Produktbild - eingestellt von Sydneysider47„Ich bin überall und du entkommst mir nicht!“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
dank vorablesen.de durfte ich folgendes Buch kostenlos auf meinem E-Book-Reader lesen:
„Unvergolten“ von Chris Karlden
Wie ich das Buch fand, zeigt der folgende Bericht.

Informationen zum Buch „Unvergolten“
Autor: Chris Karlden
Erscheinungsdatum in Deutschland: 19. September 2014
Verlag: Edel eBooks
Seitenzahl: 380 Seiten
ISBN-Nummer: 978-3-95530-560-4

Das Buch ist als Kindle-Version bei Amazon.de, aber auch als ePub-Ausgabe für eBook-Reader erhältlich. Es kostet 4,99 Euro.

Über den Autor Chris Karlden
Der deutsche Autor Chris Karlden wurde 1971 geboren und studierte Rechtswissenschaft. Er ist als Jurist in der Gesundheitsbranche tätig. Schon als Kind machte es ihm Spaß, sich spannende Geschichten auszudenken. In den letzten Jahren begann er, Thriller zu schreiben.

Sein Buch „Monströs“, das er als E-Book auf den Markt brachte, landete auf den vorderen Plätzen der Amazon-E-Book-Bestsellerliste.
„Unvergolten“ ist das zweite Buch von Chris Karlden, das ebenso nur als E-Book erscheint.
Chris Karlden ist verheiratet und lebt mit seiner Familie im Saarland.

Leseprobe
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe gibt es unter folgendem Link:
http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/karlden_unvergolten_leseprobe.pdf

Linda sucht nach der Wahrheit – oder: die Handlung
Im Prolog des Buches lernt der Leser einen Menschen kennen, männlich, der keine anderen Menschen mag. Das ist sein Motiv dafür, andere Menschen umzubringen.
In Jürgen Brauer hat er das perfekte Opfer gefunden. Jürgen Brauer ist Familienvater, von Beruf Bankangestellter. Heute will er noch mit seine Frau Anne und den beiden Töchtern Laura und Marie Maries vierten Geburtstag feiern. Aber zuerst muss er noch zur Arbeit fahren.
Familienidylle? Nein. Irgendein Geheimnis trägt Jürgen mit sich herum. Ein Geheimnis, das ihm ein Zeitungsartikel am Morgen wieder ins Gedächtnis gerufen hat. Und als Jürgen das Haus verlässt, um mit seinem Auto fortzufahren, trifft er einen vermummten Killer. Ein Mann, der ihn mit gezielten Pistolenschüssen vor den Augen seiner Frau und seiner beiden Töchter innerhalb weniger Minuten regelrecht hinrichtet.
In den darauffolgenden Kapiteln lernt der Leser Linda Förster kennen. Linda, die im Alter von neun Jahren von dem Verbrecher Artur Walkowski in ein Loch gesperrt wurde und seitdem an einem Trauma leidet. Linda, die als Lehrerin mit ansehen musste, wie ein Kind von einem Baum stürzte – das zum Glück mit dem Leben davon kam.
Linda liegt jetzt in einem Krankenhaus und kann sich zunächst an nichts mehr erinnern. Aber im Laufe der kommenden Tage tauchen wichtige Erinnerungen wieder auf. Sie ist 29 Jahre alt, glücklich verheiratet und Grundschullehrerin. Aber warum liegt sie im Krankenhaus? Ihr betreuender Oberarzt ist Dr. Obermann. Niemand will ihr etwas sagen – auch die Eltern, die sie immer wieder besuchen, tun sehr geheimnisvoll.
Allmählich erinnert sich Linda an mehr Details aus ihrem Leben. Sie erinnert sich an einen Telefonanruf, der sich an ihren Mann Mark richtete und den sie entgegennahm. Eine Drohung. Nach dem Telefonanruf wurde sie ohnmächtig und prallte mit dem Kopf auf den Steinboden. Und deswegen liegt sie im Krankenhaus – das ist Lindas logische Schlussfolgerung.
Ihre Eltern und das Klinikpersonal sagen ihr, dass sie nicht recht hat. Linda hat in Wirklichkeit einen Autounfall erlitten, der zu ihren Verletzungen führte und nach dem sie ins Koma fiel. Mark ist dabei gestorben.
Linda möchte diesen Ausführungen nicht Glauben schenken, da sie sich nicht an diese Ereignisse erinnern kann. Langsam kommen viele Erinnerungen wieder – auch die an den Beginn ihrer Schwangerschaft und den Besuch bei ihrer Schwester Maja. Zum Glück hat Lindas ungeborenes Kind durch den Autounfall keinen Schaden davon getragen. Aber Linda macht sich Sorgen um die Zukunft. Und sie macht sich Sorgen darüber, dass sie sich an die Ereignisse zwischen dem Anruf für Mark und dem Autounfall nicht mehr erinnern kann.
Während sich Linda langsam erholt und das Krankenhaus verlassen kann, erinnert sie sich an immer mehr Details aus ihrer Vergangenheit. Ganz überrascht ist sie, als die Erinnerung an den Autounfall in ihren Gedanken auftaucht. Allerdings saß nicht Mark als Beifahrer neben ihr in ihrem Peugeot, sie saß alleine im Auto. Was hat das zu bedeuten? Ist Mark etwa noch am Leben?
Auch weitere merkwürdige Vorgänge geschehen in ihrem Leben. Artur Walkowski, der sie als Kind entführte, taucht immer wieder auf. Einmal im Krankenhaus, dann auf einer Straße hinter dem Auto, in dem Linda mit ihrer Schwester Maja sitzt. Walkowski will Linda umbringen – da ist sie sich ganz sicher. Doch offensichtlich scheint nur sie diesen Mann gesehen zu haben – alle anderen Leute in ihrer Umgebung nicht.
Außerdem KANN Artur Walkowski sie gar nicht verfolgt haben – er saß doch im Gefängnis. Warum also sollte er in Lindas Umgebung auftauchen?
Wird Linda langsam verrückt oder gibt es doch einen Grund für Lindas Ängste? Lindas Schwester Maja, ihre Freundin Daniela, einige Leute von der Polizei und auch der Arzt Dr. Kreutzer versuchen, Linda zu helfen. Aber sie haben es nicht einfach. Leidet Linda an Halluzinationen, die immer stärker werden – oder wird sie tatsächlich verfolgt?

Meine Leseerfahrung
Das aus der Sicht des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit geschriebene Buch fängt sofort spannend an. Der Leser ist Zeuge der Hinrichtung von Jürgen Brauer, die der Autor so lebendig beschreibt, dass es mir als Leserin eiskalt den Rücken herunterläuft… Über das weitere Schicksal der Familie hätte ich gern noch mehr gelesen -jedoch verschwindet diese Familie aus diesem Roman.
Dafür kommt auf einmal Linda Förster ins Spiel. Eine zuerst sympathische Frau, die nach einem Autounfall aus dem Koma erwacht ist und die begreifen muss, dass sie sich an einige Dinge erinnern sollte – aber nicht mehr erinnern kann. Wie soll sie beispielsweise akzeptieren, dass ihr Mann Mark gestorben ist, wenn sie sich nicht daran erinnern kann?
Je weiter ich jedoch lese, desto mehr nervt mich Linda. Sie macht Aktionen, deren Sinn ich als Leserin nicht mehr verstehen kann. Warum springt sie beispielsweise aus dem Auto ihrer Schwester Maja und bringt damit nicht nur sich, sondern auch Maja in Gefahr? Im Buch steht, dass sie Artur Walkowski auf einem Fahrrad gesehen hat – ein anderes Mal hat sie einen Doktor Feiser gesehen, den offensichtlich nur sie kennt und sonst niemand.
Als Leserin frage ich mich: Was will Linda erreichen, wenn sie aus dem Auto springt und irgendwelchen Personen hinterherläuft? Einholen kann sie diese Leute sowieso nicht – und ob es sich um die Leute handelt, die Linda meint zu sehen, bezweifle ich immer mehr, je länger ich das Buch lese. Außerdem: wenn sie von Leuten verfolgt wird, rennen sie ihr doch normalerweise hinterher und nicht umgekehrt!
Linda wird allmählich wahnsinnig – und ich bekomme das als Leserin in allen Facetten mit. Der Autor schildert fast jede Sekunde von Lindas Zweifeln, Ängsten, Gedanken und Kopfschmerzen. Auch übergibt sich Linda häufig. Sorry, mir ist das zu ausführlich. So detailliert muss ich das nicht lesen! Hier hätte man kürzen können!
Die Detailverliebtheit des Autors stört, je weiter ich mit der Lektüre voranschreite. Warum muss es so viele Kapitel geben über Linda? So leid mir Linda am Anfang der Lektüre tat, so unsäglich wird sie mir in deren Verlauf!
Im letzten Drittel ergibt sich auf einmal eine unerwartete Wendung in der Handlung – und das Buch wird auf einmal wieder spannend. Alles ist für mich auf einmal logisch, schlüssig und nachvollziehbar.
Bis auf den Schluss. Dieser ist merkwürdig – auch hier hat der Autor wieder unerwartete Wendungen parat, die alle vorher beschriebenen Vorgänge in Frage stellen. Ich frage mich beim Lesen: musste das jetzt sein?
Unwillkürlich frage ich mich dann auch: was stimmt jetzt in dem Roman und was ist den Halluzinationen Lindas zuzuschreiben? Um mir so wenig Gedanken wie möglich darüber zu machen, komme ich für mich zu der Schlussfolgerung, dass das letzte Kapitel auf jeden Fall keine Halluzination ist, sondern die Handlung des Romans abschließt.
Das Buch ist kein literarisches Meisterwerk. Manchmal ist es mir zu detailliert, zu ausschmückend geschrieben. Von einem Thriller kann ich bei diesem Buch nicht sprechen – denn es fehlt oft die knisternde Spannung, die den Leser packt und ihn atemlos Seite um Seite umblättern lässt. Ich würde den Roman als „Krimi“ bezeichnen.

==Rechtschreibfehler==
Leider gibt es sie – wenn auch nicht in großer Anzahl. Mir fiel beispielsweise auf Seite 226 das Wort „nutze“ auf – obwohl es vom Satzzusammenhang richtig „nutzte“ heißen muss.
Einmal wird „sie“ großgeschrieben – obwohl im Satz „sie überlegte, was sie noch tun konnte“ dieses Wort kleingeschrieben sein muss. Bei manchen Büchern frage ich mich schon: wer hat das lektoriert?
Dasselbe gilt für „… wie sie die verbleibende Zeit noch nutzen konnte“. Solche Rechtschreibfehler nerven mich. Es gibt noch einige andere Rechtschreibfehler – zum Glück sind es nur wenige.

Mein Fazit
„Unvergolten“ von Chris Karlden ist ein Krimi, der mich anfangs packte – mich dann aber lange Zeit nervte. Mehrmals wollte ich die Lektüre nicht mehr fortsetzen. Grund dafür war der Hauptcharakter Linda, ihre Handlungen, Ängste und Probleme.
Im letzten Drittel wurde das Buch spannend für mich durch viele Wendungen, die ich gut fand. Der unerwartete Schluss ist äußerst merkwürdig – aber das letzte Kapitel ist für mich persönlich in Ordnung.
Ich vergebe dem Buch drei von fünf Sternen und bleibe unentschlossen in der Weiterempfehlung.

P.S.: Diese Rezension habe ich in verkürzter Form bei vorablesen.de veröffentlicht. Dort bin ich mit dem Nicknamen „adel69“ unterwegs. Bei Ciao.de erscheint die Rezension unter meinem dortigen Usernamen „Sydneysider47“. Ich habe vor, Rezensionen noch bei anderen Webseiten veröffentlichen zu lassen.

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