Als ich die Leseprobe von
Der Sommer mit Kate
der australischen Autorin
Kylie Kaden
bei vorablesen.de las, war ich fasziniert. Hier ging es um die Ich-Erzählerin Fray, die vor einigen Jahren ihre Freundin Kate verloren hatte. Und jetzt traf sie 13 Jahre danach Jack wieder, der Kate auch sehr gut kannte.
Schon gleich kam die Frage auf „Wo ist Kate?“ Die Leseprobe klang geheimnisvoll – und ließ auf einen Thriller, Krimi oder einen psychologischen Roman mit Tiefgang hoffen.
Ich wollte das Buch unbedingt lesen, weil ich die Antwort auf diese Frage haben wollte. Da ich das Buch bei vorablesen.de nicht gewinnen konnte, habe ich es gekauft und gelesen. Ob das eine gute Idee war oder nicht, zeigt der folgende Bericht.

Kurze Informationen zum Buch „Der Sommer mit Kate“
Autorin: Kylie Kaden
Verlag: Ullstein-Taschenbuch-Verlag
Erscheinungsdatum in Deutschland: 8. Mai 2015
ISBN-Nummer: 978-3548286631
Seitenzahl: 480 Seiten
Das Buch ist als Taschenbuch erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 9,99 Euro.

Über die Autorin Kylie Kaden
Kylie Kaden ist eine australische Autorin, die aus Queensland stammt. Oft hat sie an der Sunshine Coast gecampt – und genau an einigen dieser Schauplätze spielt ihr erster Roman „Der Sommer mit Kate“.
Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Brisbane (Hauptstadt des australischen Bundesstaates Queensland).

Kate ist verschwunden. Wo ist sie? – oder: die Handlung
Fray war 17 Jahre alt, als sie, Kate und Jack ein Dreiergespann waren. Enge Freunde.
Eigentlich wäre sie gerne mit Jack liiert gewesen – aber Kate wurde Jacks Partnerin.
Eines Tages feiern Kate, Fray und Jack ihren Schulabschluss am Meer. Kate erzählt Fray freudestrahlend, sie sei schwanger geworden von Jack. Als Fray Jack deswegen zur Rede stellt, verneint er das. Er habe nie mit Kate geschlafen, sagt er.
Plötzlich ist Kate verschwunden. Sie taucht nicht mehr auf. Alles, was von ihr am Strand bleibt, ist ein T-Shirt. Die Polizei sucht fieberhaft…
Diese Ereignisse fallen Fray 13 Jahre später wieder ein. Sie hat unterdessen einen Beruf als Angestellte in einer Klinik für psychisch Kranke, ein Haus und einen Hund, namens Bear. Und sie ist Single geblieben.
Jack wird ihr Nachbar. Er und seine Freundin Sara und das gemeinsame Kind Oli.
Fray und Jack kommen ins Gespräch. Sie unterhalten sich über Ereignisse, die vor 13 Jahren passieren. Und was geschah mit Kate? Fray will das endlich wissen und fragt Jack danach. Kates Verschwinden konnte sie nie richtig verarbeiten.
Fray und Jack unterhalten sich freundschaftlich miteinander. Aber sie hegen auch so manche Abneigungen zueinander. Dazu kommt, dass Sara Fray nicht mag.
Und so dauert es Wochen, bis Fray erfährt, was vor 13 Jahren wirklich passierte…

Leseprobe
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe gibt es unter folgendem Link:
http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/leseprobe-kaden-der_sommer_mit_kate.pdf

Schreibstil/Schreibperspektive
Die Ich-Erzählerin ist Francesca – genannt Fray und auch mal Frankie. Da sie aber meistens „Fray“ genannt wird, will ich auch weiterhin diesen Namen für sie verwenden. Sie erzählt dem Leser zwei Handlungen – beide im Präsens (Gegenwart).
Die erste Handlung spielt im Jahre 2013. Sie zeigt Ereignisse und Gespräche zwischen Fray und Jack. Ab und an taucht Sara auf, sie ist aber eine Nebenfigur. Kapitel mit den Ereignissen von 2013 sind in der Schriftart Times New Roman gedruckt.
Die zweite Handlung spielt im Jahre 2000, also 13 Jahre vorher. Es geht hier um Ereignisse rund um Fray, Kate und Jack. Kapitel mit diesen Ereignissen sind in der Schrift Arial gedruckt.

Cover
Normalerweise verliere ich über ein Buchcover keine Worte, aber dieses hier ist wunderbar. Weißer Hintergrund mit bunten, glänzenden Blumen darauf. Wenn man dieses Cover gegen das Licht hält, schimmert es schön…

Ich hatte von diesem Buch etwas anderes erwartet – oder: meine Leseerfahrung
Wie schon oben erwähnt, erwartete ich nach der Leseprobe ein spannendes und mitreißendes Buch. Leider habe ich das nicht bekommen.
Die ersten 50 Seiten sind noch interessant – hier wird erzählt, wie Fray Kate kennenlernte. Die beiden waren Schulkameradinnen. Außerdem erfährt man, wie Jack und seine Familie das Haus neben Fray kaufen und einziehen.
Hier ist die Spannung geweckt. Die Hauptpersonen sind sympathisch, was sie tun, interessiert mich. Und ich will wissen, was mit Kate passiert ist.
Doch wenig später beginnt mich das Buch zu langweilen. Ich erfahre, was zwischen den jungen Leuten im Jahre 2000 vorgeht. Sie lernen, trinken und feiern. Dann verschwindet Kate – und es wird sehr langatmig geschildert, was an diese Strand geschah und gerade geschieht. Da ist ein Ranger, da ist Polizei. Sie fragen und suchen nach Kate – und die anderen Jugendlichen sind total verzweifelt.
Die Handlung, die im Jahre 2013 spielt, finde ich nicht viel besser. Fray und Jack unterhalten sich – und sie streiten sich auch mal. Lange gehen beide der Frage Was ist mit Kate passiert? aus dem Weg. Da sind dann andere Dinge wichtiger. Dass Jack Fray in das Restaurant einlädt, das ihm gehört, beispielsweise. Oder dass Jack einmal für Fray kocht.
Beide vermeiden, Sara zu sagen, dass sie sich von früher her kannten. Bis Frays Bruder Ben Sara ganz direkt auf diese Tatsache aufmerksam macht.
Alles ist sehr ausführlich und langatmig geschildert. Beim gemeinsamen Kochen beispielsweise, bei dem ich als Leserin Fray und Jack „beobachte“, meine ich fast, das zu riechen, was sie kochen – und das Klappern des Bestecks und der Töpfe in der Küche zu hören. Nein, so genau wollte ich solche Ereignisse nicht lesen!
Ich will doch nur wissen, was mit Kate passiert ist!

Der Schluss…
Der Schluss offenbart noch einige Wendungen, mit denen ich nie gerechnet hätte. Aber manche von ihnen mag ich nicht. Die ganz wichtige Erkenntnis, die in einem der letzten Kapitel auf Fray und auf den Leser dieses Buches zukommt, ist zwar überraschend und interessant – aber ich habe schon Ähnliches in anderen Büchern gelesen, und da ist es weitaus besser umgesetzt.
Ich hätte doch auf mein Lesegefühl hören sollen und das Buch nach 100 Seiten spätestens abbrechen sollen. Aber ich habe es zu Ende gelesen.

Mein Fazit
In dem Buch „Der Sommer mit Kate“ ist Kate eine Randfigur. In der Hauptsache dreht sich das Buch um die Ich-Erzählerin Fray und ihre verflossene Jugendliebe Jack. Es geht um Liebe, Freundschaft, Abneigung – und um viele Erinnerungen. Daraus hätte man einen anspruchsvollen, packenden Roman machen können – aber ich finde, das ist der Autorin nicht gelungen. Für mich ist das Buch zum großen Teil langweilige Lektüre.
Es gibt einige Details und Wendungen in den letzten Kapiteln des Buches, die mich faszinieren und mitreißen konnten. Deswegen will ich dem Buch nicht nur einen Stern geben – sondern zwei. Aber diese beiden Sterne bleiben definitiv!
Als Zielgruppe für dieses Buch sehe ich Frauen. Aber – wer diesen Bericht aufmerksam gelesen hat – weiß: meiner Meinung nach gibt es bessere Romane für Frauen…
PProduktbild - eingestellt von Sydneysider47.S.: Diese Rezension erschien in ähnlicher Form bei Vorablesen.de. Dort bin ich unter dem Nicknamen „adel69“ unterwegs. Weiterhin auf Ciao.de, da heiße ich „Sydneysider47“. Ich habe vor, auf anderen Plattformen ebenfalls Rezensionen einzustellen. Auf Amazon.de ist das geschehen – dort heiße ich „Irina Melbourne“.

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