Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wer an einem Literaturkreis teilnimmt und darin über Literatur aus den USA spricht, kommt an dem Buch

Der große Gatsby

von F. Scott Fitzgerald

nicht vorbei.

Das Buch ist ein Meilenstein der US-amerikanischen Literatur. Es wurde mit Leonardo di Caprio verfilmt.

Ich habe das Buch gelesen. Was ich davon halte, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zu dem Buch „Der große Gatsby“

Verlag: dtv

Seitenzahl: 256 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3423139878

Am 10. April 1925 erschien das Buch unter dem Titel „The Great Gatsby“ erstmals in den USA.

Auch in Deutschland ist es erschienen – zuletzt 2011 in einer neuen Übersetzung von Lutz W. Wolff. Genau diese Übersetzung liegt mir vor. Man kann sie als dtv-Taschenbuch kaufen.

 

 

Über den Autor F. Scott Fitzgeral

F. Scott Fitzgerald, geboren am 24. September 1896 in St. Paul, Minnesota, war ein US-amerikanischer Autor. Er begann ein Studium, das er jedoch nicht vollendete, weil er seinen Traum, vom Schreiben leben zu können, realisieren wollte. 1920 erschien sein erster Roman ‚Diesseits vom Paradies‘. Und weil dieser Roman erschien, konnte er seine große Liebe Zelda heiraten. Mit ihr zusammen hatte er eine Tochter.

Immer wieder veröffentlichte er Romane und Kurzgeschichten. Das Geld, das er dadurch verdiente, ermöglichte ihm einige Reisen. So traf er während einer Reise nach Frankreich Ernest Hemingway. Dort vollendete er auch 1925 sein berühmtestes Werk ‚Der große Gatsby‘. Zu F. Scott Fitzgeralds Lebzeiten war dieses Buch jedoch kein Erfolg. Auch seine späteren Werke verkauften sich nicht gut, Fitzgerald wurde alkoholabhängig und litt an Depressionen. Von 1937 an war er als Drehbuchschreiber in Hollywood tätig. Dort verstarb er am 21. Dezember 1940.

 

 

Worum geht es in dem Buch?

Nick Carraway ist der Ich-Erzähler in dieser Novelle. Er ist ein so genannter „involvierter Beobachter“. Er beobachtet seinen Nachbarn Jay Gatsby, seine Cousine Daisy und so weiter. Er kann sich nicht wehren, in die Geschehnisse rund um Gatsby und Daisy mit einbezogen zu werden.

Jay Gatsby ist ein geheimnisumwitterter Millionär. Er war reich, kam aus Montana, es gab viele Gerüchte über ihn. In Wirklichkeit hieß er „Gats“ – den Namen „Gatsby“ hat er sich zugelegt.

Ein Mann, namens Cody, nahm Gatsby mit auf sein Boot. Gatsby hatte keine Freunde, aber er hatte sich in Daisy verliebt und gab Partys, damit Daisy zu ihm hinüberkommt.

Und obwohl Gatsby Partys gibt, ist er einsam. Die Einsamkeit ist ein zentrales Motiv in dieser Novelle.

Zum Schluss gibt es einen „Showdown“ – einen Höhepunkt. Mehr will ich nicht verraten.

 

Meine Meinung:

Manche Klassiker haben die Eigenschaft, dass sie langatmig sind. Auch dieses Buch hier hat seine Längen.

Ich habe es aber gelesen, weil ich es lesen wollte.

Und die Interpretationen/Besprechungen im Literaturkreis trugen dazu bei, dass ich das Buch mag und empfehlen kann.

Gatsby ist ein gebrochener Held. Er ist kein klarer Charakter. Er verkörpert den „amerikanischen Traum“.

Als Leser erfahren wir häppchenweise Eigenschaften über ihn. Er trägt beispielsweise einen rosafarbenen Anzug. Und – obwohl er Partys gab – war und blieb er ein „einsamer Wolf“.

Nick Carraway bleibt lange Zeit eine Nebenfigur, allerdings avanciert er später zu einem Hauptcharakter. Und als dieser ist er bewundernswert – denn er setzt sich für etwas ein, er kämpft um etwas, was ich nicht verraten will. Denn sonst würde ich spoilern.

„Einsamkeit“ und „Daseinsleere“ sind wichtige Eigenschaften aller Figuren, die in dieser Novelle vorkommen.

Es gibt Symbole in dieser Novelle – beispielsweise „das grüne Licht“, das Hoffnung bedeutet. Die Farbe „grün“ steht hier für Gatsbysk Sehnsucht nach Liebe – also Sehnsucht nach Daisy.

In der Physik kennt man eine „grüne Kante“. Und in Romanen von Jules Verne gibt es ein „grünes Leuchten“.

Diese Novelle spiegelt sehr gut die 1920er-Jahre in den USA wieder („Roaring Twenties“). Einsamkeit ist ein Kennzeichen der Moderne, der Zeit, in der diese Novelle spielt. Der Jazz spielte eine große Rolle, neue Tänze kamen auf – beispielsweise der „Charleston“.

Die Frauen begannen, sich auf einmal zu schminken.

Auf einmal rauchte man und trank Alkohol in der Öffentlichkeit – auch hochprozentigen. Auch Bandenkriminalität trat plötzlich auf.

Verrat und Klassenunterschiede waren Themen während dieser Zeit. Der Kapitalismus unterspielte Traditionen.

 

Mein Fazit:

„Der große Gatsby“ ist ein wichtiges Buch, ein Klassiker, der unbedingt zur Weltliteratur zählt. Man erfährt viel über das Lebensgefühl der 1920er-Jahre in den USA.

Für mich hatte das Buch einige Längen – deswegen bekommt es nur vier von fünf Sternen. Aber das ist immer noch gut.

Diese Neuauflage von 2011 ist aber unbedingt empfehlenswert. Sie enthält eine Interpretation des Werkes sowie einen ausführlichen Lebenslauf des Autors.