Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich hatte mich vor einigen Monaten zu einer Leserunde des neuen Romans von Julian Barnes mit dem Titel „Die einzige Geschichte“ beworben. Leider wurde ich nicht ausgewählt – aber unsere Bücherei am Wohnort hat das Buch unterdessen da, und so habe ich es mir zum Lesen ausgeliehen.

Kurzinformationen zum Buch „Die einzige Geschichte“ von Julian Barnes:

Verlag: Kiepenhauer & Witsch

Erscheinungsdatum in Deutschland: 14. Februar 2019

ISBN-Nummer: 978-3462051544

Seitenzahl: 304

Das Buch ist in der deutschen Übersetzung als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 22 Euro.

Über den Autor Julian Barnes:

Julian Barnes ist ein britischer Autor, Jahrgang 1946. Er wuchs in London und Northwood auf. Er hat ein Studium der „Modernen Sprachen“ absolviert, das er mit Auszeichnung abschloss.

Er arbeitete für das „Oxford English Dictionary“ und diverse Zeitungen, außerdem als Fernsehkritiker.

Seine Frau verstarb 2008 plötzlich an einem Gehirntumor. Darüber schreibt Julian Barnes auch in einigen seiner Romane, die sehr erfolgreich sind und von Kritikern immer sehr gut bewertet werden.

Leseprobe:

Kostenlose Leseproben gibt es mehrere im Internet. Auch bei Amazon.de. Einfach das Buch suchen und auf die Option „Blick ins Buch“ klicken.

Worum geht es in dem Buch?

Der Ich-Erzähler Paul  ist Student, 19 Jahre alt. Beim Tennisspielen verliebt er sich in Susan McLeod, 48 Jahre alt. Die beiden beginnen eine Partnerschaft miteinander.

Pauls Eltern sind nicht begeistert über diese Beziehung, und der Tennisclub schließt Paul und Susan irgendwann aus.

Susan ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ihr Mann zeigt sich ihr gegenüber immer wieder gewalttätig. Er trinkt und schlägt Susan und zwingt sie immer wieder, Alkohol zu trinken. Das führt dazu, dass sie Alkohol hasst.

In London kann sie ein Haus kaufen und zieht mit Paul dort ein. Nun scheint Normalität in Susans Leben einzukehren – aber so ist es nicht. Auf einmal verfällt Susan dem Alkohol, sie trinkt Hochprozentiges und versucht, das vor Paul zu verheimlichen. Paul hat unterdessen sein Jurastudium beendet, er kommt ihr auf die Schliche, versucht, ihr zu helfen – aber die Situation scheint ihm zu entgleiten….

Meine Meinung:

Die Geschichte spielt in den 1960er-Jahren in Großbritannien.

Am Anfang fiel es mir schwer, in die Handlung des Buches hineinzufinden. Über Tennisspielen mochte ich nichts lesen – und über die Beziehung eines jungen Mannes mit einer wesentlich älteren Frau auch nicht.

Aber irgendwann begann das Buch, interessant zu werden, mich beim Lesen zu halten. Ich mag den  Schreibstil von Julian Barnes, er ist ruhig, ohne ordinäre Ausdrücke.

Interessant ist das Buch durch seine Handlung. Es schockiert mich, wie McLeod mit Susan umgeht – und es interessiert mich auf einmal doch, wie die Beziehung zwischen Susan und Paul weitergeht.

Paul wird verzweifelt, als Susan alkoholabhängig wird – dadurch passieren ihr auch Sachen, die nicht passieren sollen. Je verzweifelter Paul wird, desto spricht der Autor direkt mit ihm. Die Geschichte wird also nicht mehr aus der Ich-Perspektive, sondern aus der Du-Perspektive erzählt. Das finde ich außergewöhnlich.

Der letzte Teil des Buches wird aus der auktorialen Erzählperspektive erzählt. Ich finde diesen letzten Teil ziemlich deprimierend.

Manchmal wird – durch philosophische Betrachtungen – die Handlung ziemlich in die Länge gezogen. Manche dieser Betrachtungen fand ich gut, andere zu langatmig.

Mein Fazit:

Das Buch „Die einzige Geschichte“ ist ein ruhig erzählter Roman, nicht spektakulär, immer wieder interessant. Die philosophischen, eingestreuten Gedanken ziehen das Buch teilweise in die Länge.

Ich vergebe vier von fünf Sternen.

P.S.: Ich schreibe zurzeit nur sehr selten für vorablesen.de, da meine „Glücksfee“ dort wohl gekündigt wurde. Wer mir Bücher senden möchte, die auf vorablesen.de vorgestellt werden und möchte, dass ich sie rezensiere, schreibt mir bitte eine E-Mail an twodoor2015@web.de.

Es ist auch möglich, mir ein solches Buch zu leihen – ich sende es nach der Lektüre gerne wieder an den Inhaber zurück. Aber vorher bitte ich, über meine vorhin genannte E-Mail-Adresse mit mir Kontakt aufzunehmen!