(Rezi von Adelheid) Marc Levy: Wo bist du?

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

von manchen Büchern erwartet man als Leser etwas anderes als das, was man dann tatsächlich bekommt, wenn man sie liest.

So erwartete ich beim Buch

„Wo bist du?“ des französischen Autors Marc Levy

eine intelligente Liebesgeschichte, geschrieben in der französischen Romanschreibweise, die ich so mag und schätze. Irgendwie eine nette Geschichte zum Entspannen, gleichzeitig clever und intelligent.

Was ich bekommen habe, war aber etwas komplett anderes. Hat es mir gefallen? Lesen Sie selbst.

 

Kurzinformationen zum Buch:

Erschienen: 2003 in Deutschland

Verlag: Knaur-Taschenbuch

ISBN-Nummer: 3-426-626608

Seitenzahl: 270 Seiten

Das Buch, das ich gelesen habe, ist ein Taschenbuch. Ich nehme an, dass es mal circa 8,95 Euro kostete. Heutzutage bekommt man das Buch bereits für einige Cents bei diversen Buchhändlern im Internet. Einfach schauen.

 

Über den Autor Marc Levy:

Marc Levy ist ein französischer Autor, der 1961 geboren wurde. Sein Debüt-Roman „Solange du da bist“ wurde zum Bestseller. Der Autor hat seitdem viele weitere Bücher geschrieben und veröffentlicht – beispielsweise „Mit jedem neuen Tag“ und „Zurück zu dir“.

 

Worum geht es in dem Buch – oder: die Handlung:

Susan und Philip sind befreundet. Immer wieder treffen sie sich – meistens kurz auf dem Flughafen in Newark. Sie reden miteinander, sie diskutieren, sie schimpfen. Meistens muss Susan dann wieder schnell abfliegen, um in Honduras armen Menschen zu helfen. Das ist ein harter, nervenaufreibender Job. Den Kontakt zu Philip hält sie mit Hilfe von Briefen aufrecht.

Philip wohnt in New York – er ist Künstler, und eigentlich würde er Susan gerne heiraten. Diese hat aber – wegen ihrer Tätigkeit in Honduras keine Zeit dafür.

Und weil er sich doch nach Liebe sehnt, heiratet er Mary. Die beiden haben einen Sohn, namens Thomas. Eines Tages bekommen Philip, Mary und Thomas Besuch. Jemand bringt Lisa vorbei, die Tochter von Susan. Über Susan erfährt man, dass sie gestorben sei. Philip soll sich jetzt um Lisa kümmern. Das ist nicht einfach.

 

Meine Meinung:

In dem Buch wird viel geschimpft und diskutiert – das regt mich beim Lesen auf. Ich bleibe nur deswegen bei der Lektüre, weil ich wissen will, ob Susan und Philip zusammenkommen.  Die Tatsache, dass Susan auf einmal tot ist, bewegt mich. Ich will wissen, wie Lisa in der Familie und in den USA zurechtkommt.

Der Autor handelt viele Szenen sehr schnell ab – er berichtet über beispielsweise über diverse Schulereignisse, die zeigen, wie schwer es Lisa, die bisher in Honduras lebte, fiel, sich an das Leben in den USA zu gewöhnen. Aber nicht nur Lisa hat Probleme, auch Mary. Ihr wird es oft zu viel, sich mit einem Mädchen auseinanderzusetzen, das ihr „vor die Nase“ gesetzt wurde. Sie wird ja nicht gefragt, ob sie sich um Lisa kümmern will. Es wird als selbstverständlich angesehen, dass sich Philip und seine Familie um Lisa kümmern.

Lisa wächst heran – und man fragt sich beim Lesen, was in dem Buch noch kommen wird. Ereignisse werden aneinandergereiht – fast schon schnell und lieblos.

Der Schluss hat mich überrascht – und auch geärgert. Einiges wird klarer – oder auch nicht. Die Taten einer Person kann ich nicht nachvollziehen.

 

Mein Fazit:

Das, was ich bei diesem Buch erwartet habe, habe ich nicht bekommen. Ich habe auch nicht eine Handlung bekommen, die mich positiv überrascht hat. In dem Buch wird viel geschimpft und sich empört, viele Ereignisse werden im Berichtsstil abgehandelt, so dass man als Leser keine Beziehung zu den Personen entwickeln kann. Der Schluss hat mich empört, er ist für mich nicht nachvollziehbar. Mich hat das Buch enttäuscht. Ich vergebe einen von fünf Sternen und keine Empfehlung.

 

(Rezi von Adelheid) Rufi Thorpe: Ein Sommer in Corona del Mar

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Auf das Buch „Ein Sommer in Corona del Mar“ kam ich nur durch Zufall. Die Lektüre hat mich positiv überrascht.

Nachdem ich einen US-amerikanischen Klassiker eines renommierten US-amerikanischen Autors gelesen hatte, suchte ich nach locker-leichter Sommerlektüre. Das Cover des Buches „Ein Sommer in Corona del Mar“ und auch der Buchtitel verhießen  genau solche Lektüre.

Wie erstaunt allerdings war ich, als ich das Buch las. Es hat mich von Anfang an gepackt. Der Schreibstil sprach mich an. Ich habe hier keinen belanglosen Frauenroman vor mir, sondern wirklich einen Roman mit Tiefgang, der mich bis zum Schluss fesseln konnte.

Es geht um die zwei Freundinnen Mia und Lorrie Ann in einer südkalifornischen Stadt in den 1990er-Jahren. Mia erzählt die Geschichte dieser Freundschaft aus der Ich-Perspektive.  Die Geschichte beginnt, als die beiden Teenager sind. Lorrie Ann ist beneidenswert, sie scheint ein besseres und glücklicheres Leben zu führen als Mia. Das Schicksal wendet sich, als Lorrie Anns Vater stirbt.

Als Lorrie Ann schwanger wird und Jim, den Vater ihres Kindes, heiratet, scheint wieder vieles gut zu werden. Doch Jim stirbt, als er als Soldat bei einem Einsatz agiert – und Lorrie Anns Baby, namens Zach, ist schwerbehindert.  Lorrie Ann scheint ihr Schicksal zu akzeptieren, sie hat einen neuen Partner und liebt ihr Kind abgöttisch. Allerdings bleiben Probleme nicht aus – beispielsweise Probleme mit Drogen.

Mia studiert, macht einen hervorragenden Studienabschluss und promoviert. Sie zieht nach Istanbul und findet einen Partner. Mit Lorrie Ann ist sie vorwiegend telefonisch in Kontakt. Ab und zu gelingt es ihr, ihre Freundin in Kalifornien zu besuchen.

Interessant an dem Buch finde ich, dass ich als Leserin am Leben von Lorrie Ann aus der Perspektive ihrer Freundin Mia teilhabe. Und zwar ziemlich intensiv. Jugenderinnerungen wechseln sich ab mit Erlebnissen, die beide als Erwachsene haben. Wobei der Fokus mehr auf das Leben von Lorrie Ann gelegt wird.  Von Mia erfahre ich lange Zeit nur wenig.

Und beim Lesen fragte ich mich oft: „Was kommt noch? Worauf will dieses Buch hinaus?“

Der Schluss hat mich überrascht – und er wirft das Bild, das ich mir lange von Lorrie Ann gemacht hatte, total über den Haufen. Aber nicht allein der Leser wird überrascht – die Ich-Erzählerin Mia ebenfalls. Zu Recht fragt sie sich, wie gut sie ihre Freundin Lorrie Ann überhaupt gekannt hat.

 

Mein Fazit:

Das Buch „Ein Sommer in Corona del Mar“ kann ich empfehlen. Wer einen lockeren Frauenroman lesen will, sollte allerdings zu einem anderen Buch greifen. Denn hier geht es um die Freundschaft zweier Frauen, die den Leser nachdenklich macht. Auch den Schreibstil finde ich gelungen. Er wird nie ordinär, er ist oft klug und gefällt mir.

Der deutsche Buchtitel passt nicht ganz zu dem Buch, da es nicht nur um einen Sommer im südkalifornischen Städtchen Corona del Mar geht, sondern um eine freundschaftliche Beziehung, die mehrere Jahre dauert.

Wegen einiger Längen in dem Buch vergebe ich dem Buch vier von fünf Sternen – also die Note „gut“ –  und eine Leseempfehlung.

 

Informationen zum Buch:

Erschienen in Deutschland im April 2017

Seitenzahl: 352 Seiten

Verlag; btb (gehört zur Verlagsgruppe Random House)

ISBN-Nummer: 978-3-442-71471-1

Das Buch ist in der deutschen Ausgabe als Taschenbuch erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 9,99 Euro.