Unsere Bücherei schafft immer wieder neue Bücher an, von denen einige auf der aktuellen Spiegel-Bestsellerliste stehen. Eine der neuesten Anschaffungen, auf die das zutrifft, ist

Der Pfau

der deutschen Schriftstellerin und Übersetzerin

Isabel Bogdan

Ich habe das Buch gelesen. Was ich davon halte, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zum Buch „Der Pfau“ von Isabel Bogdan

Erscheinungsdatum in Deutschland: 18. Februar 2016

Verlag: Kiepenhauer & Witsch

Seitenzahl: 248 Seiten (Amazon spricht hier von 256 Seiten. Der Roman selbst hat allerdings 248 Seiten, die restlichen Seiten in dem Buch sind Werbung für andere Bücher.)

ISBN-Nummer: 978-3462048001

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 18 Euro.

 

Über Isabel Bogdan

Isabel Bogdan ist Jahrgang 1968, hat Anglistik und Japanologie studiert und hat sich als Übersetzerin einen Namen gemacht. Sie übersetzte bereits Werke von Jane Gardam, Nick Hornby, Jonathan Safran Foer etc. ins Deutsche.

Die Autorin lebt in Hamburg.

„Der Pfau“ ist ihr erster Roman. Damit hat sie einen Bestseller gelandet.

 

Leseprobe

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man, wenn man folgende Seite im Internet aufruft:

http://www.vorablesen.de/buecher/der-pfau

Oben rechts gibt es die Möglichkeit, auf „Leseprobe öffnen“ zu klicken. Tut man das, kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Ein Pfau ist verrückt geworden – oder: die Handlung

Das Ehepaar McIntosh bewohnt einen Landsitz in Schottland (Großbritannien), der immer wieder reparaturbedürftig ist. Manche Reparaturen kann das Ehepaar selbst vornehmen. Für andere Reparaturen müssen sie Fachleute engagieren, was durchaus mit hohen Kosten einhergehen kann.

Mehr Glück hat das Ehepaar dagegen mit der Vermietung ihrer Cottages – also kleiner Ferienwohnungen -, die ebenso auf dem Landsitz vorhanden sind.

Auf dem Landsitz leben auch Pfauen. Mrs. McIntosh hat einmal fünf Pfauen angeschafft, und sie haben sich vermehrt. Nicht rasant, aber immerhin. Die Pfauen verteilen sich auf dem großen Landsitz, sie schlagen Rad und klingen wie Urwaldtiere. Und sie haben sich mit den Hunden, die die McIntoshs auch haben, arrangiert.

Feriengäste, die zu den McIntoshs kommen, sind unter anderem das Ehepaar Bakshi. Sie kommen für drei Wochen und sind sehr gesellig. Andere Feriengäste mieten sich für ein Wochenende ein. Beispielsweise Mitarbeiter einer Bank mit ihrer Chefin, einer Köchin und einer Psychologin, die auf dem Landsitz ein „Teambuilding-Seminar“ abhalten wollen.

Solch ein Seminar soll dazu dienen, die Arbeit der Kollegen in der Bank effektiver zu gestalten. Die Banker müssen anfangs nur Schiffe malen und Hütten bauen – und einige von ihnen verstehen nicht, was das letztendlich mit ihrer Arbeit in der Bank zu tun haben soll.

Dazu kommt noch, dass einer der Pfauen auf dem Landsitz ausgeflippt ist. Liegt es daran, dass er jetzt geschlechtsreif geworden ist? Er beschädigt in großem Maße das Auto der Bakshis, später hackt er auf einer Mülltonne herum und richtet weitere Schäden an. Man kommt darauf, dass der Pfau ein Problem mit der Farbe Blau hat. Vielleicht braucht er psychologischen Beistand?

Der Lord beschließt daraufhin, den Pfau zu erschießen und tut das auch. Er lässt ihn allerdings im Wald liegen. Als Mervyn, der Hund der Chefin der Investmentabteilung Liz, den toten Pfau im Wald findet und ihn anschleppt, sind die Banker der Ansicht, er habe den Pfau gerissen. Fieberhaft überlegen sich Liz und ihr Kollege David, wie man den Pfau verschwinden lassen kann, ohne dass die anderen Bankkollegen sowie Lady und Lord McIntosh davon Wind bekommen.

Und dadurch begeben sich einige verwirrende Situationen…

 

Der Schreibstil

Das Buch ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit verfasst.

Auffällig ist, dass es kaum wörtliche Rede gibt. Gibt es sie, ist sie nicht durch Anführungszeichen („Gänsefüßchen“) gekennzeichnet, sondern sie steht einfach so herum.

Dialoge werden meistens in der indirekten Rede geschildert. Dadurch kommt – so ist meine Meinung – der Humor und die Ironie, in der das Buch geschildert ist, sehr gut zur Geltung.

 

Meine Meinung

Diese Geschichte ist köstlich! Da hat ein adliges Ehepaar einen Landsitz in Schottland mit Pfauen – und einer davon ist verrückt und versucht, blaue Gegenstände zu beschädigen! Das ist schon mal amüsant zu lesen.

Dann kommen Banker für ein Wochenende auf das Cottage. Sie sollen lernen, wie man zusammenarbeitet in der Investmentabteilung einer Bank unter Chefin Liz. Und das lernt man, indem man Schiffe zeichnet und Hütten baut? Dieselbe Frage stellen sich die Banker auch. Ich als Leserin habe mir die Frage ebenfalls gestellt.

Die Autorin nimmt also einige moderne Weiterbildungsmaßnahmen ganz schön auf die Schippe – und auch das bringt die Leser zum Schmunzeln.

Die Hauptpersonen in dem Buch – dazu würde ich alle Banker zählen und Lady und Lord McIntosh – sind sympathisch, gerade in ihrer Hilflosigkeit und in ihren Gedanken. Sie fragen sich, was diese Teambuilding-Maßnahme bringen soll und warum sie diese in einem einsamen Cottage in der schottischen Pampa durchführen müssen! Jeder hat seine Gedanken über die Maßnahme und seine Kollegen. Dazu kommt noch, dass die McIntoshs die Chefin Liz nicht leiden können.

Irgendwann ist ein Missverständnis perfekt. Jeder hat jedem gegenüber ein schlechtes Gewissen. Der Lord weiß nicht, wie er seiner Frau und Haushälterin Aileen beibringen soll, dass er den Pfau erschossen hat. Die Chefin der Bank Liz meint, ihr Hund Mervyn habe den Pfau gerissen – und sie will ihn verschwinden lassen. Andererseits hat der Pfau ihr blaues Auto zerkratzt. Und, und, und.

Das Interesse des Lesers ist schon bald bei der Lektüre geweckt. Man fragt sich, wie sich die Geschichte „entwirren“ wird. Der Schluss ist logisch – und unerwartet. Und das finde ich gut so.

 

Mein Fazit

„Der Pfau“ ist eine Geschichte darüber, welche Auswirkungen es haben kann, wenn ein Pfau verrückt ist und Dinge tut, die ein Pfau normalerweise nicht tut. Dann kann es zu Verwirrungen und Missverständnissen unter Menschen kommen, die meistens amüsant zu lesen sind.

An manchen Stellen war mir das Buch zu langatmig – da wurden manche Szenen doch zu arg ausgetreten. Deswegen ziehe ich einen Stern ab.

Das Buch „Der Pfau“ von Isabel Bogdan bekommt von mir vier Sterne und eine Empfehlung. Ich finde es als Lektüre für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet.

P.S.: Diese Rezension habe ich in verkürzter Form bei vorablesen.de veröffentlicht. Dort bin ich unter dem Usernamen „adel69“ unterwegs. Auch bei Ciao.de ist diese Rezension schon erschienen. Dort bin ich „Sydneysider47“.

 

 

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