Manchmal brauche ich fröhliche Lektüre. Kein Wunder also, dass ich vor kurzem zu folgendem E-Book gegriffen habe. Ich habe es bei Vorablesen.de gewonnen:
Böse Jungs
Autorin: Susann Julieva
ISBN-Nummer: 978-3-95818-010-9
Seitenzahl: 350
Verlag: Forever (gehört zur Ullstein-Verlagsgruppe)
erschienen in Deutschland: Februar 2015

Das Buch ist nur als E-Buch zu haben und kostet 4,99 Euro.

Über Susann Julieva
Die Autorin lebt in Süddeutschland, hat eine Katze und schreibt gerne Gay-Romance-Romane in Deutsch und Englisch und auch Romane anderer Genres.
Was sind Gay-Romance-Romane? Es geht hier um Handlungen, die geprägt sind von der Liebe zwischen Männern.
Eigentlich passen solche Romane nicht in mein Beuteschema, aber die Leseprobe klang amüsant, leicht und locker geschrieben. Also las ich das Buch.

Leseprobe
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link:
http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/lp_julieva.pdf

Die Handlung
Die zwei Studenten James und Casey erzählen abwechselnd Ereignisse aus der Ich-Perspektive. Es geht um ihre Beziehung zueinander – aber auch um den Studenten Danny Rizzo, den sowohl James, als auch Casey in gewisser Hinsicht anziehend finden. Alle drei studieren am Woodhaven College.

James
James Foley ist Student, entspannt sich am Strand und denkt an seine Literaturarbeit, die er noch abzuliefern hat. Er ist in Casey verknallt – und mag Danny Rizzo nicht, einen Jungen, den Casey mit auf den Strand eingeladen hat.
James mag Rizzo nicht, weil er so perfekt zu sein scheint. Er sieht einfach unsagbar gut aus und fährt auch noch ein tolles Auto. Alle fliegen auf ihn! Und – wie Rizzo mit ihm redet! Er scheint sehr wohl zu durchschauen, dass James auf Casey abfährt – und mit ihm, Rizzo, nichts zu tun haben will. Aber es ist auch Neid. Neid darüber, dass Casey irgendetwas an Rizzo interessant findet – und deswegen Rizzo eher für Casey interessant als Partner ist als James.
Schlimm ist es für James, als er auf einer Studentenparty ist – Casey sieht und weiß: Casey ist Rizzos wegen zu der Party gekommen und nicht James wegen. Später jedoch trifft er Rizzo außerhalb der Party, gemeinsam gehen sie heim – und küssen sich.
Dennoch ist und bleibt Casey James‘ große Liebe – der Mann seines Lebens. Es gibt einige prickelnde Szenen mit Rizzo, die James zwar im ersten Moment bezaubern. Auf lange Sicht bleibt allerdings nur das schlechte Gewissen gegenüber Casey zurück. Die Tatsache, dass James Casey irgendwie hintergangen hat – ihm also untreu wurde.

Casey
Casey malt gerne. Am liebsten im Sommer. Er sitzt gerne in Cafés und beobachtet Leute.
Rizzo stärkt sein Selbstwertgefühl – deswegen mag er Rizzo. Rizzo hat ein derart fesselndes Charisma, dass Leute, die mit ihm zusammen sind, auch von anderen bemerkt werden. Und das ist etwas, das Casey gefällt – und deswegen ist er gern mit Rizzo zusammen.
Natürlich mag er auch James. Er hat für ihn ein gutes Wort bei der Collegezeitung eingelegt. Dadurch durfte Casey dort mitarbeiten. Aber James schätzt auch Caseys Maltalent.
Aber – eigentlich ist Casey bisexuell. Er steht auf Frauen – und vielleicht auch auf Männer. Rizzo zieht ihn an – und James küsst so toll. Aber wie sagt Casey seiner Familie, dass er bisexuell ist?

Der Schreibstil
Der Roman ist in einer lockeren Sprache geschrieben – wird aber nie ordinär. Ich konnte mir beim Lesen die drei Studenten sehr gut vorstellen – ihre Gedanken, ihre Gefühle werden von der Autorin sehr gut beschrieben.
Die Sätze sind weder zu lang, noch zu kurz. Auch kommen kaum Fremdwörter vor.

Meine Leseerfahrungen
Es prickelt. Es prickelt zwischen den Buchseiten – es prickelt zwischen den Jungs. Sie haben ihre Erlebnisse, jeder hat seine Vorstellung über einen oder mehrere Jungs, die ihnen ein erotisches Kribbeln über den Rücken jagen. Und das tut gut. Das treibt die Sehnsucht an.
Als Leser spürt man immer wieder dieses Kribbeln zwischen den Zeilen – und die Spannung steigt, die Antwort auf folgende Fragen zu bekommen: Wer bekommt wen? Wer wird mit wem als Partner ins weitere Leben starten?
Liebe und Eifersucht – das ist das zentrale Thema, und hier werden immer wieder die Karten neu gemischt: James würde gern mit Casey gehen – aber auch Rizzo hat diverse Eigenschaften , die ihn anziehen. Obwohl er Rizzo zuerst nicht leiden kann. Und Casey – was will Casey eigentlich? Mit einer Frau zusammen sein – oder lieber mit Rizzo? Oder doch mit James? Da wird auch mal Klartext geredet – Tacheles sozusagen. Da wird auch mal geschimpft und gedroht -, um dann letztendlich solche Drohungen mit einem Kuss oder gar mit Sex zu ersticken.
Trotz all diesen Beziehungsspielchen untereinander vergessen die Jungs nicht ihr Studium und Feste mit anderen. Solche schönen Erlebnisse kann man sich beispielsweise gönnen, wenn man an den Strand geht.
Dadurch, dass die Sichtweisen immer wieder abwechseln und eine Sichtweise intensiver beschrieben wird, hat man auch als Leser genug Zeit, sich mit jedem der einzelnen Charaktere vertraut zu machen, um sich gut in dessen Gefühle und Denkweisen hineinversetzen zu können.
Man muss natürlich auch wissen, dass Casey Rizzo gerne mit seinem Vornamen „Danny“ betitelt, während James es bevorzugt, Rizzo nur mit seinem Nachnamen zu betiteln, so wie viele seiner Freunde und Studienkollegen es auch tun. Das muss man wissen, sonst könnte man beim Lesen doch durcheinander kommen – wenn man einmal „Danny“ liest und ein anderes Mal „Rizzo“, aber sich nicht gleich merken kann, dass es sich hier um ein- und dieselbe Person handelt.
Frau Julieva weiß auch, wie man aus normalen Situationen kribbelnde Momente schafft. Da unterhalten sich beispielsweise zwei ihrer Hauptcharaktere miteinander – und so ganz nebenbei wird solch eine Unterhaltung plötzlich erotisch, weil die Stimme einer dieser Hauptcharaktere für den anderen anziehend klingt.
Die drei Jungs umgarnen sich – aber sie sind auch Rivalen. Wie Hähne ab und zu. Da versucht man, sich anzunähern – aber man zeigt auch Antipathien – nach dem Motto: „Bis hierher und nicht weiter!“ Das ist immer wieder nett zu lesen – da amüsant geschrieben. Ich konnte mir beim Lesen auch die drei Studenten sehr gut vorstellen. Allerdings war mir die Lektüre auch teilweise zu langatmig, da sich seitenlang – außer einiger Gespräche, Annäherungen und Eifersüchteleien – wenig ereignete.

Mein Fazit
„Böse Jungs“ ist ein leicht zu lesender Roman über die Beziehung und Freundschaft der drei Studenten , namens James Foley, Casey und Danny Rizzo. Sie mögen sich – aber sie konkurrieren auch untereinander.
Ein Roman für Erwachsene, die mal Erfahrungen mit einem anderen Buchgenre machen wollen. Gut als Zwischendurch-Lektüre zum Entspannen geeignet.
Da die Lektüre ziemlich anspruchslos ist und meiner Meinung nach teilweise zu langatmig war, ziehe ich einen Stern ab. Ich vergebe aber gern vier Sterne und eine Leseempfehlung.

P.S.: Diese Rezension erschien in verkürzter Form schon bei „vorablesen.de“. Dort bin ich als „adel69“ unterwegs. Möglicherweise wird sie auch noch bei Ciao.de erscheinen – dort heiße ich „Sydneysider47“. Auch eine Veröffentlichung auf anderen Webseiten meiner Wahl ist geplant.Produktbild - eingestellt von Sydneysider47

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