Produktbild - eingestellt von Sydneysider47Zur Zeit bin ich oft bei Ärzten und warte im Wartezimmer auf meine Schwiegermutter und meine Schwägerin B. Zum Glück bin ich nicht selbst krank. Aber meine Schwiegermutter ist es und sie muss oft den Arzt aufsuchen. Meine Schwägerin B. und ich müssen sie zu zweit begleiten, da sie so schlecht läuft.
Dadurch komme ich öfter dazu, ein Buch zu lesen. So habe ich auch das Buch
Bittere Lügen
vor einigen Tagen beenden können. Ein Buch, das ich aus der Bücherei hier am Ort ausgeliehen habe. Meine Meinung darüber zeigt der folgende Bericht.

Informationen über das Buch „Bittere Lügen“
verfasst von: Karen Perry
Verlag: S. Fischer-Verlag, Frankfurt (Fischer Scherz)
Erscheinungsdatum in Deutschland: 24. April 2014
ISBN-Nummer: 978-3651000667
Seitenzahl: 400 Seiten

Das Buch ist als Paperbackausgabe in deutscher Sprache erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 14,99 Euro.

Über das Autorenpaar „Karen Perry“
Karen Perry ist der Autorenname, den sich das Autorenteam Karen Gillece und Paul Perry gegeben haben. Sie stammen beide aus Dublin (Irland) und leben dort mit ihren Familien. „Bittere Lügen“ ist ihr erster gemeinsamer Roman.

Leseprobe
Eine Leseprobe findet man direkt auf der Homepage der S.-Fischer-Verlage unter folgendem Link:
http://www.fischerverlage.de/media/fs/308/LP_978-3-651-00066-7.pdf

Robin und Harry verlieren ihren Sohn – oder: Die Handlung
Die Eheleute Robin und Harry wohnen mit ihrem dreijährigen Sohn Dillon in Tanger, einer Stadt in Marokko.
An einem Abend sind Harry und Dillon alleine, da Robin bei Freunden ist. Harry bringt Dillon ins Bett, nachdem er ihm ein Schlafmittel verabreicht hat. Harry fällt ein, dass er bei einem Freund Gegenstände liegen ließ und will sie holen. Er verlässt das Haus.
Auf einmal geschieht ein Erdbeben – aus heiterem Himmel. Häuser fallen zusammen, es bricht Panik aus unter den Menschen. Und Harry weiß: er hat seinen Sohn verloren, Dillon ist tot, er befand sich in einem Haus, von dem auf einmal nur noch Trümmer übrig sind…
Die Trauer um ihren Sohn begleitet Robin und Harry von jetzt an. Harry quälen auch noch Schuldgefühle: hätte er seinen Sohn nicht für einige Minuten alleine gelassen und ihn mitgenommen, könnte Dillon noch am Leben sein…
Auch, als sie nach Irland zurückgekehrt sind, vermissen Robin und Harry Dillon immer noch sehr. Eines Tages in Dublin glaubt Harry, seinen Sohn Dillon gesehen zu haben. Aber – wie kann das sein? Dillon ist doch gestorben! Harry ist aber von nun an überzeugt, dass Dillon noch lebt und irgendwo ist. Er macht sich auf Spurensuche – und gerät dabei auf Details aus Robins Vergangenheit, die er noch nicht kannte…

Toller Anfang, zwischendurch langatmig – gegen Ende mitreißend – oder: meine Leseerfahrung
Der Weltbild-Verlag hatte in einem seiner Kataloge Werbung für dieses Buch gemacht – und somit mein Interesse geweckt. Deswegen freute ich mich auch, dass unsere Bücherei hier am Ort das Buch zum Ausleihen da hatte. Und so nahm ich es mit zum Lesen.
Das erste Kapitel ist mitreißend und bewegend. Geschrieben wurde es aus der Perspektive des auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler) in der Gegenwart. Ich lese über einen Vater und seinen Sohn – und kaum lässt der Vater seinen Sohn alleine, um vergessene Gegenstände kurz zu holen, passiert eine Katastrophe! Ich bin als Leserin geschockt, dass Dillon nicht mehr da ist.
Mein Leseinteresse wird ab dem zweiten Kapitel geweckt. Es ist aus der Sicht von Harry geschrieben. Er meint, Dillon gesehen zu haben. Und ich frage mich: Ist Dillon wirklich tot – oder lebt er noch? Ich lese das Buch weiter, weil ich eine Antwort auf diese Frage haben will.
Ab dem zweiten Kapitel muss ich mich als Leserin komplett umstellen. Auf einmal tauchen zwei Ich-Erzähler auf. Robin und Harry. Beide erzählen ihre Sichtweise der Ereignisse in der Vergangenheit. Das wäre ja nicht schlimm, wenn die beiden sich nicht immer wieder wiederholen würden! Es ist ja schon schlimm genug, dass Dillon gestorben ist, was mich beim Lesen sehr, sehr berührt. Aber es verlangt mir als Leserin doch viel Zeit und Nerven ab, diese Trauer aus der Sicht von Robin und anschließend von Harry zu lesen! Robin und Harry erzählen auch anderes aus ihrem derzeitigen Leben und ihrer Vergangenheit – aber schnell (ab circa Seite 70) beginnt sich die Lektüre zu ziehen wie Kaugummi.
Ich beginne also, mich bei der Lektüre zu ärgern und das Buch schneller zu lesen. Das spricht nicht für das Buch – bedeutet es doch, dass das Buch langatmig und langweilig wird.
Erst ab Seite 261 (Kapitel 14) wird das Buch richtig spannend und bewegend. Ich bin auf einmal so gefesselt von der Lektüre, dass sie mir wieder Spaß macht. Ein neuer Aspekt über Dillon rückt in den Mittelpunkt – ein Aspekt, den ich als Leserin nicht ahnen konnte. Ereignisse aus Robins Vergangenheit treten zutage. Und das finde ich gut. Es ergibt sich ein regelrechter Konflikt – und ich frage mich: wie geht das Buch aus?
Fand ich Harry zu Anfang des Buches nicht sympathisch, so wird er gegen Schluss sympathisch. Die Sympathie für Robin und Dillon bleibt während der gesamten Lektüre bestehen. Nebenfiguren tauchen auf – deren Verhalten mich eher negativ berührt. Mehr will ich nicht verraten, um die Spannung des Buches nicht zu nehmen.
Die Ereignisse am Schluss des Buches sind so berührend, bewegend und mitreißend, dass ich – als ich das Buch in einem Zug zu Ende lesen wollte – beinahe die Haltestelle verpasst hätte, an der ich aussteigen wollte!
Nach der Lektüre bin ich froh, dass ich das Buch zu Ende gelesen habe – und nicht abgebrochen habe. Immer noch bin ich bewegt über den Schluss des Buches….

Mein Fazit
„Bittere Lügen“ – der irische Bestseller, geschrieben vom Autorenduo Karen Perry – behandelt Ereignisse rund um das Verschwinden des Jungen Dillon.
Bewegend ist der Anfang, danach wurde das Buch schnell langweilig und ich war lange der Meinung, dafür nur zwei Sterne vergeben zu müssen. Gegen Ende fand ich das Buch richtig spannend und bewegend – und bin letztendlich zu einer Bewertung von drei Sternen und einer Weiterempfehlung gelangt.

P.S.: Diese Rezension erschien bereits bei der Verbrauchercommunity Ciao.de unter meinem dortigen Nutzernamen „Sydneysider47“.

 

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