Liebe Leserinnen, liebe Leser,
vor einigen Wochen habe ich folgendes Buch gelesen:
Wenn Ozeane weinen
von Ben Bennett.
Das Buch ist als Taschenbuch für 9,99 Euro erschienen, aber auch als e-Book zu haben. Und in der e-Book-Version habe ich es – dank vorablesen.de – kostenlos lesen dürfen.

Kurze Informationen zu „Wenn Ozeane weinen“
Erscheinungsdatum in Deutschland: 11.05.2015
Verlag: MIRA-Taschenbuch
Seitenzahl: 304 Seiten
ISBN-Nummer: 978-3-95649-180-1
ISBN-Nummer für das e-Book: 978-3-95649-473-4
Preis: 9,99 Euro für die Taschenbuchausgabe, die e-Book-Ausgabe hat momentan denselben Preis

Über Ben Bennett
Ben Bennett – so nennt sich ein Bestsellerautor, Jahrgang 1970. Aus seiner Feder stammen Liebesromane, wie „Solange es Wunder gibt“ (2009) und „Nachtmahl im Paradies“ (2012).
Der Autor lebt mit seiner Familie und zwei Hunden in der spanischen Großstadt Barcelona.

Leseprobe
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link:
http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/leseprobe_bennett_wenn_ozeane_weinen_.pdf

Amber, Taylor und Mandy, die Meerjungfrau – oder: die Handlung
Wir schreiben das Jahr 1975 in Monterey im US-Bundesstaat Kalifornien. Amber kommt mit ihrer Mutter Claire in den Haushalt der reichen Familie Seagarden. Claire soll dort als Haushälterin und Kinderfrau arbeiten. Die Seagardens haben ein imposantes Anwesen in den Dünen von Monterey. Allerdings herrscht bei den Seagardens tiefe Trauer: Edward Seagarden hat vor kurzem seine geliebte Frau verloren, und sein Sohn Taylor vermisst seine Mutter auch noch sehr.
So ist es schwer für Claire und auch für Amber, in diesem Haus Fuß zu fassen. Taylor ist in sich gekehrt. Das ändert sich, als er während eines Bootsausflugs ins Meer stürzt. Er wird gerettet – und es scheint, dass ein Mädchen, das im Meer lebt – und das nicht nur Taylor gesehen hat, sondern auch Amber – ihm das Leben gerettet hat.
Taylor beschließt, dem Mädchen im Meer eine Puppe zu schenken – aber dieses Mädchen lässt sich nicht mehr blicken. Mandy – so nennen Amber und Taylor dieses Mädchen. Mandy – so heißt auch die Hauptfigur in einem Song von Barry Manilow, den Amber und Taylor gerne hören.
Großvater William – der Vater von Edward – beschließt, Mandy im Meer zu finden. Aber egal, welche teuren Hilfsmittel er dafür einsetzt, das Mädchen Mandy bleibt verschwunden.
11 Jahre später – also 1986 – ist William bereits gestorben, und Amber und Taylor stehen kurz vor ihrem Schulabschluss. Zwischen ihnen hat sich eine Sympathie entwickelt, die man mit einem Verhältnis zwischen Schwester und Bruder vergleichen kann. Claire arbeitet noch bei Edward, sie führt seinen Haushalt – und Amber wohnt auch noch dort.
Eines Tages wird eine Puppe gefunden in der Nähe des Monterey-Aquariums. Und auf einmal ist Mandy gefangen im Aquarium von Monterey. Sie ging in das Netz eines Schiffes, offensichtlich, als sie ihre Puppe suchte. Amber und Taylor sind beglückt, als sie das Wesen wieder sehen, an dessen Existenz sie jahrelang glaubten – aber über das sie nicht, anderen Menschen gegenüber, reden wollten, um nicht als „Spinner“ abgetan zu werden. Genau wie William.
Edward wittert eine Chance. Man könnte Mandy vermarkten. Sie soll in Las Vegas in einem öffentlichen Aquarium für alle sichtbar ausgestellt werden. Amber und Taylor sind dagegen.
Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Mandy wird nach Las Vegas geschafft. Aber es läuft nicht so, wie es sich Edward und andere Menschen, die aus Mandy Profit schlagen wollen, gedacht haben. Weiterhin hat sich Amber in Taylor verliebt. Sein Herz aber schlägt für Mandy und die Meere, in denen sie sich aufhält…

Ein modernes Märchen – oder: Meine Leseerfahrung
Einlesezeit in dieses Buch brauche ich nicht – ich bin sofort mittendrin in der Handlung.
Amber ist die Ich-Erzählerin, sie hat eine sehr blumige und ausschmückende Sprache. Weiterhin denkt sie viel und ausgiebig über dies und das nach, und so passiert innerhalb der ersten 40 Seiten recht wenig.
Zügiger lässt sich das Buch erst ab der Handlung von 1986 lesen. Endlich ist Mandy wieder da. Amber und Taylor sind fast erwachsen – und sie müssen eine Entscheidung treffen. Werden sie Mandy retten – oder Edward gewähren lassen, der aus der Tatsache, dass er eine Meerjungfrau „besitzt“, Geld machen will. Sensationslüstern ist er – und er sieht schon das Fernsehen, die Presse, die Wissenschaft und viele Besucher nahen, die alle Mandy sehen wollen.
Taylor ist zwiegespalten. Endlich kann er Amber gestehen, dass sie seine beste Freundin ist. Aber noch will er mit ihr keine Liebesbeziehung eingehen – denn irgendwas an Mandy zieht ihn magisch an und lässt ihn glauben, dass Mandy die Frau für sein Leben sei.
Für wen wird sich Taylor entscheiden – für Amber oder für Mandy? Und wie geht es mit Mandy weiter?
Diese Fragen fesseln, packen und faszinieren mich. Ein modernes Märchen lese ich hier – eine Art „Die kleine Meerjungfrau“ im 21. Jahrhundert. Das ist mal andere Lektüre als die, die ich sonst lese. Andere Lektüre, aber ebenfalls packend.
Teilweise schlittert das Buch am Kitsch glatt vorbei. Die Geschichte ist märchenhaft – denn jeder weiß ja, dass es Meerjungfrauen nicht gibt. Bevor die Story aber zu „schnulzig“ wird (also zuviel Liebe und Tränen ins Spiel kommen), passiert doch noch ein anderes Ereignis, das wieder mehr Fahrt in die Handlung bringt – und mein Leseinteresse aufrecht erhält.
Deswegen habe ich das Buch gern gelesen. Aber der Schluss gefällt mir nicht. Wenn ich erkläre, warum das so ist, würde ich zu viel verraten. Der Schluss ist zwar nicht vorhersehbar, wirkt aber auf mich zu konstruiert – und noch unwahrscheinlicher als der Rest der Geschichte. Der Rest der Geschichte war und ist märchenhaft für mich – unrealistisch, aber er bescherte mir immerhin einige Stunden gutes Lesevergnügen.

Produktbild - eingestellt von Sydneysider47
„Wenn Ozeane weinen“ von Ben Bennett ist eine märchenhafte Geschichte über eine Meerjungfrau, die im Leben einiger Leute in Kalifornien auftaucht. Die Geschichte macht deutlich, was passieren kann, wenn man solche Wesen vermarkten will, also zu geldgierig ist.
„Wenn Ozeane weinen“ ist aber auch ein Buch über Freundschaft. Die Freundschaft zwischen Amber und Taylor.
Das Ende des Buches gefällt mir nicht. Und gerade wegen dieses Endes ziehe ich einen Stern ab. Ich vergebe also vier Sterne und empfehle das Buch weiter.

P.S.: Diese Rezension wurde bereits im August 2015 bei Ciao.de veröffentlicht. Dort bin ich als „Sydneysider47“ unterwegs. Weiterhin gibt es eine ähnliche Rezension – in verkürzter Form – bei vorablesen.de unter meinem dortigen Usernamen „adel69“. Ich habe noch vor, weitere Rezensionen auf anderen Plattformen einzustellen.

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