Gerade habe ich folgendes Buch zu Ende gelesen:

Die unsterbliche Familie Salz

von

Christopher Kloeble

Kurze Informationen:
ISBN-Nummer: 978-3-423-28092-I
Verlag: DTV
Erschienen in Deutschland im August 2016
Seitenzahl: 438 Seiten
Über Christopher Kloeble:
Christopher Kloeble ist ein deutscher Autor, der in Oberbayern aufwuchs und bereits viele Preise bekommen hat. 2012 erschien sein Roman „Meistens alles sehr schnell“. Dieser Roman soll auch verfilmt werden.
Leseprobe:
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe des Buches findet man beispielsweise bei vorablesen.de. Einfach den Titel des Buches eingeben, dann auf die Option „Leseprobe öffnen“ klicken. Schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.
Die Handlung:
Im Roman „Die unsterbliche Familie Salz“ geht es vorwiegend um das Leben der Lola Rosa Salz.

Zuerst berichtet ihre Enkelin Emma Salz über die Großmutter. Diese stieg im hohen Alter von 85 Jahren noch auf das Dach des Hotels „Fürstenhof“ in Leipzig. Sie war seit 76 Jahren nicht mehr dort oben gewesen und wollte fühlen, wie es war, als sie als Kind einen Jungen, namens Maria, auf diesem Dach traf.

Die 85-jährige Lola Rosa Salz hatte sich überschätzt – sie fiel vom Dach des „Fürstenhofs“. Sie überlebte – aber lag daraufhin im Koma.

Nach wenigen Seiten erzählt Lola Rosa Salz, wie einige Jahre ihrer Kindheit abliefen. Mit ihrer Schwester Gretl wuchs sie in München auf. Der Vater war Wirt des Löwenbräu-Kellers und konnte somit die Familie ernähren. Wegen eines Skandals aber zog die Familie nach Leipzig. Herr Salz hatte das Hotel „Fürstenhof“ gekauft.

Lola vermisste ihre Heimat München. Darüber hinaus wurde ihre Mutter immer kränker. Die Mutter, die oft Schattenrisse von Familienmitgliedern angefertigt hatte und diese an die Wand hängte. Aber ihr Mann kümmerte sich nicht mehr um sie. Er hatte Affären mit anderen Frauen. Und selbst die Geburt von Fritz konnte die Ehe von Lolas Eltern nicht mehr retten. Zum Schluss sah Lola nur noch einen Ausweg…

Nach einem Zeitsprung wird der Leser Zeuge, wie Lola versucht, für sich und ihre Kinder Avelina und Kurt eine sichere Bleibe im Zweiten Weltkrieg zu finden. Einfach ist das nicht. Lolas Mann Alfred Erwig ist Soldat und kann seiner Familie kaum helfen.

Nach Leipzig, wo ihr Vater immer noch das Hotel „Fürstenhof“ betreibt, will Lola nicht.

Nach einem weiteren Zeitsprung lernt der Leser Avelina, Lolas Tochter, als junge Erwachsene kennen. Lola und sie leben in München. Avelina ist schwanger von Robert. Sie möchte mit ihrem Freund Robert eine Familie haben – aber auf einmal ist er verschwunden.

Meine Meinung:
Schon der Anfang des Buches hat mich gepackt. Jedoch ist „Die unsterbliche Familie Salz“ kein Buch, das man an einem Wochenende „kurz weglesen“ kann. Man muss sich schon Zeit nehmen für die Ereignisse rund um Lola Rosa Salz, ihre Blutsverwandten und die „angeheiratete“ Verwandtschaft.

Wer denkt, dass dieses Buch die Ereignisse in einem Hotel zum Thema hat, der irrt. Vielmehr geht es um die Entwicklung einer Familie im Laufe vieler Jahre. Angefangen von Ereignissen im Jahre 1914 bis zum Jahr 2015. Man erfährt einiges über das Leben dieser Familie vor und während des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist das Hotel „Fürstenhof“ für die Familie Salz, die in Westdeutschland wohnt, erst einmal verloren. Das ändert sich aber nach der Wende.

Lola Rosa Salz hält die Familie zusammen, auch wenn ihre Handlungen nicht immer die Zustimmung der Menschen, die sie kennen, findet. Auch ich als Leserin dachte mir manchmal: „Wie kann man nur so stur sein!“ Liebenswert will Lola jedoch nie sein. Sie ist tapfer, als sie miit ihren Kindern im Krieg einen sicheren Aufenthaltsort sucht. Sie ist hart und unerbittlich, als sie wieder in München wohnt. Und sie bekommt das Hotel „Fürstenhof“ nie aus ihren Gedanken.

Einer ihrer cleveren Gegner ist ihr Sohn Kurt. Als Lola versucht, ihn auszutricksen, kann er ihr es irgendwann „heimzahlen“.

In diesem Buch gibt es viele Symbole. Ein starkes Symbol sind die Schatten. Jeder Mensch sollte einen Schatten haben. Die Schatten wissen beispielsweise Bescheid über die Zukunft eines Menschen. So wird beispielsweise der Beginn des Lebens von Emma Salz und die Zeit davor von ihrem Schatten erzählt. Das finde ich gelungen – es ist für mich eine ganz neue Art der Erzählperspektive.

Ein weiteres Symbol ist die Stadt München. Für Lola ist es die Stadt ihrer Kindheit, mit der sie positive Erinnerungen verknüpft. Und genau in diese Stadt zieht sie wieder, als der Krieg vorbei ist.

Es gibt noch weitere Symbole – diese würden jetzt aber diese Rezension unnötig in die Länge ziehen und vielleicht zu viel von der Handlung verraten.

Fakt ist jedoch, dass für mich das Buch überraschend bleibt bis zu Ende. Überraschend gut. Man liest ein Familienportrait aus der Sicht verschiedener Charaktere, das ist faszinierend. Es gibt nicht nur einige Ich-Erzähler, es gibt auch einen Teil aus der Du-Perspektive.

Mein Fazit:
Der Roman „Die unsterbliche Familie Salz“ hat mich sehr gut unterhalten, und ich fand die Ereignisse rund um die Familie Salz wundervoll beschrieben. Als Leser bekommt man nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch ein Portrait der Gesellschaft von 1914 bis 2015 geliefert.

Ich vergebe diesem Buch fünf Sterne und empfehle es weiter.

P.S.: In verkürzter Form erschien diese Rezension bereits bei vorablesen.de. Dort bin ich als adel69 unterwegs. Ich habe auch vor, Rezensionen bei weiteren Plattformen und Internethändlern einzustellen.
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