stehen Buchbesprechungen – die zuständigen Presseleute sollten also Rezensionsexemplare erhalten.

Meine Meinung zu Kapitel 8

Dieses Kapitel ist sehr unterhaltsam zu lesen. Autoren, die noch kein Buch veröffentlicht haben, werden hier informiert, welche Aufgaben für sie anstehen können, falls sie ihr Buchmanuskript bei einem Verlag unterbringen.

Kapitel 9 – Es geht um das Geld, das Autoren von Verlagen bekommen

Viele Autoren träumen schon nach der Veröffentlichung ihres ersten Buches davon, einmal freiberuflich als Autoren tätig sein zu können. Aber ist Autorin/Autor tatsächlich immer ein Traumberuf?

Hat man einmal ein Buch veröffentlicht, ist man in der Verpflichtung, dass immer gute Ideen für Bücher fließen müssen. Das bedeutet Stress und Leistungsdruck.

Das Hauptaugenmerk des Kapitels richtet sich allerdings auf die Honorarabrechnung. Wann kommt sie und wie kann sie aussehen? Wann muss ein Autor Mehrwertsteuern ans Finanzamt bezahlen? Diese Fragen werden beantwortet.

Meine Meinung zu Kapitel 9

Gut finde ich hier, wie realistisch die Autoren des Buches „Literaturagentur“ sind. Sie zeigen, dass das Leben eines Autors nicht unbedingt „eitel Sonnenschein“ und viel Geld bedeuten muss – es zeigt auch, worauf man achten muss, wenn man für eines oder mehrere Bücher von Verlagen Honorarabrechnungen bekommt. Eine Honorarabrechnung sollte tatsächlich so genau studiert werden wie ein Vertrag!

Kapitel 10 – Es geht um das zweite Buch von Autoren

Hier kommt zur Sprache, wie nach einem veröffentlichten Buch die weitere Zusammenarbeit zwischen Verlag und Autor aussieht.

Will der Verlag überhaupt ein zweites Buch mit dem Autor realisieren? Will der Autor weiterhin mit dem Verlag zusammenarbeiten oder sich einen anderen Verlag suchen? Welche Rolle spielt ein Literaturagent bei solchen Überlegungen?

Meine Meinung zu Kapitel 10

Ein gut zu lesendes Kapitel über eine Situation, die wohl wenigen Autoren beschieden sein wird. Die meisten wollen doch erst einmal für ihr erstes Buch einen seriösen Verlag finden! Aber man darf als Autor ja auch mal träumen. Auch vom zweiten Buch und dem Verlag, den man dafür finden könnte…

Anhang

Der Anhang des Buches „Literaturagentur“ besteht aus mehreren Komponenten. Zuerst einmal kommt der Kölner Literaturwissenschaftler Andreas Graf zu Wort, der eine kurze Geschichte der Literaturagenturen aufzeigt. Hier wird der Schreibstil des Buches auch komplizierter und wissenschaftlicher.

Eine Komponente, die ich noch wichtiger finde, ist…

eine Auswahl von Literaturagenturen,

…die in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig sind.

Der Leser findet hier eine Liste mit 30 Literaturagenturen. Neben der genauen Adresse, Telefon-, Fax-Nummern, E-Mail-Adressen, Angaben zur Homepage, Namen der Leiter und Ansprechpartner findet man Angaben darüber, wann die jeweilige Literaturagentur gegründet wurde, wie viele Autoren sie unter Vertrag hat und an welchen Buchgenres sie interessiert ist (beispielsweise Fantasy, Kinderbücher).

Auch Informationen über das Agenturhonorar und darüber, ob es per Vorauszahlung fällig ist oder nicht, werden gegeben.

Wie nimmt man Kontakt zu der jeweiligen Agentur auf – und was muss man beachten, wenn man seine Leseprobe nach Begutachtung wieder zurück haben will? Auch darüber bekommt man Informationen.

Ich selbst kenne keine der Literaturagenturen aus diesem „Verzeichnis von Literaturagenturen“ und habe auch keinerlei Erfahrungen mit ihnen vorzuweisen.
Meine Erfahrungen mit einer Literaturagentur

Die nun folgende Begebenheit liegt zwar schon einige Jahre zurück – hat aber meine Meinung zu Literaturagenten allgemein nachhaltig geprägt.

Einst gab es einen Literaturagenten A.P., der von einer süddeutschen Metropole in eine Metropole im Norden Deutschlands zog.

Ich spreche hier nicht vom Literaturagenten Andreas P., der im „Verzeichnis von Literaturagenturen“ des hier besprochenen Buches „Literaturagentur“ vorkommt. Mit dem Literaturagenten Andreas P. habe ich keinerlei Erfahrungen gesammelt und ich kenne ihn auch nicht.

Hier geht es um einen anderen Literaturagenten A.P., der in diesem „Verzeichnis von Literaturagenturen“ nicht genannt ist. Ich meine den Literaturagenten A.P., der ein Buch einer deutschen Autorin an einen bekannten Verlag vermitteln konnte. Dieses Buch wurde in den 1990er-Jahren zum Bestseller. Damit und mit der Vermittlung von einigen Büchern – die oft von Prominenten stammten – hatten sich A.P. und seine Literaturagentur einen guten Ruf erworben.

Die Adresse der Literaturagentur A.P. stand in einem Autorenratgeber, den ich 1997 las. Ich schickte A.P. Manuskripte zu. Die Agentur meldete sich sehr schnell bei mir mit Unterlagen, die in einen dicken Aktenordner passten und die zeigen sollten, welche Buchveröffentlichungen man schon realisiert habe, für welche Fernsehproduktionen man verantwortlich sei etc. Alles machte auf mich einen guten und seriösen Eindruck.

Man zeigte man sich umgehend bereit, für eines meiner Buchmanuskripte einen Verlag zu finden. Die Lektorierung meines Manuskripts (es wurde von einer Mitarbeiterin der Agentur mit einigen wenigen Bleisiftkritzeleien versehen), die Erstellung eines Exposés und die Zusage, man werde sich nach einem Verlag für mein Buch umsehen (ich bekam einen Vertrag darüber), kostete mich circa 1.600 Euro.

Dann wartete ich. Seit Sommer 1997. Es geschah nichts. A.P. meldete sich nicht bei mir – und wenn man sich bei ihm meldete, dann hieß es, er sei nicht da.

1999 hatte ich meinen Mann geheiratet, mein Sohn war geboren, ich war umgezogen – und wir bekamen Internet-Anschluss. Im Laufe der Monate recherchierte ich im Netz, was über A.P. zum damaligen Zeitpunkt drinstand und geriet in Diskussionsforen, in denen sich Autoren austauschten. Hier erfuhr ich auch im Jahre 2000, dass mich A.P. tatsächlich gelinkt hatte.

Auch weitere A.P.-Geschädigte waren in diesen Foren zu finden. Wir verbreiteten in diesen Foren unsere Erfahrungen mit dem Literaturagenten A.P. (er kassiert von Autoren eine Menge Geld im voraus, danach liegen die Manuskripte in seiner Literaturagentur herum, da er sich nie mehr darum kümmert), und konnten so einige Leute davon überzeugen, ihr Manuskript nicht an A.P. zu senden beziehungsweise eine Zusammenarbeit mit ihm abzulehnen.

Das rief A. P. im Jahre 2000 auf den Plan, sich bei mir privat per E-Mail zu melden (über ein Forum bekam er meine E-Mail-Adresse – zum meinem Erstaunen – heraus). Er versuchte, sich zu verteidigen, und schrieb, dass es in einer Literaturagentur sehr viel zu tun gäbe. Ich glaubte ihm nicht.

Er lud mich ein, seine Literaturagentur zu besuchen. Danach stand mir allerdings nicht der Sinn – warum sollte ich mir eine Literaturagentur, die nur kassiert, aber keine Leistung bringt, ansehen? Ich wollte mein Geld zurückhaben!

Mein Mann beschäftigte sich schließlich mit dieser Angelegenheit – und wir kündigten den Vertrag zwischen A.P. und mir mit Einschreiben. Mein Manuskript bekam ich wieder, meine 1.600 Euro habe ich nie wiedergesehen. Wir haben uns überlegt, ob wir einen Anwalt einschalten sollen – aber hier wären die Kosten für uns höher als der Streitwert gewesen – und das konnten und können wir uns nicht leisten.

Dagegen habe ich für eine Dame, die 2003 gerichtlich gegen A.P. vorging, eine Zeugenaussage geschrieben. Ihr Vater hatte ein Buch geschrieben und mit A.P. einen Vertrag geschlossen. Nun wollte sie das Geld, das ihr Vater an A.P. bezahlt hatte, wieder haben. Dazu hatte sie einen Anwalt für Medienrecht beauftragt, der sechs Zeugenaussagen von A.P.-Geschädigten benötigte (sie fand all diese Leute über das Internet) – und mit Hilfe dieser Aussagen wurde A.P. tatsächlich schuldig gesprochen. Ob sie das Geld, um das sie gekämpft hatte, bekam, weiß ich nicht. Möglich ist, dass A.P. nach dem Urteil einen Offenbarungseid abgelegt hat, was bedeutet, dass er nicht zahlen kann.

Nicht nur ich habe viel Geld an A.P. bezahlt – viele andere Leute auch. 1997 war das Internet gerade im Kommen, es gab kaum Erfahrungsberichte. Heute ist das Internet voller Beschwerden und negativer Erfahrungsberichte über A.P., den Literaturagenten, der von einer süddeutschen Metropole in eine deutsche Metropole im Norden zog (weil seine Literaturagentur in der süddeutschen Metropole pleite machte, was mich doch sehr mit Schadenfreude erfüllt). Auch etliche Zeitungen und Magazine haben schon über ihn und seine Praktiken berichtet. A.P. wurde schon mehrfach rechtskräftig verurteilt, schon viele Autoren (denen er im Schnitt 1.600 bis 6.000 Euro abknöpfte mit dem Versprechen, er werde für ihr Buch einen Verlag finden) haben versucht, gerichtlich das Geld wieder zu bekommen, das er ihnen dafür, dass er keine Leistung erbrachte, abknöpfte.

Da die Berufsbezeichnung „Literaturagent“ nicht geschützt ist, ist A.P. immer noch als solcher tätig und immer noch sucht er Autoren. Er hat kein Unrechtsbewusstsein.

Seit diesen Erfahrungen hege ich ein großes Misstrauen gegenüber Literaturagenten/Literaturagenturen. Sicherlich gibt es in diesem Metier auch ehrliche Leute – ich bin aber nicht mehr interessiert, Literaturagenten zu testen. Denn A.P. hatte ja auch einige gute Referenzen – auf die ich und andere „Schreiberlinge“ hereingefallen sind. Und genau diese Ereignisse habe ich auch meiner Bekannten erzählt, von der ich bereits am Anfang des Berichtes schrieb.

Hätte es allerdings das Buch „Literaturagentur“, über das ich gerade berichte, 1997 schon gegeben, hätte ich erst gar nicht mit A.P. Kontakt aufgenommen. Die Autoren stellen klar dar, wie sich eine seriöse Literaturagentur von einer unseriösen unterscheidet. Diese Informationen hätten mir 1997 wirklich weitergeholfen.

Mein Fazit

Wer den Bericht gelesen hat, weiß, dass ich nach meinen Erfahrungen mit einem unseriösen Literaturagenten nicht unvoreingenommen an die Lektüre des Buches „Literaturagentur“ gehen konnte.

Das Buch selbst finde ich gut und ansprechend geschrieben. Es ist leicht lesbar, gut erklärt – und nicht nur für Autoren geeignet, die die Absicht haben, mit einer Literaturagentur zusammenzuarbeiten. Es ist für alle Autoren geeignet, die sich noch nicht gut im Buchgeschäft – also im Miteinander zwischen Autoren und Verlagen – auskennen.

Gut finde ich, dass das Thema „Literaturagent/Literaturagentur“ den Lesern nicht aufgedrängt wird. Es wird aufgezeigt, was ein Literaturagent ist, was er für die Autoren und Verlage bewirken kann – aber es ist jedem Leser auch freigestellt, sich gegen die Zusammenarbeit mit einer Literaturagentur zu entscheiden und auf eigene Faust einen Verlag zu finden. Wie man das am besten tun kann, erklärt dieses Buch auch.

Eine Kritik habe ich noch anzubringen. Ich finde es schade, dass die Autoren alle in derselben Literaturagentur arbeiten. Ich fände es besser, wenn die Autoren aus verschiedenen Literaturagenturen kämen und miteinander dieses Buch verfasst hätten.

Deshalb ziehe ich einen Stern ab – bleibe aber bei vier Sternen und einer Leseempfehlung für das Buch „Literaturagentur. Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Autor – Agent – Verlag“ aus dem Autorenhaus-Verlag.

Wer mich fragt, wie man am besten einen seriösen Verlag für sein Buchmanuskript findet, so muss ich zugeben, dass ich das bis heute noch nicht genau weiß, auch wenn ich schon intensive Recherchen über den Buchmarkt angestellt habe. Ich habe allerdings schon oft festgestellt, dass viele Verlage gern bereit sind, Bücher, die von Prominenten und bekannten Leuten (es gibt auch Leute, die plötzlich beispielsweise durch Fernsehshows oder dramatische Ereignisse einen großen Bekanntheitsgrad erreichen) geschrieben wurden, zu veröffentlichen.

Wer die Absicht hat, einen Literaturagenten/eine Literaturagentur für ihr/sein Buchprojekt zu gewinnen, der sollte vorher im Internet den Namen der Agenten, die sie/er kontaktieren will, eingeben. Vielleicht hat irgendjemand im Netz ihre/seine Erfahrungen mit solchen Leuten im Netz veröffentlicht. Genau diesen Rat habe ich auch meiner Bekannten gegeben, die mit dem Gedanken spielt, sich an eine Literaturagentur zu wenden.

Ich will niemandem abraten, sich mit einer Literaturagentur in Verbindung zu setzen. Jede Autorin/jeder Autorin muss das für sich selbst entscheiden. Das hier besprochene Buch bietet hier auf jeden Fall nützliche Informationen und Denkanstöße.

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