Vor einigen Tagen habe ich folgendes Buch zu Ende gelesen

Das Nest

der US-amerikanischen Autorin Cynthia D’Aprix Sweeney.

Wie ich das Buch finde, liest man jetzt.

 

Buchdaten:

Verlag: Klett Cotta

Veröffentlichungsdatum: 29.10.2016

ISBN-Nummer: 978-3-608-98000-4

Seitenzahl: 410 Seiten

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 19,99 Euro.

 

Über die Autorin:

Cynthia D’Aprix Sweeney arbeitete in New York als PR-Beraterin, bevor sie Schriftstellerin wurde. Jetzt lebt sie mit Mann und Kindern in Los Angeles.

„Das Nest“ ist ihr erster Roman.

 

Es geht um viel Geld – oder: die Handlung

Leo Plumb Senior hatte einst ein erfolgreiches Immobilienunternehmen. Und irgendwann hatte er die Idee, einen Geldfonds für seine vier Kinder Melody, Jack, Bea und Leo junior anzulegen.

Nur wenige Jahre, nachdem er diesen Geldfonds eingerichtet hat, stirbt Leo Plumb Senior. Jetzt wäre die Zeit für seine Kinder gewesen, dass man ihnen ihr lukratives Erbe ausbezahlt. Aber dieses Erbe hat folgendem Haken. Melody, Bea, Jack und Leo Junior dürfen erst von diesem Geld – diesem Erbe – profitieren, wenn Melody, die jüngste der Geschwister, ihren 40. Geburtstag gefeiert hat.

Wer allerdings vor diesem Termin Geld aus diesem Fonds entnehmen darf, ist Francie Plumb, die Ehefrau von Leo Plumb Senior. Und sie entnimmt reichlich Geld, um ihrem Sohn Leo Junior aus einer Notlage zu helfen. Dabei hat er sich sein finanzielles Desaster selbst eingebrockt. Außerdem will sich seine Frau Victoria von ihm scheiden lassen.

Dabei hat sich Leo einige Millionen Dollar zur Seite geschafft – auf ein Konto, das außer ihm niemand kennt. Es wäre einfach für ihn, Geld daraus zu entnehmen und seinen Geschwistern Melody, Bea und Jack das Geld, das sie ihm aus ihrem Erbe geliehen haben, zurückzugeben. Aber er zögert aus vielen Gründen, das zu tun.

Seine Geschwister würden jedoch das Geld dringend brauchen. Nicht nur, weil alle in New York leben und das Leben dort teuer ist. Sondern auch, weil jeder von ihnen mit eigenen finanziellen Sorgen zu kämpfen hat.

Melody hat viele Ausgaben zu stemmen für die Collegegebühren ihrer Töchter Nora und Louise. Außerdem ist die Instandhaltung ihres Vorstadthäuschens nicht billig.

Jack ist homosexuell. Er verkauft Antiquitäten und ist damit wenig erfolgreich. Ohne dass sein Ehemann Walker davon wusste, hat er das gemeinsame Ferienhaus verpfändet.

Beatrice kann sehr gut schreiben, war aber als Schriftstellerin nie erfolgreich. Sie würde gerne ihre Wohnung vergrößern.

Leo verspricht seinen Geschwistern, das Geld, das er seinen Geschwistern schuldet, aufzutreiben. Nur – wie soll er das machen, ohne seine „eiserne Reserve“ angreifen zu müssen?

 

Meine Meinung zu diesem Buch

Die Autorin hat einen sehr guten Schreibstil, die Charaktere sind sehr sympathisch – auch Leo Junior, der eigentlich ein Schlitzohr ist.

Als Leser lernt man nicht nur ihn kennen, sondern auch seine Geschwister. Jeder von ihnen ist auf seine eigene Art und Weise liebenswert, und als Leser versteht man auch, warum sie Geld brauchen. Man wünscht den Geschwistern Plumb, dass sie ihr Geld bekommen und dass sie glücklich und zufrieden sind. Glücklich und zufrieden mit ihren Familien.

Ja, es gibt einige Personen in diesem Buch. Nicht nur die Geschwister Plumb, sondern beispielsweise auch Stephanie, eine Literaturagentin, die Leo aufnimmt, nachdem ihn seine Frau Victoria nicht mehr in die gemeinsame Wohnung lässt. Auch Nora und Louise tauchen auf, Zwillinge, die lieber die teuren Nachhilfestunden schwänzen und stattdessen im Park spazieren gehen.

Es gibt also viele Leute mit Problemen und Meinungen, die allerdings oftmals dem Buch die Spannung nehmen. Ich habe das Buch gelesen, um die Frage beantwortet zu bekommen, wie die Geschwister Plumb zu ihrem Erbe kommen – und da bleibt das Buch interessant bis zum Schluss.

Das Buch zeigt auch, was Familie sein kann, wenn man sie hat. Nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch in menschlicher Hinsicht. Eine Familie kann Liebe bedeuten, gleichzeitig aber auch Verantwortung füreinander. Das war und ist auch eine ganz zentrale Botschaft dieses Buches für mich – und deswegen bewerte ich es mit vier von fünf Sternen (Note: gut).

Advertisements