Vor einigen Monaten habe ich folgendes Buch gelesen:

Als der Sommer eine Farbe verlor,

verfasst von der deutschen Autorin

Maria Regina Heinitz

Wie mir das Buch gefallen hat, zeigt der folgende Bericht.

http://www.amazon.de/Als-Sommer-eine-Farbe-verlor/dp/3827011884/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1460753245&sr=8-1&keywords=Als+der+Sommer+eine+Farbe+verlor

 

Kurzinformationen zum Buch „Als der Sommer eine Farbe verlor“

Erscheinungsdatum in Deutschland:  10. März 2014

Verlag: Bloomsbury-Verlag, Berlin

ISBN-Nummer: 978-3827011886

Seitenzahl: 496 Seiten

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet 19,99 Euro. Im April 2015 ist die Taschenbuchausgabe des Buches erschienen.

Ich lieh mir die Hardcoverausgabe des Buches aus der Bücherei aus.

 

Über die Autorin Maria Regina Heinitz

Die deutsche Autorin Maria Regina Heinitz wurde 1968 in Isny (Allgäu) geboren. Sie studierte Deutsche Sprache, Literatur und Französisch.

2009 erhielt sie den Literaturförderpreis der Stadt Hamburg. Die Autorin lebt in Hamburg.

 

Leseprobe

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link:

http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/leseprobe_heinitz.pdf

 

Als Aimée verschwunden war, war nichts mehr so wie vorher – oder: die Handlung

Das Mädchen Bénédicte Baron (genannt Bic und Bicky) ist 13 Jahre alt, als auf einmal ihre Mutter Aimée verschwindet. Es ist das Jahr 1976, ein schöner und unbeschwerter Sommer, in dem Bénédicte mit ihrem Bruder Marcel in der Nähe ihres Elternhauses herumtollen.

Die Großmutter, von Bénédicte liebevoll „Mamique“ genannt, ist an diesem Tag zu Besuch, an dem sich das Leben gänzlich ändert. Aimée ist die Mutter von Bénédicte und Marcel – sie ist ständig Stimmungsschwankungen unterworfen. Sie ist eine begabte Malerin. Einmal ist sie gut gelaunt und erzählt Geschichten, denen die Kinder gerne lauschen. Dann gibt es Momente, in denen sie depressiv und abwesend wirkt. So auch an diesem Sommertag.

Nach schönen, unbeschwerten Sommerstunden findet Bénédicte ihre Mutter – und viel Blut. Die Mutter hat offensichtlich einen Selbstmordversuch begangen, nachdem sie noch ein Bild vollendet hatte.

Bénédicte ist erschrocken. Die begabte und bekannte Malerin  Aimée verschwindet aus dem Leben ihrer Familie. Sie sei in einer psychiatrischen Anstalt, so heißt es. Andere sagen, sie sei gestorben.

Der Vater Emil zieht mit Bénédicte und Marcel nach Sprede in Westfalen. Dort übernimmt Emil die Leitung einer psychiatrischen Anstalt – von manchen Leuten auch als „Irrenhaus“ oder „Klapsmühle“ bezeichnet.

Bénédicte und Marcel haben keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter. Sie dürfen nicht mit ihre telefonieren, der Aufenthaltsort der Mutter wird geheim gehalten.  Auch Besuche sind unmöglich.

Bénédicte und Marcel versuchen, sich in Sprede einzuleben. Bénédicte besucht immer wieder die Psychologin Frau Fritzi, die ihr dabei helfen soll, den Verlust der Mutter zu überwinden. Gertrud wurde vom Vater als Haushälterin für die Familie eingestellt – sie versucht, der Familie das Leben angenehm zu gestalten.

Bénédicte freundet sich mit Susi, einer Schulkameradin an, deren Mutter einen Gasthof bewirtschaftet. Auch redet sie oft mit Philo, einem Mitarbeiter in der psychiatrischen Anstalt, deren Leiter ihr Vater ist.

Und immer bleibt die Frage: Wo ist Aimée und was ist mit ihr passiert?

 

Ich mag dieses Buch – oder: meine Leseerfahrung

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Bénédicte geschrieben, die Handlung wird in der Vergangenheit erzählt. Gegen Ich-Erzähler habe ich nichts. Die Autorin schreibt in einer sehr schönen ausschmückenden und bilderreichen Sprache, die ich gerne gelesen habe. Ich konnte mir Menschen und Landschaften sehr gut vorstellen.

Das Buch behandelt zwei Jahre im Leben von Bénédicte, ihrer Familie und ihren Freunden. Zwei Jahre, in denen sich alle weiterentwickeln. Benédicte geht zur Schule, sie trifft ihre Freundin Susi, sie besucht die Psychiaterin Frau Fritzi.

Marcel, Bénédictes Bruder, ist nur eine Randfigur in diesem Roman. Ebenso der Vater, Fritzi, Gertrud und Philo. Alles passiert aus der Sichtweise von Bénédicte – sie gewinnt Susi als Freundin, verträgt sich nicht mit Merle Brockmann aus der Nachbarschaft – und sie möchte wissen, was mit ihrer Mutter los ist.

Genau die Antwort auf diese Frage interessiert mich auch – deswegen lese ich dieses Buch. Bénédicte und Susi sind sympathisch – ein weiterer Grund für mich, diese Lektüre zu mögen. Zu den Randfiguren kann ich als Leserin kaum eine Beziehung aufbauen – hier sind für mich nur Frau Fritzi und Mamique sympathisch.

Lange Zeit war ich entsetzt, wie die Erwachsenen mit der Information über Aimée gegenüber den Kindern umgehen. Da verschwindet die Mutter von Bénédicte und Marcel von einem auf den anderen Tag – und man sagt den Kindern nicht, wo sie ist. Die Kinder dürfen ihre Mutter nicht besuchen, nicht mit ihr telefonieren, sie bekommen die Adresse der Mutter nicht, um ihr zu schreiben. Ich frage mich: Geht es noch? Geht man so mit Kindern um? Das ist unmenschlich! Kein Wunder, dass Bénédicte fast schon traumatisiert ist, auch wenn sie versucht, das zu überspielen. Da wird sie zu einer Psychiaterin geschickt, damit sie es endlich kapiert, dass ihre Mutter nicht da ist – und sich auch entsprechend benimmt. Ich war beim Lesen nur entsetzt! Bis es in dem Buch tatsächlich eine Stelle gab, in der Mamique (die Großmutter)  Emil zu diesem Thema die Meinung sagt und ihm sagt, dass es nicht in Ordnung ist, dass er seinen Kindern diese Informationen über deren Mutter Aimée vorenthält! Da fällt mir beim Lesen dann doch ein Stein vom Herzen! Es gibt in dem Buch tatsächlich jemanden, der meine Meinung teilt – und nicht so hartherzig ist wie Emil!

Die Lektüre des Buches war mitreißend – auch wenn es einige langatmige Stellen gab. So fand ich beispielsweise, dass das Kapitel über Susis und Bénédictes Besuch in der Gaststätte Engel unnötig ist – manche Leser sagen aber vielleicht, dass dieses Kapitel wichtig ist, weil hier Rita eingeführt wird. Rita, die Schwester von Susis Mutter. Rita ist autistisch und hat einige merkwürdige Gewohnheiten.

Immer wieder tauchen französische Sätze und Wörter in der Handlung auf, die im Roman selbst nicht übersetzt werden. Aber am Schluss des Buches gibt es ein Verzeichnis mit Übersetzungen. Ich habe es erst gegen Schluss der Lektüre gefunden, weil ich diese Übersetzungen auch nicht benötigte. Meine Französischkenntnisse sind sehr gut, und ich wusste gleich beim Lesen, was gemeint ist. Leute, die aber die französische Sprache nicht beherrschen, sollten wissen, dass die deutschen Übersetzungen der französischen Wörter und Sätze am Schluss des Buches stehen.

Der Schluss des Romans hat mich doch etwas enttäuscht. Er ist anders, als ich mir ihn gedacht habe. Unvorhersehbar – das ist gut. Aber ich persönlich hätte mir einen anderen Schluss gewünscht…

 

Mein Fazit

„Als der Sommer eine Farbe verlor“ ist ein Buch in einem wunderbaren Schreibstil über ein Mädchen, das damit fertig werden muss, dass seine Mutter ganz plötzlich nicht mehr da ist. Wer einen lustigen Roman sucht, sollte nicht zu diesem Buch greifen, da ständig eine negative Grundstimmung in der Handlung vorhanden ist.

Mir aber hat das Buch gefallen – es hat mich auch zum Nachdenken gebracht. Wegen des für mich enttäuschenden Schlusses und einiger Langatmigkeiten im Buch ziehe ich allerdings einen Stern ab.

Ich vergebe vier Sterne für dieses Buch und empfehle es weiter.

P.S.: Dieser Bericht erschien schon in ähnlicher Form bei Ciao.de. Dort bin ich als Userin Sydneysider47 unterwegs. Außerdem habe ich eine Rezension bei Vorablesen.de gepostet.

 

Adelheids neueste Lesetipps:

Lesen Sie doch wieder mal einen tollen Internetartikel! Ich empfehle Ihnen

http://www.pagewizz.com/wer-das-landleben-mag-wird-schnelldorf-lieben-35458

Das ist ein toller Artikel über das Leben auf dem Lande, genauer gesagt in dem mittelfränkischen Dorf Schnelldorf. Alles aufgelockert durch ein paar flotte Youtube-Videos und klasse Buchtipps aus dem Hause Amazon.de!

Weiterhin empfehle ich Ihnen

http://www.pagewizz.com/warum-ist-es-in-der-schweiz-so-teuer-35434

Ja, warum ist es in der Schweiz so teuer? Seit Januar 2015 – wir erinnern uns – ist es in der Schweiz besonders teuer. Macht es überhaupt noch Sinn, in die Schweiz zu fahren als „Otto Normalverbraucher“? Genau das versucht der genannte Artikel ebenfalls zu ergründen.

Oder haben Sie sich schon mal die Frage gestellt: Woher kommt der Ausdruck „sich verfranzen“?

Folgender überaus lesenswerte Artikel gibt die Antwort:

http://www.pagewizz.com/woher-kommt-der-ausdruck-sich-verfranzen-35271

Haben Sie schon mal den Film „Die Schweizermacher“ gesehen?

Nein? Dann wird es aber Zeit! Der folgende Artikel stimmt Sie darauf ein:

http://www.pagewizz.com/wer-sind-die-schweizermacher-und-welche-aufgabe-haben-sie-35376

Ein Meisterwerk ist der folgende Artikel, der die Vorteile von Latein herausstellt:

http://www.pagewizz.com/warum-man-latein-bereits-auf-dem-gymnasium-lernen-sollte-35214

Und hier gibt es noch zwei tolle Buchrezensionen:

http://www.pagewizz.com/andrews-zweites-leben-rezension-35335

http://www.pagewizz.com/folgenreiche-schicksalsnacht-rezension-35147

Und bitte nicht vergessen: überall den “Gefällt mir”-Button drücken!

 

 

 

 

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