Ich habe folgendes Buch gelesen:

Nujeen – Flucht in die Freiheit

Im Rollstuhl von Aleppo nach Deutschland

Autorin: Nujeen Mustafa mit Christina Lamb

Wie ich das Buch fand, liest man jetzt.

 

Worum geht es in dem Buch?

Nujeen Mustafa wurde mit Kinderlähmung geboren und sitzt im Rollstuhl. Sie wohnt mit ihren Eltern und Geschwistern in Aleppo, der zweitgrößten Stadt Syriens. Nujeen und ihre Familie sind Kurden.

Weil sie nicht laufen kann, hat sie keine Chance, eine Schule zu besuchen. Und Fahrdienste, die behinderte Menschen in Schulen transportieren, wie es in Deutschland der Fall ist, gibt es in Syrien offensichtlich nicht.

Aber Nujeen lässt sich nicht unterkriegen. Sie sieht viel fern in Aleppo. Es gibt Serien, auf die sie sich freut („Zeit der Sehnsucht“ beispielsweise) und mit deren Hilfe sie sich Grundkenntnisse in englischer Sprache aneignet. Das Lesen hat ihr schon eine ihrer Schwestern beigebracht.

Im Jahre 2012 bricht der Krieg in Syrien aus. Da sich die Familie Mustafa in Aleppo nicht mehr sicher fühlt, ziehen sie erst einmal in die syrische Stadt Manbidsch.

Irgendwann kommt ISIS nach Syrien – sie werden von vielen Syrern DAESCH genannt. Sie bringen noch mehr Angst und Grauen in das Kriegsgebiet. Der Mord an Verwandten zwingt Nujeen und einige Mitglieder ihrer Familie, die gefährliche Flucht nach Europa zu wagen.

Doch – wie soll das funktionieren, wenn Nujeen nicht laufen kann und einen Rollstuhl benötigt? Andererseits ist es in Syrien nicht mehr sicher und so fliehen Nujeen und einige Mitglieder ihrer Familie erst einmal in die Türkei und von da aus nach Griechenland. Ihr Ziel ist Deutschland, denn sie haben gehört, dass dort syrische Flüchtlinge willkommen sind.

 

Meine Meinung zu diesem Buch:

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich im Rahmen einer Leserunde dieses Buch lesen durfte. Nujeen ist Ich-Erzählerin, sie erzählt das Erlebte in der Vergangenheit. Mit ihrem Buch hat sie es geschafft, dass ich viel gelernt habe über Flüchtlinge. Welche Odyssee sie auf sich nehmen müssen, dass es bei der Flucht oft um Leben und Tod gibt. Es gibt viele Schlitzohren, die nur auf Geld aus sind und hohe Geldbeträge von den Flüchtlingen fordern – dann aber minderwertigere Ware liefern. Beispiel ist ein neues Schiff aus Holz. Damit kann man auch einen Rollstuhl besser transportieren als mit einem Schlauchboot – und deswegen hat Nujeens Familie einem Schleuser mehr Geld bezahlt. Was sie aber bekommen, ist kein neues Boot, sondern ein geflicktes Boot.

Man merkt beim Lesen, wie viele Menschen das schnelle Geld durch die Flüchtlinge machen wollen – die Menschen selbst sind ihnen egal. Es gibt auch Schleuser, die Geld kassieren, dann aber verschwinden, ohne eine Leistung erbracht zu haben.

Zum Glück sind nicht alle Menschen schlecht, denen Nujeen und ihre Familie auf ihrer Flucht begegnen. Ein Beispiel für Menschlichkeit sind viele Griechen. Durch die Finanzkrise haben viele von ihnen selbst nicht viel Geld – sie versuchen aber, den Flüchtlingen zu helfen, wo sie können.

Die Reise ist abenteuerlich – über 5.000 Kilometer durch einige Länder.

Interessant finde ich auch die Meinung von Nujeen über verschiedene Ereignisse. So erwähnt sie beispielsweise die Silvesternacht von 2015 auf 2016 – und die Vorurteile, die dadurch gegenüber Flüchtlingen entstanden.

Als Leserin habe ich mich gefreut, dass Nujeen endlich in Deutschland eine Schule besuchen kann – und vor allem, dass sie dieses Buch schreiben konnte. Ich hoffe, dass dieses Buch noch viele Leser findet. Jeder, der in Deutschland wohnt und mehr über syrische Flüchtlinge wissen will, sollte unbedingt dieses Buch lesen!

Ich vergebe 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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