• Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: RM Buch und Medien, Lizenzausgabe
  • Preis: gebunden nur noch gebraucht verfügbar, Taschenbuch 8,90€

Klappentext: Die Flucht der Trakehner, der edlen Pferde aus Ostpreußen, in verschiedenen Trecks nach Westen ist legendär. Sie fand unter katastrophalen Umständen erst im letzten Moment vor dem Einmarsch der Roten Armee statt. Dass dabei nicht alle Pferde umgekommen sind, ist ihrer eigenen Zähigkeit und der Zähigkeit der Menschen zu verdanken.
Pferde retteten auch Menschenleben. Patricia Clough hat gründlich recherchiert, Zeitzeugen befragt und daraus eine sehr lebendige und anschauliche Erzählung gemacht. Ein spannendes Buch, in dem nebenbei viel Historisches und Zeithistorisches vermittelt wird.

„In langer Reihe über das Haff“ ist vom Thema her ein – zumindest für Pferdefans – spannendes Buch. Zu Beginn las es sich allerdings erst einmal ziemlich schwer, da ein kurzer geschichtlicher Abriß über die Zeit gegeben wurde, in dem viele Namen genannt wurden, die man sich meiner Meinung nach nicht alle sofort mit ihrem jeweiligen Zusammenhang merken kann.
Danach gibt es dann eine wie ich finde gelungene Beschreibung der Orte, an denen die Trakehner zur damaligen Zeit gezüchtet wurden, interessant fand ich daran u.a. daß es farblich sortierte Herden gab und daß die Nachzucht von Stuten in Privatbesitz eine andere offizielle Rassebezeichnung hatten. Man bekommt auch ein gutes Bild davon, wie robust Pferde damals gewesen sind, denn schon vor der Flucht war bei den Stuten in Privatbesitz üblicherweise Feldarbeit an der Tagesordnung. Im Rahmen der einzigen beteiligten Höfe lernt man auch ein bißchen die zugehörigen Familien kennen.
Etwas Spannung bietet das Buch, als langsam klar wird, daß der Krieg immer näher rückt. Aus heutiger Sicht unglaublich finde ich, daß den Einwohnern damals schlichtweg verboten wurde, zu fliehen. Einige wenige konnten ihre Kinder zu Verwandten schicken, aber die meisten mussten auf eine offizielle Erlaubnis warten, ihren Hof verlassen zu dürfen. Da selbst die Planung einer Flucht verboten war, ist es interessant zu lesen, wie die Betroffenen dennoch heimliche Vorbereitungen getroffen haben.
Bei der Schilderung der Flucht springt die Autorin leider sehr schnell von einer Gruppe zur nächsten. Allgemein sind die einzelnen Abschnitte zu den jeweiligen Familien/Höfen immer recht kurz – zumindest mir fehlt selbst jetzt nach dem Lesen des Buches noch der Überblick. Als Ganzes gesehen bekommt man dennoch einen Eindruck davon, wie schrecklich die Geschehnisse waren und welche Schwierigkeiten es auch nach dem Krieg noch gab.
Schließlich wird auch noch beschrieben, wie die Trakehnerzucht nach dem Krieg trotz der weit verstreuten und nur noch wenigen Pferde erhalten blieb – für die damaligen Zeiten auf jeden Fall etwas besonderes. Und es wird klar, daß ohne die wenigen, denen der Fortbestand der Trakehner (die ihnen das Leben gerettet haben – zu Fuß wäre eine Flucht aussichtslos gewesen) wichtig genug war UND die die entsprechenden Möglichkeiten hatten, etwas zu tun die Trakehner heute nicht mehr existieren würden.
Anschließend folgt noch ein ziemlich langer Teil mit Danksagungen – in dem ich mit Staunen gelesen habe, daß gar nicht von allen Zeitzeugen die Informationen den Weg ins Buch gefunden haben. Wobei mich mehr erstaunt hat, daß dies damit begründet wurde, daß das den Rahmen sprengen würde – aber so dick ist das Buch nun wirklich nicht!
Mein Fazit: Das Buch gibt einen ganz guten Überblick, aber es fehlt irgendwie etwas, das den Leser durch das Buch führt. Die vielen Wechsel machen das Buch anstrengend und lassen die durchaus oft zusammengehörenden Details zu Stückwerk werden.

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