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  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Fischer
  • ISBN: 978-3-596-19102-4
  • Preis: 9,99€

Klappentext: »Sie konnte nicht einordnen, was diese Schwärze zu bedeuten hatte. Aber sie war überall. Und es gab keinen Ausweg.«
Köln wird durch eine Reihe fürchterlicher Verbrechen erschüttert. Jemand entführt mehrere Frauen und begräbt sie bei lebendigem Leib. Der Täter spielt der Polizei Hinweise zu, doch wenn ein Grab gefunden wird, ist die Frau darin bereits tot. Erstickt.
Zur gleichen Zeit hat Eva, eine erfolgreiche Geschäftsfrau Mitte 30, einen immer wiederkehrenden Traum. Sie wacht in einem Sarg auf. Gefangen, hilflos, panisch. Sie weiß nicht, wie sie in den Sarg hineingekommen ist, und später nicht mehr, wie sie ihn wieder verlassen hat. Doch irgendwann ist es vorbei, sie ist frei, liegt in ihrem Bett. Und bemerkt die Blutergüsse und Kratzspuren an Händen, Armen und Beinen …

Hier habe ich mal wieder einen Thriller ganz nach meinem Geschmack gefunden – und sehe im Nachhinein auch ein paar Parallelen zu „Der Trakt“. Und auch wenn ich die Auflösung zwischendurch ein paar mal geahnt habe, habe ich mich dennoch wieder von dieser Spur weglocken lassen.
Arno Strobel zeigt auch in „Der Sarg“ wieder, wie perfekt er seine Leser in die Irre führen kann. Als Leser gibt es vieles, worüber man automatisch rätselt – schon gleich zu Beginn die große Frage: Ist die Situation im Sarg echt oder ein Traum? Und die Spekulationen werden bis zur Auflösung nicht weniger, sondern mehr: Die Verletzungen sind echt, die bewusst gesammelten „Beweise“ dann beim Aufwachen aber verschwunden… Genauso werden viele Spuren gelegt, bei denen jeder sich mal mehr und mal weniger verdächtig macht, viele ein Motiv hätten – und am Ende kommt’s dann doch immer wieder anders.
Geschrieben ist dieser Thriller auch wieder so, daß man das Buch zwischendurch kaum weglegen möchte und jede Sekunde nutzt, um herauszufinden, wie es weitergeht und was denn nun dahinter steckt. Der Leser wird zu Beginn mit so vielen offenen Fragen beschäftigt, daß sicher auch hier und da mancher versteckte Hinweis nicht als solcher gesehen wird, im späteren Verlauf dann aber plötzlich einen Sinn ergibt. Den Ermittlern geht es interessanterweise genauso – an den Panikraum habe ich die ganze Zeit über mehrfach gedacht, daß diese Spur nicht eher weiterverfolgt wurde, fand ich ein bißchen seltsam, aber man kann ja nicht allen Spuren auf einmal hinterhergehen. Und als Leser hat man ja zusätzlich einen noch besseren Überblick, da man viel besser weiß, was Eva erlebt hat und was sie beschäftigt.
Mir hat „Der Sarg“ neben der toll aufgebauten Spannung auch irgendwie „Spaß“ gemacht – den einzelnen Spuren hinterherdenken und sich dann doch auf dem falschen Weg wiederfinden und die eigenen Theorien über den Haufen werfen und sich neue ausdenken mag ich 😉 Und trotz daß man auch von der richtigen Spur immer wieder mal weggelotst wird, ist die Lösung am Ende trotzdem schlüssig, was ich persönlich auch wichtig finde.

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