Liebe Leserinnen, liebe Leser,

kürzlich habe ich ein Buch gelesen, das die Bezeichnung „Thriller“ trägt. Bei einem Thriller erwarte ich ein unsagbar spannendes Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen kann, weil ich wissen will, wie es ausgeht. Ein Buch, das mich packt, das mich fesselt, das ich „weglesen“ kann wie nichts. Ein Buch, von dem ich – nach der Lektüre – so begeistert bin, dass ich es jedem Leser, der spannende Bücher mag, mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann.

Aber ist das Buch „Chicago“ von David Mamet, das als „Thriller“ angepriesen wird, solch ein Buch?

Diese Rezension hier gibt die Antwort.

 

Kurze Informationen zu dem Buch „Chicago“ von David Mamet:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 1. Oktober 2018

Verlag: Harper Collins

ISBN-Nummer: 978-3-95967-224-5

Seitenzahl: 384 Seiten

Das Buch ist in der deutschen Übersetzung als Hardcover mit Schutzumschlag erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 20 Euro.

 

Über den Autor David Mamet:

David Mamet ist als Dramatiker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur tätig. Er schrieb die Drehbücher für die Filme „The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“ sowie für „Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt“. Beide Drehbücher wurden für den Oscar nominiert. Für sein Theaterstück „Glengarry Glen Ross“ erhielt David Mamet den Pulitzerpreis.

Diese Ereignisse liegen schon lange zurück – und 20 Jahre danach legt David Mamet einen Roman, nämlich „Chicago“, vor.

 

Leseprobe:

Vom Verlag genehmigte Leseproben gibt es an mehreren Stellen im Internet. Beispielsweise bei „vorablesen.de“. Einfach diese Webseite besuchen, nach dem Buch „Chicago“ suchen und auf die Option „Leseprobe öffnen“ klicken. Schon ist es möglich, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.

 

Worum geht es in dem Buch?

Mike ist 30 Jahre alt und Journalist im Chicago der 1920er-Jahre. Er ist immer auf der Suche nach guten Geschichten. So versucht er beispielsweise herauszufinden, wer den Tod von Jackie Weiss und Morris Treitelbaum zu verantworten hat.

Um an Informationen zu kommen, geht Mike direkt zu den Leuten und befragt sie. Beispielsweise in Bars oder in Blumengeschäften. Auch seine Freundin Annie Walsh ist eine gute Informantin.

Immer wieder philosophiert er über seine Ergebnisse – aber auch über andere Dinge – mit seinem Journalistenkollegen Parlow.

Eines Tages jedoch wird Annie vor seinen Augen erschossen – und Mike versucht, diesen Tod aufzuklären und zu rächen….

 

Meine Leseerfahrung:

Der Autor hat eine schöne Sprache. Man merkt schon, dass er einmal einen Literaturpreis gewonnen hat.

Jedoch habe ich einige Kritik an dem Buch zu üben. Ein Thriller ist es nicht – es ist nur mäßig spannend. Oft gestaltete sich die Lektüre ziemlich zäh.

Ich habe mich lange gefragt, worauf das Buch hinaus will. Mike will herausfinden, wer diese beiden Männer umgebracht hat. Er redet mit Leuten, die etwas wissen könnten. Dann lese ich wieder Nebensächlichkeiten – beispielsweise, wie Mike mit Annie auf einer Flugschau ist, und frage mich, was das mit den Ermittlungen zu tun hat.

Die Figuren sind mir zu oberflächlich gezeichnet. So erfahre ich zwar viel über den Journalisten Mike, aber nur wenig über den Menschen Mike. Als seine Freundin umgebracht wird, erscheint er mir zuerst zu wenig emotional. Doch das ändert sich. Der zweite Teil des Buches ist interessanter. Es verwandelt sich in einen Krimi mit guten Dialogen.

Ich vergebe drei Sterne.