Dank vorablesen.de durfte ich folgendes Buch lesen:
Nachruf auf den Mond
Wie ich das Buch fand, zeigt der folgende Bericht.

Informationen in Kürze über „Nachruf auf den Mond“
Autor: Nathan Filer
Verlag: Droemer
Erscheinungsdatum in Deutschland: 2. März 2015
ISBN-Nummer: 978-3426281246
Seitenzahl: 320 Seiten
Das Buch ist als Hardcoverbuch mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 19,99 Euro.
Als E-Book und Kindle-Version ist das Buch ebenfalls erhältlich. Es kostet dann 17,99 Euro.

Über den Autor Nathan Filer
Nathan Filer ist ein britischer Autor, Dichter und Filmemacher. Außerdem ist er Lehrer für „Creative Writing“ (kreatives Schreiben).
Bevor Nathan Filer Bücher schrieb, arbeitete er als Krankenpfleger in einer psychiatrischen Klinik.
„Nachruf auf den Mond“ ist Nathan Filers erster Roman, für den er bereits mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde.

Leseprobe
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link:
http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/lp_nachruf_auf_den_mond.pdf

Matthew vermisst seinen Bruder Simon – oder: die Handlung
Matthew, genannt Matt, ist neun Jahre alt, als sein älterer Bruder Simon stirbt. Damals auf diesem Campingplatz in Großbritannien.
Simon hatte das Down-Syndrom – sein Gesicht erinnert Matthew oft an den Mond. Deswegen auch der Titel dieses Buches.
Matthew gibt sich die Schuld am Tod des Bruders. Eine Schuld, mit der er jahrelang nicht fertig wird. Fast zehn Jahre lang. Er wird schizophren und muss in psychiatrische Behandlung. Dort bekommt er Medikamente.
Aber nicht immer ist er bereit, sich behandeln zu lassen. Er bekommt Spritzen, die er unangenehm findet.
Nach der 11. Klasse verlässt Matthew die Schule und zieht mit seinem Freund und Schulkameraden Josef in eine Wohnung. Zuerst klappt das Zusammenleben – aber die Streitigkeiten häufen sich, und Jacob zieht aus.
Matthew bleibt alleine. Alleine mit den Erinnerungen an seinen Bruder und der Weigerung, sich weiterhin gegen die Schizophrenie behandeln zu lassen. Immer, wenn Matthew seine Medikamente nicht genommen hat und nicht in der Tagesklinik war, um dort eine Spritze zu bekommen, schreibt er seine Memoiren. Nur Nanny Noo, eine Frau, die für seine Eltern arbeitete und die er schon seit Kindheit kennt, darf ihn besuchen. Sie bringt ihm ab und an Lebensmittel vorbei.
Matthew sieht Simon überall – beispielsweise im laufenden Strahl, der aus einem Wasserhahn kommt. Und eines Tages stellt er seine Wohnung voll mit Flaschen, die mit Erde gefüllt sind. Überall krabbeln Ameisen – nicht nur auf und in den Flaschen, sondern auch in der Wohnung. Matthew ist es damit gelungen, eine Ameisenfarm für Simon zu bauen. Wann wird Matthew sein Trauma endlich verarbeiten?

Stilistische/optische Besonderheiten des Buches
Immer, wenn Matthew seine Geschichte tippt, wechselt die Schriftart in dem Buch. Sie wird zur Schrift einer mechanischen Schreibmaschine – denn genau eine solche Maschine verwendet Matthew.
Ab und an gibt es auch Zeichnungen in dem Buch. Beispielsweise, als Matthew einen Stammbaum zeichnet. Ein anderes Mal wird eine ganze Seite des Buches für die Zeichnung einer Schreibmaschine verwendet. Das liegt wohl daran, dass Zeichnen zu Matthews Therapie gehört. Einer Therapie, die helfen soll, mit der Schizophrenie fertig zu werden und Simons Tod zu verarbeiten.
Mir gefallen sowohl die Zeichnungen als auch der Wechsel der Schriftart. Das macht das Buch irgendwie authentischer – glaubhafter – für mich.

Ein Buch, das nachdenklich macht – oder: meine Leseerfahrung
„Nachruf auf den Mond“ ist ein nachdenklich machendes Buch, das sich nicht in einem Rutsch herunterlesen lässt.
Der ich-Erzähler Matthew ist zutiefst getroffen vom Tod seines Bruders Simon. Er meint, den Tod selbst verschuldet zu haben. Und so gibt es Momente, während derer Matthew meint, Simon zu sehen. Zum Beispiel im Wasser oder in einer Kerzenflamme. Dann vergisst sich Matthew – er fasst in das Wasser oder die Kerze und zieht sich Verbrennungen zu. Das ist die Schizophrenie, an der Matthew leidet.
Matthew ist krank und zwar jahrelang. Es gibt Momente, in denen er die Behandlung in der psychiatrischen Klinik vermeidet und boykottiert. Psychiatrische Kliniken als Schauplätze in einem Roman – das erinnert mich an Klassiker wie „Einer flog über das Kuckucksnest“ und „Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen. Beide Romane habe ich gelesen – beide haben mich gleichermaßen berührt und fasziniert. Und genau das macht auch „Nachruf auf den Mond“ mit mir.
Nathan Filer hat nicht versucht, die beiden von mir genannten Klassiker zu kopieren. Er hat seine ganz eigene Geschichte erschaffen. Und genau das macht den Reiz dieses Buches für mich aus – ich erfahre etwas Neues.
Matthew erregt Mitleid bei den Lesern – auch bei mir. Der Leser will, dass Matthew gesund wird, dass er den Tod des Bruders endlich verarbeiten kann, ohne Krankheitssymptome zu zeigen. Und der Leser will wissen, was damals – kurz bevor Simon starb – genau geschah.
Lange wird der Leser hingehalten. Er liest Matthews Kindheitserinnerungen, und er liest Begebenheiten aus Matthews Alltag mit der Schizophrenie. Die Information, was genau zu Simons Tod führte, kommt fast ganz zum Schluss des Buches.
Auf einmal wird mir vieles klar. Ich verstehe, warum Simon so starb, wie er starb. Welche Funktion das Mädchen Annabelle hat, das am Anfang des Buches seine Puppe vergräbt. Und vieles mehr.
Wer dieses Buch liest, muss sich einlassen können auf Zeitsprünge. Darauf, etwas zu lesen über Ereignisse, die Matthew als Kind erlebte. Und darauf, von Matthew als Jugendlichem und Erwachsenen zu lesen. Zum Schluss der Lektüre bleibe ich positiv gestimmt zurück – und das finde ich gut.

Mein Fazit
Das Buch „Nachruf auf den Mond“ finde ich lesenswert. Es befasst sich mit der Beziehung zweier Brüder, von denen einer das Down-Syndrom hat.
Wegen der vielen Zeitsprünge, die mir beim Lesen doch immer wieder zu viel wurden, ziehe ich einen Stern ab.
Ich empfehle das Buch erwachsenen Lesern – jugendliche Leser könnten von Lektüre, die oft in einer psychiatrischen Klinik spielt, verstört werden.
Das Buch „Nachruf auf den Mond“ bekommt von mir also vier Sterne und eine Leseempfehlung.

P.S.: Diese Rezension erschien bereits auf der Verbraucherplattform Ciao.de, wo ich als „Sydneysider47“ unterwegs bin sowie in verkürzter Form auf „vorablesen.de“. Dort bin ich „adel69“. Ich plane auch noch, Rezensionen auf anderen Webseiten meiner Wahl einzustellen.Produktbild - eingestellt von Sydneysider47

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