(Rezi von Adelheid) Anna McPartlin: „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“

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Vor einigen Wochen habe ich folgenden Roman, der in Irland spielt, gelesen:
Die letzten Tage von Rabbit Hayes
der irischen Autorin
Anna Mc Partlin

Wie mir das Buch gefallen hat, erzähle ich jetzt.

Kurzinformationen über das Buch
Erscheinungsdatum im deutschen Buchhandel: 20. März 2015
Verlag: rororo (Rowohlt, Hamburg)
ISBN-Nummer: 978-3499269226
Seitenzahl: 464 Seiten
Das Buch ist als Taschenbuch zu 12 Euro im deutschen Buchhandel erhältlich. Dieses Buch gibt es auch als E-Book und Hörbuch.

Über Anna McPartlin

Die Autorin Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin (Irland) geboren.
Als Teenager zog sie in die Gegend rund um Kerry und lebte dort bei einer Tante und einem Onkel – denn in ihrer Familie hatte es einen Krankheitsfall gegeben.
Während des Marketingstudiums widmete sich Anna auch dem Schreiben und der Stand-Up-Comedy.
Mit Büchern, wie „So was wie Liebe“, „Weil du bei mir bist“ und „Wo dein Herz zu Hause ist“, wurde Anna McPartlin auch in Deutschland bekannt.
Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann zur Zeit in der Nähe von Dublin.

Leseprobe
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe gibt es unter folgendem Link:
http://www.rowohlt.de/fm90/131/Leseprobe_McPartlin-Rabbit-Hayes.pdf

Rabbit leidet an Krebs und wird bald sterben – oder: die Handlung
Mia, genannt „Rabbit“, ist 40 Jahre alt, leidet an Krebs im Endstadium und wird bald sterben. Die letzten Tage ihres Lebens verbringt sie in einem Hospiz.
„Rabbit“ heißt eigentlich „Hase“. Diesen Spitznamen bekam sie als Kind, weil ihre Zöpfe seitlich abstanden und so an Kaninchenohren erinnerten.
Aus der auktorialen Erzählperspektive (kein ich-Erzähler) wird berichtet, wie Rabbit die letzten Tage ihres Lebens verbringt. Ihre Eltern Molly und Jack sind oft bei ihr – die Geschwister Grace und Davey ebenso. Sie versuchen, eine Art normales Familienleben in Rabbits Zimmer zu zelebrieren – indem beispielsweise Mollys Haare gefärbt werden.
Davey ist extra aus den USA nach Irland gekommen. Eigentlich arbeitet er als Schlagzeuger für eine erfolgreiche Countrysängerin. Sie hat ihn aber, als sie von Rabbit hörte, erst mal beurlaubt.
Grace hat sich von ihrem Mann getrennt und zieht ihre Jungs alleine groß.
Rabbits Tochter Juliet ist ebenfalls bei ihrer Mutter, wenn sie keine Schule hat. Sie hofft immer noch, dass ihre Mutter wieder gesund wird.
Bei aller Normalität, die man versucht, in Rabbits Hospizzimmer zu zelebrieren, verliert die Familie Rabbits Krankheit nie aus den Augen. Das ist auch nicht möglich. Rabbit liegt im Bett – sie hat ihre guten Momente, aber sie leidet immer wieder an Schmerzen, denn der Krebs ist schon in ihren Knochen. Sie bekommt Schmerzmittel dagegen.
Das Buch pendelt zwischen der Gegenwart und Erinnerungen an die Vergangenheit hin und hier. So erinnert sich Rabbit an ihre Jugendzeit zurück. Damals, als sie Johnny traf, der in einer Band spielte. Johnny war ihre erste große Liebe.
Zwischen all diesen Erinnerungen und den Ereignissen der Gegenwart gibt es auch immer noch Hoffnung. Hoffnung auf das Wunder, dass Rabbit doch noch vollständig genesen wird…

Leseerfahrung und Gedanken
Als ich von dem Buch hörte, habe ich mir lange überlegt, ob ich mir die Lektüre antun soll. Ich habe meine Schwester S. vor fast zehn Jahren verloren – auch sie hatte Krebs. Vieles an Rabbits Krankheitsverlauf erinnert mich an S. – da war zuerst der Brustkrebs, dann die Lebermetastasen, gegen die zum Schluss keine Chemotherapie mehr helfen konnte…
Rabbit hatte Brustkrebs, anschließend Leber- und Lungenkrebs, und schließlich steckt der Krebs in den Knochen. Heilung aussichtslos – außer, es passiert noch ein Wunder. Aber sind wir doch mal ehrlich: Würde ein Wunder in dem Buch passieren, so hätte man nicht den Buchtitel „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ gewählt (im englischen Original heißt das Buch „The Last Days of Rabbit Hayes“)!
Man weiß also schon von Anfang an, wenn man sich auf dieses Buch einlässt: Rabbit wird sterben.
Sterbegeschichten sind eigentlich nicht „meins“. Mich hat das Buch interessiert, weil ich mir ausmalen wollte, wie es gewesen wäre, wenn meine Schwester S. in einem Hospiz gestorben wäre. Genau das wollte sie nämlich nicht, sie hat sich in der letzten Wochen ihres Lebens total abgeschottet in einem Krankenhaus. Kontakt hatte sie nur mit ihrer Psychologin und dem Krankenhauspersonal. Es hat lange gedauert, bis wir – ihre Angehörigen – verarbeiten konnten, dass sie alleine sterben wollte und nicht im Familienkreis – aber so war meine Schwester S. eben. Wir mussten und müssen ihre Entscheidung akzeptieren.
Rabbit ist anders. Sie will in einem Hospiz sterben, und sie will ihre Familie bei sich haben. Sie weiß, dass sie sterben wird. Welche Gedanken hat sie, wie reagiert ihre Familie? Alles ist sehr feinfühlig geschrieben, es packt mich – die Charaktere sind mir sehr sympathisch. Die Eltern, die immer wieder verzweifelt sind, weil sie ihre Tochter verlieren werden – das aber vor Rabbit nicht zeigen wollen. Außerdem Rabbits Geschwister Grace und Davey – jeder mit seinen eigenen Gedanken und seinen eigenen Problemen. Und alle fragen sich „Warum muss Rabbit so jung sterben?“
Ich lese das Buch nicht nur mit großem Interesse, sondern ziehe bei der Lektüre des Buches auch noch Parallelen zu Ereignissen, die ich als Angehörige einer krebskranken Schwester selbst erlebt habe. Ich denke, dass ich mich in Rabbits Familie gut hineinversetzen kann.
Das Buch berührt mich – es bringt mich zum Nachdenken und ich lasse die Gedanken zu. Gedanken an meine Schwester S.. Auch wenn das Buch sehr emotional geschrieben ist, also die Gedanken und Ängste der Angehörigen geschildert werden, kommen bei mir lange Zeit keine Tränen. Sonst könnte ich die Lektüre nicht durchziehen.
Es gab allerdings auch andere Aspekte, die mich in dem Buch interessiert haben: Was ist mit Jonny passiert, an den sich Rabbit immer wieder erinnert? Er ist nicht bei Rabbit im Hospiz – aber wo ist er dann? Auf diese Frage gibt das Buch eine Antwort. Und: Wie gehen die einzelnen Familienmitglieder mit Rabbits nahendem Tod um? Wie verhalten sie sich, wenn es Rabbit immer schlechter geht?
Jedem dieser letzten neun Tage im Leben von Rabbit Hayes wird in diesem Buch ein Kapitel gewidmet. Und jedes Kapitel ist unterteilt in „Unterkapitel“, in dem einzelne Personen, die in Rabbits Leben wichtig waren und sind, beleuchtet werden. Entweder in der Gegenwart oder in der Vergangenheit.
Es gibt einige Schimpfwörter, die manche Personen in dem Buch ab und an loswerden müssen. Das stört mich nicht, denn Schimpfwörter kommen in für mich erträglichem Maße vor. Dadurch wirkt das Buch für mich auch nicht ordinär.
Positiv ist noch hervorzuheben, dass die Schrift des Buches angenehm groß ist. Deswegen brauchte ich bei der Lektüre auch keine Lesebrille.
Für Leser, die keine Ich-Erzähler mögen, sei noch gesagt, dass zwar das Buch – wie oben schon erwähnt – vorwiegend aus der auktorialen Erzählperspektive geschrieben ist. Ab und zu taucht aber doch eine Ich-Erzählerin auf. Nämlich Rabbit, die einen Blog hat, in dem sie über den Verlauf ihrer Krebskrankheit schreibt. Allerdings sind diese Blogeinträge mit höchstens drei Buchseiten recht kurz – und sie treten nicht in jedem Kapitel auf.

Mein Fazit
„Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ ist ein Buch, das mich berührt und zum Nachdenken gebracht hat. Ich wollte dieses Buch lesen, um diverse Parallelen zu Ereignissen zu ziehen, die ich selbst erlebt habe.
Manche Szenen in diesem Buch waren mir doch zu detailliert geschildert – beispielsweise gibt es Szenen, in denen über viele Nebensächlichkeiten geredet wird. Deswegen ist das Buch für mich auch kein Fünf-Sterne-Buch – aber vier Sterne finde ich für das Buch angemessen. Auch empfehle ich das Buch weiter.
P.S.: Dieser Bericht erschien in ähnlicher Form bei der Verbraucherplattform „Ciao.de“. Dort bin ich als „Sydneysider47“ unterwegs. Ich habe vor, diese Rezension – auch in leicht abgeänderter Form – noch auf anderen Plattformen zu veröffentlichen.Produktbild - eingestellt von Sydneysider47

(Rezi von Adelheid) Nathan Filer: „Nachruf auf den Mond“

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Dank vorablesen.de durfte ich folgendes Buch lesen:
Nachruf auf den Mond
Wie ich das Buch fand, zeigt der folgende Bericht.

Informationen in Kürze über „Nachruf auf den Mond“
Autor: Nathan Filer
Verlag: Droemer
Erscheinungsdatum in Deutschland: 2. März 2015
ISBN-Nummer: 978-3426281246
Seitenzahl: 320 Seiten
Das Buch ist als Hardcoverbuch mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 19,99 Euro.
Als E-Book und Kindle-Version ist das Buch ebenfalls erhältlich. Es kostet dann 17,99 Euro.

Über den Autor Nathan Filer
Nathan Filer ist ein britischer Autor, Dichter und Filmemacher. Außerdem ist er Lehrer für „Creative Writing“ (kreatives Schreiben).
Bevor Nathan Filer Bücher schrieb, arbeitete er als Krankenpfleger in einer psychiatrischen Klinik.
„Nachruf auf den Mond“ ist Nathan Filers erster Roman, für den er bereits mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde.

Leseprobe
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link:
http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/lp_nachruf_auf_den_mond.pdf

Matthew vermisst seinen Bruder Simon – oder: die Handlung
Matthew, genannt Matt, ist neun Jahre alt, als sein älterer Bruder Simon stirbt. Damals auf diesem Campingplatz in Großbritannien.
Simon hatte das Down-Syndrom – sein Gesicht erinnert Matthew oft an den Mond. Deswegen auch der Titel dieses Buches.
Matthew gibt sich die Schuld am Tod des Bruders. Eine Schuld, mit der er jahrelang nicht fertig wird. Fast zehn Jahre lang. Er wird schizophren und muss in psychiatrische Behandlung. Dort bekommt er Medikamente.
Aber nicht immer ist er bereit, sich behandeln zu lassen. Er bekommt Spritzen, die er unangenehm findet.
Nach der 11. Klasse verlässt Matthew die Schule und zieht mit seinem Freund und Schulkameraden Josef in eine Wohnung. Zuerst klappt das Zusammenleben – aber die Streitigkeiten häufen sich, und Jacob zieht aus.
Matthew bleibt alleine. Alleine mit den Erinnerungen an seinen Bruder und der Weigerung, sich weiterhin gegen die Schizophrenie behandeln zu lassen. Immer, wenn Matthew seine Medikamente nicht genommen hat und nicht in der Tagesklinik war, um dort eine Spritze zu bekommen, schreibt er seine Memoiren. Nur Nanny Noo, eine Frau, die für seine Eltern arbeitete und die er schon seit Kindheit kennt, darf ihn besuchen. Sie bringt ihm ab und an Lebensmittel vorbei.
Matthew sieht Simon überall – beispielsweise im laufenden Strahl, der aus einem Wasserhahn kommt. Und eines Tages stellt er seine Wohnung voll mit Flaschen, die mit Erde gefüllt sind. Überall krabbeln Ameisen – nicht nur auf und in den Flaschen, sondern auch in der Wohnung. Matthew ist es damit gelungen, eine Ameisenfarm für Simon zu bauen. Wann wird Matthew sein Trauma endlich verarbeiten?

Stilistische/optische Besonderheiten des Buches
Immer, wenn Matthew seine Geschichte tippt, wechselt die Schriftart in dem Buch. Sie wird zur Schrift einer mechanischen Schreibmaschine – denn genau eine solche Maschine verwendet Matthew.
Ab und an gibt es auch Zeichnungen in dem Buch. Beispielsweise, als Matthew einen Stammbaum zeichnet. Ein anderes Mal wird eine ganze Seite des Buches für die Zeichnung einer Schreibmaschine verwendet. Das liegt wohl daran, dass Zeichnen zu Matthews Therapie gehört. Einer Therapie, die helfen soll, mit der Schizophrenie fertig zu werden und Simons Tod zu verarbeiten.
Mir gefallen sowohl die Zeichnungen als auch der Wechsel der Schriftart. Das macht das Buch irgendwie authentischer – glaubhafter – für mich.

Ein Buch, das nachdenklich macht – oder: meine Leseerfahrung
„Nachruf auf den Mond“ ist ein nachdenklich machendes Buch, das sich nicht in einem Rutsch herunterlesen lässt.
Der ich-Erzähler Matthew ist zutiefst getroffen vom Tod seines Bruders Simon. Er meint, den Tod selbst verschuldet zu haben. Und so gibt es Momente, während derer Matthew meint, Simon zu sehen. Zum Beispiel im Wasser oder in einer Kerzenflamme. Dann vergisst sich Matthew – er fasst in das Wasser oder die Kerze und zieht sich Verbrennungen zu. Das ist die Schizophrenie, an der Matthew leidet.
Matthew ist krank und zwar jahrelang. Es gibt Momente, in denen er die Behandlung in der psychiatrischen Klinik vermeidet und boykottiert. Psychiatrische Kliniken als Schauplätze in einem Roman – das erinnert mich an Klassiker wie „Einer flog über das Kuckucksnest“ und „Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen. Beide Romane habe ich gelesen – beide haben mich gleichermaßen berührt und fasziniert. Und genau das macht auch „Nachruf auf den Mond“ mit mir.
Nathan Filer hat nicht versucht, die beiden von mir genannten Klassiker zu kopieren. Er hat seine ganz eigene Geschichte erschaffen. Und genau das macht den Reiz dieses Buches für mich aus – ich erfahre etwas Neues.
Matthew erregt Mitleid bei den Lesern – auch bei mir. Der Leser will, dass Matthew gesund wird, dass er den Tod des Bruders endlich verarbeiten kann, ohne Krankheitssymptome zu zeigen. Und der Leser will wissen, was damals – kurz bevor Simon starb – genau geschah.
Lange wird der Leser hingehalten. Er liest Matthews Kindheitserinnerungen, und er liest Begebenheiten aus Matthews Alltag mit der Schizophrenie. Die Information, was genau zu Simons Tod führte, kommt fast ganz zum Schluss des Buches.
Auf einmal wird mir vieles klar. Ich verstehe, warum Simon so starb, wie er starb. Welche Funktion das Mädchen Annabelle hat, das am Anfang des Buches seine Puppe vergräbt. Und vieles mehr.
Wer dieses Buch liest, muss sich einlassen können auf Zeitsprünge. Darauf, etwas zu lesen über Ereignisse, die Matthew als Kind erlebte. Und darauf, von Matthew als Jugendlichem und Erwachsenen zu lesen. Zum Schluss der Lektüre bleibe ich positiv gestimmt zurück – und das finde ich gut.

Mein Fazit
Das Buch „Nachruf auf den Mond“ finde ich lesenswert. Es befasst sich mit der Beziehung zweier Brüder, von denen einer das Down-Syndrom hat.
Wegen der vielen Zeitsprünge, die mir beim Lesen doch immer wieder zu viel wurden, ziehe ich einen Stern ab.
Ich empfehle das Buch erwachsenen Lesern – jugendliche Leser könnten von Lektüre, die oft in einer psychiatrischen Klinik spielt, verstört werden.
Das Buch „Nachruf auf den Mond“ bekommt von mir also vier Sterne und eine Leseempfehlung.

P.S.: Diese Rezension erschien bereits auf der Verbraucherplattform Ciao.de, wo ich als „Sydneysider47“ unterwegs bin sowie in verkürzter Form auf „vorablesen.de“. Dort bin ich „adel69“. Ich plane auch noch, Rezensionen auf anderen Webseiten meiner Wahl einzustellen.Produktbild - eingestellt von Sydneysider47

(Rezi von Adelheid) Susann Julieva: „Böse Jungs“

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Manchmal brauche ich fröhliche Lektüre. Kein Wunder also, dass ich vor kurzem zu folgendem E-Book gegriffen habe. Ich habe es bei Vorablesen.de gewonnen:
Böse Jungs
Autorin: Susann Julieva
ISBN-Nummer: 978-3-95818-010-9
Seitenzahl: 350
Verlag: Forever (gehört zur Ullstein-Verlagsgruppe)
erschienen in Deutschland: Februar 2015

Das Buch ist nur als E-Buch zu haben und kostet 4,99 Euro.

Über Susann Julieva
Die Autorin lebt in Süddeutschland, hat eine Katze und schreibt gerne Gay-Romance-Romane in Deutsch und Englisch und auch Romane anderer Genres.
Was sind Gay-Romance-Romane? Es geht hier um Handlungen, die geprägt sind von der Liebe zwischen Männern.
Eigentlich passen solche Romane nicht in mein Beuteschema, aber die Leseprobe klang amüsant, leicht und locker geschrieben. Also las ich das Buch.

Leseprobe
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link:
http://www.vorablesen.de/sites/vorablesen.de/files/buecher/leseproben/lp_julieva.pdf

Die Handlung
Die zwei Studenten James und Casey erzählen abwechselnd Ereignisse aus der Ich-Perspektive. Es geht um ihre Beziehung zueinander – aber auch um den Studenten Danny Rizzo, den sowohl James, als auch Casey in gewisser Hinsicht anziehend finden. Alle drei studieren am Woodhaven College.

James
James Foley ist Student, entspannt sich am Strand und denkt an seine Literaturarbeit, die er noch abzuliefern hat. Er ist in Casey verknallt – und mag Danny Rizzo nicht, einen Jungen, den Casey mit auf den Strand eingeladen hat.
James mag Rizzo nicht, weil er so perfekt zu sein scheint. Er sieht einfach unsagbar gut aus und fährt auch noch ein tolles Auto. Alle fliegen auf ihn! Und – wie Rizzo mit ihm redet! Er scheint sehr wohl zu durchschauen, dass James auf Casey abfährt – und mit ihm, Rizzo, nichts zu tun haben will. Aber es ist auch Neid. Neid darüber, dass Casey irgendetwas an Rizzo interessant findet – und deswegen Rizzo eher für Casey interessant als Partner ist als James.
Schlimm ist es für James, als er auf einer Studentenparty ist – Casey sieht und weiß: Casey ist Rizzos wegen zu der Party gekommen und nicht James wegen. Später jedoch trifft er Rizzo außerhalb der Party, gemeinsam gehen sie heim – und küssen sich.
Dennoch ist und bleibt Casey James‘ große Liebe – der Mann seines Lebens. Es gibt einige prickelnde Szenen mit Rizzo, die James zwar im ersten Moment bezaubern. Auf lange Sicht bleibt allerdings nur das schlechte Gewissen gegenüber Casey zurück. Die Tatsache, dass James Casey irgendwie hintergangen hat – ihm also untreu wurde.

Casey
Casey malt gerne. Am liebsten im Sommer. Er sitzt gerne in Cafés und beobachtet Leute.
Rizzo stärkt sein Selbstwertgefühl – deswegen mag er Rizzo. Rizzo hat ein derart fesselndes Charisma, dass Leute, die mit ihm zusammen sind, auch von anderen bemerkt werden. Und das ist etwas, das Casey gefällt – und deswegen ist er gern mit Rizzo zusammen.
Natürlich mag er auch James. Er hat für ihn ein gutes Wort bei der Collegezeitung eingelegt. Dadurch durfte Casey dort mitarbeiten. Aber James schätzt auch Caseys Maltalent.
Aber – eigentlich ist Casey bisexuell. Er steht auf Frauen – und vielleicht auch auf Männer. Rizzo zieht ihn an – und James küsst so toll. Aber wie sagt Casey seiner Familie, dass er bisexuell ist?

Der Schreibstil
Der Roman ist in einer lockeren Sprache geschrieben – wird aber nie ordinär. Ich konnte mir beim Lesen die drei Studenten sehr gut vorstellen – ihre Gedanken, ihre Gefühle werden von der Autorin sehr gut beschrieben.
Die Sätze sind weder zu lang, noch zu kurz. Auch kommen kaum Fremdwörter vor.

Meine Leseerfahrungen
Es prickelt. Es prickelt zwischen den Buchseiten – es prickelt zwischen den Jungs. Sie haben ihre Erlebnisse, jeder hat seine Vorstellung über einen oder mehrere Jungs, die ihnen ein erotisches Kribbeln über den Rücken jagen. Und das tut gut. Das treibt die Sehnsucht an.
Als Leser spürt man immer wieder dieses Kribbeln zwischen den Zeilen – und die Spannung steigt, die Antwort auf folgende Fragen zu bekommen: Wer bekommt wen? Wer wird mit wem als Partner ins weitere Leben starten?
Liebe und Eifersucht – das ist das zentrale Thema, und hier werden immer wieder die Karten neu gemischt: James würde gern mit Casey gehen – aber auch Rizzo hat diverse Eigenschaften , die ihn anziehen. Obwohl er Rizzo zuerst nicht leiden kann. Und Casey – was will Casey eigentlich? Mit einer Frau zusammen sein – oder lieber mit Rizzo? Oder doch mit James? Da wird auch mal Klartext geredet – Tacheles sozusagen. Da wird auch mal geschimpft und gedroht -, um dann letztendlich solche Drohungen mit einem Kuss oder gar mit Sex zu ersticken.
Trotz all diesen Beziehungsspielchen untereinander vergessen die Jungs nicht ihr Studium und Feste mit anderen. Solche schönen Erlebnisse kann man sich beispielsweise gönnen, wenn man an den Strand geht.
Dadurch, dass die Sichtweisen immer wieder abwechseln und eine Sichtweise intensiver beschrieben wird, hat man auch als Leser genug Zeit, sich mit jedem der einzelnen Charaktere vertraut zu machen, um sich gut in dessen Gefühle und Denkweisen hineinversetzen zu können.
Man muss natürlich auch wissen, dass Casey Rizzo gerne mit seinem Vornamen „Danny“ betitelt, während James es bevorzugt, Rizzo nur mit seinem Nachnamen zu betiteln, so wie viele seiner Freunde und Studienkollegen es auch tun. Das muss man wissen, sonst könnte man beim Lesen doch durcheinander kommen – wenn man einmal „Danny“ liest und ein anderes Mal „Rizzo“, aber sich nicht gleich merken kann, dass es sich hier um ein- und dieselbe Person handelt.
Frau Julieva weiß auch, wie man aus normalen Situationen kribbelnde Momente schafft. Da unterhalten sich beispielsweise zwei ihrer Hauptcharaktere miteinander – und so ganz nebenbei wird solch eine Unterhaltung plötzlich erotisch, weil die Stimme einer dieser Hauptcharaktere für den anderen anziehend klingt.
Die drei Jungs umgarnen sich – aber sie sind auch Rivalen. Wie Hähne ab und zu. Da versucht man, sich anzunähern – aber man zeigt auch Antipathien – nach dem Motto: „Bis hierher und nicht weiter!“ Das ist immer wieder nett zu lesen – da amüsant geschrieben. Ich konnte mir beim Lesen auch die drei Studenten sehr gut vorstellen. Allerdings war mir die Lektüre auch teilweise zu langatmig, da sich seitenlang – außer einiger Gespräche, Annäherungen und Eifersüchteleien – wenig ereignete.

Mein Fazit
„Böse Jungs“ ist ein leicht zu lesender Roman über die Beziehung und Freundschaft der drei Studenten , namens James Foley, Casey und Danny Rizzo. Sie mögen sich – aber sie konkurrieren auch untereinander.
Ein Roman für Erwachsene, die mal Erfahrungen mit einem anderen Buchgenre machen wollen. Gut als Zwischendurch-Lektüre zum Entspannen geeignet.
Da die Lektüre ziemlich anspruchslos ist und meiner Meinung nach teilweise zu langatmig war, ziehe ich einen Stern ab. Ich vergebe aber gern vier Sterne und eine Leseempfehlung.

P.S.: Diese Rezension erschien in verkürzter Form schon bei „vorablesen.de“. Dort bin ich als „adel69“ unterwegs. Möglicherweise wird sie auch noch bei Ciao.de erscheinen – dort heiße ich „Sydneysider47“. Auch eine Veröffentlichung auf anderen Webseiten meiner Wahl ist geplant.Produktbild - eingestellt von Sydneysider47