Liebe Leserinnen, liebe Leser,

auf der Seite vorablesen.de habe ich meistens kein Glück. Man kann davon ausgehen, dass ich – wenn ich fünf Leseeindrücke für Bücher poste, die dort verlost werden – kein einziges dieser fünf Bücher gewinne!

Deswegen war ich im Februar 2018 angenehm überrascht, als ich dort doch mal Glück hatte. Ich hatte meinen Leseeindruck zum Buch

Für immer ist die längste Zeit

der US-amerikanischen Autorin Abby Fabiaschi bei vorablesen.de gepostet, um 10 Punkte zu bekommen, damit mein Punktekonto dort etwas aufgestockt wird.

Um 4.000 Punkte zu bekommen und mir damit ein Buch auszusuchen, das ich gerne lesen will, muss ich bei vorablesen.de ganz schön ackern! Deswegen kommen mir auch 10 Punkte ganz recht!

Mitte Februar 2018 bekam ich die überraschende E-Mail, dass ich das Buch gewonnen habe! Es lag in meinem Poststapel, den ich Ende Februar 2018 antraf, als ich mit meinem Mann aus dem Malta-Urlaub zurückkehrte.

Ich habe das Buch ausgepackt und gelesen. Was ich dazu meine, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zu dem Buch „Für immer ist die längste Zeit“:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 21. März 2018

Verlag: Fischer KRÜGER

ISBN-Nummer: 978-3-8105-2479-9

Seitenzahl: 368 Seiten

Das Buch ist als Paperbackausgabe in der deutschen Übersetzung erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 14,99 Euro.

 

Über die Autorin Abby Fabiaschi:

Abby Fabiaschi ist eine US-amerikanische Autorin, die Familie hat und in Connecticut und in Utah lebt.

Da sie schon als Jugendliche mit Trauer umgehen musste, brachte sie zu der Idee, dieses Buch zu schreiben.

Sie spendet 20 Prozent ihrer Nettoerlöse an Verbände, die sich für das Wohl von Frauen und Kindern weltweit einsetzen.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man auf mehreren Webseiten im Internet. Auch auf vorablesen.de. Einfach nach Informationen über dieses Buch suchen und die Option „Leseprobe öffnen“ anklicken. Schon ist es möglich, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.

 

Die Handlung:

Madeline – genannt Maddy – ist gestorben – Selbstmord war es, sie sprang vom Dach einer Bibliothek in die Tiefe. Aber warum hat sie sich umgebracht? Ihr Mann Brady und die 16-jährige Tochter Eve bleiben erschrocken und ratlos zurück und versuchen, das Geschehene zu begreifen und zu verarbeiten.

Der Leser des Buches befasst sich mit drei Ich-Erzählern, die jeder Geschehnisse aus ihrer Sicht schildern. Da gibt es Maddy, die sich in einer Art „Zwischenwelt“ befindet, die zwischen Paradies und Hölle angesiedelt ist. Sie möchte versuchen, das Leben ihrer Hinterbliebenen Eve und Brady irgendwie zu beeinflussen. Wenn sie es schon zu Lebzeiten nicht so tun konnte, wie sie es tun wollte, so will sie es wenigstens jetzt – kurz nach ihrem Tod – tun. So würde sie es beispielsweise gern sehen, wenn Brady Rory heiratet. Rory ist eine Frau, die auch schon Schweres in ihrem Leben durchmachen musste und Eve Nachhilfe in „Analysis“ – einem Gebiet der Mathematik – gibt.

Die beiden anderen Ich-Erzähler sind Eve und Brady. Sie versuchen beide auf ihre eigene Art mit der Trauer um Maddy umzugehen. So will Eve nicht von anderen Menschen geschont werden, die meinen, dass man sie wegen ihrer Trauer nicht mit Alltagsdingen konfrontieren sollte. Brady nahm immer seinen Job als Vorwand, wenn er bestimmte Dinge nicht tun wollte.

Eve und Brady suchen Psychologen auf, die ihnen bei ihrer Trauer helfen sollen. Weiterhin lesen sie in Maddys Tagebuch, um mehr über Maddy, ihre Gedanken und ihre Gefühle zu erfahren.

 

Meine Meinung:

Ich finde das Thema „Frau hat sich umgebracht und ihre Angehörigen versuchen, damit fertig zu werden“ ziemlich heftig. Wenn ich aber dieses Buch als „Märchen“ sehe mit einer Handlung, die hoffentlich so nie passieren wird, fällt es mir leichter, mit der Handlung klarzukommen.

Sympathisch an dem Buch ist, dass es gut geschrieben ist und sich leicht lesen lässt und die Hauptpersonen Maddy, Eve und Brady authentisch rüberkommen. Jeder von ihnen hat „seinen“ eigenen Erzählstil und seine eigene Denkweise – und das gefällt mir.

Maddys Angehörige Eve und Brady fragen sich, warum Maddy sich das Leben genommen hat. Im Laufe der Lektüre erfährt man, dass Eve oft egoistisch war und Brady immer wieder seine Arbeit als Grund vorschob, um sich um diverse Dinge in seinem Privatleben nicht zu kümmern. So ließ er beispielsweise Geburtstagsgeschenke für seine Frau von seinen Assistentinnen kaufen – und diese schrieben sogar die Geburtstagskarten für Maddy.

Darüber darf man sauer und verstimmt sein – dennoch ist das kein Grund, sich umzubringen.

Interessant an dem Buch fand ich, dass Eve und Brady sich entwickelt haben. Sie haben sich gefragt, wie sie manches besser machen können, als sie es zu Lebzeiten Maddys machten. So ging Eve in den Ferien in ein Camp und beschäftigte sich mit schwerbehinderten Jugendlichen. Zuerst mochte sie diese Tätigkeit nicht sonderlich, aber sie wuchs dort hinein. Und Brady machte Reisepläne mit Eve, die er zu Lebzeiten Maddys nie gemacht hätte.

Maddy versucht, aus „ihrer“ Zwischenwelt, die Handlungen und Gedanken von Eve, Rory und Brady zu steuern. Meistens gelingt ihr das.

Ich habe das Buch gelesen, weil mir der Schreibstil und die Personen gefallen haben und weil ich wissen wollte, wie Eve und Brady ihre Trauer verarbeiten.

Manchmal gab es Längen in dem Buch, die die Handlung streckten. Ich erwartete, dass sich – außer der Entwicklung von Eve und Brady und der Verarbeitung ihrer Trauer – nichts Besonderes mehr in dem Buch passiert. Plötzlich aber gab es doch Geschehnisse, die mich total überraschten. Solche unvorhergesehenen Passagen werten für mich das Buch auf. Sie haben mich überrascht und nachdenklich gemacht.

 

Mein Fazit:

„Für immer ist die längste Zeit“ ist ein Buch, das mich unterhalten konnte, mich zum Nachdenken brachte und mich überraschte. Ich vergebe die Note „gut“ und eine Leseempfehlung.