Produktbild - eingestellt von Sydneysider47Eine Rezension auf der Verbraucherplattform „Ciao.de“ machte mich neugierig auf folgendes Buch, das ich vor einigen Tagen gelesen habe:

 Nennt mich nicht Ismael!

 Autor: Michael Gerard Bauer

Verlag: dtv (Taschenbuch)

Seitenzahl: 301

ISBN-Nummer: 978-3423624350

 Das Buch erschien 2008 in einer Hardcoverausgabe im Carl-Hanser-Verlag und ist seit 1. Dezember 2009 als dtv-Taschenbuchausgabe erhältlich. Im deutschen Buchhandel kostet diese Taschenbuchausgabe 7,99 Euro.

 Es handelt sich um ein Kinder- und Jugendbuch, das für Leser im Alter von 11 bis 13 Jahren empfohlen wird.

Über Michael Gerard Bauer

 Michael Gerard Bauer ist ein australischer Autor. Er wurde 1955 in Brisbane (Queensland, Australien) geboren.

 Nachdem er auf der Queensland-Universität in Brisbane Literatur, Wirtschaftswissenschaften und Pädagogik studiert hatte, war er viele Jahre als Englisch- und Wirtschaftslehrer tätig.

 Sein erster Roman heißt „Running Man“ und erhielt zahlreiche Kritikerpreise, unter anderem als Book of the Year des Children’s Book Council of Australia. Auch für den Deutschen Jugendliteraturpreis war „Running Man“ nominiert und erhielt den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2008.

 Weitere Bücher des Autors folgten. Beispielsweise „Nennt mich nicht Ismael!“, von dem dieser Bericht handelt. Und auch „Ismael und der Auftritt der Seekühe“ sowie „Ismael – Bereit sein ist alles“.

Leseprobe

 Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man, wenn man beispielsweise auf die Seite des Internet-Händlers Amazon.de geht, das Buch aufruft und auf „Blick ins Buch“ klickt. So hat man die Möglichkeit, einige Seiten zu lesen.

 http://www.amazon.de/Nennt-mich-nicht-Ismael-Roman/dp/3423624353/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1385155989&sr=8-1&keywords=Nennt+mich+nicht+Ismael

Ismael wird von einigen Klassenkameraden gemobbt – oder: die Handlung

 Ismael – so hieß der Kapitän in dem Buch „Moby Dick“. Ismael, so heißt auch ein Junge in der 9. Klasse im Daniel’s Boys College, einer Highschool. Mit seinem Vornamen ist er absolut nicht glücklich, denn Barry Bagsley, ein Klassenkamerad, und seine Freunde hänseln ihn und titulieren ihn mit Schimpfnamen. Auch verstecken sie Insekten in seinem Pult, werden aber erwischt.

 Ismaels Schulleben ist also nicht einfach – bis James Scobie sein Mitschüler wird. Wegen seiner Art und Weise, seine Schreibutensilien zu ordnen und beim Schreiben seine Zunge ein bisschen herauszuhängen, ist auch er ein Opfer von Barry Bagsley und seinen Freunden. Allerdings haben sie nicht damit gerechnet, dass James Scobie sich durch Redegewandtheit äußerst gut verteidigen kann. Außerdem hat er – wegen einer Operation am Gehirn – keine Angst mehr, was ebenso für Verwirrung bei Barry Bagsley und seinen Freunden führt.

 Um gegen Typen wie Barry Bagsley anzugehen, gründet James Scobie einen Debattierclub. Auch Ismael tritt dort ein – anfangs widerwillig, aber durch seine Debattierkollegen wird er geschult, sich mit Sprache zu verteidigen.

 Und eines Tages sieht Ismael seine Chance gekommen, sich an Barry Bagsley zu rächen. Sich mit Worten zu rächen…

Mobben nervt – oder: Meine Leseerfahrung

 Das Buch liest sich leicht und schnell – dank der vielen Dialoge. Einige Leute haben vielleicht Probleme mit dem Ich-Erzähler – die habe ich nicht.

 Das, was Ismael wegen seines Namens passiert, gab es schon immer. Nur hieß dieses Mobbing zu Zeiten, als ich 12 Jahre alt war, noch „triezen“ oder auch „schikanieren“. Ismael hat einen Feind in der Klasse – Barry Bagsley. Barry hat viele Anhänger, die in den Ton der Schimpfnamen, die er Ismael gibt, mit einstimmen können.

 In dem gesamten Buch geht es um Ismael und seine Situation in der Klasse – und dieses Trietzen geht mir als Leserin irgendwann auf die Nerven. Man muss als Leser schon sehr stark sein, um das auszuhalten. Andererseits muss ich sagen, dass diese Penetranz, mit der Bagsley und seine Freunde immer wieder auf Ismael losgehen, aus dem wirklichen Leben gegriffen ist. Ich denke da nur an einige Nachhilfeschüler im Teenie-Alter, mit denen ich schon zu tun hatte – und die nie aufhören konnten, sich immer wieder gegenseitig zu ärgern, egal, wie oft man sie ermahnte.

 Und Barry zeigt dieselbe Penetranz – was ihn für mich sehr unsympathisch macht. Da denke ich beim Lesen: „Wann hört er endlich auf mit dem Schikanieren?“ Als Leser bekommt man auch den Eindruck, dass Barry nicht der Hellste ist, was die geistigen Qualitäten anbelangt. Denn außer seinen Fäusten und seinen Schimpfworten hat er offensichtlich keine anderen Qualitäten zu bieten.

 Ismael dagegen ist mir sympathisch und tut mir als Leserin leid. Leid dafür, was er erdulden muss. Die Schimpfwörter, die er immer wieder hört, sind übel – zum Glück nicht ordinär, sonst hätte ich die Lektüre des Buches vorzeitig abgebrochen!

 Wen ich im Buch bewundere, ist zum einen die Lehrerin Miss Tarango, die es schafft, Barry eine Niederlage zu verpassen – ohne ihn vor seinen Mitschülern zu blamieren. Zum anderen bewundere ich James Scobie. Dieser Junge ist so redegewandt, dass ich beim Lesen fast nicht aus dem Staunen herauskomme. Was er Barry Bagsley antwortet, nachdem dieser ihm gedroht hat, ihn ernsthaft zu verletzen, ist bühnenreif! Während Barry mit Fäusten auftrumpft, zeigt Scobie seinen Verstand, sein Wissen und seine Schlagfertigkeit. Und das in einer Art und Weise, die andere sprachlos macht. Nicht nur die Leute in seiner Klasse – sondern auch mich als Leserin.

Mein Fazit

 „Nennt mich nicht Ismael!“ ist ein gut zu lesender Roman für Jugendliche, aber auch für Erwachsene gut geeignet. Es geht hier um das Thema „Mobbing“, das bestens in eine Romanhandlung integriert wurde.

 Die empfohlene Altersangabe für Kinder von 11 bis 13 Jahren finde ich angemessen. Es gibt nämlich keinerlei brutale Szenen in dem Buch, die Dialoge sind passend und wirklichkeitsnah.

 Da mir beim Lesen diese Schikanen seitens Barry Bagsley und seinen Freunden immer wieder zuviel wurden, ziehe ich einen Stern ab.

 Ich vergebe also vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.

 P.S.: Diesen Bericht habe ich auch bei der Verbraucherplattform „Ciao.de“ eingestellt. Dort ist mein Username „Sydneysider47“.

Advertisements