(Rezi von Adelheid) Anstey Harris: Find mich da, wo Liebe ist

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

während meines Urlaubs in den baltischen Staaten konnte ich einige Bücher lesen – auch dieses hier:

„Find mich da, wo Liebe ist“ der britischen Autorin Anstey Harris.

Die Leseprobe hatte mich neugierig gemacht auf dieses Buch – deswegen habe ich es gelesen.

Kurze Informationen zu dem Buch „Find mich da, wo Liebe ist“:

Verlag: Ullstein

ISBN-Nummer: 978-3548291413

Erscheinungsdatum: 2. Juli 2019

Seitenzahl: 336 Seiten

Das Buch ist in der deutschen Ausgabe als Paperback erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 12,99 Euro.

Leseprobe:

Vom Verlag genehmigte Leseproben sind mehrfach im Netz zu finden. Auch auf diversen Händlerseiten. Beispielsweise bei Amazon.de. Einfach dort nach dem Buch suchen und auf die Option „Blick ins Buch“ klicken. Schon ist es möglich, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.

Über Anstey Harris:

Anstey Harris ist eine britische Autorin, die „kreatives Schreiben“ an einer Universität unterrichtet. Ihr Mann kennt sich gut mit dem Bau von Geigen aus.

Grace baut Instrumente und liebt einen verheirateten Mann – oder: Worum geht es in dem Buch?

Die Ich-Erzählerin Grace ist 40 Jahre alt und hat eine starke Liebe zu klassischer Musik und zu Instrumenten, wie Cello, Geige und Bratsche. Sie baut und repariert solche Instrumente in ihrem kleinen Laden irgendwo in Großbritannien.

Liiert ist sie seit acht Jahren mit David, einem Franzosen, der verheiratet ist und zwei Kinder hat.

Grace und David schon seit acht Jahren eine Fernbeziehung. Sie treffen sich immer wieder – mal in Großbritannien, jedoch meistens in Paris. Er macht ihr Geschenke, sie genießen die Zeit miteinander.

Grace träumt davon, dass David sie heiratet und seine Frau verlässt – jedoch ist das für ihn nicht so einfach, weil er an seinen Kindern hängt.

Vor Jahren war Grace eine Musikerhoffnung – sie studierte an einer Musikhochschule. Ihr Traum war, als Cellistin die große Karriere zu machen. Einfach war die Ausbildung an der Musikhochschule nicht. Da gab es einen Dozenten, der die Studenten hart rannahm, der sie stundenlang üben ließ, bis die Finger wund waren. Und der sie anschrie.

Irgendwann hielt Grace das nicht mehr aus und verließ Hals über Kopf die Musikhochschule. Seitdem hat sie ihre Karriere als Musikerin an den Nagel gehängt und kümmert sich um ihre Beziehung mit David und um Musikinstrumente.

In ihrem Laden hilft ihr die 17-jährige Nadia. Nadia ist eine sehr gute Geigenspielerin, jedoch leidet sie daran, dass die Beziehung ihrer Eltern gerade in die Brüche geht.

Mr. Williams ist ein Kunde, 86 Jahre alt, der Grace eine Geige zur Reparatur anvertraut.

Eines Tages bringt jedoch eine Nachricht Graces Gefühle total durcheinander – und sie rastet aus. Nadia und Mr. Williams, versuchen, ihr in dieser Krise beizustehen, damit sie ihr Leben wieder in den Griff bekommt. 

Schöner Roman mit Ausschweifungen oder: Meine Meinung:

Das Buch war bei vorablesen.de zu gewinnen – und ich hatte mich auch darauf beworben. Da meine Glücksfee aber nicht da war, ging ich bei der Verlosung leer aus.

Eigentlich wollte ich das Buch nicht kaufen, habe es dann aber doch getan. Es war eine gute Urlaubslektüre für mich.

Grace ist die Ich-Erzählerin. Sie schildert die Ereignisse im Präsens. Immer wieder gibt es Rückblicke in dem Buch, die im imperfekt (Vergangenheit) geschrieben sind.

Ich habe das Buch gern gelesen, es ist gut geschrieben. Ich mag Grace und es tut mir leid, dass sie sich von David so lange hinhalten lässt. Sie treffen sich, sie mögen sich – aber es sieht nicht so aus, dass er für ein Leben mit Grace seine Familie in Frankreich aufgeben wird.

In dieser Situation stützt sie die Liebe zu den Instrumenten, die sie baut und repariert. Sie weiß viel über das richtige Holz für den Bau von Geigen, Bratschen und Cello – und redet sehr ausführlich darüber. Mir war das an manchen Stellen zu ausführlich.

Ich habe das Buch gelesen, weil ich wissen wollte, wie es mit Grace und David weitergeht. Ich wollte auch wissen, ob Grace mit dem Cello, das sie mit Herzblut für einen Wettbewerb in Italien gebaut hat, gewinnen wird. Und ich wollte wissen, warum sie die Musikhochschule vor vielen Jahren verlassen musste.

Ihr Dozent war unsympathisch – von einen Schreihals möchte ich auch nicht unterrichtet werden. Aber es gab noch andere Ereignisse in der Musikhochschule.

Nadia und Mr. Williams sind zu Anfang unscheinbare Charaktere, die sich aber im Laufe der Lektüre entwickeln und mir sympathisch wurden.

„Find mich da, wo Liebe ist“ ist also ein Roman, den ich gerne gelesen habe. Die Hauptpersonen sind sympathisch, es gibt Dramatik in dem Buch, aber auch ruhige Szenen. Gestört haben mich die ausschweifenden Beschreibungen über Instrumente und die Materialien, mit denen sie gebaut oder repariert werden können. Deswegen ziehe ich einen Stern ab.

Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.  

(Rezi von Adelheid) Joe Heap: Die Welt in allen Farben

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich bin wieder zurück aus einem aufregenden Urlaub in den baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland. Gelesen habe ich dort unter anderem folgendes Buch:

Die Welt in allen Farben

Geschrieben wurde es vom britischen Autoren Joe Heap. Wie mir das Buch gefallen hat, erfährt man jetzt.

Kurze Informationen über das Buch „Die Welt in allen Farben“ von Joe Heap:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 16. September 2019

ISBN-Nummer: 978-3-95967-340-2

Verlag: Harper Collins

Seitenzahl: 400 Seiten

Das Buch erscheint in der deutschen Fassung als Hardcoverbuch mit Schutzumschlag und kostet 20 Euro im Buchhandel in Deutschland.

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man beispielsweise bei vorablesen.de. Einfach das Buch dort suchen, auf die Option „Leseprobe öffnen“ klicken. Schon ist es möglich, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.  

Über den Autor Joe Heap:

Joe Heap ist ein britischer Autor, Jahrgang 1986. Er wohnt mit seiner Familie in London. „Die Welt in allen Farben“ ist sein erster Roman.

Die Welt aus der Sicht einer Sehbehinderten – oder: Worum geht es in diesem Buch?

Kate wohnt in London und ist verheiratet mit Tony. Tony ist lieblos. Er lässt sie beispielsweise allein, wenn sie verletzt ist und Hilfe braucht. Ihm macht es Spaß, Leute psychisch zu quälen. Als er beispielsweise herausbekommt, dass sie gewisse Geräusche nicht mag, versucht er genau mit diesen Geräuschen Kate zu verstören.

Kate bekommt immer wieder Panikattacken und Momente, während derer sie sich zu Hause einigelt.

Nova ist blind. Blind geboren, sehr klug, sie spricht fünf Sprachen und arbeitet bei der Polizei in London.

Eines Tages lässt sich Nova operieren. Die Operation bringt ihr die Fähigkeit zu sehen, aber sie muss trainieren, wie sie Formen, Objekte und Körper genau sehen und einordnen kann. Sie bekommt Karten und therapeutische Hilfe, um Fortschritte zu machen. Dieses Sehtraining ist mühsam, es erfordert viel Zeit und Geduld.

Als Nova im Krankenhaus liegt, lernt sie Kate kennen, die ebenfalls dort Patientin ist. Sie tauschen Telefonnummern aus und treffen sich wenige Male. Dadurch merken sie, dass sie einander brauchen, dass sie sich irgendwie ergänzen. Kate hilft Nova beim Sehtraining und Nova hilft Kate, ihre Panikattacken zu reduzieren und wieder mehr Vertrauen zu haben.

Nova wohnt einige Zeit bei Kate – und aus Freundschaft entwickelt sich Liebe. Die beiden Frauen merken, dass Tony eine ernsthafte Bedrohung ist. Er kann angsteinflößend, fies und brutal sein. Eines Tages droht die Situation zu eskalieren.

Mal ein anderes Thema für einen Roman als die, die ich bisher gelesen habe – oder: Meine Meinung:

Da mein Sohn sehbehindert ist, hat mich die Lektüre dieses Buches interessiert. Es ist in einer einfachen Sprache aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) geschrieben.

Ich habe dieses Buch gern gelesen. Es ist kurzweilig und interessant. Vom Thema her ist es etwas völlig Anderes als alle Bücher, die ich bisher gelesen habe. Kate und Nova sind mir sympathisch. Jede der beiden Frauen ist hilfesuchend auf ihre Weise. Beide Frauen entwickeln sich in diesem Roman, sie lernen voneinander.

Kate ist oft ängstlich und will schnell aufgeben. Nova ist selbstbewusster als Kate, weil Nova es gelernt hat, als Blinde im täglichen Leben zurechtzukommen. Aber die neue Situation – das Sehen-Lernen – überfordert sie oft. Immer wieder will sie aufgeben und als Blinde weiterleben, weil sie das gut kann. Aber Kate ist ein Antrieb für Nova, das Ziel sehen zu lernen, weiterzuverfolgen.

Als Leser erfährt man, wie Nova die Welt und ihre Sicht der Dinge aus der Sicht einer sehbehinderten Person sieht. Das fand ich faszinierend zu lesen. Ebenfalls die immer wieder eingestreuten Sehregeln sind einfallsreich und interessant und regten mich zum Nachdenken an.

In Kates innere Welt der Panikattacken und weiterer psychischen Probleme einzutauchen, fand ich da schon schwieriger. Kates Verhalten ist wohl oft nur für Psychologen nachvollziehbar.

Den Schluss des Buches fand ich etwas wirklichkeitsfremd und abrupt. Die Gründe für diesen Schluss sind aber auch für mich nachvollziehbar.

Die Liebeszenen zwischen den beiden Frauen sind nicht zu ausführlich geschildert, sie haben mich beim Lesen nicht gestört.

Ich fühlte mich von der Lektüre gut unterhalten, und die Handlung fand ich interessant. Deswegen vergebe ich fünf von fünf Sternen.

(Rezi von Adelheid) Elaine Laurae Weolke: Insel der tausend Steine

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor einigen Tagen habe ich ein Buch zu Ende gelesen, das mich stark erschüttert hat:

Insel der tausend Steine

von Elaine Laurae Weolke

Kurze Informationen zu diesem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 8. August 2019

ISBN-Nummer: 978-3734747199

Seitenzahl: 212 Seiten

Verlag: Books on Demand

Das Buch kann als Paperback-Ausgabe zu 8,99 Euro in jedem Buchhandel erworben werden, aber auch als E-Book (da kostet es 4,49 Euro – sowohl als E-Pub, als auch als Kindle-Version). Es ist innerhalb von wenigen Tagen lieferbar – bei Thalia.de beispielsweise, aber auch direkt im BOD-Shop (Shop von Books on Demand).

Der Link zu dem Bookshop von BoD ist folgender.

https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/?q=Insel+der+tausend+Steine

Über die Autorin:

Elaine Laurae Weolke ist das Pseudonym einer Autorin, die schon viele Länder besucht hat und deren Texte im Internet schon ausgezeichnet wurden. Von ihr sind bereits die Romane „Blätterrauschen, weit weg“ und „Nächster Halt: Sydney Harbour Bridge“ erschienen.

Leseprobe:

Eine vom Verlag und der Autorin genehmigte Leseprobe ist jederzeit im Internet einsehbar. Beispielsweise auf der Seite von Amazon.de oder auch von Books on Demand (Bod.de).

Großer Stress auf einer Fachhochschule für Verwaltung – oder: die Handlung:

Die Ich-Erzählerin Vicky ist jung und motiviert. Sie möchte eine Ausbildung im gehobenen Dienst der Zollverwaltung machen und bewirbt sich. Sie hat Glück und bekommt eine Ausbildungsstelle. Die Zeiten auf verschiedenen Zollämtern sind interessant und abwechslungsreich. Auch die Kollegen sind einfach klasse.

Stress gibt es allerdings auf der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Finanzen, in Sigmaringen (Baden-Württemberg). Nach der anfänglichen Euphorie kommt viel Stress. In rasendem Tempo absolvieren die Studierenden Kurse in verschiedenen Rechtsgebieten (Staatsrecht, Allgemeines Verwaltungsrecht, Rechtslehre, Verfassungsgeschichte der Neuzeit und so weiter) und müssen Höchstleistungen bringen. Am Ende dieses Grundstudiums machen die Auszubildenden im ersten Jahr eine Zwischenprüfung.

Diese Prüfung ist sehr schwer, fragt sie doch Inhalte ab, die den Studierenden nicht vermittelt wurden. Aber die – oft schlecht gelaunten – Dozenten haben offensichtlich alle Macht der Welt und können einer gewissen Willkür frönen. Fairness gegenüber den Studierenden ist – zumindest im Grundstudium – ein Fremdwort für sie.
Außerdem sind die Studierenden oft in Dreibettzimmern untergebracht. Konflikte bleiben da nicht aus. Auch zwischen Vicky und ihren zwei Zimmergenossinnen gibt es immer wieder Streitigkeiten.

So war es wirklich – oder: meine Meinung:

Beim Lesen des Buches hatte ich oftmals ein Déjà-Vu. Denn auch mir sind die Zustände auf Fachhochschulen der Verwaltung bekannt. Und diese Fachhochschule in Sigmaringen kannte ich auch. Ich kannte das Arbeitspensum, den Druck, dem die Studierenden tagtäglich ausgesetzt waren. Im Rücken hatten sie immer wieder ihre Dienststellen, die ja genau über die Noten ihrer Auszubildenden Bescheid wussten. Irgendwie war man ja ein Aushängeschild der jeweiligen Oberfinanzdirektion, bei der man die Ausbildung absolvierte.

Dieses Buch ist nicht nur interessant für Zollbeamte und ehemalige Zollbeamte – sondern auch für Beamte anderer Verwaltungen und Leute, die sich überlegen, eine Ausbildung im gehobenen Dienst einer Verwaltung zu machen. Hier bekommt man einen guten Einblick, auf was man sich einstellen sollte, und kann dann entscheiden, ob man wirklich eine solche Ausbildung machen will oder nicht. Diesen Stress auf den Fachhochschulen des Bundes muss man aushalten können, sonst geht man unter! Ich habe beim Lesen richtig mitgelitten.

Die immer wieder eingestreuten Reiseeindrücke über China und Malta haben mich beim Lesen sehr entspannt und in mir das Interesse geweckt, diese Länder selbst einmal besuchen zu wollen.

Ich freue mich schon auf das Nachfolgebuch „Das Licht hinter der Grenze“, weil ich wissen will, wie es mit Vicky in ihrer Verwaltungslaufbahn weitergeht.

Ich vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

(Rezi von Adelheid) Rafik Schami: Die geheime Mission des Kardinals

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich mag viele Bücher von Rafik Schami und habe auch schon eine Lesung dieses Autors besucht. Lesungen mit Herrn Schami kann ich überaus empfehlen.

Kein Wunder also, dass ich erpicht darauf war, sein neuestes Werk zu lesen.

Kurze Informationen zu dem Buch „Die geheime Mission des Kardinals“ von Rafik Schami:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 22. Juli 2019

Verlag: Carl-Hanser-Verlag

ISBN-Nummer: 978-3446263796

Seitenzahl: 432 Seiten

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 26 Euro.

Über Rafik Schami:

Der Schriftsteller Rafik Schami wurde 1946 in Damaskus geboren. Im Jahre 1971 kam er nach Deutschland, wo er Chemie in Heidelberg studierte. Er promovierte.

Unterdessen ist er einer der bedeutendsten Autoren deutscher Sprache. Seine Bücher erschienen in 30 Sprachen und wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Chamisso-Preis, dem Nelly-Sachs-Preis und dem Preis gegen das Vergessen und für Demokratie.

Von ihm stammen Bücher, wie »Eine Hand voller Sterne« (1987), »Erzähler der Nacht« (1989), »Die dunkle Seite der Liebe« (2004), »Das Geheimnis des Kalligraphen« (2008), »Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat« (2012).

Leseprobe:

Vom Verlag genehmigte Leseproben sind auf diversen Händlerseiten zu finden. Auch bei vorablesen.de. Einfach nach dem Buch suchen und auf die Option „Leseprobe öffnen“ klicken – schon hat man die Möglichkeit, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.

Worum geht es in diesem Buch?

Es war einmal in Syrien, als dort noch kein Bürgerkrieg herrschte und als im Vatikan der Papst noch Benedikt XVI hieß. Da erhielt der italienische Botschafter in Damaskus (Syrien) ein Fass mit Öl darin. Erwartet wurde das Fass nicht, es war ein Geschenk einer unbekannten Person.

Schon bald wird entdeckt, dass das Fass nicht nur Öl enthält, sondern die Leiche des Kardinals Cornaro. Jemand hat ihn umgebracht – aber wer und aus welchen Gründen? Der syrische Kommissar Barudi ermittelt. Ihm wird der Italiener Mancini zur Seite gestellt. Damit dieser unbehelligt ermitteln kann, gibt er sich als Journalist aus.

Die Ermittlungen laufen in viele Richtungen. Warum weilte ein italienischer Kardinal in Syrien? Wollte er vielleicht einen Wunderheiler treffen?

Irgendwann taucht ein Bekennerschreiben auf. Aber ob man das ernstnehmen kann?

Barudis Ziel ist nicht nur, den Mord des Kardinals aufzuklären, sondern auch Mancini einen sehr guten Eindruck von Syrien zu vermitteln, so dass dieser dann positiv darüber in Italien berichten kann.

Meine Meinung:

Das Buch fängt spannend an. Die Leiche des Kardinals wird gefunden. Danach flacht die Handlung leider ab, denn der Kriminalfall gerät zur Nebensache. Im Vordergrund des Romans stehen Barudis Vergangenheit, beispielsweise die Erinnerungen an seine Frau Basma, die er während eines London-Aufenthalts kennen lernte und die leider schon gestorben ist.

Auch die sich anbahnende Freundschaft zwischen Barudi und Mancini ist ein großes Thema des Buches sowie diverse Überlegungen zu den Themen „Aberglaube“, „katholische Kirche“ und „Wunderheilungen“.

Immer wieder werden die Notizen, die Barudi in seinem Tagebuch macht, zitiert. Das sind Geschichten aus Syrien, frühe Ermittlungen von Barudi und Erinnerungen an seine Frau Basma. Davon ist nicht viel für die Handlung des Buches relevant. Die Tagebuchaufzeichnungen ziehen den Roman in die Länge. Das hat mich beim Lesen gestört.

Einige Schreibfehler fielen mir auf, die man in der nächsten Auflage verbessern könnte. Auf Seite 123 steht „Dabei griet er in eine Falle“. Es muss „Dabei geriet er in eine Falle“ heißen. Weiterhin steht auf Seite 108: „außerhalb der tourstischen Stadtpläne von Rom“. Es muss „außerhalb der touristischen Stadtpläne von Rom“ heißen.

Auf Seite 180 steht: „wenn Kardinal Buri entdeckt, dass ihr ihn getäuschte habt“. Es muss „getäuscht“ heißen.

Auf Seite 271 steht: „man macht den Fernsehen an“. Richtig heißen sollte es: „man macht den Fernseher an.

Diese Schreibfehler haben mich jetzt nicht so gestört wie diverse Längen und Nebenhandlungen in dem Buch.

Ansonsten finde ich die Sprache des Buches gelungen. Der Autor bringt immer wieder Dialoge, aber auch indirekte Rede.

Mein Fazit:

„Die geheime Mission des Kardinals“ ist ein Roman über zwei sympathische Ermittler, die versuchen, in Syrien den Mord an einem Kardinal aufzuklären. Jedoch geht es vorrangiger eher um die persönlichen Erinnerungen der Ermittler, Sitten und Kultur in Syrien sowie Überlegungen über die katholische Kirche und Wunderheilungen. Das macht die Handlung oft langatmig.

Ich vergebe drei von fünf Sternen.

(Rezi von Adelheid) Gerald Donovan: Winter in Maine

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

den folgenden Bericht habe ich für die Verbraucherplattform Ciao.de im April 2011 geschrieben und dort veröffentlicht.

Leider gibt es Ciao.de nicht mehr – also erscheint dieser Bericht jetzt auf dem WordPress-Blog.

Auf folgendes Buch wurde ich durch Ciao-Rezensionen und Rezensionen bei Amazon.de aufmerksam und so lieh ich es mir aus der Ortsbücherei aus:

Winter in Maine

Autor: Gerard Donovan

Erscheinungsdatum in Deutschland: 14. September 2009

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Seitenzahl: 208

ISBN-Nummer: 978-3630872728

Das Buch war im April 20111 nur in einer Hardcoverausgabe erhältlich und kostete 17,95 Euro. Unterdessen ist es sicherlich auch als Taschenbuch zu haben.

Über den Autor Gerald Donovan:

Gerard Donovan, Jahrgang 1959, ist irischer Abstammung, hat einen Pitbullterrier und lebt heute mit diesem im Staat New York (USA).

Der Autor hat schon viel erlebt – hier einige Stationen seines Lebens im Überblick (Quelle: Einband des Buches): Er hat Germanistik und Philosophie in Irland studiert, bereits in einer Käsefabrik in Bayern gearbeitet, war an der Technischen Universität in Hannover tätig, studierte klassische Gitarre in Dublin (Irland), war Musiker mit Schwerpunkt Johann Sebastian Bach und machte einen Magisterabschluss in den USA.

Er schrieb bereits drei Gedichtbände, Kurzgeschichten und drei Romane. Weiterhin wurde er für den Booker Prize vorgeschlagen. „Winter in Maine“ wurde als „Buch des Jahres 2008“ der englischen Tageszeitung „The Guardian“ ausgezeichnet.

Leseprobe

Das Buch ist schon recht alt. Ob es da noch eine Leseprobe gibt?

Ein Mann verliert seinen Hund – und dreht durch – oder: Die Handlung

Julius Winsome wohnt schon seit einigen Jahren in einem Wald in Maine – in der Nähe von New Brunswick. Die Blockhütte, die sein Zuhause ist, beinhaltet 3282 Bücher – alle stammen von seinem Vater, und sein Vater hat alle gelesen.

Von seinem Vater hat Julius den Umgang mit dem Gewehr gelernt. Es geht ihm gut in der Einsamkeit, er erinnert sich an seinen Vater und an seinen Großvater.

Julius bester Freund in der Einsamkeit ist sein Pitbullterrier Hobbes, den er seit vier Jahren besitzt.

Das Buch beginnt damit, dass Julius den Schuss hört, der seinen Hund tötet. Als er seinen toten Hund findet, rastet „irgendwas“ in ihm aus. Das Leben ist nicht mehr so wie vor dem Schuss. Der Hund wird begraben, und Julius macht sich auf, die Person zu finden, die seinen Hund umgebracht hat. Er wird zum Rächer für seinen Hund – und auf einmal sind ihm auch Menschenleben egal. Wer seinen Hund umgebracht hat, muss selbst sterben, davon ist Julius überzeugt…

Ein düsteres Buch – oder: meine Leseerfahrung

Auf das Buch „Winter in Maine“, das im englischen Original unter dem Titel „Julius Winsome“ erschien, wurde ich durch mehrere Rezensionen aufmerksam.

Ich war froh, es hier in der Ortsbücherei ausleihen zu können. Gut und flüssig liest sich das Buch, der Ich-Erzähler Julius Winsome erzählt seine Geschichte in der Vergangenheit. Die Kapitel sind kurz, so kann man das Buch immer wieder gut unterbrechen und zur Seite legen.

Daran, dass die wörtliche Rede weder durch Anführungszeichen noch auf andere Art und Weise gekennzeichnet ist, sondern einfach „mitten in die Handlung“ platzt, kann man sich gewöhnen. Das störte mich beim Lesen nicht.

Was mich gewaltig stört, ist die Handlung. Ich kann die Denkweise der Hauptperson Julius Winsome nicht nachvollziehen. Sicher ist es möglich, dass schlimme Ereignisse im Leben von Menschen „irgendwas“ mit diesen Menschen machen können – sie beeinflussen weiteres Handeln, weitere Gedanken, weitere Sichtweisen solcher Menschen. Aber muss man deswegen gleich Menschen umbringen, weil ein Hund tot ist?

Sorry, das ist mir zu drastisch. Wobei Julius Winsome da auch besonders kaltblütig und herzlos vorgeht – ich habe den Eindruck, er hat nach dem Tod seines Hundes alle Gefühle „ausgeschaltet“. Er schießt auf Leute „einfach so“ und fragt sie erst dann, ob sie vielleicht am Tode seines Hundes Hobbes schuld sein könnten. Auch wenn die Menschen das abstreiten, so müssen sie sterben.

Und während all dieser Morde erinnert sich Julius an sein bisheriges Leben zurück. Da gab es Claire, eine Frau in seinem Leben, für die er Gefühle hatte – die ihn aber wegen eines anderen Mannes verließ. Dank Claire kam er dazu, sich einen Hund anzuschaffen – Hobbes, seinen besten Freund. Julius Winsome erinnert sich zurück an Claire, seinen Vater, seinen Großvater – an die langen Winter in Maine. Der Schluss ist für mich nicht vorhersehbar, ist aber stimmig mit der Handlung.

Den Lobreden diverser Vorrezensenten, dass der Stil dieses Buches außergewöhnlich sei, kann ich nicht beipflichten. Für mich ist der Stil normal, das Buch ist gut und flüssig geschrieben, jedoch vermisse ich irgendwelche „literarisch großartigen Ausdrücke“, wie ich sie beispielsweise im Buch „Atemschaukel“ von Herta Müller oder auch „Nichts“ von Janne Teller gefunden habe. Beide genannten Autorinnen schaffen es, furchtbare Ereignisse in eine wunderbare Sprache, in literarisch hochwertige und noch nie dagewesene Ausdrücke zu fassen. Das schafft Gerard Donovan in „Winter in Maine“ nicht.

Ich las das Buch, um zu wissen, wie es mit Julius Winsome weitergeht – ob er sich und sein Leben nach dem Tod von Hobbes, seinem Pitbullterrier, wieder in den Griff bekommt. Das habe ich erfahren. Im Gesamten gesehen ist mir die Handlung und die Stimmung in dem  Buch zu düster – und ich werde es garantiert nicht noch einmal lesen.

Mein Fazit:

Wer ein düsteres Buch über einen Mann, der in einer Blockhütte lebt und im Winter seinen Hund verliert, lesen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

Ich selbst ziehe für mich zwei Bewertungssterne ab. Bleiben also drei von fünf Sternen. Bei einer Leseempfehlung bin ich unentschlossen.

P.S.: Ich schreibe zurzeit nur sehr selten für vorablesen.de, da meine „Glücksfee“ dort wohl gekündigt wurde. Wer mir Bücher senden möchte, die auf vorablesen.de vorgestellt werden und möchte, dass ich sie rezensiere, schreibt mir bitte eine E-Mail an twodoor2015@web.de.

Es ist auch möglich, mir ein solches Buch zu leihen – ich sende es nach der Lektüre gerne wieder an den Inhaber zurück. Aber vorher bitte ich, über meine vorhin genannte E-Mail-Adresse mit mir Kontakt aufzunehmen!

Links zu weiteren lesenswerten Berichten von mir:

Erfahrungsbericht über das Buch „Die einzige Geschichte“ von Julian Barnes:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2019/07/18/rezi-von-adelheid-julian-barnes-die-einzige-geschichte/

Erfahrungsbericht über die Theaterstücke von Martin Schörle:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2019/07/18/rezi-von-adelheid-martin-schorle-zwei-theaterstucke-nichtalltagliches-aus-dem-leben-eines-beamten-einladung-zum-klassentreffen/

Erfahrungsbericht über das Buch „Im Freibad“ von Libby Page:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2019/07/08/rezi-von-adelheid-libby-page-im-freibad/

Erfahrungsbericht über BoD – Books on Demand – Teil 1:

Erfahrungsbericht über BoD – Books on Demand – Teil 2:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2019/02/15/erfahrungsbericht-ueber-books-on-demand-bod-teil-2-wie-kam-ich-auf-die-idee-buecher-bei-bod-zu-veroeffentlichen-wie-veroeffentlicht-man-am-besten-dort-als-autor-oder-als-ver/

Erfahrungsbericht über einen Film über das Leben in Nordkorea:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2019/01/01/ein-film-ueber-das-leben-in-nordkorea-meine-brueder-und-schwestern-im-norden/

Erfahrungsbericht über den regionalen Postdienstleister REGIO-MAIL:

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2017/04/16/ist-regio-mail-eine-gute-alternative-zur-deutschen-post/

Erfahrungsbericht über ein Konzert des Sängers Kieran Halpin:

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2019/02/12/ein-konzert-des-irischen-rockpoeten-kieran-halpin-ist-einen-besuch-wert-leider-ist-das-konzert-am-17-02-2019-schon-ausverkauft-und-ich-kann-es-nicht-besuchen/

Erfahrungsbericht zu einem Lippenpflegestift von AVEO (Eigenmarke von Drogeriemarkt „Müller“):

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2019/02/01/angenehm-und-pflegend-der-aveo-lippenpflegestift-intensive-repair/

Rezension zu dem Buch „Die Unsterblichen“ von Chloe Benjamin:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2019/01/08/rezi-von-adelheid-chloe-benjamin-die-unsterblichen/

Rezension zu dem Buch „Blätterrauschen weit weg“ von Elaine-Laurae Weolke:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2017/11/21/rezi-von-adelheid-elaine-laurae-weolke-blaetterrauschen-weit-weg/

Rezension zu dem Buch „Nächster Halt: Sydney Harbour Bridge“ von Elaine-Laurae Weolke:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2017/12/24/rezi-von-adelheid-elaine-laurae-weolke-naechster-halt-sydney-harbour-bridge/

Rezension zu dem Buch „Für immer ist die längste Zeit“ von Abby Fabiaschi:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2018/04/01/rezi-von-adelheid-abby-fabiaschi-fuer-immer-ist-die-laengste-zeit/

Rezension zu dem Buch „Manchmal musst du einfach leben“ von Gayle Forman:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2019/01/23/rezi-von-adelheid-gayle-forman-manchmal-musst-du-einfach-leben/

Erfahrungsbericht zu dem Alverde-Duschgel „Grapefruit-Bambus“:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2019/01/15/die-alverde-pflegedusche-grapefruit-bambus-ist-eine-fruchtige-dusche/

Erfahrungsbericht zu dem Lacura-Duschgel „Wunderblume“:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2019/01/26/%ef%bb%bfdas-verwoehnende-duschgel-lacura-naturals-wunderblume-ist-eine-wohlfuehldusche/

Erfahrungsbericht zu dem Duschgel „Frangipani“ von Rossmann:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2018/12/21/isana-duschgel-frangipani-man-fuehlt-sich-sauber-aber-die-inhaltsstoffe-koennten-besser-sein/

Erfahrungsbericht über die Fluggesellschaft „Air Malta“:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2018/12/18/air-malta-eine-gute-und-zuverlaessige-fluggesellschaft/

Erfahrungsbericht zu Zeltkirchen:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2016/08/01/zeltkirche-beobachtungen-und-erfahrungen/

Erfahrungsbericht über den schlimmsten Hauskreis im Landkreis Heilbronn (ich hoffe, dass dieser Hauskreis nicht mehr existiert!):

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2017/03/24/der-schlimmste-hauskreis-im-landkreis-heilbronn/

Erfahrungsbericht über die Weinstube „Sonne“ in Lauffen:

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2017/03/24/erster-blogbeitrag/

Erfahrungsbericht über die Veranstaltung „Noch mehr neue Bücher“ am 16.11.2018 in der Bücherei in Lauffen:

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2018/12/29/noch-mehr-neue-buecher-eine-veranstaltung-der-vhs-in-der-buecherei-boek-in-lauffen-am-neckar-am-16-11-2018/

Erfahrungsbericht über das Restaurant „Ratskeller“ in Heilbronn:

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2018/12/27/ratskeller-in-heilbronn-manchmal-kann-es-vorkommen-dass-der-gast-kein-getraenk-bekommt/

(Rezi von Adelheid) Julian Barnes: Die einzige Geschichte

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich hatte mich vor einigen Monaten zu einer Leserunde des neuen Romans von Julian Barnes mit dem Titel „Die einzige Geschichte“ beworben. Leider wurde ich nicht ausgewählt – aber unsere Bücherei am Wohnort hat das Buch unterdessen da, und so habe ich es mir zum Lesen ausgeliehen.

Kurzinformationen zum Buch „Die einzige Geschichte“ von Julian Barnes:

Verlag: Kiepenhauer & Witsch

Erscheinungsdatum in Deutschland: 14. Februar 2019

ISBN-Nummer: 978-3462051544

Seitenzahl: 304

Das Buch ist in der deutschen Übersetzung als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 22 Euro.

Über den Autor Julian Barnes:

Julian Barnes ist ein britischer Autor, Jahrgang 1946. Er wuchs in London und Northwood auf. Er hat ein Studium der „Modernen Sprachen“ absolviert, das er mit Auszeichnung abschloss.

Er arbeitete für das „Oxford English Dictionary“ und diverse Zeitungen, außerdem als Fernsehkritiker.

Seine Frau verstarb 2008 plötzlich an einem Gehirntumor. Darüber schreibt Julian Barnes auch in einigen seiner Romane, die sehr erfolgreich sind und von Kritikern immer sehr gut bewertet werden.

Leseprobe:

Kostenlose Leseproben gibt es mehrere im Internet. Auch bei Amazon.de. Einfach das Buch suchen und auf die Option „Blick ins Buch“ klicken.

Worum geht es in dem Buch?

Der Ich-Erzähler Paul  ist Student, 19 Jahre alt. Beim Tennisspielen verliebt er sich in Susan McLeod, 48 Jahre alt. Die beiden beginnen eine Partnerschaft miteinander.

Pauls Eltern sind nicht begeistert über diese Beziehung, und der Tennisclub schließt Paul und Susan irgendwann aus.

Susan ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ihr Mann zeigt sich ihr gegenüber immer wieder gewalttätig. Er trinkt und schlägt Susan und zwingt sie immer wieder, Alkohol zu trinken. Das führt dazu, dass sie Alkohol hasst.

In London kann sie ein Haus kaufen und zieht mit Paul dort ein. Nun scheint Normalität in Susans Leben einzukehren – aber so ist es nicht. Auf einmal verfällt Susan dem Alkohol, sie trinkt Hochprozentiges und versucht, das vor Paul zu verheimlichen. Paul hat unterdessen sein Jurastudium beendet, er kommt ihr auf die Schliche, versucht, ihr zu helfen – aber die Situation scheint ihm zu entgleiten….

Meine Meinung:

Die Geschichte spielt in den 1960er-Jahren in Großbritannien.

Am Anfang fiel es mir schwer, in die Handlung des Buches hineinzufinden. Über Tennisspielen mochte ich nichts lesen – und über die Beziehung eines jungen Mannes mit einer wesentlich älteren Frau auch nicht.

Aber irgendwann begann das Buch, interessant zu werden, mich beim Lesen zu halten. Ich mag den  Schreibstil von Julian Barnes, er ist ruhig, ohne ordinäre Ausdrücke.

Interessant ist das Buch durch seine Handlung. Es schockiert mich, wie McLeod mit Susan umgeht – und es interessiert mich auf einmal doch, wie die Beziehung zwischen Susan und Paul weitergeht.

Paul wird verzweifelt, als Susan alkoholabhängig wird – dadurch passieren ihr auch Sachen, die nicht passieren sollen. Je verzweifelter Paul wird, desto spricht der Autor direkt mit ihm. Die Geschichte wird also nicht mehr aus der Ich-Perspektive, sondern aus der Du-Perspektive erzählt. Das finde ich außergewöhnlich.

Der letzte Teil des Buches wird aus der auktorialen Erzählperspektive erzählt. Ich finde diesen letzten Teil ziemlich deprimierend.

Manchmal wird – durch philosophische Betrachtungen – die Handlung ziemlich in die Länge gezogen. Manche dieser Betrachtungen fand ich gut, andere zu langatmig.

Mein Fazit:

Das Buch „Die einzige Geschichte“ ist ein ruhig erzählter Roman, nicht spektakulär, immer wieder interessant. Die philosophischen, eingestreuten Gedanken ziehen das Buch teilweise in die Länge.

Ich vergebe vier von fünf Sternen.

P.S.: Ich schreibe zurzeit nur sehr selten für vorablesen.de, da meine „Glücksfee“ dort wohl gekündigt wurde. Wer mir Bücher senden möchte, die auf vorablesen.de vorgestellt werden und möchte, dass ich sie rezensiere, schreibt mir bitte eine E-Mail an twodoor2015@web.de.

Es ist auch möglich, mir ein solches Buch zu leihen – ich sende es nach der Lektüre gerne wieder an den Inhaber zurück. Aber vorher bitte ich, über meine vorhin genannte E-Mail-Adresse mit mir Kontakt aufzunehmen!

(Rezi von Adelheid) Martin Schörle: Zwei Theaterstücke – „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“/“Einladung zum Klassentreffen“

1 Kommentar

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Theaterstücke lese ich selten, die beiden Theaterstücke von Martin Schörle, veröffentlicht in einem Buch vom Engelsdorfer-Verlag fand ich aber so interessant, dass ich sie gelesen habe.

Kurze Informationen zu dem Buch mit den Theaterstücken von Martin Schörle:

Verlag: Engelsdorfer Verlag

Veröffentlicht im Jahr 2016

Seitenzahl: 120 Seiten

ISBN-Nr.: 978-3-96008-408-2

Über den Autor Martin Schörle:

Martin Schörle ist verheiratet, lebt in Hamburg und hat schon Erfahrungen als Beamter gesammelt. Außerdem steht er auch immer wieder als Schauspieler auf Theaterbühnen.

Die Handlung der Theaterstücke und meine Meinung dazu:

Das Theaterstück „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ ist ein innerer Monolog, der von dem Beamten Fredenbek aber laut vor einem Publikum ausgesprochen und somit zu einem „äußeren Monolog“ wird.

Der Beamte Fredenbek befindet sich in einem etwas altmodischen Büro. Faxgeräte und Kassettenrekorder stehen da – wo gibt es das noch? Nun, Fredenbek hat beide Geräte in seinem Büro, und der Kassettenrekorder kommt im Theaterstück immer wieder zum Einsatz.

Fredenbek ist hektisch, er reagiert manchmal wie ein eingesperrtes Tier in einem Käfig. Er philosophiert über dies und das. Beispielsweise über seinen Radiergummi, über die italienische Stadt Pisa und über Frauen.

Manche dieser Gedanken gefallen mir, zum Beispiel die über den Radiergummi, den er mit einem Chamäleon vergleicht. Da wird Fredenbek fast lyrisch in seiner Ausdrucksweise. Andere Passagen gefallen mir weniger – beispielsweise die Passage über das italienische Pisa und den Bahnhof.

Alles in allem sind seine Gedanken sehr sprunghaft und deswegen dieses Theaterstück oft anstrengend zu lesen. Manchmal habe ich auch Angst um diesen Beamten – beispielsweise, als er an die Verwaltung allgemein denkt.

Da fand ich das Stück „Einladung zum Klassentreffen“ wesentlich entspannender – und schöner! Carsten Heymann, der ein Klassentreffen organisiert, lädt seine ehemalige Klassenkameradin Marina dazu ein. Er telefoniert mit ihr. Marina sitzt in einem ICE.

Marina und Carsten haben sich beide von ihren Partnern getrennt und unterhalten sich über Ereignisse aus der Schulzeit, über ehemalige Schulkameraden und darüber, was sie beide – Marina und Carsten – in den 20 Jahren nach dem Schulabschluss gemacht haben. Das alles ist sehr lebendig geschrieben – und so interessant, dass man als Leser total gefesselt ist von dem Dialog, der immer wieder ernst, aber auch witzig ist. Eine Dame, die auch im selben Zug wie Marina sitzt, bekommt von dem Telefongespräch einiges mit und würzt es ab und zu mit kurzen Bemerkungen.

Ja, dieses Stück „Einladung zum Klassentreffen“ hat mich sehr gut unterhalten – es ist aus dem Leben gegriffen und sehr kurzweilig geschrieben.

Mein Fazit:

Nun komme ich zur endgültigen Bewertung. Dem Stück „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ würde ich 3,5 Sterne geben, dem Stück „Einladung zum Klassentreffen“ die Höchststernenzahl, also 5 Sterne. So komme ich zu meiner Gesamtbewertung von vier von fünf Sternen und einer Leseempfehlung.

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