Aus der Bücherei hier im Ort konnte ich mir folgendes Buch zum Lesen ausleihen:

Fieber am Morgen

des ungarischen Autors

Péter Gárdos

Für welche Zielgruppe eignet sich das Buch? Lohnt es sich, das Buch zu lesen? Antworten auf diese Fragen gibt (hoffentlich) mein Bericht.

 

Kurze Informationen zum Buch

Erscheinungsdatum in Deutschland: 12. Oktober 2015

Seitenzahl: 256 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3455405576

Verlag: Hoffmann und Campe

 

Das Buch ist als Hardcoverausgabe im deutschsprachigen Raum erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 22 Euro.

 

Über den Autor Péter Gárdos

Péter Gárdos ist ein ungarischer Film- und Theaterregisseur, Jahrgang 1948. Für seine Werke erhielt er schon Preise.

„Fieber am Morgen“ ist sein erster Roman, der auch fürs Kino verfilmt wurde.

 

Miklós will Lili heiraten – oder: die Handlung

Der Ungar Miklós ist Jude und hat das Grauen des Holocausts überlebt. Abgemagert und krank kommen er und einige andere KZ-Überlebende nach Schweden. In Lagern, in denen man sich um Kranke kümmert, sollen sie wieder aufgepäppelt werden.

Miklós ist so abgemagert und von Schwindsucht so gezeichnet, dass die Ärzte ihm nur noch ein halbes Jahr Überlebenschancen geben.

Doch Miklós gibt nicht auf. Er kommt an die Adressen von Ungarinnen, die ebenfalls in schwedischen Lagern gesund gepflegt werden und schreibt 117 von ihnen einen Brief. Einige antworten. Eine davon ist Lili. Als er ihren Brief liest, weiß er sofort: Das ist die Frau, die er heiraten will und wird. Aber wie können sie das realisieren? Und auf keinen Fall darf Miklós sterben!

Ein hingebungsvoller Briefwechsel nimmt seinen Verlauf. Miklós und Lili möchten sich so schnell wie möglich kennen lernen. Einfach ist es nicht, denn es gibt Ärzte, die Bedenken haben, weil beide immer noch krank sind. Außerdem leidet Miklós unter einem unerklärlichen Fieber am Morgen, das aber im Laufe der Zeit verschwindet.

Damit sich Lili und Miklós endlich treffen können, behauptet Lili, dass Miklós ihr Cousin sei. Und so klappt es mit einer Besuchsgenehmigung. Drei Tage lang können sie sich sehen, als Miklós zu Lili reist. Ihre Liebe wird dadurch stärker. Aber es ist nicht leicht, dass eine Ungarin und ein Ungar – beides Juden – in Schweden heiraten können. Es gibt viele Menschen, die den beiden Hindernisse in den Weg legen …

 

Leseprobe

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man zum Beispiel beim Internethändler Amazon.de. Ruft man dort das Buch auf, gibt es die Option „Blick ins Buch“. Klickt man auf diese Option, hat man die Möglichkeit, einige Seiten des Buches kostenlos lesen zu können.

 

Schreibstil

Das Buch ist aus der Sicht eines Ich-Erzählers geschrieben. Interessant ist, dass dieser Ich-Erzähler nur in einem einzigen Satz gegen Schluss des Buches vorkommt.

Hauptperson ist „mein Vater“ – also der Vater des Ich-Erzählers -, der einmal „mein Vater“, dann wieder „Miklós“ genannt werden. Seine Freundin und Briefpartnerin wird immer „Lili“ genannt. Damit wird die Spannung, ob Lili und Miklós zusammenbleiben dürfen und heiraten werden, während der gesamten Handlung im Buch gewahrt. Ich finde das gut, denn einer der Gründe, warum ich das Buch gelesen habe, war, dass ich wissen wollte, ob die beiden zusammenbleiben werden – oder nicht.

 

Meine Meinung zu diesem Buch

Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen. Das lag nicht nur an der interessanten Handlung und den sehr sympathischen Hauptfiguren Lili und Miklós, sondern auch daran, dass ich durch das Lesen dieses Buches einiges gelernt habe. Ich wusste nicht, dass nach dem Zweiten Weltkrieg ungarische Juden in Krankenstationen – Lagern – in Schweden behandelt wurden.

Der Ärzte sind streng, und dann gibt es noch Lagervorschriften – und so ist es gar nicht einfach, dass Lili und Miklós sich treffen können. Die beiden haben auch Freunde, die ihnen meistens helfen. So ist Miklós mit Harry zusammen, und eine von Lilis Freundinnen heißt Judit. Ohne diese Freunde könnten Lili und Miklós mit ihrer Sehnsucht oft gar nicht fertig werden…

Immer wieder werden Briefe zitiert, die Lili an Miklós geschrieben hat und Miklós an Lili. Das lockert die Handlung auf. Die Briefe sind kurz, aber sie sagen sehr viel aus. Vor allem gehen beide sehr höflich miteinander um. So ist Lili beispielsweise sehr verärgert, als Miklós sie aus Versehen in einem Brief duzt, obwohl sie es ihm noch gar nicht erlaubt hat.

 

Mein Fazit

„Fieber am Morgen“ von Péter Gárdos ist ein Buch, das mich positiv überrascht hat. Es geht um die Freundschaft zwischen den beiden ungarischen Juden Lili und Miklós, die beide den Holocaust überlebt haben. Beide lernen sich durch eine Brieffreundschaft kennen und lieben – und es ist spannend zu lesen, ob sie heiraten werden oder nicht.

Ich vergebe diesem Buch 5 Sterne und empfehle es weiter. 22 Euro für ein Buch, das weniger als 300 Seiten hat, finde ich allerdings schon recht teuer. Vielleicht sollte man warten, bis das Buch als Taschenbuch erscheint – oder es – wie ich es getan habe – aus einer Bücherei ausleihen.

 

P.S: Diese Rezension wird in ähnlicher Form demnächst bei Ciao.de eingestellt. Dort bin ich als Userin „Sydneysider47“ unterwegs.

Advertisements