(Rezi von Adelheid) Bradley Somer: Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

folgende Rezension erschien 2015 bereits auf der Verbraucherplattform Ciao.de. Leider gibt es Ciao.de nicht mehr als Verbraucherplattform. Deswegen gehe ich durch alte Rezensionen und überarbeite sie für den WordPress-Blog. So auch diese hier.

Unsere Bücherei hier im Ort hat es sich seit einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, einige neue Bücher, die man zum Ausleihen angeschafft hat, während eines Abends im Oktober vorzustellen. Eines der Bücher, das präsentiert wurde, war

Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel

Die Dame, die das Buch vorstellte, lobte es in den höchsten Tönen. Sie hatte dieses Buch gern gelesen. Deswegen wollte auch ich es unbedingt lesen. Noch am selben Abend lieh ich mir das Buch aus der Bücherei aus. Ich habe es zu Ende gelesen und meine Meinung in diesen Bericht gepackt.

Kurzinformationen zu diesem Buch:

Autor: Bradley Somer

Erscheinungsdatum in Deutschland: 12. März 2015

ISBN-Nummer: 978-3832197834

Verlag: DuMont-Buchverlage

Das Buch ist als Paperbackausgabe (Klappenbroschur) erschienen und kostet im deutschen Buchhandel  14,99 Euro.

Über Bradley Somer

Bradley Somer ist ein australischer Autor, der in Kanada aufwuchs. Er schrieb bereits Erzählungen und einen Roman, der einen Preis bekam.

„Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel“ ist sein zweiter Roman.

Leseprobe

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man beim Online-Versandhändler „Amazon“. Einfach den Buchtitel dort suchen und dann „Blick ins Buch“ anklicken. Schon hat man die Möglichkeit, einige Seiten des Buches lesen zu können.

Als Ian, der Goldfisch, aus dem 27. Stock fiel (Handlung, Teil 1)

Das Hochhaus „The Seville On Rocky“ hat 27 Stockwerke und steht irgendwo in einer Großstadt. Welche Großstadt das ist, verrät das Buch nicht. Der Leser erfährt nur kurz, dass man dort mit der Währung „Dollar“ bezahlt. Ob es sich hier um US-amerikanische, kanadische, neuseeländische, australische oder andere Dollar handelt, ist unklar.

Ian, der Goldfisch, gehört Connor, der im 27. Stock dieses Hauses wohnt. Im ersten Kapitel fliegt Ian aus einem Fenster von Connors Wohnung. Ian segelt in die Tiefe. Dabei denkt er nach über das, was er sieht. Und er wechselt mehrfach seine Lage – was vom Autor mit Hilfe von physikalischen Gesetzen begründet wird. Ian bekommt einige Details der Ereignisse hinter den Fenstern dieses Hochhauses mit.

Ob und wie Ian am Boden ankommt, ist bis zum Schluss nicht klar. Denn der Autor streut die Kapitel, in denen Ian fällt, immer wieder nach anderen Handlungen ein. Es gibt also mehrere Kapitel, die sich mit Ians Fall aus dem Hochhaus befassen.

Über eine schwangere Frau, einen defekten Aufzug, eine Beziehungskrise und andere Ereignisse (Handlung, Teil 2)

In den Kapiteln, in denen es nicht um Ian, den Goldfisch, geht, erzählt der Autor einerseits Ereignisse aus dem Leben verschiedener Personen, die im Hochhaus „The Seville on Rocky“ wohnen. All diese Ereignisse passieren an einem einzigen Tag:

Jimenez ist Hausmeister des Hochhauses „The Seville On Rocky“. Er wohnt im Keller, ist alleinstehend und fühlt sich oft einsam. In seinem Job kümmert er sich um technische Probleme, die im Hochhaus auftreten können. Eines Tages fällt der Aufzug aus und viele Leute müssen die Treppen benutzen, wenn sie zu den Stockwerken hinauf- und hinuntersteigen wollen. Das ist unangenehm – aber was wollen die Leute machen? Jimenez weiß nicht genau, wie er den Aufzug wieder zum Laufen bringen soll – er fummelt mit seinem Werkzeug an diversen Komponenten am Fahrstuhl herum und gerät auf einmal in eine brenzlige Situation…

Katie liebt Connor, der im 27. Stock wohnt. Und  deswegen hat sie ihm den Goldfisch Ian geschenkt, weil sie denkt, dass Ian Connor über den Verlust seines Hundes, der schon einige Jahre zurückliegt, helfen könnte. Katie ist lange der Ansicht, dass Connor sie auch liebt. Dabei betrügt Connor Katie mit Faye. Faye ist hübsch, aber ihr Interesse an Connor ist nicht allzu groß – denn außer ihm hat sie noch zwei weitere Liebhaber. Sie hat gerne Sex mit Connor, wenn Katie nicht da ist.

Eines Tages erkennt Connor, dass Katie seine absolut große Liebe ist. Aber hat er noch eine Chance, sie zu erobern? Am selben Tag begegnen sich nämlich Katie und Faye im Treppenhaus des Hochhauses „The Seville On Rocky“. Der Aufzug ist kaputt. Faye steigt von Connors Wohnung aus nach unten, Katie steigt nach oben – sie will Connor besuchen. Als sie Faye erblickt, bemerkt sie, dass sie ihr (Katies) Schlafshirt trägt. Dieses Shirt hatte Katie vor einigen Tagen in Connors Wohnung liegen lassen. Katie ahnt schnell, dass Connor eine Liebesaffäre mit Faye hat. Sie will Connor zur Rede stellen…

Claire ist eine junge, sehr ordentliche Frau mit einem „absoluten Reinlichkeitsfimmel“. Da sie schon Angst hat, sich Bakterien einzufangen, wenn sie nur in einer Buchhandlung Buchrücken anfasst, bleibt sie meistens in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung. Sie lebt bescheiden und lässt sich sogar ihre Lebensmittel ins Haus liefern.  Ihren Job kann sie von zu Hause aus am Computer ausüben. Denn sie ist für eine Firma als Telefonistin tätig, die Telefonsex bietet. Eines Tages jedoch kommt sie in eine außergewöhnliche Situation, die sie zwingt, einige ihrer Gewohnheiten und Lebensgrundsätze über den Haufen zu werfen…

Hermann lebt mit seinem Großvater in einer Wohnung. Seine Eltern und seine Schwestern sind bei einem Autounfall gestorben. Nachdem Hermann in der Schule gemobbt wurde, hat der Großvater beschlossen, ihn zu Hause zu unterrichten. Eines Tages jedoch scheint es dem Großvater nicht gut zu gehen – und Hermann wird ohnmächtig auf dem Gang in einem der Stockwerke. Er wird immer ohnmächtig, wenn sein Leben zu stressig wird.

Petunia Delilah ist schwanger. Sie und ihr Freund Danny werden zum ersten Mal Eltern werden. Fünf Tage vor dem errechneten Geburtstermin fangen bei Petunia starke Wehen an. Dummerweise ist der Akku ihres Handys leer, und sie kann weder ihre Hebamme, noch Danny erreichen. Sie sucht Hilfe in den Nachbarwohnungen, weil ihr Baby es mit der Geburt plötzlich sehr eilig hat…

Garth ist Bauarbeiter. Er ist der Kollege von Danny (dem Freund von Petunia Delilah). Ein großes Hobby, von dem er niemandem erzählt, ist, dass er sich zu Hause gerne schicke Frauenkleider anzieht. An dem Tag, an dem Petunia Wehen bekommt, bekommt Garth ein eingepacktes Päckchen. Voller Vorfreude rennt er die Treppen hinauf in seine Wohnung im 25. Stock, da der Aufzug im Hochhaus kaputt ist.  Völlig aus der Puste kommt er oben an und kann endlich sein Päckchen auspacken…

Schreibstil

Das Buch ist aus der Warte des auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler) im Präsens (Gegenwart) geschrieben.

Der Schreibstil ist ausschmückend – poetisch, manchmal sogar philosophisch. Beispielsweise, wenn der Goldfisch Ian beim Fallen daran denkt, dass er gemacht ist, um die Welt zu erkunden. Ian erkennt beim Fallen vieles, was ihm vorher – als er noch im Goldfischglas herumschwamm – nicht aufgefallen ist.

Der Schreibstil ist aber auch immer wieder ironisch-humorvoll. So wird einmal der Boiler, der warmes Wasser produziert, mit dem Hausmeister Jimenez verglichen. Beide, der Hausmeister und der Boiler, sind gleich gut: sie sind beide zuverlässig, sie hausen beide im Keller – und sie sind beide sehr einsam.

Meine Meinung/Leseerfahrung zu diesem Buch

Das Buch fängt sofort interessant an – ich lese von Ian, dem Goldfisch, der vom 27. Stock des Hochhauses „The Seville On Rocky“ hinunterfällt. Natürlich will ich wissen: Kommt Ian heil unten an? Oder prallt er unten am Straßenpflaster auf und stirbt dann?

„The Seville On Rocky“ – was ist das nur für ein langer Name für ein Haus? Zum Glück erspart uns der Autor meistens merkwürdige Namen – bis auf den Namen Petunia Delilah, den ich merkwürdig, altmodisch und umständlich finde. Die Personen in dem Buch heißen sonst Katie, Connor, Faye und so weiter.

Einige Zeit habe ich brav Kapitel für Kapitel in der vom Autor bestimmten Reihenfolge gelesen. Manchmal fand ich es schon blöd, dass einige Kapitel mit einer Art „Cliffhanger“ – also einem offenen Ende – aufhörten und ich auf die Fortsetzung dieser Kapitel erst einige Seiten warten musste. Für mich waren es oft ZU VIELE Seiten, auf denen sich die Handlung mit anderen Personen befasste .

Bei der Handlung über Petunia Delilah war meine Neugierde nach ungefähr 100 Seiten so groß, dass ich plötzlich alle Kapitel suchte, in der sie vorkam, und sie hintereinander weg las. Ich wollte unbedingt wissen: bringt sie ihr Baby auf die Welt – und wenn ja, ist es gesund? Wer wird ihr helfen, wenn sie ihren Mann und die Hebamme nicht erreichen kann?  Diese Seiten über Petunia Delilah, ihr Baby und alles Drumherum fand ich so spannend, dass ich beim Lesen alles um mich herum vergaß.

Die Kapitel über Petunia Delilah konnte ich leicht finden. Denn der Autor leitet seine Kapitel nicht nur mit der Kapitelnummer und dem Wort „Kapitel“ ein, sondern er gibt auch kurze Informationen, worum es in dem jeweiligen Kapitel geht. So erfährt man, bevor man beispielsweise das Kapitel 31 gelesen hat, dass es darin um Jimenez geht, der sich fein macht und sich einduftet.

Interessant fand ich auch alle Ereignisse rund um Katie, Connor und Faye. Connor ist absoluter Schuft und beim Lesen dachte ich oft: „Hoffentlich macht Katie mit ihm Schluss und fällt nicht wieder auf ihn herein!“ Faye scheint zwar hübsch zu sein, aber sie ist vom Charakter her sehr oberflächlich. Das machte sie mir ziemlich unsympathisch.

Claire und Hermann fand ich am Anfang des Buches wenig interessant – aber diese Figuren entwickeln sich im Laufe der Lektüre zum Positiven. Und zum Schluss habe ich sie wirklich bewundert.

Garth und Jimenez sind sympathisch – wobei ich die Tatsache, dass Garth gerne Frauenkleider trägt, ziemlich schräg finde. Damit kann ich mich nicht zu hundert Prozent anfreunden.

Das Buch ist immer wieder etwas offenherzig – gerade, wenn es um Connors Sexleben geht. Das hat mich nicht gestört.

Ian – der Goldfisch – ist der „rote Faden“ in dem Buch. Vielleicht ist er ein Symbol dafür, dass viele Menschen in einem engen Goldfischglas leben, aus dem sie sich befreien sollten.

Als Leserin hatte ich immer wieder den Eindruck, dass Ian in Zeitlupe fällt – weil es einige Kapitel gibt, die seinen Fall zum Thema haben. Diese Kapitel lesen sich eher wie Berichte und nicht wie eine Romanhandlung. Denn der Autor malt sich oft aus, was Ian gerade denken könnte, in welcher Position sein Fischkörper wann herunterfällt, an welchem Stockwerk des Hochhauses er gerade vorbeifällt und welcher Bewohner dort ihn sehen könnte.

Aber was sieht Ian überhaupt – was nimmt er wahr, wenn er fällt? Den Himmel, die Sonne, das Wetter, diverse Gestalten hinter den Fenstern? Das ist wohl ein Fall für einen Biologen – oder eine reiche Fantasie des Autors.

Der Autor nutzt Ians Fall ebenfalls dazu, dem Leser bei manchen Stockwerken mitzuteilen, wer dort wohnt und wer einmal dort gewohnt hat.

Mein Fazit

„Der Tag an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel“ ist ein lesenswerter Roman über verschiedene Personen, die in einem 27-stöckigen Hochhaus wohnen, sondern er mutmaßt auch, wie es einem Goldfisch gehen könnte, wenn er 27 Stockwerke tief hinunterfällt.

Die Ereignisse rund um manche Personen fand ich sehr lesenswert, andere Geschichten haben mir weniger gefallen. Darüber hinaus waren mir die Seiten bis zur Auflösung einiger Cliffhanger zu viel. Deswegen ziehe ich einen Stern ab.

Ich vergebe dem Buch „Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel“ also vier von fünf Sternen und empfehle es zum Lesen weiter!

(Rezi von Adelheid) Jane Gardam: Weit weg von Verona

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

folgendes Buch hat mich angenehm überrascht:

„Weit weg von Verona“ von Jane Gardam

Warum?

Lesen Sie selbst.

 

Kurzinformationen zum Buch „Weit weg von Verona“

Erscheinungsdatum in Deutschland: 23. Juli 2018

Verlag:  Hanser, Berlin

ISBN-Nummer: 978-3446260405

Seitenzahl: 238 Seiten

Das Buch ist in der deutschen Übersetzung als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland  22 Euro.

 

Über die Autorin Jane Gardam:

Jane Gardam ist eine britische Schriftstellerin, die 1928 geboren wurde. Ihre britischen Trilogie um „Old Fith“ – also drei Bücher – waren alle Bestseller. Zu diesen Büchern gehört beispielsweise „Ein untadeliger Mann“.

„Weit weg von Verona“ ist Jane Gardams erster Roman.

 

Worum geht es?

Die Handlung spielt während des Zweiten Weltkriegs in Großbritannien. Jessica Vye ist zwölf Jahre alt und Schülerin. Ihr Vater ist Geistlicher, die Mutter nimmt ihre Aufgaben als Gattin eines Geistlichen wahr. Außerdem gibt es noch den kleinen Bruder Rowley.

Mit neun Jahren hat Jessica ein einschneidendes Erlebnis. Ein Herr, der in die Schule kommt und bei  Schülerin die Liebe zu Büchern wecken soll, bescheinigt Jessica, dass sie eine Schriftstellerin ist. Und genau das will sie sein.

Sie erzählt als Ich-Erzählerin aus ihrem Leben. Sie hält sich nicht für liebenswert, sie meint oft, dass viele Menschen sie nicht leiden können. In gewissem Maße ist sie selbst daran schuld, denn sie muss immer wieder ihre Meinung sagen.

Probleme hat sie mit der Lehrerin Mrs. Dobbs. Diese schätzt Jessicas Aufsätze nicht. Andererseits muss man in der Schule Lektüre lesen, die langweilig ist. Als Jessica der Lehrerin das sagt, wird diese wütend.

Das Verhältnis zwischen Mrs. Dobbs und Jessica verbessert sich, als sich Jessica mit Mrs. Pemberton anfreundet. Mrs. Pemberton ist eine Lehrerin im Ruhestand, die immer gute Tipps geben kann.

Während einer Feier eines Pfarrkollegen ihres Vaters lernt Jessica Christian kennen. Sie ist von diesem Mann fasziniert.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseproben ist auf mehreren Webseiten im Internet zu finden. Beispielsweise bei vorablesen.de.  Einfach nach diesem Buch suchen und auf die Option „Leseprobe öffnen“ klicken. Dann ist es möglich, einige Seiten dieses Buches kostenlos zu lesen.

 

Meine Meinung:

Das Buch und der Schreibstil haben mich sofort begeistert. Gerne habe ich diese Geschichte mit dieser vorlauten, aber dennoch sympathischen Heldin gelesen. Es macht mir nichts aus, dass Jessica ihre Meinung sagt. Ich finde das erfrischend.

Oft tritt sie mit ihrer Meinung in Fettnäpfchen, bringt also Leute gegen sich auf. Andererseits hat sie recht. Warum muss man für die Schule oft langweilige Bücher lesen. Das ging nicht nur Jessica so – sondern auch vielen Lesern dieses Buches, mir zum Beispiel.

Ich habe das Buch gelesen, weil ich wissen wollte, wie es mit Jessica und Christian weitergehen wird. Dabei ist das Buch absolut nicht vorhersehbar – und so war auch ich vom Schluss überrascht.

Wer ein gut geschriebenes Buch mit einer sympathischen jugendlichen Heldin lesen will, dem sei dieses Buch empfohlen.

Ich vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

 

(Rezi von Adelheid) Marc Levy: Wo bist du?

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

von manchen Büchern erwartet man als Leser etwas anderes als das, was man dann tatsächlich bekommt, wenn man sie liest.

So erwartete ich beim Buch

„Wo bist du?“ des französischen Autors Marc Levy

eine intelligente Liebesgeschichte, geschrieben in der französischen Romanschreibweise, die ich so mag und schätze. Irgendwie eine nette Geschichte zum Entspannen, gleichzeitig clever und intelligent.

Was ich bekommen habe, war aber etwas komplett anderes. Hat es mir gefallen? Lesen Sie selbst.

 

Kurzinformationen zum Buch:

Erschienen: 2003 in Deutschland

Verlag: Knaur-Taschenbuch

ISBN-Nummer: 3-426-626608

Seitenzahl: 270 Seiten

Das Buch, das ich gelesen habe, ist ein Taschenbuch. Ich nehme an, dass es mal circa 8,95 Euro kostete. Heutzutage bekommt man das Buch bereits für einige Cents bei diversen Buchhändlern im Internet. Einfach schauen.

 

Über den Autor Marc Levy:

Marc Levy ist ein französischer Autor, der 1961 geboren wurde. Sein Debüt-Roman „Solange du da bist“ wurde zum Bestseller. Der Autor hat seitdem viele weitere Bücher geschrieben und veröffentlicht – beispielsweise „Mit jedem neuen Tag“ und „Zurück zu dir“.

 

Worum geht es in dem Buch – oder: die Handlung:

Susan und Philip sind befreundet. Immer wieder treffen sie sich – meistens kurz auf dem Flughafen in Newark. Sie reden miteinander, sie diskutieren, sie schimpfen. Meistens muss Susan dann wieder schnell abfliegen, um in Honduras armen Menschen zu helfen. Das ist ein harter, nervenaufreibender Job. Den Kontakt zu Philip hält sie mit Hilfe von Briefen aufrecht.

Philip wohnt in New York – er ist Künstler, und eigentlich würde er Susan gerne heiraten. Diese hat aber – wegen ihrer Tätigkeit in Honduras keine Zeit dafür.

Und weil er sich doch nach Liebe sehnt, heiratet er Mary. Die beiden haben einen Sohn, namens Thomas. Eines Tages bekommen Philip, Mary und Thomas Besuch. Jemand bringt Lisa vorbei, die Tochter von Susan. Über Susan erfährt man, dass sie gestorben sei. Philip soll sich jetzt um Lisa kümmern. Das ist nicht einfach.

 

Meine Meinung:

In dem Buch wird viel geschimpft und diskutiert – das regt mich beim Lesen auf. Ich bleibe nur deswegen bei der Lektüre, weil ich wissen will, ob Susan und Philip zusammenkommen.  Die Tatsache, dass Susan auf einmal tot ist, bewegt mich. Ich will wissen, wie Lisa in der Familie und in den USA zurechtkommt.

Der Autor handelt viele Szenen sehr schnell ab – er berichtet über beispielsweise über diverse Schulereignisse, die zeigen, wie schwer es Lisa, die bisher in Honduras lebte, fiel, sich an das Leben in den USA zu gewöhnen. Aber nicht nur Lisa hat Probleme, auch Mary. Ihr wird es oft zu viel, sich mit einem Mädchen auseinanderzusetzen, das ihr „vor die Nase“ gesetzt wurde. Sie wird ja nicht gefragt, ob sie sich um Lisa kümmern will. Es wird als selbstverständlich angesehen, dass sich Philip und seine Familie um Lisa kümmern.

Lisa wächst heran – und man fragt sich beim Lesen, was in dem Buch noch kommen wird. Ereignisse werden aneinandergereiht – fast schon schnell und lieblos.

Der Schluss hat mich überrascht – und auch geärgert. Einiges wird klarer – oder auch nicht. Die Taten einer Person kann ich nicht nachvollziehen.

 

Mein Fazit:

Das, was ich bei diesem Buch erwartet habe, habe ich nicht bekommen. Ich habe auch nicht eine Handlung bekommen, die mich positiv überrascht hat. In dem Buch wird viel geschimpft und sich empört, viele Ereignisse werden im Berichtsstil abgehandelt, so dass man als Leser keine Beziehung zu den Personen entwickeln kann. Der Schluss hat mich empört, er ist für mich nicht nachvollziehbar. Mich hat das Buch enttäuscht. Ich vergebe einen von fünf Sternen und keine Empfehlung.

 

(Rezi von Adelheid) Marissa Stapley: Das Glück an Regentagen

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Auf die Lektüre von „Das Glück an Regentagen“ hatte ich mich gefreut. Ich erwartete ein Wohlfühlbuch, das mir die regnerischen Januartage versüßen würde.  Wie ich das Buch fand, zeigt der folgende Bericht.

 

Kurze Informationen zu „Das Glück an Regentagen“:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 7. November 2017

Verlag: Rowohlt

Seitenzahl: 302 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3-499-29170-8

Das Buch ist als Paperbackausgabe in der deutschen Übersetzung erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 14,99 Euro.

 

Über die Autorin Marissa Stapley:

Marissa Stapley ist eine kanadische Autorin, die für eine Zeitschrift tätig war und „Kreatives Schreiben“ unterrichtete, bevor sie ihr erstes Buch schrieb. Das avancierte in Kanada zum Bestseller.

Frau Stapley ist immer noch für Zeitungen tätig und schreibt Romane. „Das Glück an Regentagen“ ist ihr zweiter Roman und der erste, der in deutscher Sprache erscheint.

 

Die Handlung:

In dem Buch geht es um mehrere Personen, die irgendwie miteinander verbunden sind  – entweder durch Verwandtschaft oder auch durch andere Beziehungen.

Lilly ist verheiratet mit George. Beide sind schon sehr alt, seit 67 Jahren verheiratet. Lilly ist dement und vergisst immer wieder Dinge.

George liebt Lilly nicht, aber er vermisst seinen Freund Everett, der im Zweiten Weltkrieg ums Leben kam.

Mae ist die Enkelin von Lilly und George. Sie wurde von ihren Großeltern großgezogen, da ihre Eltern schon früh starben.

Mae wähnte sich glücklich mit ihrem Partner Peter, der sie jedoch eines Tages plötzlich verließ. Zurück ließ er ihr seinen Hund Bud. Von der Polizei erfährt Mae später, dass Peter in Wirklichkeit einen anderen Namen hat und polizeilich gesucht wird.

Sie ist tief betroffen und kehrt zurück in den Ort ihrer Kindheit – Alexandria Bay. Dort will sie nicht nur ihre Großeltern wieder treffen, sondern auch Gabriel – genannt Gabe – ihre einzige große Liebe. Und sie trifft Gabe wieder, der sich mit seinem Vater überworfen hat. Sie versucht zu ergründen, warum er sie vor Jahren so plötzlich verlassen hat, obwohl sie ihre Jugend miteinander verbrachten und sich liebten. Doch es gibt ein Familiengeheimnis, von dem sie nichts weiß und an dem er sich schuldig fühlt. Wahre Liebe scheint auch das zu überwinden – doch es ergeben sich andere Probleme…

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man an mehreren Stellen im Internet. Beispielsweise beim Internethändler Amazon.de. Einfach auf die Option „Blick ins Buch“ klicken – schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Meine Meinung:

Das Buch nennt sich „Das Glück an Regentagen“ – doch von Glück war während der Romanhandlung lange nichts zu spüren. Ich las von traurigen Leuten, von Leuten, die zerbrochen sind, von Leuten, die im Streit mit anderen sind.

Die Geschichten von Mae, Lilly und George usw. werden in diesem Buch nicht nacheinander erzählt, sondern abwechselnd in kleinen Portionen. Man erfährt wechselweise Ereignisse aus deren Gegenwart und aus deren Vergangenheit  Für mich war das anfangs ziemlich mühsam. So dauerte es eine Weile, bis ich mich in der Handlung zurechtfand, und, bis ich wusste, in welcher Beziehung die vorkommenden Personen zueinander stehen und was genau ihre Geschichte ist. Dann jedoch hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen.

Der Schluss ist gut – nicht vorhersehbar, und er zeigt, wozu wahre Liebe fähig sein kann.

Sehr erfrischend fand ich die Kapitelüberschriften. Tipps für Regentage, die Maes Mutter Virginia aufgeschrieben hatte. Das sind Tipps, über die man selbst als Leser/-in auch nachdenken kann, ob man sie selbst nicht auch beherzigen sollte. Gerade an Regentagen.

 

Mein Fazit:

„Das Glück an Regentagen“ ist ein Roman rund um die Beziehung von Mae und Gabe. Sie liebten sich, sie verloren sich aus den Augen, sie treffen sich wieder. Ihre Liebe muss sich neuen Herausforderungen stellen.

Wer einen Liebesroman sucht, der schön geschrieben ist und keine offenherzigen Szenen beinhaltet, liegt  bei diesem Roman genau richtig. Ich musste mich zu Anfang durch einige Szenen kämpfen, bis ich überhaupt wusste, worum es in dem Buch genau geht. Außerdem waren mir manche Szenen zu detailliert.

Ich vergebe dem Buch drei von fünf Sternen und empfehle es weiter.