Unsere Bücherei hier am Ort mistet immer wieder mal aus. Das bedeutet: Bücher, die nicht  oft ausgeliehen werden, werden „ausgemustert“ und zu einem günstigen Preis verkauft. Mit diesen Einnahmen kauft die Bücherei neue, aktuellere Bücher für ihren Bestand.

 Über eine solche „Flohmarktaktion“ stieß ich auf folgendes Buch, für das ich 2 Euro bezahlt habe:

 Tausend Tage in der Toskana

 Eine Romanze mit Rezepten

 Autorin: Marlena de Blasi

Verlag: Eichborn

Seitenzahl: 265 Seiten

ISBN-Nummer: 3821857536

Erschienen in Deutschland im Juli 2005.

 Mir liegt die Hardcoverausgabe vor. Diese kostete in Deutschland kurz nach Erscheinen circa 16 Euro.

 Das Buch ist seit Oktober 2007 auch als Taschenbuch erhältlich, erschienen im Piper-Verlag, zu einem Neupreis von 8,95 Euro in Deutschland.

Über Marlena de Blasi

 Marlena de Blasi ist Amerikanerin, geboren 1956 in New York. In den USA arbeitete sie als Küchenchefin, Journalistin und Restaurantkritikerin. Sie ist verheiratet mit Fernando, einem Italiener.

 Sie ist Autorin zweier Kochbücher über die regionale italienische Küche. Mit ihrem Mann lebt sie heute in Orvieto (Umbrien, Italien). Gemeinsam veranstalten sie Feinschmeckerreisen durch die Toskana und Umbrien.

 Marlena de Blasi schrieb außerdem die Bücher »Tausend Tage in Venedig«, »Tausend Tage in Orvieto« und »Tausend Tage in Sizilien«.

Leseprobe

 Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man, wenn beim Internet-Großhändler Amazon.de auf die Seite geht, auf der das Taschenbuch angeboten wird. Klickt man auf „Blick ins Buch“, ist es möglich, einige Seiten des Buches zu lesen.

Marlena und Fernando ziehen in ein Dorf in der Toskana – oder: die Handlung

 Die Amerikanerin Marlena de Blasi schildert in diesem Buch ihre Zeit mit ihrem italienischen Ehemann Fernando in einem toskanischen Dorf. Nachdem die beiden eine Weile in Venedig gewohnt haben, bauen sie eine ehemalige Scheune zu einem Wohnhaus um.

 Weiterhin versuchen sie, sich mit den Dorfbewohnern anzufreunden. Marlena und Fernando lernen toskanische Gerichte kennen – beispielsweise „die Kirschen des Heiligen Geistes“ und „Castagnaccio“ (das ist ein Kuchen aus Kastanienmehl). Sie helfen bei der Weintrauben- und Olivenernte. Kurzum: sie machen Bekanntschaft mit dem ländlichen Leben in der Toskana – ein ruhiges Leben…

Dieses Leben ist mir beinahe zu ruhig – oder: meine Leseerfahrung

 Das Buch ist autobiographisch – also aus der Ich-Perspektive erzählt. Marlena de Blasi hat als Erzählzeit das Präsens – die Gegenwart – gewählt. Dadurch erscheinen ihre Beschreibungen für mich sehr lebensnah.

 Schon von Anfang an fasziniert mich die Sprache – fast lyrisch schon malt Marlena de Blasi mit Worten Landschaften, Dörfer und Gerichte, die sie und ihr Mann alleine oder gemeinsam mit einigen Dorfbewohnern verzehren. Ich kann mir besonders die Landschaften sehr gut vorstellen, da ich selbst schon die Toskana mehrfach besucht habe.

 Die Autorin gliedert ihr Buch in vier große Kapitel, die das Leben in der Toskana in verschiedenen Jahreszeiten beleuchten. Sie beginnt mit dem Sommer und endet im Frühling. Als Auflockerung finden die Leser immer wieder Rezepte. Man merkt beim Lesen, dass Marlena de Blasi sie selbst nachgekocht hat, denn sie gibt bei manchen Gerichten an, welchen Wein man dazu trinken kann.

 Diese Gerichte sind allerdings sehr aufwändig zuzubereiten, denn ich weiß beispielsweise nicht, wo man Kastanienmehl kaufen kann. Bei einem anderen Gericht steckt sie Bohnen in eine Flasche und vergräbt sie in der Asche an einer Feuerstelle. Aber: alternativ kann man diese Bohnen auch auf dem Herd in einem schweren Topf zwei Stunden lang schmoren lassen.

 Die Landschaftsbeschreibungen und Erlebnisse mit Fernando und den Einheimischen lesen sich eine Weile lang ganz angenehm. Die Lektüre entspannt. Allerdings passiert sonst nichts Besonderes in dem Buch – und so langweilt mich die Lektüre ab circa Seite 170. Einige Passagen überfliege ich dann nur noch, um das Buch endlich auszulesen.

 Die Leute in dem Buch essen und trinken sehr viel. Das macht mich nicht hungrig – aber es ödet mich irgendwann an, so viele Essensbeschreibungen zu lesen.

Mein Fazit

 „Tausend Tage in der Toskana“ ist ein autobiografisches Buch. Marlena de Blasi beschreibt hier das Leben in einem toskanischen Dorf. „Eine Romanze in Rezepten“ – das ist dieses Buch durchaus. Irgendwann wird das Buch langweilig, da zu wenig passiert.

 Die Rezepte will ich nicht nachkochen. Entweder sind die Zutaten zu ausgefallen – oder die Gerichte sind nicht interessant genug, um sie nachkochen zu müssen.

 Der lyrische Schreibstil in diesem Buch gefällt mir aber sehr gut.

 Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine Lese-/Kaufempfehlung.

 BildP.S.: Diese Rezension habe ich bereits auf der Verbraucherplattform Ciao.de veröffentlicht – unter meinem dortigen Nicknamen „Sydneysider47“.

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