Kürzlich habe ich folgendes Buch gelesen, das schon lange bei mir auf dem „Noch-Zu-Lesen-Stapel“ wartete:

 Mondscheintarif

 Autorin: Ildikó von Kürthy

Seitenzahl: 142

Verlag: Rowohlt-Taschenbuchverlag

Erscheinungsdatum in Deutschland: 1. September 1999

ISBN-Nummer: 978-3499226373

 Ich habe das Buch als Sonderausgabe, die zwei Bücher enthält, vor einigen Jahren für ca. 13 Euro gekauft.

 Über Ildikó von Kürthy

 Ildikó von Kürthy, Jahrgang 1968, arbeitete als Redakteurin bei der Zeitschrift „Stern“, bevor sie mit ihren Büchern ein großes Publikum erobern konnte.

 Aus ihrer Feder stammen auch Bücher, wie „Freizeichen“, „Endlich!“ und „Höhenrausch“. Das Buch „Mondscheintarif“ wurde sogar verfilmt.

 Unterdessen lebt die Autorin als freiberufliche Journalistin und Autorin in Hamburg. Sie hat zwei Kinder.

 Ihr neuestes Werk „Unter dem Herzen: Ansichten einer neugeborenen Mutter“ (2012) steht momentan in den Bestsellerlisten.

Leseprobe

 Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link:

 http://www.amazon.de/Mondscheintarif-Ildik%C3%B3-von-K%C3%BCrthy/dp/3499226375/ref=la_B001K6RTDO_1_3?ie=UTF8&qid=1372072755&sr=1-3

Cora Hübsch träumt von Dr. med. Daniel Hofmann oder: die Handlung

 Cora Hübsch ist 33 Jahre jung und auf der Suche nach dem Mann fürs Leben.

 Eines Abends stolziert sie mit ihrer besten Freundin Johanna – abgekürzt Jo – zu einem Event, bei dem namhafte Schauspieler anwesend sein werden und es eine Preisverleihung gibt.

 Nach einem Toilettengang wird Cora von sozialen Wallungen erfasst und beschließt, die „Klo-Frau“ (eine Dame, die für die Toiletten zuständig ist) mit einer Auswahl erlesener Speisen vom Büffet zu beglücken. Als sie jedoch versucht, den Teller mit Leckereien (Hummer zum Beispiel) in die Toilette zu balancieren, wird sie abrupt von Dr. Daniel Hofmann, der eine ausholende Armbewegung macht, von diesem Teller „befreit“. Der Inhalt fliegt in den Toilettenraum – und Cora findet sich, auf Dr. Daniel Hofmann liegend, auf dem Boden wieder.

 Von nun an ist es um sie geschehen. Dieser Arzt muss es sein – oder keiner! Einige Tage später trifft sie – rein zufällig – Dr. Daniel Hofmann wieder, diesmal in seiner Praxis. Sie lässt es sich nicht nehmen, eine Telefonnummer auf seinen Rezeptblock zu schreiben. Von nun an wartet sie auf seinen Anruf. Ihr Anrufbeantworter zieht sie magisch an. Blinkt er oder blinkt er nicht?

 Dumm nur, dass sie auf dem Rezeptblock nicht ihre Nummer notiert hat, sondern vor lauter Aufregung die ihrer Freundin Jo…

Sind Frauen tatsächlich so dumm wie Cora? – Oder: meine Leseerfahrung

 Cora Hübsch ist – meiner Meinung nach – strohdumm. Zwar sieht sie hübsch aus, aber Schönheit ist eben nicht alles. Cora hat wirklich wenig Verstand. Ihr Leben dreht sich um Männer, schicke Kleider, ihren Anrufbeantworter, Sex und ab und zu mal einige Soaps oder Reality Shows im Fernsehen.

 Schon die Szene, als sie mit dem Teller voller Leckereien mit Dr. Daniel Hofmann zusammenrempelt, finde ich total unrealistisch. Hier ist mir zuviel gestellt, zuviel konstruiert. Und später frage ich mich: wie kann eine Frau nur so blöd sein, die Telefonnummer ihrer Freundin auf den Rezeptblock des „Arztes ihres Herzens“ zu schmieren? So viel Dummheit gibt es nur in Frauenromanen – in Wirklichkeit sind Frauen schlauer, sage ich!

 Cora Hübsch schreibt aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheit. Sie nervt die Leserinnen nicht nur mit ihren Sehnsüchten nach Dr. Daniel Hofmann, sondern auch Beschreibungen darüber, wie sie sich epiliert, wie sie ihre Kleider optimal trägt, wie und ob und wann sie Dr. Daniel Hofmann anrufen soll oder lieber nicht und weiterem Schwachsinn.

 Zum Glück dauert das Buch nur 142 Seiten – es passiert nicht viel in dem Buch, lachen kann ich auch nicht drüber – sondern eher nur den Kopf schütteln über die Blödheit und Oberflächlichkeit der Hauptfigur. Wer das Vorurteil hegt, dass Frauen dumm seien, wird in diesem Buch zu seiner Zufriedenheit bedient werden!

 Das einzige, was ich an dem Buch gut finde, ist die Aufmachung. Hier finde ich nicht die typischen weißen Buchseiten mit schwarzer Schrift. Nein, die Seitenzahlen sind in einem schmucken Dunkelrosa gehalten, das auch immer wieder vorkommt, wenn ein neuer Abschnitt mit einer Uhrzeitangabe beginnt. Weiterhin erscheinen einige Schwarz-Weiß-Fotos, die ab und zu durch Rosa-Farbe „aufgepeppt“ werden. Das verleiht dem Buch einen gewissen Reiz – es macht Spaß, darin zu blättern. Vom Lesen allerdings rate ich dringend ab.

Fazit

 „Mondscheintarif“ ist ein locker, leicht zu lesender Frauenroman mit einer Hauptfigur, die ich  dumm und oberflächlich finde. In ihrem Leben passiert nicht viel – und auch nicht im Buch. Alles wirkt sehr aufgesetzt und sehr konstruiert.

 Man kann dieses Buch lesen, versäumt aber auch nichts, wenn man es bleiben lässt.

 Von mir gibt es zwei von fünf Sternen für die schöne Aufmachung des Buches und die Tatsache, dass das Buch nach 142 Seiten vorbei ist (was ich gut finde, länger könnte ich diesen Schwachsinn nicht ertragen).

 Eine Lese-/Kaufempfehlung spreche ich nicht aus.

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