Ich wollte wieder einen spannenden Thriller lesen.
Meine Wahl fiel auf das Buch
Sag, es tut dir leid
des australischen Autors
Michael Robotham
Es war das erste Buch dieses Autors, das ich gelesen habe. Wie es mir gefallen hat, zeigt der folgende Bericht.

Kurze Informationen über das mir vorliegende Buch
Verlag: Goldmann (gehört zur Random-House-Verlagsgruppe)
ISBN-Nummer: 978-3-442-48193-4 (für die Taschenbuchausgabe)
Seitenzahl: 480 Seiten

Das Buch erschien am 16. September 2013 erstmals in deutscher Sprache – und zwar in einer broschierten Ausgabe, die im deutschen Buchhandel 14,99 Euro kostet.
Mir liegt die Taschenbuchausgabe vor, die im Dezember 2014 erschien und für die ich 9,99 Euro bezahlt habe.

Über Michael Robotham
Michael Robotham ist ein australischer Schriftsteller, der mit seiner Familie in Sydney lebt. Er wurde 1960 geboren und war als Journalist für Magazine und Tageszeitungen tätig.
Unterdessen hat der Autor acht Bücher verfasst. Viele von ihnen wurden in viele Sprachen übersetzt und weltweite Bestseller, beispielsweise „Dein Wille geschehe“ (2010) und „Todeskampf“ (2012).
Dieser große Erfolg ermöglichte es ihm, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen.

Leseprobe
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link direkt auf der Homepage des Goldmann-Verlags:
http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Sag-es-tut-dir-leid-Psychothriller/Michael-Robotham/e412372.rhd?mid=4&serviceAvailable=true&showpdf=false#tabbox

Die Handlung: Piper und Natasha sind verschwunden
Piper Hadley und Natasha McBain sind Schulkameradinnen und beste Freundinnen. Beide sind 15 Jahre alt, als sie nach einem Volksfest von einem Mann entführt werden. Ihrem Entführer geben sie den Namen George. Er sperrt sie in einen dunklen Kellerraum irgendwo in einer abgelegenen, verlassenen Industrieanlage. Ab und zu gibt er ihnen Dosen, deren Inhalt sie sich an einem Kochgerät aufwärmen. Außerdem bekommen sie Zeitschriften, um sich beschäftigen zu können.
Immer wieder holt George Natasha – genannt Tash – nach oben. Wenn sie ihm hörig war und getan hat, was er wollte (sexuelle Handlungen), bekommt sie zu essen, ein warmes Bad und weitere Annehmlichkeiten.
Tash ist die hübschere der beiden Mädchen – zumindest war sie das, als Piper und sie noch in Freiheit lebten. In Gefangenschaft haben sie beide abgenommen.
Da Piper und Natasha geplant hatten, auszureißen, bevor sie verschwanden, denkt die Polizei an eine Entführung nur am Rande. Man nennt Piper und Natasha die „Bingham-Girls“, weil sie im britischen Ort Bingham wohnten, bevor sie verschwanden.
Als die Polizei in ihrer Suche nach den beiden Mädchen nicht weiterkommt, wird ihr Fall erst mal zu den Akten gelegt. Von vielen Leuten werden sie vergessen. Außer von ihren Familien, die die Hoffnung nie aufgeben.
Nach drei Jahren in Gefangenschaft gelingt es Tash, mit Pipers Hilfe zu fliehen. Sie ist so dünn geworden und kann sich tatsächlich durch eine Öffnung nach draußen quetschen. Außerdem hat George sie übel verletzt. Sie verspricht Piper, wieder zu kommen und sie (Piper) zu retten. Ihre Flucht führt sie in ein verlassenes Bauernhaus, wo ihr ein Ehepaar zu Hilfe kommt. Doch wenig später ist das Ehepaar tot – ermordet. Und in einem zugefrorenen See wird eine Frauenleiche gefunden. Handelt es sich um Tash? Gibt es eine Verbindung zwischen dem ermordeten Ehepaar und dieser Frauenleiche?
Fragen über Fragen, die die Polizei beantworten will. Sie ermittelt und holt sich dafür den Psychologen Joseph O’Loughlin (genannt: Joe) zu Hilfe. Er hat der Polizei schon oft geholfen, wollte das aber erst mal sein lassen. Darüber hinaus leidet er an der Parkinson-Krankheit, wollte ein Wochenende mit seiner Tochter Charlie verbringen und einen Vortrag in Oxford halten. Nach einigem Zaudern ist er bereit, der Polizei zu helfen.
Einen Verdächtigen hat die Polizei auch schon. Einen Mann, der immer wieder mal für das Ehepaar in dem Bauernhaus arbeitete und entlassen wurde.
Aber ist er wirklich der Mörder? Joe merkt, dass die Zeit davonrennt. Ein grausamer Mörder, der zu allem fähig ist, läuft frei herum – und der Verdächtige, auf den sich die Polizei „eingefahren“ hat, passt überhaupt nicht in das Täterprofil. Joe versucht mit Hilfe der Polizei Fragen um das Verschwinden von Piper und Natasha zu beantworten, um dem wahren Täter das Handwerk zu legen,…

Schreibstil/Erzählperspektiven
In dem Buch gibt es zwei Ich-Erzähler. Beide erzählen ihre Erlebnisse im Präsens (der Gegenwart).
Die eine Ich-Erzählerin ist Piper Hadley. Für sie ist es überlebenswichtig zu schreiben. Sie schreibt ihre Erlebnisse als Gefangene von George nieder – und schildert immer wieder Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit. Alles, was sie erzählt, ist kursiv gedruckt.
Der andere Ich-Erzähler ist der Psychologe Joe O’Loughlin. Er schreibt nicht nur über seine Ermittlungen und Erkenntnisse und die Zusammenarbeit mit der Polizei. Ich erfahre auch, dass er geschieden ist und zwei Töchter hat.
Alles, was er schildert, ist in „normaler“ Schrift abgedruckt (meiner Meinung nach wurde hier die Schriftart „Times New Roman“ gewählt).
Ich komme bei den Schilderungen zweier Ich-Erzähler nicht durcheinander – gerade, weil hier unterschiedliche Schriftarten gewählt werden.

Weitere Leseerfahrungen: Spannender Stoff mit vorwiegend sympathischen Charakteren
Das Buch packte mich sofort. Zwei Ich-Erzähler störten mich nicht – vor allem, weil ich sie gleich unterscheiden konnte. Die beiden Mädchen Piper und Natasha tun mir sofort leid. Meine Güte, was muss das für ein übler Mensch sein, der die beiden so lange gefangen hält!
Der Psychologe Joe O’Loughlin ist sympathisch und macht auf mich einen kompetenten Eindruck. Er wird in dem Buch als „Mensch wie du und ich“ dargestellt – man merkt, auch ihm geht es nicht immer blendend. Er hat gesundheitliche Probleme, ist geschieden und ist ab und an mit seiner Tochter Charlie zusammen.
Das Buch liest sich gut, es gibt viele Dialoge, die Handlung ist spannend – und oft frage ich mich: Wann werden Piper und Natasha endlich gefunden? Wann kommen Joe und die Polizei George und seinen Machenschaften endlich auf die Spur?
Es geschehen so viele Ereignisse in dem Buch, die man als Leser nicht vorhersehen kann – und das finde ich gut. Es gibt viele Wendungen und auch die so genannte „falsche Spur“, die in Kriminalromanen üblich ist. Es gibt einige Verdächtige, die dann doch nicht die Täter sind. Und das ist bis zum Schluss so – der wahre Täter wird erst auf den letzten Seiten gefunden.
Was ich an diesem Thriller schätzen gelernt habe, sind nicht nur Spannung und viele sympathische Charaktere, die mitreißen können. Nein, es ist auch die Tatsache, dass Michael Robotham nicht mit „Splatter-Elementen“ arbeitet. Er berichtet also von Verbrechen, wenn sie passiert sind – und er schildert nicht in allen Details, wie jemand diese Verbrechen verübt und Leute quält. Das ist clever und nur deswegen möglich, weil der Autor die Geschehnisse aus der Perspektive von Piper und von Joe darstellt. Diese beiden sehen „nur“ die Ergebnisse diverser Gräueltaten.
Das reicht mir als Leserin durchaus aus und hält mich an der Lektüre. Ich habe schon Bücher von Autoren gelesen, die haarklein die grausamsten Ereignisse schildern mussten – und da war ich oft drauf und dran, solch ein Buch nicht mehr weiterlesen zu wollen, weil mir alles zu nahe ging. Ja, ich gebe zu: ich bin ab und zu zartbesaitet.
Das Problem wegen zu grausamer Schilderungen das Buch abbrechen zu wollen, hatte ich mit dem Buch „Sag, es tut mir leid“ von Michael Robotham nicht. Und das ist auch ein Grund, dass ich interessiert bin, noch weitere Bücher dieses Autors zu lesen.

Produktbild - eingestellt von Sydneysider47
Wer einen Thriller lesen will, der durchgehend spannend ist und gegen zwei Ich-Erzähler nichts einzuwenden hat, dem kann ich das Buch „Sag, es tut dir leid“ empfehlen.
Meiner Meinung nach ist das Buch für Leserinnen und Leser ab 16 Jahren geeignet, denn es kommen einige grausame Ereignisse in dem Buch vor. Zum Glück hält sich die Schilderung solcher Grausamkeiten in Grenzen – das finde ich gut.
Deswegen vergebe ich diesem Buch fünf Sterne und empfehle es weiter.

P.S.: Diese Rezension erschien in ähnlicher Form bei Ciao.de, wo ich unter dem Usernamen „Sydneysider47“ unterwegs bin.

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