Am Montag, 06.05.2013 hatte ich einen Arzttermin. Ich war um 17.30 Uhr bestellt und verließ die Arztpraxis um 21.15 Uhr.

 Während der Wartezeit konnte ich folgendes Buch zu Ende lesen:

 Auf Männerfang

 33 verrückte, halsbrecherische und ambitionierte Versuche, den Mann fürs Leben zu finden – Ein Selbstversuch

 Autorin: Christiane Hagn

Seitenzahl: 296 Seiten

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf

ISBN-Nummer: 978-3862650156

Erscheinungsdatum in Deutschland: 1. März 2011

 Das Buch ist als Taschenbuch erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 9,95 Euro.

 Mir wurde das Buch zum Lesen ausgeliehen.

Über Christiane Hagn

 Christiane Hagn ist Jahrgang 1980 und stammt aus Ingolstadt. Nach ihrem Abitur ging sie unter anderem nach Ecuador, um Bäume zu pflanzen. Außerdem studierte sie Theater-und Medienwissenschaften, Psychologie und Spanisch.

 Die Autorin lebt und arbeitet in Berlin. Von ihr sind einige Bücher erschienen – unter anderem „Mein Herz ist ein Idiot“ und „Glück to go“.

Leseprobe

 Eine Leseprobe gibt es direkt auf der Homepage des Verlags Schwarzkopf & Schwarzkopf unter folgendem Link:

 http://www.schwarzkopf-verlag.net/auf-maumlnnerfang.html

Die Handlung des Buches: Christiane Hagn begibt sich auf Männersuche

 Als Christiane Hagn beschließt, einen Selbstversuch zu starten, um den „Mann fürs Leben“ zu finden, ist sie 29 Jahre alt und wieder einmal Single. Sie hat einige gescheiterte Beziehungen hinter sich.

 Ihr letzter Lover ließ ihr lediglich einen Werkzeugkasten und eine Notiz mit den Worten „Tut mir Leid, Häschen“ zurück.

 Christiane nimmt es von der humorvollen Seite. Einen Werkzeugkasten besaß sie bisher noch nicht – und man kann immer einen gebrauchen. Nun gilt es, nach vorne zu schauen und sich gezielt auf die Suche nach einem Mann, der zu ihr passt, zu machen.

 Christiane beschließt, die Suche nach einem bestimmten System vorzunehmen. Sie will Männer bei bestimmten Gelegenheiten und an bestimmten Orten treffen.

 Vor diesem Selbstversuch stellt sie einige Regeln auf. Ich nenne einige davon:

1. Der Mann fürs Leben sollte ihr gefallen. Er muss nicht schön sein.

2. Er sollte größer sein als sie.

3. Er darf nicht oder nicht wieder bei seinen Eltern wohnen.

 Sollte ein Mann interessant sein, gelten weitere Verhaltensregeln, von denen ich einige nenne:

1. Kein Sex in der ersten Nacht!

2. Er sollte sie zuerst wieder anrufen.

3. Verheiratete Männer sind für sie tabu.

4. Der Altersunterschied zwischen ihm und ihr darf nicht größer sein als 12 Jahre.

Christiane hat den Selbstversuch durchgezogen und sich ihre Versuche notiert. Herausgekommen sind 33 Kapitel, in denen sie berichtet, was sie unternommen hat, um einen Mann zu finden. Am Schluss jedes Kapitels hat sie für sich eine persönliche Quintessenz unter dem Titel „Was ich gelernt habe“ gezogen.

Ein humorvolles Buch, interessant geschrieben – oder: meine Lese-Erfahrung

 Christiane Hagn erzählt in der Ich-Form ihre Erlebnisse auf Partys, beim Abitur-Treffen, bei einem Speed-Dating, bei Treffen mit Leuten, die sie übers Internet kennen gelernt hat und so weiter. Alles ist sehr flott und mit einer Prise Humor geschrieben, so dass es mir Spaß machte, das Buch zu lesen, und ich oft lachen musste.

 Eine Einlesezeit brauchte ich nicht – das Buch war also schon während der ersten Seiten sehr interessant – und blieb für mich auch mitreißend und kurzweilig.

Meine acht „Lieblings-Versuche“ in dem Buch stelle ich kurz vor:

 1) Geld oder Liebe (erster Versuch, ab Seite 23)

 Christiane geht mit einer Freundin auf eine Party. Dort begegnet sie einigen flotten Single-Männern.

 Meine Meinung: Hier gefielen mir die Stimmung auf der Party und die Dialoge besonders gut.

2) Der letzte Held (zweiter Versuch, ab Seite 33)

 Christiane gibt ihre Daten in eine kostenlose Internet-Partnerbörse ein. In Windeseile bekommt sie Anfragen von Männern. Sofort erkennt sie, wer nur oberflächlich geantwortet hat. Ein Mann jedoch stellt sich als interessant heraus. Es kommt zu einem Treffen…

 Meine Meinung: Ich wollte immer schon mal wissen, wie es ist, wenn man jemanden trifft, den man über eine Partnerbörse im Internet kennen gelernt hat. Deswegen fand ich auch dieses Kapitel besonders spannend.

3) Der Schwiegersohn (vierter Versuch, ab Seite 51)

 Christiane ist seit längerer Zeit wieder zu Besuch bei ihren Eltern. Diese laden Personen ein, die Christiane noch aus Kindertagen kennt, aber schon lange aus den Augen verloren hat. Hans ist einer von ihnen, er schaut wirklich gut aus…

 Meine Meinung: Wenn Eltern versuchen, ihre Kinder unter die Haube zu bringen, hat das immer einen etwas negativen Touch. Diese Geschichte jedoch hat ein überaus beschwingtes Ende.

4) Steht SM für „Suche Mann?“ (sechster Versuch, ab Seite 65)

 Durch den Facebook-Veranstaltungskalender gerät Christiane auf eine Vernissage in einer SM-Bar (Sado-Maso-Bar). Was sie da sieht, befremdet sie. Vielleicht hätte sie lieber ein Theaterstück, aufgeführt von Gehörlosen, besuchen sollen.

 Meine Meinung: Ich wusste gar nicht, dass es solche Bars gibt und was man da sehen kann. Jetzt weiß ich es. Ja, man lernt nie aus!

5) Sportfreunde Stiller – oder „Tage wie dieser“ (neunter Versuch, ab Seite 93)

 Sven, ein Ex-Freund von Christiane, meldet sich wieder. Anlässlich einer Modeausstellung ist er in Berlin und will Christiane wieder treffen. Sie könnte ihn auf die Messe begleiten.

 Das tut sie auch und es wird ein entspannter, aber auch chaotischer Abend. Beispielsweise wird Svens Auto abgeschleppt.

 Meine Meinung: Für mich ist das ein überaus witzig geschriebenes Kapitel. Besonders gerne las ich es, wenn Sven Christiane „Spatzl“ nannte.

6) Plötzlich verliebt (13. Versuch, ab Seite 123)

 Bei einem Essen mit Freundinnen in einem Restaurant verliebt sich Christiane spontan in einen Mann am Nebentisch. Es gelingt ihr, ihn kennen zu lernen. Er ist Discjockey, gebürtig aus einem anderen Land.

 Euphorisch stellt sie sich vor, wie es wäre, wenn sie ihn heiratet. Allerdings kommt es anders…

 Meine Meinung: Auch ein überaus witzig geschriebenes Kapitel. Viele Ausländer sind nur wenige Wochen in Deutschland – da bleibt nicht Zeit genug, sich näher kennen zu lernen. Allerdings geschieht in dem Kapitel Überraschendes…

7) Abenteuer Nordsee (19. Versuch, ab Seite 169)

 Christiane wird von ihrer Freundin Moni zu einer Party auf einem Bauernhof eingeladen. „Wir werden feiern, trinken, tanzen und knutschen“ – mit diesem Satz wird die Party schmackhaft gemacht. Und so fährt Christiane mit dem Zug an die Nordsee. Auf die Party kommt auch ein Junggeselle, den alle „Bumso“ nennen.

 Meine Meinung: „Bumso“ – was für ein merkwürdiger Name! Das findet nicht nur Christiane, sondern auch ich als Leserin. Auch sonst ist das Kapitel durchaus charmant geschrieben und gibt einige Gespräche wieder, die Christiane mit anderen anwesenden Partygästen führt.

8) Auf Speed 1 (21. Versuch, ab Seite 191)

 Christiane begibt sich auf zwei „Speed-Datings“. Während des ersten Speed-Datings lenken Männer, jeweils einen „Trabi“ (mit „Trabi“ meine ich den Trabanten, ein Kultauto aus der ehemaligen DDR). Frauen sind ihre Beifahrer – wobei jede Frau nach einigen Minuten in einen anderen Trabi mit einem anderen Fahrer einsteigen muss.

 Ein zweites Speed-Dating findet in einer Bar statt. Christiane unterhält sich jeweils einige Minuten mit verschiedenen Männern. Auch hier wechselt man die Gesprächspartner nach einigen Minuten.

 Meine Meinung: Von Speed-Datings in Bars hatte ich schon gehört, aber diese Trabi-Fahrten waren neu für mich. Das ganze Kapitel liest sich locker, unterhaltsam und informativ – und die Art und Weise, wie Christiane das Erlebte, „Unterhaltungsbrocken“ mit diversen Männern und ihre Gedanken und Meinung zu dieser Art der Partnerfindung mitteilt, finde ich äußerst gelungen.

Meine zusammenfassende Meinung und mein Fazit zu diesem Buch

 Der Grund, dieses Buch zu lesen, war keine Partnersuche. Ich bin seit 15 Jahren in einer guten festen Beziehung.

 Aber das Buch hat mich interessiert – und als es als Wanderbuch in einer Yahoogroup angeboten wurde, habe ich mich als Leserin eingetragen. Ich habe einiges durch das Buch gelernt. Fragen wie „Welche Möglichkeiten habe ich heutzutage, einen Partner zu finden, wenn ich einen suche“ werden hier gut beantwortet. Dem Partnersuchenden werden Anregungen gegeben – und für Leute, die keine Partner suchen, ist das Buch kurzweilige und gut geschriebene Lektüre.

 Als Ratgeber für Partnersuchende würde ich das Buch also nicht sehen. Aber ich denke, ein Ratgeber will das Buch auch nicht sein.

 Die Lektüre finde ich nicht nur für Frauen geeignet – auch Männer werden hier erfahren, wie Frauen „ticken“. Männer können hier Ideen bekommen, was sie an sich selbst verändern könnten, um für eine Frau als möglicher Partner in Frage zu kommen.

 Das Buch lässt sich schnell und zügig lesen – nicht nur während der Wartezeit vor Arztbesuchen. Ich habe mit der Lektüre des Buches am 6. Mai die Wartezeit vor einem kleinen operativen Eingriff angenehm vertreiben können. Und dass ich bei dieser Ärztin immer lange warten muss, wusste ich – deswegen nehme ich dorthin immer ein Buch zum Lesen mit.

 Von mir bekommt „Auf Männerfang“ von Christiane Hagn alle 5 Sterne (die ich vergeben kann), weil es amüsant, informativ und kurzweilig geschrieben ist.

 P.S.: Diese Rezension habe ich bereits bei Ciao.de unter meinem dortigen Nicknamen „Sydneysider47“ veröffentlicht.

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