(Rezi von Adelheid) Katrin Burseg: In einem anderen Licht

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Vor einigen Wochen habe ich folgendes Buch gelesen:

„In einem anderen Licht“

der deutschen Autorin

Katrin Burseg.

 

Wie ich das Buch fand, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zum Buch „In einem anderen Licht“ von Katrin Burseg:

Erscheinungsdatum in Deutschland:  8. September 2017

Seitenzahl: 316 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3471351406

Verlag: List

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 18 Euro.

 

 

Über die Autorin Katrin Burseg:

Katrin Burseg ist eine deutsche Autorin, Jahrgang 1971. Sie studierte Kunstgeschichte und Literatur und arbeitete anschließend als Journalistin. Sie hat einige Romane verfasst.

Ihr Roman „Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern“ erhielt 2016 einen Literaturpreis.

Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man an mehreren Stellen im Internet. Beispielsweise bei vorablesen.de. Einfach die Informationen zum Buch aufrufen und rechts oben auf den Knopf „Leseprobe“ klicken. Schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

 

Die Handlung:

Miriam hat ihren Mann Gregor verloren. Er starb während seiner Arbeit als Fotojournalist. Beide arbeiteten beim Hamburger Nachrichtenmagazin GLOBUS.
Miriam versucht, ihr Leben ohne Gregor in den Griff zu bekommen. Immerhin muss sie sich um ihren Sohn Max kümmern – und das tut sie mit Liebe und Hingabe. Ein zweites Baby, das sie erwartete, hat sie nach Gregors Tod verloren.
Sie bekommt die Chance, für die Frauenzeitschrift ANABEL zu arbeiten, die vom selben Verlag wie der GLOBUS herausgebracht wird. Denn für den GLOBUS kann und will sie nicht mehr arbeiten. Zu viel dort erinnert sie an Gregor.

Sie versucht, ihre Trauer, die sich immer wieder als Rabe darstellt, zu verarbeiten. Der Job bei ANABEL bietet ihr die Möglichkeit, über die Reederswitwe Dorothea Sartorius zu schreiben. Frau Sartorius ist sehr einflussreich und vermögend und fördert viele soziale Projekte und verleiht einen Preis für Zivilcourage.

Miriam interviewt Frau Sartorius, die ihr sehr sympathisch ist. Aber es gibt auch einige Details aus dem Leben von Frau Sartorius, die Miriam stutzig machen. Die 14 Briefe, die sie von einer „Elisabeth“ bekommt und die sie immer wieder ermahnen, Dorothea Sartorius nach Marguerite zu fragen, nähren in Miriam das Gefühl, dass es dunkle Punkte in Frau Sartorius‘ Vergangenheit gibt. Sie recherchiert und stößt auf Ereignisse, die bis in die 1970er-Jahre zurückreichen, einem Jahrzehnt, als die RAF Terror in Deutschland verbreitete.

 

Meine Meinung:
Das Buch ist gut und flüssig geschrieben und konnte mich meistens in seinen Bann ziehen. Bis zum Interview mit Frau Sartorius fand ich die Handlung mitreißend, die Figuren Miriam und Frau Sartorius lebendig und sympathisch geschildert. Danach stellten sich jedoch einige Längen in der Handlung ein – und ich wusste nicht so recht, worauf das Buch hinauswill. Eine zarte Liebesgeschichte wird eingewebt, denn Miriam und Bo, bei dem sie immer wieder mit Max einige Tage verbringt, kommen sich näher.

Irgendwann war das Interesse an der Handlung wieder geweckt, denn ich wollte wissen, wie Miriam mit den Tatsachen, die sie über Frau Sartorius erfährt, umgehen soll. Und ich wollte natürlich auch erfahren, wie es mit ihr und Bo weitergeht.

Der Roman findet auf all diese Themen einen „runden“ und für mich zufriedenstellenden Schluss. Die Liebesgeschichte driftet dabei nie in „Kitsch“ ab und Miriams Recherchen und die Ereignisse drumherum erscheinen logisch und nachvollziehbar. Gut finde ich, dass auch das Thema „RAF“ – also der Terror in den 1970er-Jahren – in die Romanhandlung einfließt.

Ich vergebe dem Buch vier Sterne und empfehle es weiter.

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(Rezi von Adelheid) Zadie Smith: Swing Time

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im August 2017 habe ich nach vielen Jahren endlich mal wieder London besucht. Natürlich war ich auch in einigen Buchläden. Beworben wird dort gerade unter anderem das Buch

Swing Time

der britischen Autorin

Zadie Smith.

Ich habe das Buch in der deutschen Übersetzung gelesen. Wie es mir gefallen hat, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zum Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 17. August 2017

ISBN-Nummer: 978-3462049473

Verlag: Kiepenhauer & Witsch

Seitenzahl: 640 Seiten

Das Buch ist in der deutschen Übersetzung als Hardcoverbuch mit Schutzumschlag erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 24 Euro.

 

Über die Autorin Zadie Smith:

Zadie Smith ist eine britische Autorin, die 1975 im Norden Londons geboren wurde. Ihr erster Roman „Zähne zeigen“ war ein großer Erfolg und erhielt viele Preise.

Weitere Bücher folgten – unter anderem „Von der Schönheit“ und „London NW“.

Die Autorin lebt heute in New York.

 

Die Handlung:

Tracey und die Ich-Erzählerin wachsen in ärmeren sozialen Verhältnissen in einem Londoner Stadtteil auf. Beim Ballettunterricht lernen sie sich kennen.

Traceys Mutter ist alleinerziehend. Um ihren Vater wird ein großes Geheimnis gemacht. Später jedoch erfährt man die Auflösung, wo der Vater sich befindet.

Tracey und die Ich-Erzählerin sind Freundinnen. Immer wieder erfährt man Ereignisse aus ihrer Kindheit, aber auch aus dem Erwachsenenleben.  Die Ich-Erzählerin ist als Erwachsene für eine Popsängerin und Tänzerin, namens Aimée, tätig.

Die Ich-Erzählerin hat eine Mutter mit afrikanischem Migrationshintergrund und einen Vater mit europäischen Wurzeln. Später tauchen kurz zwei Geschwister auf – Kinder des Vaters, die er mit einer anderen Frau hat.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man an mehreren Stellen im Internet. Beispielsweise auf vorablesen.de. Einfach den Titel des Buches in die Suchleiste eingeben und bei der Vorstellung des Buches auf die Option „Leseprobe“ klicken. Schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Meine Meinung zu dem Buch:

Der Anfang des Buches hat mir sehr gut gefallen. Gleich war ich „drin“ in der Freundschaft zwischen der Ich-Erzählerin (ihren Namen erfahre ich nie) und Tracey.

Allerdings flacht das Buch schnell ab. Spannung kommt keine auf – die Handlung hüpft zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Beim Lesen fragte ich mich oft: „Worauf will das Buch hinaus?“ Oft hatte ich den Eindruck, dass die Autorin anfängt, irgendeine Geschichte zu erzählen, sich dann aber in anderen Gedanken verzettelt.

Ich mag zwar den Schreibstil der Autorin, aber die Handlung kann mich selten packen. Das ist schade, denn die Idee, ein Buch über eine Frauenfreundschaft zu machen, hätte durchaus Potential gehabt.

 

Mein Fazit:

Von dem Buch  „Swing Time“ von Zadie Smith hatte ich mir mehr versprochen, als ich im Endeffekt bekommen habe. Mir gefällt zwar der Schreibstil der Autorin, allerdings ist die Handlung wenig spektakulär  – und die Autorin verliert sich oft in irgendwelche andere Gedanken als die, die sie zu Beginn eines Kapitels aufgegriffen hatte. Dadurch wird die Handlung langatmig und vermochte mich als Leserin kaum zu packen.

Ich vergebe zwei Sterne. Bei einer Leseempfehlung bin ich unentschlossen.

 

(Rezi von Adelheid) Rufi Thorpe: Ein Sommer in Corona del Mar

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Auf das Buch „Ein Sommer in Corona del Mar“ kam ich nur durch Zufall. Die Lektüre hat mich positiv überrascht.

Nachdem ich einen US-amerikanischen Klassiker eines renommierten US-amerikanischen Autors gelesen hatte, suchte ich nach locker-leichter Sommerlektüre. Das Cover des Buches „Ein Sommer in Corona del Mar“ und auch der Buchtitel verhießen  genau solche Lektüre.

Wie erstaunt allerdings war ich, als ich das Buch las. Es hat mich von Anfang an gepackt. Der Schreibstil sprach mich an. Ich habe hier keinen belanglosen Frauenroman vor mir, sondern wirklich einen Roman mit Tiefgang, der mich bis zum Schluss fesseln konnte.

Es geht um die zwei Freundinnen Mia und Lorrie Ann in einer südkalifornischen Stadt in den 1990er-Jahren. Mia erzählt die Geschichte dieser Freundschaft aus der Ich-Perspektive.  Die Geschichte beginnt, als die beiden Teenager sind. Lorrie Ann ist beneidenswert, sie scheint ein besseres und glücklicheres Leben zu führen als Mia. Das Schicksal wendet sich, als Lorrie Anns Vater stirbt.

Als Lorrie Ann schwanger wird und Jim, den Vater ihres Kindes, heiratet, scheint wieder vieles gut zu werden. Doch Jim stirbt, als er als Soldat bei einem Einsatz agiert – und Lorrie Anns Baby, namens Zach, ist schwerbehindert.  Lorrie Ann scheint ihr Schicksal zu akzeptieren, sie hat einen neuen Partner und liebt ihr Kind abgöttisch. Allerdings bleiben Probleme nicht aus – beispielsweise Probleme mit Drogen.

Mia studiert, macht einen hervorragenden Studienabschluss und promoviert. Sie zieht nach Istanbul und findet einen Partner. Mit Lorrie Ann ist sie vorwiegend telefonisch in Kontakt. Ab und zu gelingt es ihr, ihre Freundin in Kalifornien zu besuchen.

Interessant an dem Buch finde ich, dass ich als Leserin am Leben von Lorrie Ann aus der Perspektive ihrer Freundin Mia teilhabe. Und zwar ziemlich intensiv. Jugenderinnerungen wechseln sich ab mit Erlebnissen, die beide als Erwachsene haben. Wobei der Fokus mehr auf das Leben von Lorrie Ann gelegt wird.  Von Mia erfahre ich lange Zeit nur wenig.

Und beim Lesen fragte ich mich oft: „Was kommt noch? Worauf will dieses Buch hinaus?“

Der Schluss hat mich überrascht – und er wirft das Bild, das ich mir lange von Lorrie Ann gemacht hatte, total über den Haufen. Aber nicht allein der Leser wird überrascht – die Ich-Erzählerin Mia ebenfalls. Zu Recht fragt sie sich, wie gut sie ihre Freundin Lorrie Ann überhaupt gekannt hat.

 

Mein Fazit:

Das Buch „Ein Sommer in Corona del Mar“ kann ich empfehlen. Wer einen lockeren Frauenroman lesen will, sollte allerdings zu einem anderen Buch greifen. Denn hier geht es um die Freundschaft zweier Frauen, die den Leser nachdenklich macht. Auch den Schreibstil finde ich gelungen. Er wird nie ordinär, er ist oft klug und gefällt mir.

Der deutsche Buchtitel passt nicht ganz zu dem Buch, da es nicht nur um einen Sommer im südkalifornischen Städtchen Corona del Mar geht, sondern um eine freundschaftliche Beziehung, die mehrere Jahre dauert.

Wegen einiger Längen in dem Buch vergebe ich dem Buch vier von fünf Sternen – also die Note „gut“ –  und eine Leseempfehlung.

 

Informationen zum Buch:

Erschienen in Deutschland im April 2017

Seitenzahl: 352 Seiten

Verlag; btb (gehört zur Verlagsgruppe Random House)

ISBN-Nummer: 978-3-442-71471-1

Das Buch ist in der deutschen Ausgabe als Taschenbuch erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 9,99 Euro.

 

(Rezi von Adelheid) Simon Van Booy: Mit jedem Jahr

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Vor einigen Tagen habe ich folgendes Buch zu Ende gelesen:

Mit jedem Jahr

des walisischen Schriftstellers

Simon Van Booy.

 

Was ich von dem Buch halte, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zu dem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 26. März 2017

Seitenzahl: 310 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3458176992

Verlag: Insel-Verlag

Das Buch ist in der deutschsprachigen Version als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen. Im deutschen Buchhandel kostet es 22 Euro.

 

Über Simon Van Booy:

Simon Van Booy ist ein Schriftsteller aus Wales (Großbritannien). Er lebt im Moment mit seiner Frau und seiner Tochter im New Yorker Stadtteil Brooklyn.

Er hat schon mehrere Romane verfasst und arbeitet für mehrere Zeitungen und den BBC. In Deutschland erschien vor einigen Jahren bereits sein Buch „Die Illusion des Getrenntseins“.

 

Leseprobe:

Leseproben dieses Buches, die vom Verlag genehmigt wurden, gibt es auf mehreren Stellen im Internet. Beispielsweise bei www.vorablesende. Einfach das Buch „Mit jedem Jahr“ suchen und rechts oben auf den Schalter „Leseprobe öffnen“ klicken. Dann ist es möglich, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.

 

Die Handlung:
Harvey ist sieben Jahre alt und lebt mit ihren Eltern irgendwo in den USA. Das Leben ist harmonisch, Harvey kümmert sich um ihre Puppen. Der Vater hat ein Juweliergeschäft, die Mutter stammt aus Ecuador.

Harveys Eltern kommen durch einen Autounfall ums Leben. Die Sozialarbeiterin Wanda setzt sich dafür ein, dass Harvey zu ihrem Onkel Jason kommt. Jason, einem Raucher und Raufbold, den sie bisher nicht kannte. Jason, der ältere Bruder des Vaters, der nie dachte, sich jemals um eine Familie kümmern zu können.
Harvey und er raufen sich zusammen. Er meldet Harvey zur Schule an, er kauft ihr Kleider, er kümmert sich um sie, wenn sie krank ist. Und mit jedem Jahr, in dem Jason mit Harvey zusammen ist, wird er weicher, menschlicher, einfach ein Familienmensch.

Später zieht Harvey nach Paris, weil sie dort eine Arbeit als Zeichnerin gefunden hat. Sie nennt Jason schon lange nicht mehr Onkel – nein, er ist ihr „Dad“, dem sie Paris zeigen will, als er aus den USA zu Besuch kommt.

Meine Meinung:
Es gibt zwei Handlungsstränge, die zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden. Erzählt wird das Buch aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit.

Die Schilderungen von Harveys Kindheit wechseln sich ab mit Schilderungen, wie die erwachsene Harvey in Paris arbeitet und Jason empfängt, der aus den USA zu Besuch kommt. Sie zeigt ihm die Stadt. Immer wieder tauchen sie ein in Erinnerungen über die Vergangenheit.

Der Schreibstil des Buches gefällt mir gut, die Charaktere Harvey und Jason sind sympathisch. Man merkt auch beim Lesen, wie Jason langsam zu einem Familienmenschen wird – und das gefällt. Eigentlich will er anfangs Harvey gar nicht bei sich aufnehmen. Er gilt als „Raubein“, der Motorräder und Raufereien liebt und einige Tattoos hat. Wie soll solch ein Mensch Harvey gleichzeitig Vater und Mutter sein?

Aber die Sozialarbeiterin Wanda entdeckt immer mehr gute Eigenschaften an ihm. Sie trifft ihn mehrmals, bringt immer wieder Harvey mit. Und sie ermutigt ihn, Harvey bei sich aufzunehmen, damit diese nicht in einer Pflegefamilie leben muss.

So nach und nach raufen sich die beiden zusammen. Jason ist nicht jähzornig, er ist geduldig – und ihm fällt immer etwas ein, auch in schwierigen Situationen. Beispielsweise, als Harvey mit hohem Fieber im Bett liegt. Da holt er die Nachbarin, die die richtigen Medikamente zu haben scheint, die sie Harvey gibt.

Ich habe das Buch gerne gelesen. Was mich allerdings gestört hat, war, dass die Spannung kaum vorhanden war. Das Buch ist ruhig, und man liest es, um zu sehen, wie sich die Beziehung zwischen Harvey und Jason entwickelt. Wie kann ein Mann, der nie eine Familie haben wollte – und selbst keine eigenen Kinder hat, einem kleinen Mädchen ein guter Vater sein? Und genau diese Annäherung, diese Entwicklung des raubeinigen Jason zum Vater macht dieses Buch aus.

Oft habe ich mich beim Lesen gefragt: Worauf will dieses Buch hinaus? Was ist der Höhepunkt? Zum Schluss gibt uns der Autor noch einen Höhepunkt, ein unerwartetes Ereignis, mit dem ich nicht gerechnet habe.

Mein Fazit:
Das Buch „Mit jedem Jahr“ von Simon Van Booy schildert, wie ein Onkel sich auf einmal um seine Nichte kümmert – und die beiden im Laufe der Jahre immer mehr zu einer Familie werden.

Das Buch ist ruhig, es ist wenig spannend, aber der Schreibstil ist gelungen.
Ich vergebe dem Buch vier von fünf Sternen und empfehle es weiter.