Als Neuseeland im Jahr 2012 Gastland der Buchmesse in Frankfurt war und ich diese Buchmesse besuchte, wurde ich auf folgendes Buch aufmerksam gemacht:

Sydney Bridge Updside Down

Autor: David Ballantyne
Verlag: Hoffmann und Campe
ISBN-Nummer: 978-3455403725
Erscheinungsdatum in Deutschland: 16. August 2012
Seitenzahl: 333 Seiten

Das Buch ist bisher nur als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen. Im deutschen Buchhandel kostet es 19,99 Euro.

Ich konnte jedoch eine preisreduzierte Ausgabe bei „Hugendubel“ in Stuttgart kaufen. So kostete mich das Buch nur noch 6,99 Euro. Natürlich habe ich es für 6,99 Euro mitgenommen, denn es hat mich interessiert.

 

Über David Ballantyne

David Ballantyne war ein neuseeländischer Autor, Jahrgang 1924. Die Stadt „Hicks Bay“, in der er als Kind lebte, diente ihm als Schauplatz für seinen Roman „Sydney Bridge Upside Down“.

Nachdem er als Journalist in Auckland und in London gearbeitet hatte, schrieb er seinen ersten Roman „The Cunninghams“.

Von David Ballantyne wurden insgesamt acht Romane veröffentlicht. „Sydney Bridge Upside Down“ war sein fünfter Roman, der in Neuseeland 1968 veröffentlicht wurde. 2012 erschien der Roman erstmals in deutscher Sprache.

David Ballantyne starb 1986.

 

Leseprobe

Eine vom Verlag veröffentlichte Leseprobe gibt es unter folgendem Link:

http://www.amazon.de/Sydney-Bridge-Upside-David-Ballantyne/dp/3455403727/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1390313493&sr=1-1&keywords=Sydney+Bridge+Upside+Down#reader_3455403727

 

Der Sommer, der in Harrys Leben alles veränderte – oder: die Handlung

Der Ich-Erzähler Harry ist 13 Jahre alt und lebt mit seinem Bruder Cal und seinem Vater in Calliope Bay, einem kleinen Ort in Neuseeland. Die Mutter ist in die Stadt gezogen – wann sie wiederkommt, ist unklar.

Während dieses Sommers, der einen drastischen Wendepunkt in Harrys Leben bringen wird, erforscht Harry mit seinem Freund Dibbs und auch Bruder Cal die Umgebung. Da gibt es beispielsweise eine stillgelegte Fleischfabrik. Dort ist es nicht ungefährlich, denn es gibt dunkle Stellen, Treppen, scharfe Kanten und mehr.

Immer wieder taucht das Nachbarskind Susan Prosser auf. Schlank ist sie, und sie erzählt von ihrem Papagei, der sprechen kann. Harry beneidet sie darum, dass sie Briefkontakt zu seiner (also Harrys) Mutter hat. Besonders gut leiden kann er sie nicht.

Eines Tages kommt Harrys Cousine Caroline zu Besuch. Sie ist älter als Harry, sie ist sehr hübsch – und es gibt nicht nur einen Mann, der mit ihr gern enger befreundet wäre. Auch Harry verliebt sich in sie. Zudringlich ist Wiggins, der Fleischer, und Harry möchte seine Cousine vor ihm schützen.

Immer wieder taucht Sam Phellps auf. Ein alter Mann mit einem vernarbten Gesicht. Er hat ein Pferd, namens „Sydney Bridge Upside Down“. Mit Gelegenheitsjobs hält er sich über Wasser und sorgt für sein Pferd. Viele wissen nicht, was sie von Sam Phellps halten sollen – auch nicht, als mehrere dramatische Ereignisse geschehen.

 

Ein gutes Buch – oder: meine Leseerfahrung

Normalerweise verzichte ich in meinen Rezensionen auf Zitate – aber der erste Satz des Romans, den der Verlag auch in seiner Produktbeschreibung zitiert, erzeugt Spannung, weckt das Interesse beim Leser und macht Andeutungen darüber, was die Leser bei der Lektüre des Buches erwartet:

„Am Rande der Welt lebte ein alter Mann, sein Pferd hieß Sydney Bridge Upside Down. Er hatte ein Gesicht voller Narben, und das Pferd war ein alter, lahmer Klepper, und ich beginne mit dem Mann und seinem Pferd, weil sie immer irgendwie dabei waren in jenem Sommer, als hier oben an der Küste die schrecklichen Dinge passierten.“

Wow – was für ein fulminanter Anfang! Ich erfahre, dass das das Buch aus der Ich-Perspektive verfasst ist. Ich höre von einem Pferd, der dem Roman den Namen gab – und ich weiß sofort, dass das Buch in Neuseeland spielt und nicht in Australien. Das Wort „Sydney“ im Buchtitel hat nichts mit der gleichnamigen Stadt im australischen Bundesstaat New South Wales zu tun, sondern mit einem Pferd in Neuseeland.

Natürlich will ich auch wissen, um welche schrecklichen Dinge es sich handelt, die Harry erst einmal nur erwähnt. Deswegen lese ich das Buch weiter.

Ich mag den Schreibstil des Autors, ich mag zuerst auch Harry und Cal und Dibbs. Caroline, Harrys Vater und alle übrigen Personen sind nur Randfiguren in dem Buch.

Allerdings erscheint mir Harry während der Lektüre immer suspekter. Er deutet während seiner Erzählungen schlimme Dinge an, erklärt diese aber nicht immer sofort. Das ist aber vielleicht auch typisch für einen 13-jährigen Jungen Er sagt etwas, was er weiß, weil er es für einen Moment nicht für sich behalten kann. Will man als Zuhörer nähere Details wissen, bekommt man auf einmal keine weiteren Informationen mehr – sondern erst ziemlich spät.

Und der Leser merkt auch, dass einige der schlimmen Ereignisse nicht einfach so passiert sind – sie waren keine Zufälle, sondern geplant. Mehr darf ich nicht sagen, um nicht zuviel zu verraten. Am Schluss des Buches haben sich jedenfalls einige Dinge drastisch verändert.

Bis man aber als Leser zu dem Schluss kommt, packte mich bei der Lektüre doch ab und an etwas Langeweile – das lag an Dingen, die Harry erzählt und die ich persönlich nicht wichtig finde für die Handlung. Aus Sicht eines 13-jährigen Jungen mögen sie wichtig sein – meinen Lesefluss bremsten sie jedoch immer wieder.

Diese fehlende Spannung und das Vorwegnehmen von Ereignissen, die erst ziemlich spät genauer erklärt werden, veranlassen mich, dem Buch einen Stern abzuziehen. Aber ansonsten habe ich das Buch gerne gelesen. Denn es vermittelt mir auch ein Bild über das Leben einer Kleinstadt in Neuseeland in den 1960er-Jahren. Man lebte bescheiden, man lebte für sich – und man entdeckte seine nähere Umgebung.

 

Bild

Der neuseeländische Klassiker „Sydney Bridge Updside Down“ ist ein Buch in einem schönen Schreibstil, das das Leben eines 13-jährigen Jungen in einer neuseeländischen Kleinstadt in einem Sommer in den 1960er-Jahren zeigt.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Weiterempfehlung.

P.S.: Diese Rezension habe ich bereits unter meinem Namen „Sydneysider47“ bei der Verbraucherplattform Ciao.de veröffentlicht.

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