Seitdem die britische Autorin

Jane Gardam

zwei Bücher ganz oben in der „Spiegel-Bestsellerliste“ platzieren konnte, sind auch die „Frühwerke“ von ihr sehr gefragt.

Das Buch

Himmlische Aussichten,

das in Deutschland 1999 erschien, ist seit einiger Zeit vergriffen und wird im Internet hoch gehandelt. Ich habe das Buch gelesen. Ob sich die Lektüre lohnt, erfährt man jetzt.

 

Kurzinformationen zum Buch „Himmlische Aussichten“

Erschienen in Deutschland: 1999

Englischer Originaltitel „Fairth Fox“ (dieses Buch erschien in Großbritannien 1996)

Verlag: Bastei-Lübbe

ISBN-Nummer: 3-404-14256-X

Seitenzahl: 381 Seiten

Das Buch erschien in Deutschland als Taschenbuch und kostete 14,90 D-Mark. Umgerechnet sind das circa 7,50 Euro. Zur Zeit wird das Buch im Internet zu Preisen von circa 27 Euro bis 32 Euro angeboten.

 

Über Jane Gardam

Jane Mary Gardam ist eine britische Schriftstellerin, Jahrgang 1928. Sie verfasst Erzählungen, Romane und Kinderbücher. Außerdem ist sie für Zeitungen als Literaturkritikerin tätig und schreibt auch für BBC Radio.

Nach dem Studium war sie zuerst als Bibliothekarin für Krankenhausbibliotheken tätig, später als Lektorin. Als sie 43 Jahre alt war, erschien ihr erstes Buch.

Jane Gardam hat schon einige Literaturpreise erhalten.

Einige ihrer Bücher sind „Himmlische Aussichten“ (davon handelt diese Rezension), „Ein untadeliger Mann“ (2015) und „Eine treue Frau“ (veröffentlicht in Großbritannien 2009, erschienen in Deutschland 2016).

 

Leseprobe

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe kann ich im Internet nicht finden und deswegen auch keinen Link dazu angeben.

 

Die Handlung

Holly Fox ist mit 28 Jahren gestorben. Sie starb bei der Geburt ihres Babys, einer Tochter, namens Faith. Welche Komplikation genau Hollys Tod auslöste, wird nicht gesagt. Man erfährt nur, dass Faith zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kam.

Alle, die Holly kannten, sind betroffen. Denn Holly war zwar keine Schönheit, aber eine äußerst liebenswerte Person. Sie hatte ein liebevolles Wesen, ein hinreißendes Lachen und arbeitete als Krankenschwester. Außerdem war sie verheiratet mit Andrew Braithwaite.

Pammie Jefford, die in der Waschküche des Krankenhauses, in dem Holly starb, tätig ist, erfährt es zuerst.

Thomasina, Hollys Mutter, erfährt es, als sie auf einer Gesundheitsfarm weilt, um sich auf ihren „Job“ als Großmutter vorzubereiten.  Die Nachricht trifft sie hart. Denn sie vergötterte ihre Tochter Holly, die sie alleine aufzog, nachdem ihr Mann plötzlich verstorben war. Er war starker Raucher, arbeitete als Chirurg und fiel mitten in einer Operation tot um.

Jeder denkt jetzt, dass sich Thomasina um Faith kümmert. Aber Thomasina will mit Faith nichts zu tun haben. Ihre Enkelin interessiert sie nicht. Lieber reist sie mit einem 70-jährigen General, den sie auf der Gesundheitsfarm kennen gelernt hat, nach Ägypten.

Andrew, Hollys Mann, kann sich nicht um Faith kümmern, denn er arbeitet als Arzt in einem Krankenhaus. Der Job ist stressig.

Er beschließt, Faith zu seinem Bruder Jack zu bringen. Jack ist ein Geistlicher, er leitet eine Gemeinde, namens Ellesby Priors. Dort kümmert man sich um Heimatlose und Vertriebene.

Jack hat eine Frau, namens Jocasta. Allerdings kümmern weder er, noch seine Frau sich um Faith, sondern einige Tibeterinnen, die zur Gemeinde gehören. Jocasta hat auch genug damit zu tun, sich um ihren Sohn Philip zu kümmern. Außerdem liebt sie insgeheim immer noch Andrew, der sie einst mit Jack bekannt machte….

 

Meine Meinung

Die Autorin hat eine sehr ausschmückende Art zu schreiben. Der Roman ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit verfasst.

Im Roman kommen viele Personen vor, die mit Faith verwandt sind oder mit Faith zu tun haben. Das Baby Faith selbst ist nur eine Randfigur, die selten in dem Roman vorkommt, über die aber immer wieder gesprochen wird.

Dafür lernt man als Leser viele andere Personen kennen. Beispielsweise Thomasina, Hollys Mutter, die versucht, ihre Trauer um Holly in einer Beziehung mit einem Mann zu verarbeiten. Faith ist für Thomasina wie Luft.

Dolly und Toots Braithwaite sind die Eltern von Andrew. Sie sind traurig sind, dass ihr Sohn Witwer ist.

Pammie Jefford ist eine Freundin von Thomasina. Sie ist verheiratet mit Hugo und begleitet Andrew, als er seine Tochter zu Jack bringt. Sie macht sich viele Gedanken um Faith.

Philip, Jocastas Sohn, freut sich, dass Faith wie eine kleine Schwester für ihn sein wird.

Und Andrew hat immer wieder ein schlechtes Gewissen gegenüber seinem Bruder Jack, weil er immer noch verliebt ist in Jocasta – und sie in ihn. Er hat Jocasta als Patientin in einem Krankenhaus kennen gelernt – meinte allerdings, dass sein Bruder Jack der bessere Ehepartner für sie wäre.

All diese Personen erscheinen immer wieder in diesem Roman. Sie reden über ihre Probleme, sie reden über Faith, sie reden über Holly, sie reden über andere Dinge.

Ja, in diesem Roman wird sehr viel geredet. Es ist ein schwatzhafter Roman über Familien und Bekannte der Familien, dem oftmals die Spannung fehlt. Und immer wieder treffen sich einige der vorhin erwähnten Personen – bei Hochzeiten, bei Beerdigungen und anderswo. Und man fragt sich: wer von ihnen übernimmt endlich mal Verantwortung für Faith?

Ich persönlich finde es schade, nicht mehr über das Baby Faith erfahren zu haben. Einige Personen in dem Roman haben mir nicht gefallen, andere schon. Andrew ist mir beispielsweise zu oberflächlich, Thomasina ebenso. Sympathisch sind mir Dolly und Toots Braithwaite sowie Pammy Jefford. Sie machen sich Gedanken um das Wohlergehen der kleinen Faith.

 

Mein Fazit

„Himmlische Aussichten“ ist ein Roman über zwei Familien und ihre Freunde. In dem Roman wird viel geredet. Das Baby Faith, das seine Mutter Holly bei seiner Geburt verloren hat, ist nur eine Randfigur. Hauptsächlich geht es um die Probleme und Interessen der beiden Familien. Einige der Personen sind liebenswert, andere sind es weniger oder gar nicht.

Ich vergebe dem Roman „Himmlische Aussichten“ drei Sterne und empfehle es Lesern, die Familienromane mögen.

 

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