Mittelmäßig und oft ausschweifend

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

auf folgendes Buch kam ich, als es in unserer Bücherei hier am Ort zum Lesen vorgestellt wurde. Die Handlung klang interessant. Außerdem wollte ich schon lange einmal ein Buch von Dora Heldt lesen.

Also nahm ich „Drei Frauen am See“ von Dora Heldt zum Lesen mit.

Kurze Informationen zu dem Buch „Drei Frauen am See“ von Dora Heldt:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 31. August 2018

Verlag: dtv

ISBN-Nummer: 978-3423262064

Seitenzahl: 576 Seiten

Das Buch ist als Paperback-Ausgabe erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 16,90 Euro.

Über die Autorin Dora Heldt:

Dora Heldt ist eine deutsche Autorin, geboren 1961, die Buchhändlerin lernte und mit Romanen, wie „Urlaub mit Papa“ und „Tante Inge haut ab“ sehr bekannt wurde.

Die Bücher wurden zu Bestsellern und teilweise auch schon verfilmt.

Leseprobe:

Vom Verlag genehmigte Leseproben gibt es auf diversen Händlerseiten im Internet. Auch bei Amazon.de. Einfach auf die Option „Blick ins Buch“ klicken, schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

Worum geht es in dem Buch?

Alexandra, Friederike, Jule und Marie waren in den 1970er-Jahren sehr gute Freundinnen. Sie unternahmen viel miteinander, sie vertrauten einander, sie waren ein Herz und eine Seele. Ihre Freundschaft hätte ein Leben lang halten können – aber dann gab es ein entscheidendes Ereignis, das sie auf einmal trennte. So sehr, dass sie den Kontakt zueinander einstellten und jahrelang nichts mehr voneinander hörten. Jede der Frauen ist ihren eigenen Weg gegangen – beruflich und privat.

Doch plötzlich ist Marie gestorben. Sie litt ihr Leben lang an einer Herzkrankheit. Ihren drei einstigen Freundinnen hat sie ein Haus vererbt unter der Bedingung, dass sie sich wieder treffen und aussprechen.

Meine Meinung:

Das Buch ist vorwiegend aus der auktorialen Erzählperspektive in der Vergangenheit verfasst. Der Leser erfährt abwechselnd von Alexandra, Friederike und Jule und Marie. Später erscheinen die Passagen über Marie aus der Ich-Perspektive. Da Marie tot ist, werden Abschnitte aus ihrem Tagebuch geschrieben.

Die ersten 100 Seiten ließen sich schnell lesen, danach wurde die Lektüre oft zäh. Ich lernte die Charaktere kennen. Alexandra, Friederike und Jule waren mir nicht besonders sympathisch. Alexandra ist eine gut aussehende, erfolgreiche Verlagsleiterin, ziemlich unnahbar.

Friederike wird oft „Friedi“ genannt, leitet ein Hotel in Norderney und hat eine wechselhafte Vergangenheit. Es geht mir auf die Nerven, wenn sie mit dem Kurznamen „Friedi“ betitelt wird, denn dieser Name gefällt mir nicht. Ich finde solche Kosenamen, die auf -i enden, kindisch.

Jule ist Physiotherapeutin mit einer eigenen Praxis, trifft immer wieder ihre Tochter Pia. Ich finde Jule – neben Marie – am sympathischsten. Aber, was sie mit Pia und anderen Leuten schildert, ist mir oft zu ausschweifend erzählt.

Marie wird kaum beschrieben. Als sie in die Handlung eingeführt wird, ist sie bereits sehr krank und in einen Hospiz. Ihre beste Freundin Hanna ist bei ihr. Hanna kümmert sich auch nach Maries Tod darum, dass Alexandra, Friederike und Jule sich treffen und sich aussprechen.

Maries Tagebucheinträge stammen aus den 1970er-Jahren. Ich finde sie authentisch, aber manchmal ziemlich ausschweifend.

Mein Fazit:

„Drei Frauen am See“ ist ein Roman über drei Frauen, die sich nach vielen Jahren wieder einmal treffen. Die Charaktere waren mir nicht unbedingt sympathisch, die Handlung oft zu detailliert und langgezogen.

Was mich an der Lektüre hielt, war herauszufinden, warum sich die Frauen seinerzeit zerstritten hatten.

Der Schreibstil des Buches ist einfach gehalten, klug fand ich das Buch erst am Schluss, als eine Quintessenz, die die drei Frauen gelernt haben, gesagt wird.

Ich vergebe drei Sterne. Das Buch kann man lesen, man versäumt aber nichts, wenn man es nicht tut.