Auf das Buch „Ein Sommer in Corona del Mar“ kam ich nur durch Zufall. Die Lektüre hat mich positiv überrascht.

Nachdem ich einen US-amerikanischen Klassiker eines renommierten US-amerikanischen Autors gelesen hatte, suchte ich nach locker-leichter Sommerlektüre. Das Cover des Buches „Ein Sommer in Corona del Mar“ und auch der Buchtitel verhießen  genau solche Lektüre.

Wie erstaunt allerdings war ich, als ich das Buch las. Es hat mich von Anfang an gepackt. Der Schreibstil sprach mich an. Ich habe hier keinen belanglosen Frauenroman vor mir, sondern wirklich einen Roman mit Tiefgang, der mich bis zum Schluss fesseln konnte.

Es geht um die zwei Freundinnen Mia und Lorrie Ann in einer südkalifornischen Stadt in den 1990er-Jahren. Mia erzählt die Geschichte dieser Freundschaft aus der Ich-Perspektive.  Die Geschichte beginnt, als die beiden Teenager sind. Lorrie Ann ist beneidenswert, sie scheint ein besseres und glücklicheres Leben zu führen als Mia. Das Schicksal wendet sich, als Lorrie Anns Vater stirbt.

Als Lorrie Ann schwanger wird und Jim, den Vater ihres Kindes, heiratet, scheint wieder vieles gut zu werden. Doch Jim stirbt, als er als Soldat bei einem Einsatz agiert – und Lorrie Anns Baby, namens Zach, ist schwerbehindert.  Lorrie Ann scheint ihr Schicksal zu akzeptieren, sie hat einen neuen Partner und liebt ihr Kind abgöttisch. Allerdings bleiben Probleme nicht aus – beispielsweise Probleme mit Drogen.

Mia studiert, macht einen hervorragenden Studienabschluss und promoviert. Sie zieht nach Istanbul und findet einen Partner. Mit Lorrie Ann ist sie vorwiegend telefonisch in Kontakt. Ab und zu gelingt es ihr, ihre Freundin in Kalifornien zu besuchen.

Interessant an dem Buch finde ich, dass ich als Leserin am Leben von Lorrie Ann aus der Perspektive ihrer Freundin Mia teilhabe. Und zwar ziemlich intensiv. Jugenderinnerungen wechseln sich ab mit Erlebnissen, die beide als Erwachsene haben. Wobei der Fokus mehr auf das Leben von Lorrie Ann gelegt wird.  Von Mia erfahre ich lange Zeit nur wenig.

Und beim Lesen fragte ich mich oft: „Was kommt noch? Worauf will dieses Buch hinaus?“

Der Schluss hat mich überrascht – und er wirft das Bild, das ich mir lange von Lorrie Ann gemacht hatte, total über den Haufen. Aber nicht allein der Leser wird überrascht – die Ich-Erzählerin Mia ebenfalls. Zu Recht fragt sie sich, wie gut sie ihre Freundin Lorrie Ann überhaupt gekannt hat.

 

Mein Fazit:

Das Buch „Ein Sommer in Corona del Mar“ kann ich empfehlen. Wer einen lockeren Frauenroman lesen will, sollte allerdings zu einem anderen Buch greifen. Denn hier geht es um die Freundschaft zweier Frauen, die den Leser nachdenklich macht. Auch den Schreibstil finde ich gelungen. Er wird nie ordinär, er ist oft klug und gefällt mir.

Der deutsche Buchtitel passt nicht ganz zu dem Buch, da es nicht nur um einen Sommer im südkalifornischen Städtchen Corona del Mar geht, sondern um eine freundschaftliche Beziehung, die mehrere Jahre dauert.

Wegen einiger Längen in dem Buch vergebe ich dem Buch vier von fünf Sternen – also die Note „gut“ –  und eine Leseempfehlung.

 

Informationen zum Buch:

Erschienen in Deutschland im April 2017

Seitenzahl: 352 Seiten

Verlag; btb (gehört zur Verlagsgruppe Random House)

ISBN-Nummer: 978-3-442-71471-1

Das Buch ist in der deutschen Ausgabe als Taschenbuch erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 9,99 Euro.

 

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