Gerade habe ich folgendes Buch zu Ende gelesen. Ich hatte es aus der Ortsbücherei ausgeliehen und habe es heute wieder dorthin zurückgebracht:

Weit über das Land

des schweizerischen Autors

Peter Stamm.

Wie fand ich das Buch? Dazu mein Bericht.

 

Kurzinformationen zu diesem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 25. Februar 2016

Verlag: S.Fischer

ISBN-Nummer: 978-3100022271

Seitenzahl: 223 Seiten

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 19,99 Euro.

 

Über Peter Stamm:

Peter Stamm ist ein schweizerischer Autor, Jahrgang 1963. Er studierte und arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor er 1990 zum freien Autor wurde. Einige Auszeichnungen erhielt er bereits – unter anderem den „Friedrich-Hölderlin-Preis“ im Jahre 2014.

Peter Stamm schrieb bereits einige Hörspiele, Romane und Erzählungssammlungen. Zu seinen bekanntesten Romanen zählt sein Erstlingswerk „Agnes“.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe gibt es bei diversen Online-Buchhandlungen. Beispielsweise bei Amazon.de. Einfach die Option „Blick ins Buch“ anklicken – schon kann man einige Seiten kostenlos lesen.

 

Thomas reißt aus – oder: die Handlung:

Eigentlich geht es Thomas gut. Er hat einen sicheren Job, in dem er gebraucht wird. Er hat eine nette Ehefrau, namens Astrid, und zwei gesunde und wohlgeratene Kinder, namens Ella und Konrad.

Aber eines Tages geht Thomas von zu Hause weg. Er steht auf und geht – die Gründe dafür sind unklar. Er kommt in Dörfer, er geht in Bars und trinkt dort Bier, er übernachtet im Freien oder sucht sich ein Quartier. Seine Geldkarte als Zahlungsmittel hat er ja dabei.

Seine Frau Astrid vermisst ihn. Zuerst nur erstaunt, dann aber kommt die Angst. Ist Thomas etwas passiert? Sie schaltet die Polizei ein. Man findet Thomas‘ Kleidung in einem Einkaufszentrum in einer Tüte. Er hat sie wohl bewusst weggeworfen. Dann stellt sich heraus, dass Thomas in Zürich etwas mit der Geldkarte gekauft hat. Astrid fährt nach Zürich – immer in dem Glauben, sie möge Thomas finden.

Seinem Chef sagt sie, Thomas sei krank. Doch das ist nicht die Wahrheit. Irgendwann trifft sie ihn und sagt, er sei fortgegangen. Einfach so. Der Chef versteht sie. Und beide warten…

 

Ein ruhiger Roman – oder: meine Meinung:

Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive in der Vergangenheit erzählt (also kein Ich-Erzähler). Da es ein relativ kurzer Roman ist, der in einer augenfreundlichen Schrift verfasst ist, lässt sich das Buch innerhalb weniger Stunden lesen.

Der Stil ist ansprechend und gut gestaltet. Wichtig ist, dass wörtliche Rede nicht in Anführungszeichen steht, sondern zwischen Kommas gesetzt ist. Aber das stört mich beim Lesen nicht.

Die Handlung vollzieht sich abwechselnd aus der Sicht von Thomas und von Astrid. Er geht einfach weiter, schaut, wie er irgendwie überleben kann. An seine Frau und seine Kinder denkt er kaum.

Astrid dagegen quält sich. Zuerst ist es Erstaunen über das plötzliche Verschwinden ihres Mannes, dann die Angst, es könne ihm etwas passiert sein. Er könne gestorben sein. Sie weiß oft nicht, wie sie umgehen soll mit dieser Situation. Die Kinder versorgt sie mechanisch.

Sie geht zur Polizei, sie redet mit Thomas‘ Chef. Das sind alles Dinge, die sie tun muss. Und sie macht sich Sorgen um die Finanzen. Thomas war der Versorger der Familie, sie selbst hat keinen Job. Was soll passieren, wenn kein Geld mehr für die laufenden Kosten fließt?

Der Roman ist ruhig und nicht spannend. Dennoch ist das Leseinteresse geweckt. Man will wissen, was mit Thomas passiert – und wie es mit Astrid und den Kindern weitergeht. Und genau deswegen habe ich das Buch gelesen.

Der Schluss ist übrigens absolut nicht vorhersehbar. Und genau das finde ich bei einem Buch klasse.

 

Mein Fazit:

„Weit über das Land“ ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt. Was passiert, wenn man einfach mal abhaut? Seinem derzeitigen Leben entflieht? Wie wichtig sind für einen Mensch Familie und Job?

Das Buch ist gut geschrieben, allerdings hätte ich gern etwas mehr Spannung gehabt. An manchen Stellen denke ich, dass das Buch zu detailliert erzählt wird. Da wird fast jede Sekunde beschrieben, die beispielsweise Thomas in diversen Situationen erlebt.

Außerdem finde ich 19,99 Euro für dieses Buch recht teuer. Aber – okay, ich musste es ja nicht kaufen. Wie schön, dass es Büchereien gibt!

Ich vergebe dem Buch „Weit über das Land“ von Peter Stamm vier von fünf Sternen (Note „gut“) und empfehle das Buch weiter.

P.S.: In ähnlicher Form wird diese Rezension noch auf anderen Seiten erscheinen – zum Beispiel bei lovelybooks.de.

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