(Rezi von Adelheid) Deb Spera: Alligatoren

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am 25. September 2018 habe ich ein Konzert von „Jeff Lynne’s ELO“ in der SAP-Arena in Mannheim besucht. Ich bin mit dem Zug nach Mannheim gefahren und habe dort übernachtet.

Als Lektüre während der Zugfahrt griff ich zu

Alligatoren,

einem Buch der US-amerikanischen Autorin

Deb Spera.

Ob mir das Buch gefallen hat, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zu dem Buch „Alligatoren“ von Deb Spera:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 3. September 2018

Verlag: Harper Collins

ISBN-Nummer: 978-3959672207

Seitenzahl: 432 Seiten

Das Buch ist in der deutschen Ausgabe als Hardcover mit Schutzumschlag erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 22 Euro.

 

Über die Autorin Deb Spera:

Deb Spera ist eine US-amerikanische Autorin. Sie wuchs in Louisville, Kentucky, auf. Ihre Eltern waren sehr jung als sie geboren wurde.

Zur Zeit lebt Deb Spera mit ihrer Familie in Los Angeles. Sie besitzt ein TV-Produktionsunternehmen.das erfolgreiche Fernsehserien produziert.

Auch als Autorin ist sie sehr erfolgreich, vor allem in den USA. „Alligatoren“ ist ihr erster Roman.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe ist an mehreren Stellen im Internet zu finden – beispielsweise auch bei vorablesen.de. Einfach das Buch dort aufrufen und auf die Option „Leseprobe öffnen“ klicken. Schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Worum geht es in dem Buch?

In dem Buch gibt es drei Ich-Erzählerinnen, die alle in den 1920er-Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika  leben und irgendwie miteinander zu tun haben.

Gertrude ist verheiratet mit Alvin. Eine Liebesheirat war es nicht. Alvin liebt Gertrude auch nicht. Er schlägt sie – und zwar so, dass sie lange mit diesen Verletzungen zu tun hat. Er versäuft das Einkommen, mit dem er seine Familie ernähren soll, und redet schlecht über Gertrude. Sie haben vier Mädchen, um deren Wohlergehen sich Gertrude kümmert. Sie überlässt ihre Mädchen immer wieder anderen Leuten – Verwandten und Freunden -,  damit sie dort essen können.

Irgendwann hält es Gertrude nicht mehr aus und greift zu drastischen Mitteln. Anschließend sucht sie sich einen Job als Näherin bei Mrs. Annie Coles. Außerdem kann sie ein Haus mieten, in dem sie für ihre vier Mädchen sorgen will.

Annie Coles scheint nach außen hin wohlhabend zu sein – jedoch plagen sie Geldsorgen. Die letzte Baumwollernte war nicht gut – und sie hofft auf den Tabakanbau. Doch auch dieser läuft nicht so, wie erhofft.

Sie hat eine Näherei, die sie mit ihrem Sohn Lonnie betreibt. Sie stellen dort Kleidung für Damen und Herren her und hoffen auf gute Umsätze.

Doch Annie hat nicht nur geschäftliche Sorgen. Während sie mit ihren Söhnen gut auskommt, hat sie den Kontakt zu ihren Töchtern Sarah und Molly schon lange verloren. Sie weiß lange nicht mal, dass sie Enkelkinder hat.

Oretta arbeitet für Annie Coles. Sie hat afrikanischen Migrationshintergrund und ist die gute Seele dieses Haushalts. Sie ist abergläubisch, aber sehr gutherzig. Sie kümmert sich beispielsweise einige Tage lang um Gertrudes jüngste Tochter Mary und rettet dieser das Leben. Auch redet sie Gertrude ins Gewissen, als diese bei einem weiteren Problem fast ausrastet.

 

Meine Meinung:

Jede dieser Frauen war mir bei der Lektüre des Buches sympathisch oder berührte mich in ihrem Schicksal. Oretta ist eine sehr starke Frau, die ich bewundere. Sie arbeitet für Annie und versucht auch, sich um ihren Mann Odell zu kümmern, der ein Bein verloren hat. Um Mary kümmert sie sich total rührend mit allem Wissen, das ihr zur Verfügung steht. Mary erinnert sie an ihre eigene Tochter, die im Alter von acht Jahren verstorben ist.

Gertrude hielt ich zuerst für schwach, sie tat mir leid. Aber sie weiß sich zu wehren und mausert sich zur starken Persönlichkeit. Jedoch muss sie sich auch von anderen Leuten etwas sagen lassen – beispielsweise im Umgang mit ihren Töchtern. Und das ist gut so.

Auch Annie mochte ich. Sie ist eine starke Frau. Sie versucht zu überleben, Leuten eine Arbeit zu geben zu fairen Bedingungen. Dabei trifft es sie sehr, dass es mit ihrer eigenen Familie nicht zum Besten steht. Das Verhältnis zu ihren Töchtern scheint verfahren.

Man liest das Buch, um zu wissen, wie es mit diesen Frauen weitergeht. Wird es Gertrude gelingen, ihre Töchter zu ernähren? Werden Annie und ihre Familie wieder geschäftlichen Erfolg haben? Und wie geht es mit Oretta – die in dem Buch „Retta“ genannt wird – weiter? Es gibt auch lange noch weitere offene Fragen in dem Buch – beispielsweise das Verschwinden einer Person. Da will man als Leser/Leserin wissen, wie das alles endet. Deswegen liest man das Buch.

Ich habe durch dieses Buch nicht nur drei interessante Frauen kennen gelernt, sondern mir wurde wieder in Erinnerung gerufen, wie sehr manche Menschen in den 1920er-Jahren auch in den Vereinigten Staaten von Amerika ums Überleben kämpfen mussten.

Die Alligatoren, die dem Buch seinen Titel geben, sind Randfiguren. Sie sind ein Symbol dafür, dass man sie schießen kann, um sich von ihnen zu ernähren. Allerdings schmecken sie nicht besonders gut. Sie sind aber auch Tiere, die den Menschen gefährlich werden können.

Ich vergebe fünf von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.

 

 

 

(Rezi von Adelheid) Kent Haruf: Lied der Weite

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Anfang des Jahres 2018 war ich äußerst glücklos bei vorablesen.de. Egal, welchen Leseeindruck ich hinterließ – es gab einfach keinen Gewinn für mich.

So hätte mich beispielsweise das Buch „Lied der Weite“ von Kent Haruf sehr interessiert. Kaufen wollte ich mir das Buch nicht selbst – es kostet 24 Euro, das war mir zu viel Geld.

Aber wozu gibt es Büchereien? Unsere Bücherei hier am Ort hat das Buch angeschafft und ich habe es mir zum Lesen ausgeliehen.

Meine Meinung dazu liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zum Buch:

Verlag: Diogenes

Seitenzahl: 384

ISBN-Nummer: 978-3257070170

Erscheinungsdatum in Deutschland: 12. Januar 2018

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 24 Euro.

 

Über Kent Haruf:

Kent Haruf war ein US-amerikanischer Autor, geboren 1943 und gestorben 2014. Er hat sechs Romane geschrieben und erhielt einige Literaturpreise.

Seit dem Erfolg seines Romans „Unsere Seelen bei Nacht“, der schon verfilmt wurde, werden seine Romane so nach und nach wiederentdeckt und auch veröffentlicht.

 

Leseprobe:

Es gibt einige kostenlosen Leseproben dieses Buch im Internet. Beispielsweise bei Amazon.de. Einfach dort das Buch aufrufen und auf die Option „Blick ins Buch“ (direkt oberhalb des Buchcovers) klicken. Schon kann man einige Seiten kostenlos lesen.

 

Die Handlung:

Der Roman spielt in der fiktiven US-amerikanischen Kleinstadt Holt und erzählt von einigen Menschen, die dort wohnen, und ihrem Schicksal.

Da gibt es die Brüder Ike und Bobby. Ihr Vater Tom Guthrie ist Lehrer und versucht, sich so gut wie möglich um seine Jungs zu kümmern. Denn seiner Frau Ella wurde ihr Leben als Mutter und Ehefrau zu viel. Sie zieht weg von ihrem Mann und ihren Söhnen, zuerst in ein anderes Haus, schließlich nach Denver. Ike und Bobby sind sehr selbständig. Sie verdienen sich etwas Geld und schließen diverse Bekanntschaften.

Weiterhin erfährt der Leser von Victoria Roubideaux. Sie ist 17 Jahre, schwanger geworden nach einem Abenteuer mit Dwayne. Ihre Mutter wirft sie deswegen raus. Maggie Jones, eine Lehrerin, kümmert sich um Victoria und lässt sie bei sich wohnen. Doch Maggies Vater kommt mit dieser Tatsache nicht klar – und deswegen muss Maggie für Victoria eine andere Bleibe finden.

Tom Guthrie hat in der Schule Probleme mit dem Schüler Beckman und dessen Eltern. Sie finden, dass Tom Guthrie ihren Sohn ungerecht bewertet hat.

Die beiden Brüder McPherson haben eine Farm. Sie haben nie geheiratet, ihr Lebensinhalt sind ihre Rinder und die Landwirtschaft.

 

Meine Meinung:

Da ich „Unsere Seelen bei Nacht“ des Autors Kent Haruf schon sehr gut fand, wollte ich auch sein Buch „Lied der Weite“ lesen. Glücklicherweise hat unsere Bücherei im Ort es zum Ausleihen da und deswegen konnte ich es auch lesen.

Das Buch ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers geschrieben (also keine Ich-Erzähler). Die Kapitel sind nur mit den Namen der Personen beschriftet, die eine Hauptrolle darin spielen.

Gibt es wörtliche Rede, so ist sie nicht mit Anführungsstrichen gekennzeichnet.

Am Anfang liest sich das Buch etwas schleppend, denn man lernt als Leser verschiedene Charaktere kennen, weiß aber nicht, wie diese miteinander zusammenhängen und warum über sie erzählt wird. Im Laufe der Lektüre wird das jedoch klar – und als Leser wird man vertraut mit Ike und Bobby, ihrem Vater Tom Guthrie, Victoria Roubideaux und den Brüdern McPherson. Dann liest sich auch das Buch schneller und leichter.

Ich nehme mal an, dass die Handlung des Romans in den 1950er- oder 1960er-Jahren spielt. Die Leute in Holt sind fixiert auf ihre Probleme, nur selten kommen sie aus diesem Ort heraus. Viele der Charaktere sind sympathisch, ihr Schicksal berührt und man will wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Deswegen liest man das Buch. Ich wollte beispielsweise wissen, wie es mit Victorias Schwangerschaft weitergeht und ob Ella sich noch einmal entschließt, zu ihrer Familie zurückzukehren.

Der Erzählton ist ruhig – man merkt aber schnell, welch große Probleme die Protagonisten haben. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und ich kann es mir gut vorstellen, dass es einmal zu den US-amerikanischen Klassikern zählen wird. Empfehlen kann ich das Buch allen Lesern, die sich für US-amerikanische Literatur interessieren, und auch Lesekreisen, die sich mit solcher Literatur befassen.

Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.