DSCF3999Vor einigen Tagen habe ich folgendes E-Book zu Ende gelesen:
Zündstoff
Ein Schleswig-Krimi
Autorin: Gea Nicolaisen
Verlag: Midnight by Ullstein
Erscheinungsdatum: Dezember 2014
Seitenzahl: 272 Seiten (inklusive einer Leseprobe eines anderen Buches am Schluss des Buches)
ISBN-Nummer: 9783958190191

Das Buch ist als E-Book im E-Pub-Format in jeder Buchhandlung, die E-Books verkauft, zu haben. Auch als Kindle-Version kann dieser Krimi beim Internetbuchhandler Amazon.de gekauft werden. Der Preis für beide Versionen liegt im Moment bei 3,49 Euro.

Über Gea Nicolaisen
Gea Nicolaisen wurde in Bremerhaven geboren und wuchs auf Sylt auf. Sie hat studiert und wohnt mit ihrer Familie in der Nähe von Schleswig. Das Schreiben von Krimis und Thrillern mit einem Schuss Romantik ist ihre Leidenschaft.

Handlung
Lucie wohnt noch nicht lange in Schleswig. In einem Gitarrenspielkurs lernte sie Fenja kennen. Beide freundeten sich an. Nun ist Fenja tot – sie hat sich von einer Brücke gestürzt aus Liebeskummer. Liebeskummer wegen Ragnar Calliesen.
Ragnar – ein Typ -, den Fenja schon seit ihrer Teenagerzeit anhimmelte. Die beiden besuchten dieselbe Schule.
Lucie ist bei Fenjas Beerdigung und begegnet den Leuten, mit denen Fenja zusammen war. Fenjas Tante Margrete ist da – sie hat sich um Fenja gekümmert, nachdem Fenjas Eltern bei einer Explosion ums Leben kamen. Dann gibt es noch Malte, einen ehemaligen Schulkameraden von Fenja.
Lucie denkt viel nach über ihre Freundin Fenja – vor allem, als ihr Fenjas Tagebuch geschickt wird. Offensichtlich wollte Fenja, dass Lucie es bekommt und es Ragnar übergibt. Lucie will diesen letzten Wunsch ihrer Freundin erfüllen – vor allem ist es ihr wichtig, das Tagebuch nicht zu lesen.
Sie verabredet sich mit Ragnar in einer Bibliothek. Leider muss dieses Treffen ausfallen, da die Bibliothek wegen einer Bombendrohung auf einmal gesperrt wird. Zum Glück bleibt es nur bei einer Drohung – das Gebäude selbst explodiert nicht.
Lucie schafft es, Ragnar später zu treffen. Er nimmt das Tagebuch zwar entgegen – hat aber offensichtlich kein großes Interesse daran.
Hat Fenja tatsächlich Selbstmord begangen? Immer wieder kommen Zweifel auf. Nicht nur bei Lucie, die sich deswegen hin und wieder mit ihrem Bruder Linus austauscht. Auch Malte ist Fenjas plötzlicher Selbstmord nicht ganz geheuer. Immer wieder unterhält er sich darüber mit Lucie. Für ihn ist es sicher, dass Ragnar Fenja umgebracht hat. Aber wie soll man ihm das nachweisen? Gemeinsam forschen Lucie und Malte in Fenjas Vergangenheit und suchen nach Anhaltspunkten.
Für die Polizei dagegen ist klar, dass Fenja Selbstmord begangen hat. Polizeikommissar Bendixen ermittelt wegen der Bombendrohung. Weitere Bombendrohungen folgen – und eines Tages fliegt ein Gebäude in die Luft…

Leseprobe
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link:
http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/lp_nicolaisen_zuendstoff.pdf

Leseerfahrungen
Das Buch liest sich gut. Vor allem Lucie ist sympathisch, auch ihr Bruder Linus. Ebenso gefällt mir Malte – auch wenn ich oft den Eindruck habe, dass er etwas verschweigt und Lucie gegenüber nicht ganz ehrlich ist.
Ragnar ist merkwürdig – da er irgendwie gleichgültig wirkt und sich weder aus Fenja noch aus Lucie etwas zu machen scheint. Anfangs ist er nur eine Randfigur in dem Roman, aber im Laufe der Handlung tritt er immer mehr in Erscheinung und mausert sich zu einer der Hauptfiguren.
Über der ganzen Geschichte schwebt schon von Anfang an etwas Geheimnisvolles. Die Autorin schafft es, Lucies Zweifel über Fenjas Tod auch auf die Leser zu übertragen. Man liest das Buch anfangs, weil man wissen will, warum genau sich Fenja von der Brücke stürzte. Was ist an Ragnar so besonders, dass sich Fenja seinetwegen umbrachte?
Später interessierte mich das Buch wegen der vielen Bombendrohungen – und ein Gebäude flog in die Luft. Wer tut so etwas, wollte ich wissen? Deswegen las ich weiter.
Lucie und Malte versuchten selbst, das Rätsel um Fenjas Tod und die Bombendrohungen zu lösen. Das gefiel mir. Merkwürdig fand ich allerdings, dass Malte oft richtig versessen war, Ragnar für Fenjas Tod verantwortlich zu machen – ihm also einen Mord anzuhängen.
Neben Lucies und Maltes Ermittlungen erfährt der Leser immer mehr über Ragnar – und auch einige Szenen über Lucies Berufsleben werden eingestreut. Rainer Calliesen – der Vater von Ragnar – ist Lucies Chef. In Rainer Calliesens Architekturbüro arbeitet Lucie.
Manche Verben, die die Autorin verwendet, fallen mir auf die Nerven. So „peitscht“ Rainer einmal, anstatt, dass er redet. Oder Lucie „lacht scheppernd“, anstatt, dass sie lacht. Muss man so übertreiben? Ansonsten finde ich die – aus der Sicht des auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler) – in der Vergangenheit dargestellte Story lesenswert.
Einige mundartliche Wörter stören mich, weil sie nicht erklärt werden. Was ist „über die Schulter plieren“? Oder was ist „plietsch“? Was bedeutet: „Der tünt total!“ Und was ist ein „Feudel?“ Um das herauszufinden, muss ich im Internet suchen. Als Süddeutsche habe ich diese Wörter noch nie gehört.
Gut gefällt mir, dass die Autorin viel Wissen über Schleswig und dessen Umgebung einfließen lässt. Sie scheint die Stadt sehr gut zu kennen. Diese Schilderung über Gebäude und Stadtteile fand ich so lebendig beschrieben, dass in mir der Wunsch geweckt wurde, selbst einmal Schleswig zu besuchen.
Manchmal zieht sich für mich die Handlung doch zu sehr in die Länge – es gibt Momente in dem Buch, bei denen ich mir mehr Spannung gewünscht hätte. Der Schluss ist allerdings sehr spannend, rasant und actionreich. Und außerdem nicht vorhersehbar. Das finde ich klasse!

Mein Fazit
„Zündstoff“ ist eine guter Roman mit Regionalcharakter über zwei Freundinnen, einige Männer, einige Bombendrohungen und Explosionen. Er spielt in der Stadt Schleswig. Interesse beim Leser wird dadurch geweckt, dass eine der beiden Freundinnen – Fenja – gestorben ist und es anschließend zu einigen Bombendrohungen und Explosionen kommt.
Die Informationen über Schleswig fand ich toll. Weniger gefallen hat mir, dass sich der Roman hin und wieder in die Länge zog. „Zündstoff“ dreht sich nicht nur um eine Krimihandlung, sondern auch um diverse „Beziehungskisten“, die dem Buch auch mal die Spannung nehmen.
Der Schluss ist rasant und unvorhersehbar – bis es dazu kommt, gibt es noch einige Wendungen in dem Buch. Deswegen vergebe ich auch vier Sterne und empfehle das Buch weiter.
P.S.: Dieser Bericht erschien und erscheint in ähnlicher oder auch in verkürzter Form bei verschiedenen Plattformen, bei denen ich unter „adel69“, „Sydneysider47“, „Irina Melbourne“ etc. unterwegs bin.

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