Gerade habe ich folgenden Roman ausgelesen

 Klack

 Autor: Klaus Modick

Verlag: Kiepenhauer & Wisch

Erscheinungsdatum in Deutschland: 14. Februar 2013

ISBN-Nummer: 978-3462045154

 Das Buch ist als Hardcoverausgabe in Deutschland erschienen und kostet dort 17,99 Euro.

Über Klaus Modick

 Klaus Modick ist ein deutscher Schriftsteller, geboren 1951. Er studierte Germanistik, Geschichte und Pädagogik und promovierte anschließend.

 Der Autor war in verschiedenen Berufen tätig – beispielsweise als Lehrbeauftragter und Werbetexter. Seit 1984 arbeitet er als freier Schriftsteller und Übersetzer.

 Aus seiner Feder stammen einige Romane – unter anderem „Sunset“ (2010) und „Der kretische Gast“ (2003).

Leseprobe

 Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link:

 http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/leseprobe_klack.pdf

Ein Portrait der 1960er-Jahre – oder: die Handlung

 Markus findet alte Fotos auf dem Dachboden und erinnert sich zurück an die Anlässe, während derer sie geschossen wurden. Jedes Foto hat seine ganz eigene Geschichte – beginnend bei dem Ostermarkt, einem Jahrmarkt. Dort gewann Markus die Kamera „Agfa Clack“, mit der er von nun an Fotos schießt.

 Und so erlebt Markus die 1960er-Jahre – im Kreise seiner Eltern, seiner Schwester Hanna und der Oma, die sehr altmodische Ansichten hat. Sie ist beispielsweise misstrauisch gegenüber Italienern, denen sie nicht über den Weg traut und die sie als „Spaghettifresser“ bezeichnet.

 Die Familie im Westen und bekommen den Mauerbau mit und die Sturmflut in Hamburg.

 Markus besucht das Gymnasium, macht einen Tanzkurs mit und verliebt sich in Clarissa, die Tochter des Nachbarn Herrn Tinotti.

 Der Leser streift durch die 1960er-Jahre, so, wie sie Westdeutschland erlebte. Man kaufte sich einen Fernseher, man sah die „Tagesschau“ mit Karl-Heinz-Köpke – und die Eltern horteten Lebensmitteln in Dosen im Keller, um bei einem eventuellen Krieg nicht hungern zu müssen.

 Meine Leseerfahrungen

 Das Buch habe ich gerne erlesen. Die Idee, ein Foto zu erklären – was man also darauf sieht – und welche Gedanken Markus beim Anblick des Fotos durch den Kopf gehen, finde ich überaus gelungen.

 Der Autor hat eine sehr lebendige Erzählweise, die Bilder in meinem Kopf entstehen lassen. Markus ist ein Ich-Erzähler. Er erzählt in der Vergangenheit – und während ich das Buch lese, denke ich: „Ja, so war es, so war es damals wirklich.“ Denn einige Jahre der 1960er-Jahre habe ich selbst miterlebt. Allerdings die späten 1960er-Jahre, nicht die frühen, in denen ein Großteil des Buches spielt.

 Immer wieder gibt es humorvolle Momente – beispielsweise, wenn die Oma das Nachbarhaus als „Schandfleck“ bezeichnet oder der Anlass, warum Markus eine leere Weinflasche, die in einer C & A-Plastiktasche lag, fotografierte.

 Folgende Kapitel gefallen mir am besten:

 Kapitel 1:

Markus kauft ein Los in einer Losbude am „Ostermarkt“. Das Glück ist ihm hold – sein Los gewinnt, er darf sich einen Preis aus der Losbude aussuchen. Nach vielen Überlegungen wählt er einen Fotoapparat – die „Agfa Clack“. Und damit fotografiert er seine Schwester Hanna, die gar nicht darauf gefasst ist…

 Kapitel 2:

Schulenbergs sind die Nachbarn. Sie wohnen im „Schandfleck“. So bezeichnet Markus’ Oma das Nachbarhaus, das an einigen Stellen reparaturbedürftig ist. Eines Tages ziehen die Schulenbergs aus – das Wirtschaftswunder hat sie zu gewissem Wohlstand gebracht, und nun können sie sich eine bessere Bleibe leisten. Bevor sie gehen, schießt Markus noch ein Bild von ihnen…

 Kapitel 7:

Die Tinottis – Italiener – sind in den „Schandfleck“ gezogen. Markus hat sich in Clarissa verliebt und versucht, ihr Interesse zu gewinnen. Im Kino passiert es. Eigentlich will er „Die glorreichen Sieben“ sehen – aber dann trifft er Clarissa (15) mit ihrem jüngeren Bruder Enzo (11). Sie wollen „Pongo und Perdi“, einen Kinderfilm mit zwei Hunden, sehen. Spontan beschließt Markus, ebenfalls „Pongo und Perdi“ anzusehen und sich im Kino neben Clarissa zu setzen…

 Kapitel 11:

Markus geht auf einen Ball der Tanzschule. Dummerweise hat er keine Tanzpartnerin, denn Clarissa darf ihn nicht begleiten. Ihr Vater will es nicht.

Markus langweilt sich auf dem Ball, sieht all die tanzenden Paare und lässt sich von einem anderen Jungen zu einer Zigarette und Bier überreden. Das Rauchen und Trinken verleihen Markus Mut – er will auf die Tanzfläche und sich eine Tanzpartnerin suchen. Auf einmal entdeckt er Clarissa…

 Kapitel 14:

Herr Tinotti eröffnet seine Eisdiele in der Stadt, auch Clarissa bedient ab und an dort. Clarissa lädt Markus und seine drei Freunde zu einem Eis ihrer Wahl ein. Der weitere Verlauf des Kapitels ist eine Überraschung…

Mein Fazit

 Der Roman „Klack“ von Klaus Modick ist ein sehr unterhaltsamer Rückblick in die 1960er-Jahre in Westdeutschland. Im Vordergrund stehen der Jugendliche Markus und seine Liebe zu dem Nachbarsmädchen Clarissa. Aber auch politische Ereignisse, technische Neuerungen, Ansichten, die man in den 1960er-Jahren hatte, und vieles mehr erschaffen einen Eindruck über die „Wirtschaftswunderjahre“ und die Leute, die sie miterlebten.

 BildIch vergebe alle 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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