Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Produktbild - eingestellt von Sydneysider47über vorablesen.de habe ich folgendes Buch bekommen:

Drei Frauen im R4

Autorin: Christine Weiner

Seitenzahl: 288 Seiten

Verlag: Marion von Schröder

Erscheinungsdatum in Deutschland: 9. August 2013

ISBN-Nummer: 978-3547711943

Das Buch ist als Paperbackausgabe im Buchhandel erhältlich und kostet in Deutschland 14,99 Euro.

Über die Autorin Christine Weiner

 Christine Weiner ist eine deutsche Autorin, Jahrgang 1960, die einem breiteren Publikum bisher durch Sachbuchveröffentlichungen bekannt wurde.

 Sie arbeitete schon in Kinderheimen, als Heiratsvermittlerin und beim SWR (Südwestrundfunk in Baden-Baden), bevor sie als Coach und Beraterin in Mannheim auf selbständiger Basis tätig wurde. Im Moment ist sie Projektleiterin für Mentorin an der Hochschule in Mannheim.

Leseprobe

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe gibt es unter folgendem Link:

http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/lp_weiner_drei_frauen.pdf

Drei Frauen wollen in einem alten Renault R4 nach Italien reisen – oder: Die Handlung

Nele, Trudi und Renate sind 50 Jahre alt und kennen sich schon seit Jugendzeiten. Auch nach der Schule sind die drei Freundinnen immer in Kontakt geblieben.

Zu ihrem 50. Geburtstag bekommen die drei ein außergewöhnliches Geschenk. Sie sollen in einem alten R 4 (Renault) nach Italien in die Region Emilia Romagna fahren, um zu sehen, ob Renates ehemaliger Liebhaber Maurizio aus Jugendtagen noch dort wohnt.

Bei dieser Urlaubsreise sind alle Hilfsmittel des modernen 21. Jahrhunderts tabu. Also: Handys, Scheckkarten und Navigationsgeräte dürfen die drei Frauen nicht mitnehmen. Dafür Konserven, Kaugummi und Kompottgläser mit blassen Kirschen, wie man sie in den 1980er-Jahren hatte. Auch Literatur der 1980er-Jahre haben sie dabei – beispielsweise „Der Tod des Märchenprinzen“ von Svende Merian und „Die Töchter Egalias“, ein Buch, in dem es um eine frauenbetonte Gesellschaft geht.

Trudi, Renate und Nele machen sich also auf die Reise mit dem R 4, den sie „Fuchur“ nennen („Fuchur“ hieß der Drache aus dem Buch „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende). Trudi ist die Ich-Erzählerin, sie hat eine gute Stelle als Projektmanagerin in einer Firma, ist mit Wolfgang verheiratet und kinderlos. Renate stammt aus einem Bauernhof, ist einmal geschieden und hat drei Kinder. Von Nele erfährt man eher wenig. Sie hat eine Tochter.

Alle drei Frauen tragen Latzhosen und T-Shirts, die in den 1980er-Jahren „in“ waren. Und zwei von ihnen fangen wieder an zu rauchen, auch im Auto, – so wie sie es in den 1980er-Jahren getan haben. Ihr Reisebudget ist stark begrenzt, mit 25 Euro pro Tag sollen sie zu dritt auskommen. 25 Euro deswegen – weil das umgerechnet 50 D-Mark sind. Mit 50 D-Mark konnten die drei Frauen in den 1980er-Jahren schon auskommen – wie sieht es aber in der Jetztzeit aus?

Im Auto läuft Musik von Kassetten in einem alten Kassettenrekorder – beispielsweise Musik von Georges Moustaki, Ulla Meinecke, John Denver. Bandsalat und ab und zu leiernde Musik sind natürlich vorprogrammiert, aber das ist zu verkraften, denn es weckt doch Erinnerungen an vergangene Zeiten.

Wenn drei Frauen alleine reisen, gibt es irgendwann Streit – so auch hier. So möchte Trudi nicht auf die modernen Hilfsmittel (Handy, Karten, Navigationsgeräte etc.) verzichten und gerne ihren Mann anrufen. Nele und Renate sehen das aber anders (Trudi soll gefälligst in eine Telefonzelle gehen, wenn sie eine findet) und gehen sogar soweit, Trudis Büstenhalter zu vernichten.

Noch schwieriger wird die Lage, als die drei einen Hund in die Schweiz mitnehmen sollen, der in Luzern offensichtlich von einer neuen Besitzerin in Empfang genommen werden wird…

“1980s reloaded“ – oder: meine Leseerfahrung

Ein Buch, in dem die 1980er-Jahre vorkommen – das interessierte mich sehr. Denn die 1980er-Jahre habe auch ich schon miterlebt. Beim Lesen werden bei mir Erinnerungen wach. Natürlich kenne ich Musikkassetten, ich hatte eine ganze Menge davon. Auch die „eingeweckten“ Kirschen im Weck-Glas, die immer ganz blass aussahen, sind mir durchaus ein Begriff – genauso wie diverse Aufkleber, wie „Atomkraft – nein danke!“, und Songs aus den 1980er-Jahren. Jedes Kapitel in diesem Roman trägt übrigens einen solchen Songtitel in der Überschrift, das finde ich originell.

Lesen lässt sich das Buch gut, es ist locker geschrieben. Frau Weiner hat ihren ganz eigenen Stil, und ich brauche Zeit, um mich daran zu gewöhnen. Als ich mich daran gewöhnt habe, liest sich das Buch leicht und schnell.

Oft finde ich jedoch, dass diese Frauen zu viel reden. Dadurch passiert weniger Handlung und die Lektüre zieht sich. So dauert es beispielsweise fast ein Kapitel, bis sie beratschlagt haben, wie sie als Sängerinnen auf den Straßen in Luzern auftreten sollen. Mir ist das zu langatmig.

Ich bin also der Meinung, dass dem Buch mehr Spannung gut getan hätte. Die Damen fahren mit ihrem R 4 durch die Gegend, es ist fast schon beschaulich – bis auf die immer wieder hitzigen Diskussionen, die die Drei führen. Ich finde es mutig, sich auf eine solche Reise zu begeben – ohne Handy, ohne Navigationsgerät, ohne Scheckkarte – damit aber mit Reiseführer-Büchern aus den 1980er-Jahren, deren Informationen schon längst überholt sind.

Trudi, die Ich-Erzählerin (sie erzählt die Ereignisse in der Vergangenheit), und Renate sind sehr dominant, sie kommen in der Handlung oft vor, während sich Nele eher im Hintergrund hält. Gibt es also Diskussionen, so kann es sein, dass diese zwischen Trudi und Renate stattfinden. Nele schlägt sich dann auf die Seite von Renate.

Die Damen sind auf dem Weg nach Italien – und ich hätte mir gewünscht, dass mehr über Italien in dem Buch vorkommt und weniger Schweiz.

Gut finde ich an dem Buch, dass die Frauen über sich nachdenken. Sympathisch sind sie alle, aber jede von ihnen hat auch ihre „Ecken und Kanten“, von denen einige während dieser Reise zutage treten. Manchmal verstehe ich das. Zum Beispiel wäre auch ich sauer, wenn man Kleidungsstücke, die mir gehören, verbrennt oder zerreißt.

Mein Fazit

„Drei Frauen im R4“ ist ein Frauenroman über Freundschaft, über Veränderungen, über Erinnerungen an die 1980er-Jahre.

An den Schreibstil und die Sprache der Autorin muss man sich gewöhnen. Ist man jedoch im Lesefluss drin, lässt sich das Buch schnell lesen und man fühlt sich gut unterhalten.

Allerdings hätten dem Buch mehr Spannung und weniger Geschwätz gut getan. Deswegen ziehe ich einen Stern ab – vergebe aber vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.

 P.S.: Meine Rezensionen erscheinen nicht nur in diesem Blog, sondern auch bei Ciao.de.  Außerdem poste ich Rezensionen bei vorablesen.de unter „adel69“ und bei Amazon unter „Irina Melbourne“. Bei weiteren Händlern und Rezensionsplattformen stelle ich ebenfalls Rezensionen ein.

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