Während eines Kurzurlaubs in Dresden habe ich folgendes Buch gelesen

Ein ganz neues Leben

der Autorin

Jojo Moyes

Bei diesem Buch handelt es sich um den Nachfolgeroman des Bestsellers „Ein ganzes halbes Jahr“, das vor kurzem auch verfilmt wurde.

Das Buch „Ein ganzes halbes Jahr“ mochte und mag ich sehr. Ob das auf dieses Nachfolgebuch auch zutrifft, liest man jetzt.

 

Informationen zum Buch „Ein ganz neues Leben“

Erscheinungsdatum in Deutschland: 24.09.2015

Verlag: Wunderlich

ISBN-Nummer: 978-3805250948

Seitenzahl: 524 Seiten

Das Buch ist bisher als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen. Im Buchhandel in Deutschland kostet es 19,95 Euro.

 

Über Jojo Moyes

Die britische Autorin Jojo Moyes wurde 1969 geboren. Nach dem Studium der Journalistik arbeitete sie für einige Zeitungen, beispielsweise die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London.

Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie auf einer Farm im britischen Essex.

Bevor ihr 2013 mit ihrem Buch „Ein ganzes halbes Jahr“ der internationale Durchbruch als Schriftstellerin gelang, hatte sie schon einige Bücher veröffentlicht – beispielsweise „Dem Himmel so nah“ (2008) und „Suzannas Coffee-Shop“ (2007).

 

Leseprobe

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man im Internet bei diversen Internetbuchhandlungen. Auch bei Amazon.de. Einfach das Buch aufrufen und dann oberhalb des Fotos des Buches auf „Blick ins Buch“ klicken. Schon kann man einige Seiten kostenlos lesen.

 

Aus dem neuen Leben von Louisa Clark – oder: die Handlung

Louisa Clark – genannt Lou – hat den Verlust ihres Freundes Will noch nicht verkraftet. Diesen Verlust und seine Vorgeschichte hat die Autorin ausführlich im Buch „Ein ganzes halbes Jahr“ beschrieben.

In „Ein ganz neues Leben“ erfahren die Leser, dass Lou nach einiger Zeit in Paris wieder nach Großbritannien zurückgekehrt ist. In einem Londoner Stadtteil kaufte sie sich eine Eigentumswohnung. Geld dazu hatte sie, denn Will hatte ihr eine große Summe Geld vererbt.

Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitet Lou am Flughafen Heathrow in einer Bar. Der Job ist nicht gut bezahlt, und der Chef Richard geht mit seinen Angestellten auch nicht gut um. So muss Lou auch mal das Herrenklo reinigen, was eigentlich nicht zu ihrem Arbeitsbereich gehört. Außerdem sollen die Angestellten in merkwürdigen Uniformen und lächerlichen Perücken zur Arbeit erscheinen. Das soll wohl den Umsatz steigern.

Eines Tages begibt sich Lou, von einigen Gläsern Wein angesäuselt, auf das Dach des Wohnhauses, in dem sich ihr Apartment befindet. Als sie ein Geräusch hört, fliegt sie vom Dach – und wird von einem Gartenmöbelstück eines Nachbarn aufgefangen. Das rettet ihr das Leben, aber in einem Krankenhaus muss sie operiert werden. Mit dem Sanitäter Sam, der sie nach dem Unfall ins Krankenhaus fuhr, freundet sie sich an. Er taucht immer wieder in ihrem Leben auf. Könnte er vielleicht die neue Beziehung in ihrem Leben werden?

Aber auf einmal platzt Lily in ihr Leben. Lily ist ein 16-jähriger Teenager, von niemandem geliebt. Aber sie ist Wills leibliche Tochter – stammt aus einer kurzen Beziehung in Wills Studienzeit. Lilys Mutter Tanya Houghton-Miller kommt mit ihr nicht zurecht, da Lily sehr ungezogen ist. Sie mag den Mann nicht, mit dem ihre Mutter verheiratet ist. Lily raucht, benimmt sich überall daneben, hat schon Drogen genommen, stiehlt. Kein Wunder, dass sie bisher von fast allen Schulen geflogen ist.

Sie hat Lou ausfindig gemacht, weil sie von der Frau gehört hat, die ihren leiblichen Vater zuletzt betreute. Und sie will wissen, was für ein Mensch ihr Vater war.

Aus einem Helfersyndrom heraus versucht Louisa, Lily auf den rechten Weg zu bringen. Das scheint aber lange Zeit fast aussichtslos. Lily darf bei Lou wohnen, aber es gibt immer wieder Phasen, die selbst der „strapazierfähigen“ Lou zu viel werden.

In all dieses Chaos platzt ein Jobangebot aus New York – und damit die Möglichkeit für Lou, allen Schwierigkeiten in ihrem Leben für eine Weile zu entfliehen…

 

Meine Meinung

Louisa Clark ist wieder da – die Ich-Erzählerin aus dem Buch „Ein ganzes halbes Jahr“. Sie ist sehr sympathisch und erzählt die Ereignisse aus ihrer Sicht (in der Ich-Perspektive) in der Vergangenheit.

Aber ich werde in dem Buch mit zwei Charakteren konfrontiert, die mir äußerst unsympathisch sind. Da ist zum einen Richard, Lous Chef, der meistens ein fieser Idiot ist. Zum Glück kommt er nicht oft in dem Buch vor. Dafür aber lese ich viel in Lily. Das ist sicherlich richtig, da sie auf einmal in die Handlung platzt und Lous Leben in großem Maße bestimmt. Aber das, was sie macht, ist mir oft zuwider und geht mir total auf den Geist, so dass ich beim Lesen mehrfach den Drang verspürte, die Lektüre des Buches abzubrechen oder einige Seiten zu überspringen. Das habe ich aber nicht getan, ich habe das Buch brav von Anfang bis Ende gelesen.

Lou ist viel zu gutmütig, denke ich oft. An ihrer Stelle hätte ich Lily schon lange aus der Wohnung geworfen. Als Lou von einem von Lilys „Freunden“ bestohlen wird, tut sie das auch endlich.

Schlecht finde ich an der Handlung ebenfalls, dass Peter, der Lily offensichtlich erpresst und für den sie stiehlt, nie zur Rechenschaft gezogen wird. Er kommt ungeschoren davon und wird nie der Polizei gemeldet. Das finde ich nicht in Ordnung!

Ansonsten führt die Autorin die wichtigen Handlungsstränge weiter. Sam wird mir während der Lektüre immer sympathischer. Er ist nicht nur ein toller Kumpel, sondern auch charakterlich ein toller Typ.

Das Buch hat viele Dialoge und lässt sich schnell und flüssig lesen. Manche Dinge aber waren mir doch zu ausführlich geschildert. Beispielsweise, wenn Lou die Leute einer Trauergruppe traf. Da wurde seitenlang viel geschwafelt.

Das Ende des Buches finde ich in Ordnung. Teilweise ist es offen, und gibt so der Autorin die Möglichkeit, einen weiteren Fortsetzungsroman zu schreiben.

 

Mein Fazit

„Ein ganz neues Leben“ ist ein gut zu lesender Roman – eine Fortsetzung für alle Leserinnen, die wissen wollen, wie es Louisa, der Hauptfigur aus dem Buch „Ein ganzes halbes Jahr“ einige Monate nach Wills Tod geht.

Über manche Charaktere habe ich ganz gerne gelesen, andere waren mir total unsympathisch. So sehr, dass ich immer wieder die Lektüre abbrechen wollte oder einige Seiten gerne übersprungen hätte. Weiterhin weist für mich das Buch einige Längen auf.

So ganz mitreißen wie „Ein ganzes halbes Jahr“ konnte mich „Ein ganz neues Leben nicht“, deswegen ziehe ich auch einen Stern ab.

Ich vergebe dem Buch vier Sterne und empfehle es weiter. Meiner Meinung nach ist das ein Roman für Frauen, Männer werden sich für das Buch nicht interessieren.

 

P.S.: Diese Rezension wird noch auf anderen Seiten meiner Wahl erscheinen – beispielsweise auf Ciao.de. Dort bin ich als „Sydneysider47“ unterwegs.

 

 

 

Advertisements