(Rezi von Adelheid) Un-Sun Kim: Die Plotter

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor einigen Jahren war Südkorea Gastland der „Frankfurter Buchmesse“. Viele Bücher aus Südkorea wurden seinerzeit in Deutschland veröffentlicht und man hoffte doch, dass sie sich gut verkaufen würden.

Leider jedoch – und das ist mein Eindruck – sind viele dieser Bücher in der Versenkung verschwunden. Zu Bestsellern avancierten sie nicht, und heute weiß kaum noch jemand, welche Bücher seinerzeit bei der Frankfurter Buchmesse um die Aufmerksamkeit der Leser in Europa buhlten. Ich habe keines dieser Bücher gelesen. Da ich sie ziemlich teuer fand, wollte ich mir auch keines kaufen.

Daran erinnerte ich mich, als ich das Buch

„Die Plotter“

des südkoreanischen Autors Un-Su Kim gelesen habe.  

Dieses Buch ist in vieler Hinsicht anders als Bücher, die ich bisher gelesen habe. Warum das so ist, zeigt die folgende Rezension.

Kurze Information zu dem Buch „Die Plotter“ von Un-Su Kim:

Erscheinungsdatum: Das Buch erschien bereits 2010 in Südkorea, in Deutschland erschien die deutsche Übersetzung des Buches am 23. November 2018.

ISBN-Nummer: 978-3958902329

Verlag: Europa-Verlag

Seitenzahl: 360

Im deutschen Buchhandel ist das Buch als Hardcoverausgabe erhältlich und kostet 24 Euro.

Über den Autor Un-Su Kim:  

Un-Su Kim ist ein südkoreanischer Autor, der in seiner Heimat schon mehrfach für sein Schreiben ausgezeichnet wurde. „Die Plotter“ ist sein erster Thriller.

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe gibt es auf mehreren Seiten im Internet. Beispielsweise auch bei vorablesen.de. Einfach nach dem Buch suchen und auf die Option „Leseprobe öffnen“ klicken. Schon kann man einige Seiten dieses Buches kostenlos lesen.

Worum geht es in diesem Roman?

Raeseng gehört zu den „Plottern“ – Auftragsmördern in Südkorea. Aufgewachsen ist er bei einem Mann, namens Old Raccoon, der selbst Plotter ist.

Raeseng bekommt Aufträge und führt sie aus. Leute werden umgebracht, ihre Leichen in einem Krematorium verbrannt. Eines Tages jedoch wird Raeseng selbst zum Gejagten und muss um sein Leben fürchten. Er weiß nicht, wer hinter ihm her ist und wem er noch trauen soll.

Meine Leseerfahrung/Meinung:

Die Leseprobe fand ich interessant, deswegen wollte ich das Buch auch lesen. Die Aufmachung des Buches ist gelungen – sie wirkt hochwertig und die roten Flecken auf dem Buchschnitt und dem Cover sollen unterstreichen, dass in dem Buch blutige Szenen vorkommen.

Der Roman ist aus Sicht eines auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) geschrieben. Es gibt viele Dialoge. Ein Thriller ist das Buch, meiner Meinung nach, nicht. Dazu ist es nicht spannend genug. Es gibt immer wieder Actionszenen, während derer geschossen oder versucht wird, Personen mit Messern oder anderen Gegenständen zu verletzen oder zu töten. Deswegen würde ich das Buch eher als „Actionroman“ bezeichnen.

Es gibt einige brutale Szenen und auch Szenen, in denen mir Dinge, die ich eigentlich nicht lesen will, zu  anschaulich beschrieben wurden.

Ich habe das Buch bis zum Schluss gelesen, denn die Hauptperson Raeseng war mir sympathisch. Ich wollte wissen, wer auf einmal versucht, ihn zu töten. Ich wollte wissen, ob Raeseng es schafft, aus dieser gefährlichen Lage zu kommen.

Außerdem gefiel mir der Schreibstil des Buches. Ich mag es, dass es keine obszöne Sprache gibt. Die Leute gehen sogar immer wieder höflich miteinander um. Es gibt Stellen, während derer das Buch fast schon philosophisch. Beispielsweise, als Raeseng ein junges Mädchen umbringen soll.

Fazit:

„Die Plotter“ ist ein Roman aus Südkorea (Asien), in dem es um den Auftragsmörder Raeseng geht. Ein Thriller ist das Buch nicht, aber es kommen einige Actionszenen vor, in denen es blutig zugeht.

Mir hat der Schreibstil gefallen, die Sprache des Buches, der Hauptcharakter war mir sympathisch. Weniger mochte ich, dass einige Sachverhalte/Szenen zu ausführlich beschrieben sind.

Links zu weiteren lesenswerten Berichten von mir:

Erfahrungsbericht über den regionalen Postdienstleister REGIO-MAIL:

Erfahrungsbericht zu einem Lippenpflegestift von AVEO:

adelheidsmusikblog.wordpress.com/2019/02/01/angenehm-und-pflegend-der-aveo-lippenpflegestift-intensive-repair/

Rezension zu dem Buch „Die Unsterblichen“ von Chloe Benjamin:

Rezension zu dem Buch „Blätterrauschen weit weg“ von Elaine-Laurae Weolke:

verrueckteleseratten.wordpress.com/2017/11/21/rezi-von-adelheid-elaine-laurae-weolke-blaetterrauschen-weit-weg/

Rezension zu dem Buch „Nächster Halt: Sydney Harbour Bridge“ von Elaine-Laurae Weolke:

verrueckteleseratten.wordpress.com/2017/12/24/rezi-von-adelheid-elaine-laurae-weolke-naechster-halt-sydney-harbour-bridge/

Rezension zu dem Buch „Für immer ist die längste Zeit“ von Abby Fabiaschi:

Rezension zu dem Buch „Manchmal musst du einfach leben“ von Gayle Forman:

Erfahrungsbericht zu dem Alverde-Duschgel „Grapefruit-Bambus“:

Erfahrungsbericht zu dem Lacura-Duschgel „Wunderblume“:

Erfahrungsbericht zu dem Duschgel „Frangipani“ von Rossmann:

Erfahrungsbericht über die Fluggesellschaft „Air Malta“:

Erfahrungsbericht über die Weinstube „Sonne“ in Lauffen:

Erfahrungsbericht über die Veranstaltung „Noch mehr neue Bücher“ am 16.11.2018 in der Bücherei in Lauffen:

Erfahrungsbericht über das Restaurant „Ratskeller“ in Heilbronn:

Ich vergebe dem Buch vier von fünf Sternen und empfehle es weiter.

(Rezi von Adelheid) Han Kang: Die Vegetarierin

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Aus der Bücherei habe ich mir folgendes Buch ausgeliehen:

Die Vegetarierin

der südkoreanischen Autorin

Han Kang.

 

Kurzinformationen zu diesem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 12.08.2016

Verlag: ATB

Seitenzahl: 190 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3351036539

Die deutsche Ausgabe dieses Buches ist als Hardcover mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 18,95 Euro.

 

Über Han Kang:

Han Kang ist eine südkoreanische Autorin. Ihr erster Roman erschien 1994. Sie erhielt bereits einige Literaturpreise.

Das Buch „Die Vegetarierin“ wurde 2016 mit dem „International Man Booker Prize“ ausgezeichnet.

Die Autorin lehrt zur Zeit „Literarisches Schreiben“ am Kulturinstitut in Seoul.

 

Die Handlung:

Die Frau Yeong-hye ist mit Chong verheiratet. Es war keine Liebesheirat, aber Chong ist mit seiner Frau zufrieden. Sie hält die Wohnung in Ordnung, hat einen Halbtagsjob und kann sehr gut kochen.

In einer Nacht hat sie einen Traum. Dieser ist so eindrücklich, dass sie alles Fleisch, das sich in der Gefriertruhe und an anderen Plätzen im Haushalt befindet, wegwirft. Sie beschließt, Vegetarierin zu werden, denn den Anblick von Fleisch kann sie nicht mehr ertragen.

Sie magert ab und bekommt starke Schlafprobleme. Außerdem Hitzewallungen und Alpträume. Besonders fällt das während eines Geschäftsessens auf, zu dem sie und ihr Mann eingeladen werden.

Eines Tages eskaliert die Situation. Als Chong und Yeong-hye die Eltern von Yeong-hye treffen, will ihr dominanter Vater sie zwingen, wieder Fleisch zu essen. Er schlägt sie, als sie sich weigert. Es kommt zu einer Auseinandersetzung. Yeong-hye wird mit einem Messer geschnitten und muss in einem Krankenhaus behandelt werden.

Als sie entlassen wird, will ihr Mann sie verlassen. Dafür zeigt ihr Schwager, der Gatte ihrer Schwester In-Hye, starkes Interesse an ihr. Er ist freischaffender Künstler, und Yeong-hyes magerer Körper inspiriert ihn zu einer wahnwitzigen Idee…

 

Schreibstil:

Das Buch besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil „Die Vegetarierin“ wird die Handlung aus der Sicht von Chong, Yeong-hyes Gatten, aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheit (Präteritum) erzählt.

Der zweite Teil mit dem Titel „Der Mongolenfleck“ wechselt in die auktoriale Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler mehr). Hier wird ebenfalls in der Vergangenheit erzählt – aus der Sicht von In-Hyes Ehemann.

Der dritte Teil „Bäume in Flammen“ bleibt bei der auktorialen Erzählperspektive. Diesmal wird die Handlung aber im Präsens erzählt aus der Sicht von In-Hye.

 

Weitere Besonderheiten:

Was mich sehr erstaunt hat, ist, dass Yeong-hyes Namen immer wieder „Yong-Hye“ geschrieben wird. Ist das Absicht oder ein Versehen des Verlags? Ich weiß es nicht.

 

Meine Meinung:

Das Buch „Die Vegetarierin“ war im „Literarischen Quartett“ vorgestellt worden. Deswegen interessierte es mich, so dass ich es zum Lesen mitnahm, als ich es in der Ortsbücherei ausleihen konnte.

Das Buch lässt sich schnell lesen – nicht nur weil es kurz ist. Die Handlung ist interessant – sie schockiert. Und sie schockiert bis zum Schluss. Yeong-hyes Plan, zur Vegetarierin zu werden und die Folgen davon lassen mich nicht kalt. Es reicht ihr nicht aus, fleischlos zu leben – es müssen noch drastischere Konsequenzen kommen.

Die Folgen ihres Vegetarismus sind nicht nur, dass Yeong-hye sehr schlank wird und Schlafstörungen bekommt, sondern auch, dass ihr Mann sie verlässt. Von ihm hört man dann als Leserin/Leser in dem Buch nichts mehr. Dafür erfährt man von der schlimmen Kindheit Yeong-hyes unter einem dominanten Vater. Die ältere Schwester In-Hye versucht, die Traumata, die Yeong-hye hier erlebt hat, zu kompensieren. Sie kann aber nicht verhindern, dass ihr eigener Mann sich auf einmal für Yeong-hye interessiert. So ist auf einmal auch ihre Ehe gefährdet.

Mir war der zweite Teil des Buches „Der Mongolenfleck“ oft zu extrem – hier begann das Buch stark, in einen Porno-Roman abzudriften. Und es gab Momente, während derer ich mich fragte, ob ich die Lektüre nicht einfach abbrechen sollte.

Nun – ich habe die Lektüre des Buches durchgehalten bis zum Schluss. In-Hye erweist sich als starker Charakter in dem Buch – und sie versucht zu retten, was zu retten ist. Das Buch bleibt bis zum Schluss nicht vorhersehbar, was durchaus für das Buch spricht.

Andererseits ist die Handlung oftmals ziemlich heftig, und Leserinnen/Lesern unter 18 Jahren würde ich die Lektüre nicht empfehlen. Man denkt beim Lesen oft: „Schlimmer kann es nicht mehr kommen“ – und dann wird es doch schlimmer.

Sicherlich steht dieses Buch nicht für alle Vegetarier und Vegetarierinnen – es ist ein Extrembeispiel, wohin Vegetarismus führen kann und hoffentlich eine Ausnahme!

 

Mein Fazit:

Das Buch „Die Vegetarierin“ von Han Kang erzählt die Geschichte einer Vegetarierin, die von einigen Ideen über ihre Lebensweise immer besessener wird. Es ist kein positives Buch, und manche Vorgänge empfand ich als sehr drastisch. Deswegen würde ich das Buch auch erst Leserinnen und Lesern ab 18 Jahren empfehlen.

Ich vergebe dem Buch vier Sterne und empfehle es weiter.