Liebe Leserinnen, liebe Leser,
vor einigen Wochen habe ich das Buch
Nur einen Horizont entfernt
der US-amerikanischen Autorin
Lori Wilson Spielman
zu Ende gelesen. Wie es mir gefallen hat, zeigt der folgende Bericht.

Kurze Informationen über das Buch „Nur einen Horizont entfernt“
Seitenzahl: 368 Seiten
Verlag: Fischer Krüger (S. Fischer-Verlag)
ISBN-Nummer: 978-3810523952
Erscheinungsdatum in Deutschland: 21. Mai 2015

Das Buch ist als Paperbackausgabe erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 14,99 Euro.

Über die Autorin Lori Wilson Spielman
Lori Nelson-Spielman ist eine US-amerikanische Autorin, die mit ihrem Mann im US-Bundesstaat Michigan lebt. Durch ihr Buch „Morgen kommt ein neuer Himmel“ wurde sie schlagartig berühmt – auch in Deutschland.
Und weil dieses Buch ein solch großer Erfolg war, wurde auch der zweite Roman „Nur einen Horizont“ entfernt, kräftig beworben.
Lori Nelson-Spielman schrieb ihn zu einer Zeit, als bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde. Zwei Kieselsteine, die sie in diesem Buch als „Versöhnungssteine“ bezeichnet, lagen während des Tippens immer neben ihrem Computer.

Leseprobe
Eine, vom Verlag genehmigte, Leseprobe findet man unter folgendem Link:
http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/xxl_lp_spielman_nur_einen_horizont_final.pdf

Vergeben ist oft schwerer, als man denkt – oder: die Handlung
Der Roman wird aus der Ich-Perspektive in der Gegenwart (Präsens) geschildert.
Die Ich-Erzählerin ist die Fernsehmoderatorin Hannah Farr aus New Orleans, die plötzlich in ihrem Leben mit einigen Vergebungsprozessen konfrontiert wird. Vergeben – das heißt, dass man sich mit Leuten versöhnt, die man gekränkt, seelisch verletzt oder denen man anderweitig Böses angetan hat. Davon schreibt die Rechtsanwältin Fiona Knowles in ihrem Bestseller „Die Versöhnungssteine“.
Die Idee ist, dass man zwei Kieselsteine – auch „Versöhnungssteine“ genannt – in ein Beutelchen packt und sie mit einem Brief an eine Person A schickt, die man um Vergebung bittet. Ist die Person A bereit, das Vergebungsangebot anzunehmen, schickt sie einen Versöhnungsstein an den Absender zurück. Der zweite Versöhnungsstein sollte – zusammen mit einem zweiten Versöhnungsstein – in einem Beutelchen mit einem Brief an eine weitere Person – Person B also – gesandt werden, die man um Vergebung bittet. Ist Person B zur Vergebung bereit, schickt sie Person A einen der beiden Versöhnungssteine zurück. Und so weiter. Auf diese Weise entsteht dann eine Art „Versöhnungskette“ oder Kettenbrief – wie immer man das bezeichnen will.
Oft sind Vergeben und Versöhnen gar nicht so einfach – besonders, wenn die erfahrenen Kränkungen tief sitzen. Bei Hannah Farr ist es der Fall. Die derzeitige Bestsellerautorin Fiona Knowles war eine von Hannahs Schulkameradinnen und sie machte Hannah das Leben oft zur Hölle. Fiona weiß das nur zu gut – und will, dass Hannah ihr nach Jahren verzeiht.
Hannah ringt monatelang damit, ob sie Fiona vergeben soll oder nicht. Die Versöhnungssteine schlummern lange in ihrer Schublade.
Nicht nur der Stein für Fiona beschäftigt Hannah, sondern auch der andere Stein, den sie zusammen mit einem anderen Stein an eine Person schicken oder ihr geben sollte. Eigentlich sollte das ihre Mutter sein, die Hannah seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat.
Sie macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter – aber schafft es lange nicht, ihrer Mutter entgegenzutreten. Dafür trifft sie RJ, einen Winzer, der ihr sofort sympathisch ist. Hannah plagt ein schlechtes Gewissen, denn sie hat doch schon einen festen Freund. Es ist Michael, der Bürgermeister der Stadt, Witwer und Vater von Abby. Abby kann Hannah nicht leiden.
Hannah hat eine morgendliche Talkshow, deren Einschaltquoten am Sinken sind. Auf einmal flattert ihr ein gutes Angebot eines Senders in Chicago ins Haus. Man hätte sie gerne für eine Fernsehshow am Morgen engagiert. Hannah reicht Vorschläge für eine solche Show ein. Wie wäre es, wenn man zu solch einer Show Fiona Knowles einladen könnte?
Die Ereignisse überschlagen sich. Hannah versucht, ihre Morningshow zu retten und erfährt, dass manche Wahrheiten doch lieber ungesagt bleiben sollten – denn manch Versöhnungsangebot kann auch zum Bruch einer Freundschaft führen. Dann will sie sich mit ihrer Mutter versöhnen und liebäugelt mit dem Angebot des Fernsehsenders in Chicago. Sie steht dort in der engeren Auswahl. Aber können sie und Michael nicht auch eine Wochenendbeziehung führen? Und eigentlich sollte ihr RJ nicht so sympathisch sein, wie er es ist…

Aus dem ereignisreichen Leben einer Fernsehmoderatorin – oder: meine Leseerfahrung:
Durch eine Leseprobe bei vorablesen.de wurde ich aufmerksam auf dieses Buch. Hannah war mir sympathisch, ihren Freund Michael fand ich eher oberflächlich – und über die Geschehnisse bei einem Fernsehsender wollte ich auch nichts lesen. Aber die Idee mit den Versöhnungssteinen interessierte mich. Ich wollte lesen, wie diese Idee in eine Romanhandlung verwoben waren.
Ich erwartete also viele Versöhnungsgeschichten – und wollte gleichzeitig lesen, wie es mit Hannah weitergeht. Deswegen habe ich mir das Buch gekauft.
Das Buch ist leichter Lesestoff, schnell zu lesen – die richtige Urlaubslektüre. Allerdings sind mir manche Ereignisse doch zu sehr ausgetreten. So viel über die Fernsehwelt, in der sich Hannah bewegt, will ich nicht lesen – bekomme ich aber in dem Buch zu lesen. Es geht um Sensationsfernsehen – was tue ich beispielsweise, um Einschaltquoten nach oben zu treiben? Richtig: ich kümmere mich um Sensationsgeschichten – auch wenn eine Moderatorin live vor den Kopf gestoßen wird, weil sie über Dinge im Fernsehen reden muss, über die sie nie reden wollte.
Dann gibt es beispielsweise ein Kapitel, in dem Hannah versucht, am Haus ihrer Mutter zu klingeln und durch den Wohnort der Mutter streift. Da ist alles sehr langatmig beschrieben, was Hannah sieht und fühlt – mir ist es zu langatmig. Statt solcher Langatmigkeiten hätte ich mehr Versöhnungsgeschichten gelesen.
Eine leichte Liebesgeschichte ist auch vorhanden – aber sie stört mich nicht, da sie sich lange im Hintergrund hält und sich die Personen sehr sympathisch und authentisch verhalten.
Im Gesamten gesehen hat mich das Buch sehr beeindruckt. Ich bekam Denkanstöße. Die Autorin stellt die Ereignisse rund um die Versöhnungssteine nicht nur positiv dar. Wer die Versöhnungssteine einsetzt, muss auch damit rechnen, das genaue Gegenteil von dem zu erhalten, was man erwartet hat. Freundschaften können zerbrechen.
Es gibt auch Situationen, in denen man sich wünscht, dass man früher vergeben hätte – denn es kommt vor, dass vergeben nicht mehr möglich ist. Oder nicht mehr so möglich ist, wie man es gerne gehabt hätte.
Solche Ereignisse bringt die Autorin in ihrem Roman – und das gefällt mir, regt es mich doch zum Nachdenken an. Auch denke ich wieder viel über Sensationsfernsehen nach. Muss denn immer alles öffentlich gemacht werden – nur damit die Einschaltquoten nach oben schnellen? Darf nicht auch eine prominente Person ihre Geheimnisse haben?
Wie gesagt, ich bekam einige Denkanstöße – und denke immer noch über vieles nach. Und das ist gut so. Das spricht für das Buch. Wem würde ich Versöhnungssteine schicken? Auch darüber denke ich nach. Meiner Meinung nach gibt es im Leben eines jeden Menschen andere Menschen, denen man solche Steine zusammen mit einem Brief schicken könnte.
Der Schluss von dem Buch hat mir ebenfalls gefallen – vermittelt er mir doch eine Art „Wohlfühlfeeling“. „Wohlfühlfeeling“ – wer will das nicht haben. Außerdem waren viele Ereignisse, wie sie sich am Schluss entwickelt hatten, beim Lesen für mich nicht vorhersehbar. Deswegen habe ich das Buch gerade im letzten Drittel förmlich verschlungen…

Produktbild - eingestellt von Sydneysider47
Der Roman „Nur einen Horizont entfernt“ greift eine interessante Idee auf, über die es sich nachzudenken lohnt. Die Idee der Versöhnungssteine und wem man sie schicken könnte.
Darüber hinaus erwartet den Leser eine schnell zu lesende Geschichte um eine Fernsehmoderatorin, deren Leben durch die Versöhnungssteine, aber auch durch andere Ereignisse auf einmal sehr turbulent wird.
Wegen einiger Langatmigkeiten in dem Buch ziehe ich einen Stern ab – vergebe also vier Sterne und eine Lese-/Kaufempfehlung.
P.S.: Diese Rezension erschien bereits bei Ciao.de – da bin ich unter „Sydneysider47“ unterwegs. Auch bei vorablesen.de erschien die Rezension unter meinem Nicknamen „adel69“ in ähnlicher Form. Ich habe noch vor, weitere Rezensionen auf weiteren Plattformen zu veröffentlichen.

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