• Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Fischer
  • ISBN: 978-3-596-51260-7
  • Preis: 11,00€

Klappentext: Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010
Körperlich unversehrt, aber ohne Erinnerung erwacht Jenna aus dem Koma. Verzweifelt versucht sie herauszufinden, wer sie einmal war. Denn der Mensch, als den ihre Eltern sie beschreiben, bleibt ihr fremd. Die Wahrheit, der sie schließlich Stück für Stück auf die Spur kommt, ist ungeheuerlich: Jenna hatte einen furchtbaren Unfall – und ihre Eltern haben alles medizinisch Mögliche getan, um sie am Leben zu erhalten. Doch ist sie wirklich noch dieselbe?

Ich fand die Handlung sehr spannend aufgemacht. Als Leser ist man selbst die ganze Zeit genauso ahnungslos wie Jenna und kann ihre Verwirrung sehr gut nachfühlen. An ihrer Situation ist so vieles, was einem komisch und seltsam vorkommen muß. Interessant finde ich, daß Jenna zwar ab und zu Wörter nicht kennt und nachschlagen muß und auch ihre eigene Vergangenheit nur langsam zurück kommt, aber daß da was faul ist, merkt sie die ganze Zeit doch sehr deutlich. Die (aus Sicht ihrer Eltern notwendigen?) Manipulationen vor allem an Jennas Erinnerungen und Wissensschatz passen da irgendwie ein klein wenig nicht zu den Problemen, die Bedeutung von z.B. Gefühlen bezeichnenden Wörtern auf einmal „verlernt“ zu haben.
Eine interessante Person ist auch die Großmutter, die Jenna anfangs sehr deutlich spüren lässt, daß sie mit ihr nichts zu tun haben will – was Jenna weiter verwirrt, da in den langsam zurückkehrenden Erinnerungen das Gegenteil der Fall war. Insgesamt werden sehr viele Fragen aufgeworfen, über die sicher nicht nur Jugendliche interessieren und zu Diskussionen anregen. Sehr vieles ist medizinisch heute noch nicht möglich, aber dieses Buch regt dazu an, einmal darüber nachzudenken, was denn wäre, wenn man z.B. selbst nach allerschwersten Unfällen noch Leben retten könnte – und dieses dann auch noch eine höhere Lebenserwartung hat oder nicht altern würde? Was für Folgen wären noch denkbar, und wofür würde man sich selbst entscheiden – sei es für sich selbst oder nahe Angehörige? Solche Fragen werden leider im Buch nur angeschnitten, selten gibt es mal 2 kontroverse Standpunkte, die auch mal aufeinandertreffen. Vom Ende war ich dann auch fast noch etwas enttäuscht – erst herrschte noch die Angst, nicht mehr als menschliches Geschöpf zu gelten und damit aus politischer Sicht in Gefahr zu sein und sich versteckt halt zu müssen und plötzlich ist Zukunft und alles normal und friedlich… Das war mir ein zu großer Sprung und ich hätte da gerne auch ein wenig darüber gelesen, wie Jenna den Weg in die ungefährdete Öffentlichkeit und das Thema an sich so viel Normalität gewonnen hat – und wie die „Bedingungen“, die für alle späteren „festgelegt“ wurden, entstanden sind.
Wie ich inzwischen gesehen habe, gibt es ein Nachfolgebuch, in dem die Handlung mit einem Freund von Jenna wieder aufgegriffen wird, der auch mit beim Unfall war. Das kommt auf jeden Fall mal auf meine Wunschliste, denn das Thema ist spannend 🙂

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