Vorspann:

Das Buch „Zusammen ist man weniger allein“ der französischen Schriftstellerin Anna Gavalda hat mir überaus gefallen. Deswegen war ich auch angetan, ihr neuestes Buch mit fünf Erzählungen zu lesen. Dass hier alle Erzählungen aus der Sicht von Ich-Erzählern präsentiert werden, stört mich nicht.

 

Kurze Informationen zum Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 30. Januar 2017

Seitenzahl: 304

Verlag: Hanser

ISBN-Nummer: 978-3446250499

Das Buch ist in Deutschland als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet 20 Euro.

 

Fünf Erzählungen und meine Meinung dazu:

„Mein Hund wird sterben“ ist für mich die beste Erzählung des Buches. Sie macht nachdenklich und berührt. Sie handelt von Jeannot, genannt Jean, der als LKW-Fahrer arbeitet. Er erzählt von seinem Hund, dem er keinen Namen gab. Der Hund war ausgesetzt worden. Jean fand ihn am Straßenrand und nahm ihn zu sich. Der Hund gab Jean Wärme, Liebe und Freundschaft, nachdem sein Sohn Ludovic gestorben war.

Jean zieht Parallelen zwischen dem Tod seines Sohnes und dem bevorstehenden Tod seines Hundes. Wieder muss er ein Lebewesen hergeben.

Der Hund war ein treuer und guter Gefährte. Er wohnte mit Jean im Keller, nachdem seine Frau ausgerastet war und penibelst die Wohnung und das Haus reinigte. Und wenn Jean seinen LKW fuhr, saß der Hund neben ihm.

Die Erzählung „Mathilde“ finde ich seltsam. Mathilde ist 28 Jahre alt. Sie studiert in Paris und wohnt mit zwei Frauen im ähnlichen Alter in einer WG. Eines Tages verliert sie ihre Handtasche. Viel Geld befindet sich darin. Mathilde rechnet nicht damit, die Handtasche mit Geld und dem restlichen Inhalt wieder zu bekommen.

Aber es passiert das Unglaubliche: Ein Mann findet die Tasche. Er trifft sich mit Mathilde und händigt ihr die Tasche aus. Dann verschwindet er aus ihrem Leben. Mathilde will ihn unbedingt finden.

Je mehr ich von dieser Erzählung las, desto unsympathischer wurde mir Mathilde. Oft konnte ich ihre Handlungsweisen nicht verstehen.

Die Erzählung „Meine Kraftpunkte“ ist für mich persönlich wieder ein Lichtblick. Es geht um Pierre. Er ist Vater und arbeitet auf einer Baustelle. Eines Tages wird er in die Schule zitiert, weil sein Sohn Valentin einem behinderten Mitschüler, namens Maxime, die Reifen des Rollstuhls aufgestochen hat.

Pierre kann zur Versöhnung von Valentin, Maxime und dessen Eltern beitragen, indem er allen zeigt, wie man einen Rollstuhlreifen flickt.

Pierre ist sympathisch, er versucht zu vermitteln. Und er versucht auch, seinen Sohn Valentin zu verstehen. Der Schluss der Geschichte ist überraschend – und man erfährt den wahren Grund, warum Valentin den Rollstuhl von Maxime beschädigte. Wobei ich über diesen Grund schon den Kopf schütteln musste….

Die Erzählung „Yann“ ist für mich sehr konfus. Yann ist zwar sympathisch – ein Student, 26 Jahre alt. Er hat eine schnoddrige Sprache als Ich-Erzähler, an die ich mich erst mal gewöhnen muss. In dieser Erzählung vermisse ich den „roten Faden“ – also eine Haupthandlung. Yann macht dies und das. Einmal trifft er Alice. Alice, die reich und attraktiv ist. Ein anderes Mal ist Yann Vertreter einer koreanischen Firma.

Wäre das ein Roman, hätte ich ihn nach 60 Seiten weggelegt. Die circa 100 Seiten umfassende Erzählung habe ich ganz gelesen, aber irgendein Funke sprang auf mich nicht über.

Auch „Minnesang“ konnte mich nicht begeistern. Obwohl ich Ludmilla, die Hauptperson, mochte. Sie arbeitet in einem Laden, der Tiere und alles, was ein Tier braucht, verkauft. An den Wochenenden besucht sie ihre Schwester, die Familie hat.

Ludmilla selbst ist noch nie auf die Idee gekommen, nach einem Partner fürs Leben zu suchen.

An einem Abend geht sie aus. Nachdem sie einen Mann getroffen hat, dessen Katze sie interessiert, trifft sie einen Dichter, der mit ihr ins Bett will. Dass dieser Lieder und Gedichte zitiert, finde ich originell. Auch der Schluss der Erzählung überrascht und passt dazu.

Dennoch mag ich diese Erzählung nicht besonders gern, was eindeutig an der recht ordinären Sprache liegt.

 

Mein Fazit:

In dem Buch „Ab morgen wird alles anders“ von Anna Gavalda lernt man in fünf Erzählungen fünf verschiedene Menschen mit fünf verschiedenen Schicksalen und etlichen Problemen kennen.

Zwei Erzählungen gefallen mir überaus gut, zwei Erzählungen finde ich mittelmäßig – und eine Erzählung mag ich überhaupt nicht, da ich sie ziemlich konfus finde.

Ich vergebe diesem Buch drei von fünf Sternen. Bei einer Weiterempfehlung bin ich unentschlossen.

 

 

 

 

 

 

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