Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das Buch „Als die Tage nach Zimt schmeckten“ habe ich während eines Urlaubsaufenthalts gelesen. Wie mir das Buch gefallen hat, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zu diesem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland:  6. Juli 2018

Verlag: Ullstein-Taschenbuch

Seitenzahl: 384 Seiten

ISBN-Nummer:  9783548290393

Das Buch ist in der deutschen Übersetzung als Taschenbuch erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 11 Euro.

 

Über die Autorin Donia Bijan:

Donia Bijan ist eine Autorin, die gerne kocht und in San Francisco ein eigenes Restaurant betreibt. Als ihr das Ganze zu stressig wurde, nahm sie sich eine Auszeit und schrieb das Buch „Als die Tage nach Zimt schmeckten.“

 

Worum geht es?

Noor ist Iranerin, aber lebt schon seit Jahren in San Francisco (USA). Sie hat dort einen Job als Krankenschwester in einem Krankenhaus. Ihr Mann, der Arzt Nelson, arbeitet ebenfalls dort. Die Ehe läuft gut, die beiden haben eine Tochter, namens Lily, die im Teenageralter ist.

Doch eines Tages überrascht Noor ihren Mann mit einer anderen Frau. Das ist für Noor ein No-Go, sie sieht ihre Ehe mit Nelson am Ende und kündigt auch den Job im Krankenhaus. Spontan beschließt sie, mit Lily über die Sommerferien nach Teheran (Iran) zu fliegen, um ihren Vater Zod zu besuchen. Dieser hat dort ein Café, das sich schon seit Jahren unter den Einheimischen großer Beliebtheit erfreut.

Noor versucht, in ihrer Heimat auf andere Gedanken zu kommen. Außerdem leidet ihr Vater an Krebs und sie will ihn so lange betreuen, wie sie es kann.

Lily hat Probleme im Iran. Da ist zuerst einmal die Sprache, die sie nicht beherrscht. Ein einheimischer Junge, namens Karim, bringt ihr ein paar Wörter und Redewendungen Persisch bei.

Außerdem hat Lily Probleme, sich ihrem Großvater Zod zu nähern. Das gelingt aber mit der Zeit, dennoch vermisst Lily viele Annehmlichkeiten, die die USA zu bieten hat, die im Iran allerdings immer noch fehlen.

 

Meine Meinung:

Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit geschrieben. Sofort bin ich als Leserin mittendrin in der Handlung. Noor ist die Hauptperson. Noor, die versucht, im Iran am Ort ihrer Kindheit zu vergessen, dass ihr Mann sie mit einer anderen Frau betrogen hat.

Noor ist sympathisch, ihr Vater Zod auch. Lily sträubt sich zuerst gegen diese ganz andere Kultur – als Leserin kann ich das nachvollziehen. Lily ist Amerikanerin, sie war noch nie im Iran.

Die Autorin hat alles in einer faszinierenden und bildhaften Sprache verfasst, die ich sehr gerne gelesen habe. Die Einblicke in die Vergangenheit sind ebenfalls sehr mitreißend geschildert. Besonders der Grund, warum Noors Mutter Pari nicht mehr am Leben ist, hat mich sehr berührt.

Man will als Leserin wissen, ob Noor wieder zurückkehren wird in die USA und ob es noch eine Chance gibt für sie und Nelson.

Im letzten Viertel hatte ich einige Probleme mit dem Buch – auf einmal wurde für mich die Handlung in vieler Beziehung nicht nachvollziehbar. Manche Handlungsstränge wirkten mir zu konstruiert. Das hat mich gestört – auch wenn der Schluss unvorhersehbar war für mich – was ja wieder für das Buch spricht.

Weiterhin störte mich, dass der Iran meistens zu schön und zu harmlos dargestellt wird. Spätestens seit „Nicht ohne meine Tochter“ von Betty Mahmoody weiß man doch, dass es im Iran nicht nur eine interessante Kultur und Geschichte, gute Speisen und Zimt gibt, sondern die Frauen gegenüber den Männern in der Gesellschaft viel schlechter gestellt sind. Gegen Schluss gibt es eine Episode in dem Buch, die zeigt, was Frauen im Iran passieren kann und wie ihre Umgebung damit umgehen kann  – jedoch ist mir das alles zu wenig.

„Als die Tage nach Zimt schmeckten“  ist für mich ein faszinierendes und interessantes Buch, das mir einige Einblicke in das Leben und die Kultur des Iran verschaffen konnte.

Da ich im letzten Viertel das Buch nicht mehr ganz „rund“ fand und diverse Tatsachen mir einfach als „zu schön“ dargestellt wurden, ziehe ich einen Stern in der Gesamtwertung ab.

Ich vergebe vier Sterne  und empfehle das Buch weiter.