Seit einigen Wochen habe ich alle „Altlasten“ von vorablesen.de abgetragen – d.h., Bücher, die ich vor einiger Zeit mal gewonnen hatte, gelesen und rezensiert und auch gut verlinkt (bei Amazon.de Erfahrungsberichte eingestellt, bei Ciao.de auch, in den Buchblog gepostet etc.). Dennoch ist jemand bei vorablesen.de immer noch schrecklich böse auf mich. Mein Name landet nicht mehr im Lostopf, egal, welche Leseeindrücke ich abgebe. Dabei sind meine Leseeindrücke oftmals besser als die Rezensionen so mancher Mitglieder bei vorablesen.de, die dort Bücher gewinnen konnten.

Das Buch

„Das Leben ist ein zotteliges Ungetüm“

des Autoren

Jesko Wilke

konnte ich auch nicht gewinnen. Vorablesen.de hat nach meinem Leseeindruck meine Gewinnchance einfach gelöscht, ignoriert und das Buch anderweitig verlost.

Um es lesen zu können, musste ich mir das Buch kaufen. Deswegen gibt es auch zwei Sorten von Rezensionen von mir über dieses Buch. Eine qualitätsmäßig schlechtere bei vorablesen.de und bessere, hochwertigere, liebevoller gestaltete und ausformulierte Rezensionen auf diesem Buchblog, bei Amazon.de, eBook.de und auf weiteren Händlerseiten.

Viel Spaß also beim Lesen meiner besseren Rezensionen!

 

Kurzinformationen zu dem Buch „Das Leben ist ein zotteliges Ungetüm“

Erscheinungstermin in Deutschland: 22.06.2016

Seitenzahl: 264 Seiten

Verlag: DRYAS

ISBN-Nummer: 9783941408890

 

Wo kann man das Buch kaufen?

Das Buch kann als E-Book gekauft werden. Wer einen Sony-E-Book-Reader hat so wie ich, sollte die ePub-Version wählen. Diese kann bei Online-Buchhändlern, wie zum Beispiel eBook.de, zum Preis von 6,99 Euro gekauft werden.

Wer einen Kindle-Reader hat, greift am besten zur Kindle-Version. Diese gibt es bei Amazon.de – ebenfalls zum Preis von 6,99 Euro.

Wer lieber ein Buch aus Papier in der Hand hat, kann das Buch natürlich auch als „ganz normales Buch“ kaufen. Es kostet dann 11 Euro.

 

Über Jesko Wilke

Jesko Wilke ist ein Autor aus Hamburg, Jahrgang 1959. Bevor er 2002 mit dem Schreiben begann, arbeitete er einige Jahre in sozialen Einrichtungen.

 

Leseprobe

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man beispielsweise bei Amazon.de. Einfach das Buch aufrufen, auf „Blick ins Buch“ klicken – schon kann man einige Seiten kostenlos lesen.

 

Stefan arbeitet in der Werbebranche – oder: die Handlung

Stefan Fischer ist arbeitslos. Einst arbeitete er als Türsteher. Im Moment wohnt er mit seinem Hund Amok in der Wohnung seiner Tochter Carla. Das ist preisgünstiger.

Carla ist bei ihrem Vater aufgewachsen, sie kann nicht kochen, aber leckere Fertiggerichte-Kombinationen in der Mikrowelle zaubern.

Beruflich ist sie eine Powerfrau. Sie ist Automechanikerin – oder „Mechatronikerin“, wie der Beruf heute heißt. Mit Oktan, ihrem Chef, arbeitet sie in dessen Autowerkstatt. Der Beruf macht Spaß, auch wenn sie oft Überstunden machen muss.

Hund Amok darf Carla ab und zu assistieren. Er bringt ihr das eine oder andere nützliche Werkzeug, das sie gerade für Autoreparaturen brauchen kann.

Nur Stefan fühlt sich erst mal nutzlos. Das ändert sich, als er einen Vorstellungstermin in der Werbefirma „Brokkoli Communications“ bekommt. Eigentlich hatte er sich dort als Türsteher oder Sicherheitsmann beworben, die Firma sucht aber einen Teamleiter („Creative Director“) einer Gruppe, die ein Werbekonzept für eine Bank entwickeln soll.

Und als solcher wird er von „Brokkoli Communications“ auch eingestellt. Mit einem Traumgehalt und Dienstporsche. Die Personen, die ihn einstellen, meinen nämlich, sie hätten DEN Stefan Fischer vor sich, der Erfahrungen in der Werbebranche gesammelt hat und sich als „Creative Director“ beworben hat.

Stefan bekommt ein schlechtes Gewissen. Soll er einen Job ausüben, in dem er noch nie tätig war? Was passiert, wenn er als Hochstapler irgendwann auffliegt. Andererseits denkt er an seine Tochter: Sie will unbedingt eine eigene Autowerkstatt haben, ihr fehlt aber das nötige Geld dafür. Und die Bank gibt ihr keinen Kredit. Da wäre es doch gut, wenn Stefan – ihr Vater – sie ein bisschen finanziell unterstützen könnte!

Mit diesen ehrlichen Gedanken nimmt Stefan den Job bei „Brokkoli Communications“ an und versucht, sein Bestes als „Creative Director“ zu geben.

 

Schreibstil sowie einige Rechtschreib- und Grammatikfehler

Das Buch ist meistens aus der Ich-Perspektive verfasst. Der Ich-Erzähler ist Stefan Fischer. Ab und an gibt es noch kursiv gedruckte Passagen, die aus der auktorialen Erzählperspektive verfasst sind. Sie zeigen die Gedanken und die Tätigkeiten anderer, im Roman vorkommenden, Personen an. Beispielsweise, was Herr Brokkoli denkt und tut, als er Stefan während des Vorstellungsgesprächs sieht.

Ich finde es clever, die Gedanken und Tätigkeiten anderer Personen auf diese Art und Weise immer wieder einzublenden. So weiß man auch, was andere Personen über Stefan denken. Außerdem ist man dann als Leser besser über die Handlung im Buch informiert.

Einige Rechtschreibfehler gibt es leider. Beispielsweise bei zusammengesetzten Substantiven (Hauptwörtern). Das Wort „Junior-Partner“ (Seite 52) schreibt man mit Bindestrich. Auch die Schreibweise „Juniorpartner“ ist zulässig. Die Auseinanderschreibung „Junior Partner“ ist in der deutschen Rechtschreibung NICHT zulässig.

Einige Male tauchen Probleme mit der Präposition „wegen“ auf. Nach „wegen“ folgt im Deutschen der Genitiv und nicht der Dativ. Das wurde im Buch falsch gemacht. Auf Seite 53 zum Beispiel. Es darf nicht „wegen dem Restalkohol“ (Dativ) heißen, es muss „wegen des Restalkohols“ (Genitiv) heißen!

Ein weiterer gravierender Fehler findet sich auf Seite 147. Da heißt es einmal „Ich habe kein Job!“ Was für ein schlechtes Deutsch ist das denn? „der Job“ ist ein maskulines (männliches) Substantiv, und der Akkusativ von männlichen Substantiven, die im Singular (der Einzahl) stehen, heißt dann „den Job“. Also muss der soeben genannte falsche Satz richtig heißen: „Ich habe keinen Job!“

Auf Seite 143 hat man einmal den Buchstaben t mit dem Buchstaben r verwechselt. Da heißt es „Kommt ihr mir?“ statt korrekt „Kommt ihr mit?“

Ansonsten finde ich die Sprache dieses Romans pfiffig, modern und gelungen. Ab und zu kommt auch das „SCH-Wort“ vor, aber der Roman wird nie ordinär oder ausfallend. Ich habe diesen Schreibstil sehr gerne gelesen.

 

Amüsante Sommerlektüre – oder: meine Leseerfahrung/Meinung

Die Hauptperson Stefan ist total sympathisch. Gleich zu Anfang des Buches lobt er seine Tochter. Und genau das gefällt mir. Schon hat er all meine Sympathien – und meine Neugierde geweckt, das Buch weiterlesen zu wollen.

Als Leserin will ich, dass Stefan gut ist in dem Job als „Creative Director“, einem Job, den er vorher noch nie gemacht hat. Aber ist nicht auch „Brokkoli Communications“ schuld daran, dass sie ihm den falschen Job geben? Warum haben sie nicht gemerkt, dass sie den falschen Stefan Fischer vor sich haben?

Nun ja, der „Headhunter“ einer Personalvermittlungsagentur hat es vermasselt. Er hat die Unterlagen „unseres“ Stefan Fischer mit denen der „Werbekanone“ Stefan Fischer durcheinandergebracht. Als Leserin bin ich froh, als Stefan Fischer, der Vater von Clara, diesen gut bezahlten Job bekommt und sein Glück darin einfach mal versucht.

Die Werbebranche hat nicht nur wahnsinnig viel Geld – nein, die Sprache vieler Leute, die Werbung machen, ist gespickt mit Anglizismen. Da liest man auch Sätze, wie „Du denkst an eine Claim Extension“ und „That’s it! Ich habe mir überlegt, welche Learnings wir aus diesen Urban Statements ziehen können!“ Als Leser bleibt man hier mit so manchen Fragezeichen im Gesicht – aber auch total amüsiert zurück. Was ist denn das für eine lustige Sprache? Das ist doch kein Deutsch mehr, sondern ein Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch.

Wer übrigens mit der Werbesprache nicht ganz klar kommt, dem hilft ein Glossar am Ende des Buches. Der Autor schafft es, mit diesen Anglizismen die Werbebranche gut durch den Kakao zu ziehen.

Stefan schlägt sich wacker im Job. Als Leserin will ich wissen: Wann wird auffliegen, dass Stefan sich eigentlich nur als Türsteher bewerben wollte und noch nie vorher als „Creative Director“ gearbeitet hat? Das hält mich an der Lektüre. Ebenfalls gerne habe ich auch gelesen, wie es Carla geht, wie sie immer wieder mit ihrem Vater in der „BarBara“ ist, etwas trinkt und Leute trifft. Manche Ereignisse in der Bar fand ich jedoch zu ausschweifend, sie sind – meiner Meinung nach – für die Handlung entbehrlich.

Spannend wird der Roman auch, als Oktan, der Besitzer der Autowerkstatt plötzlich erkrankt. Seine Frau Renate ist Clara nicht wohl gesonnen. Da hilft es auch nicht, dass „Opa Neunzig“, ein 92-jähriger Mann, der Oktan großgezogen hat, wieder zu Schraubenschlüssel und anderen Werkzeugen greift, um die Auftragsflut in der Autowerkstatt bewältigen zu können.

Ja, als Leserin frage ich mich: wie geht alles aus? Und deswegen habe ich den Roman gelesen.

Amok ist übrigens nicht die „Hauptperson“ in diesem Roman – er ist eine Nebenfigur, aber eine äußerst liebenswerte.

 

Mein Fazit

„„Das Leben ist ein zotteliges Ungetüm“ von Jesko Wilke ist ein sympathischer, leicht zu lesender Roman über Stefan, der mit seiner Tochter Carla und dem Hund Amok zusammen in einer Wohnung wohnt. Eine Wende zum Positiven scheint sich anzubahnen, als Stefan den gutbezahlten Job als „Creative Director“ in einer Werbefirma bekommt.

Ich habe diesen Roman sehr gerne gelesen und mich immer auf die Lektüre gefreut. Gekauft habe ich ihn als E-Book bei eBook.de – und ich würde dieses Buch wieder kaufen!

Ich vergebe diesem Roman vier Sterne (Note „gut“) und gebe eine Leseempfehlung ab für Menschen, die gerne mal einen leichten, netten Roman lesen wollen. Einige Handlungsstränge – beispielsweise Vorkommnisse in der Bar „BarBara“ – waren mir doch etwas zu ausschweifend und für die Haupthandlung entbehrlich, deswegen ziehe ich einen Stern ab.

 

 

 

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