(Rezi von Adelheid) Rafik Schami: Die geheime Mission des Kardinals

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich mag viele Bücher von Rafik Schami und habe auch schon eine Lesung dieses Autors besucht. Lesungen mit Herrn Schami kann ich überaus empfehlen.

Kein Wunder also, dass ich erpicht darauf war, sein neuestes Werk zu lesen.

Kurze Informationen zu dem Buch „Die geheime Mission des Kardinals“ von Rafik Schami:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 22. Juli 2019

Verlag: Carl-Hanser-Verlag

ISBN-Nummer: 978-3446263796

Seitenzahl: 432 Seiten

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 26 Euro.

Über Rafik Schami:

Der Schriftsteller Rafik Schami wurde 1946 in Damaskus geboren. Im Jahre 1971 kam er nach Deutschland, wo er Chemie in Heidelberg studierte. Er promovierte.

Unterdessen ist er einer der bedeutendsten Autoren deutscher Sprache. Seine Bücher erschienen in 30 Sprachen und wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Chamisso-Preis, dem Nelly-Sachs-Preis und dem Preis gegen das Vergessen und für Demokratie.

Von ihm stammen Bücher, wie »Eine Hand voller Sterne« (1987), »Erzähler der Nacht« (1989), »Die dunkle Seite der Liebe« (2004), »Das Geheimnis des Kalligraphen« (2008), »Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat« (2012).

Leseprobe:

Vom Verlag genehmigte Leseproben sind auf diversen Händlerseiten zu finden. Auch bei vorablesen.de. Einfach nach dem Buch suchen und auf die Option „Leseprobe öffnen“ klicken – schon hat man die Möglichkeit, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.

Worum geht es in diesem Buch?

Es war einmal in Syrien, als dort noch kein Bürgerkrieg herrschte und als im Vatikan der Papst noch Benedikt XVI hieß. Da erhielt der italienische Botschafter in Damaskus (Syrien) ein Fass mit Öl darin. Erwartet wurde das Fass nicht, es war ein Geschenk einer unbekannten Person.

Schon bald wird entdeckt, dass das Fass nicht nur Öl enthält, sondern die Leiche des Kardinals Cornaro. Jemand hat ihn umgebracht – aber wer und aus welchen Gründen? Der syrische Kommissar Barudi ermittelt. Ihm wird der Italiener Mancini zur Seite gestellt. Damit dieser unbehelligt ermitteln kann, gibt er sich als Journalist aus.

Die Ermittlungen laufen in viele Richtungen. Warum weilte ein italienischer Kardinal in Syrien? Wollte er vielleicht einen Wunderheiler treffen?

Irgendwann taucht ein Bekennerschreiben auf. Aber ob man das ernstnehmen kann?

Barudis Ziel ist nicht nur, den Mord des Kardinals aufzuklären, sondern auch Mancini einen sehr guten Eindruck von Syrien zu vermitteln, so dass dieser dann positiv darüber in Italien berichten kann.

Meine Meinung:

Das Buch fängt spannend an. Die Leiche des Kardinals wird gefunden. Danach flacht die Handlung leider ab, denn der Kriminalfall gerät zur Nebensache. Im Vordergrund des Romans stehen Barudis Vergangenheit, beispielsweise die Erinnerungen an seine Frau Basma, die er während eines London-Aufenthalts kennen lernte und die leider schon gestorben ist.

Auch die sich anbahnende Freundschaft zwischen Barudi und Mancini ist ein großes Thema des Buches sowie diverse Überlegungen zu den Themen „Aberglaube“, „katholische Kirche“ und „Wunderheilungen“.

Immer wieder werden die Notizen, die Barudi in seinem Tagebuch macht, zitiert. Das sind Geschichten aus Syrien, frühe Ermittlungen von Barudi und Erinnerungen an seine Frau Basma. Davon ist nicht viel für die Handlung des Buches relevant. Die Tagebuchaufzeichnungen ziehen den Roman in die Länge. Das hat mich beim Lesen gestört.

Einige Schreibfehler fielen mir auf, die man in der nächsten Auflage verbessern könnte. Auf Seite 123 steht „Dabei griet er in eine Falle“. Es muss „Dabei geriet er in eine Falle“ heißen. Weiterhin steht auf Seite 108: „außerhalb der tourstischen Stadtpläne von Rom“. Es muss „außerhalb der touristischen Stadtpläne von Rom“ heißen.

Auf Seite 180 steht: „wenn Kardinal Buri entdeckt, dass ihr ihn getäuschte habt“. Es muss „getäuscht“ heißen.

Auf Seite 271 steht: „man macht den Fernsehen an“. Richtig heißen sollte es: „man macht den Fernseher an.

Diese Schreibfehler haben mich jetzt nicht so gestört wie diverse Längen und Nebenhandlungen in dem Buch.

Ansonsten finde ich die Sprache des Buches gelungen. Der Autor bringt immer wieder Dialoge, aber auch indirekte Rede.

Mein Fazit:

„Die geheime Mission des Kardinals“ ist ein Roman über zwei sympathische Ermittler, die versuchen, in Syrien den Mord an einem Kardinal aufzuklären. Jedoch geht es vorrangiger eher um die persönlichen Erinnerungen der Ermittler, Sitten und Kultur in Syrien sowie Überlegungen über die katholische Kirche und Wunderheilungen. Das macht die Handlung oft langatmig.

Ich vergebe drei von fünf Sternen.

(Rezi von Adelheid) Gerald Donovan: Winter in Maine

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

den folgenden Bericht habe ich für die Verbraucherplattform Ciao.de im April 2011 geschrieben und dort veröffentlicht.

Leider gibt es Ciao.de nicht mehr – also erscheint dieser Bericht jetzt auf dem WordPress-Blog.

Auf folgendes Buch wurde ich durch Ciao-Rezensionen und Rezensionen bei Amazon.de aufmerksam und so lieh ich es mir aus der Ortsbücherei aus:

Winter in Maine

Autor: Gerard Donovan

Erscheinungsdatum in Deutschland: 14. September 2009

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Seitenzahl: 208

ISBN-Nummer: 978-3630872728

Das Buch war im April 20111 nur in einer Hardcoverausgabe erhältlich und kostete 17,95 Euro. Unterdessen ist es sicherlich auch als Taschenbuch zu haben.

Über den Autor Gerald Donovan:

Gerard Donovan, Jahrgang 1959, ist irischer Abstammung, hat einen Pitbullterrier und lebt heute mit diesem im Staat New York (USA).

Der Autor hat schon viel erlebt – hier einige Stationen seines Lebens im Überblick (Quelle: Einband des Buches): Er hat Germanistik und Philosophie in Irland studiert, bereits in einer Käsefabrik in Bayern gearbeitet, war an der Technischen Universität in Hannover tätig, studierte klassische Gitarre in Dublin (Irland), war Musiker mit Schwerpunkt Johann Sebastian Bach und machte einen Magisterabschluss in den USA.

Er schrieb bereits drei Gedichtbände, Kurzgeschichten und drei Romane. Weiterhin wurde er für den Booker Prize vorgeschlagen. „Winter in Maine“ wurde als „Buch des Jahres 2008“ der englischen Tageszeitung „The Guardian“ ausgezeichnet.

Leseprobe

Das Buch ist schon recht alt. Ob es da noch eine Leseprobe gibt?

Ein Mann verliert seinen Hund – und dreht durch – oder: Die Handlung

Julius Winsome wohnt schon seit einigen Jahren in einem Wald in Maine – in der Nähe von New Brunswick. Die Blockhütte, die sein Zuhause ist, beinhaltet 3282 Bücher – alle stammen von seinem Vater, und sein Vater hat alle gelesen.

Von seinem Vater hat Julius den Umgang mit dem Gewehr gelernt. Es geht ihm gut in der Einsamkeit, er erinnert sich an seinen Vater und an seinen Großvater.

Julius bester Freund in der Einsamkeit ist sein Pitbullterrier Hobbes, den er seit vier Jahren besitzt.

Das Buch beginnt damit, dass Julius den Schuss hört, der seinen Hund tötet. Als er seinen toten Hund findet, rastet „irgendwas“ in ihm aus. Das Leben ist nicht mehr so wie vor dem Schuss. Der Hund wird begraben, und Julius macht sich auf, die Person zu finden, die seinen Hund umgebracht hat. Er wird zum Rächer für seinen Hund – und auf einmal sind ihm auch Menschenleben egal. Wer seinen Hund umgebracht hat, muss selbst sterben, davon ist Julius überzeugt…

Ein düsteres Buch – oder: meine Leseerfahrung

Auf das Buch „Winter in Maine“, das im englischen Original unter dem Titel „Julius Winsome“ erschien, wurde ich durch mehrere Rezensionen aufmerksam.

Ich war froh, es hier in der Ortsbücherei ausleihen zu können. Gut und flüssig liest sich das Buch, der Ich-Erzähler Julius Winsome erzählt seine Geschichte in der Vergangenheit. Die Kapitel sind kurz, so kann man das Buch immer wieder gut unterbrechen und zur Seite legen.

Daran, dass die wörtliche Rede weder durch Anführungszeichen noch auf andere Art und Weise gekennzeichnet ist, sondern einfach „mitten in die Handlung“ platzt, kann man sich gewöhnen. Das störte mich beim Lesen nicht.

Was mich gewaltig stört, ist die Handlung. Ich kann die Denkweise der Hauptperson Julius Winsome nicht nachvollziehen. Sicher ist es möglich, dass schlimme Ereignisse im Leben von Menschen „irgendwas“ mit diesen Menschen machen können – sie beeinflussen weiteres Handeln, weitere Gedanken, weitere Sichtweisen solcher Menschen. Aber muss man deswegen gleich Menschen umbringen, weil ein Hund tot ist?

Sorry, das ist mir zu drastisch. Wobei Julius Winsome da auch besonders kaltblütig und herzlos vorgeht – ich habe den Eindruck, er hat nach dem Tod seines Hundes alle Gefühle „ausgeschaltet“. Er schießt auf Leute „einfach so“ und fragt sie erst dann, ob sie vielleicht am Tode seines Hundes Hobbes schuld sein könnten. Auch wenn die Menschen das abstreiten, so müssen sie sterben.

Und während all dieser Morde erinnert sich Julius an sein bisheriges Leben zurück. Da gab es Claire, eine Frau in seinem Leben, für die er Gefühle hatte – die ihn aber wegen eines anderen Mannes verließ. Dank Claire kam er dazu, sich einen Hund anzuschaffen – Hobbes, seinen besten Freund. Julius Winsome erinnert sich zurück an Claire, seinen Vater, seinen Großvater – an die langen Winter in Maine. Der Schluss ist für mich nicht vorhersehbar, ist aber stimmig mit der Handlung.

Den Lobreden diverser Vorrezensenten, dass der Stil dieses Buches außergewöhnlich sei, kann ich nicht beipflichten. Für mich ist der Stil normal, das Buch ist gut und flüssig geschrieben, jedoch vermisse ich irgendwelche „literarisch großartigen Ausdrücke“, wie ich sie beispielsweise im Buch „Atemschaukel“ von Herta Müller oder auch „Nichts“ von Janne Teller gefunden habe. Beide genannten Autorinnen schaffen es, furchtbare Ereignisse in eine wunderbare Sprache, in literarisch hochwertige und noch nie dagewesene Ausdrücke zu fassen. Das schafft Gerard Donovan in „Winter in Maine“ nicht.

Ich las das Buch, um zu wissen, wie es mit Julius Winsome weitergeht – ob er sich und sein Leben nach dem Tod von Hobbes, seinem Pitbullterrier, wieder in den Griff bekommt. Das habe ich erfahren. Im Gesamten gesehen ist mir die Handlung und die Stimmung in dem  Buch zu düster – und ich werde es garantiert nicht noch einmal lesen.

Mein Fazit:

Wer ein düsteres Buch über einen Mann, der in einer Blockhütte lebt und im Winter seinen Hund verliert, lesen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

Ich selbst ziehe für mich zwei Bewertungssterne ab. Bleiben also drei von fünf Sternen. Bei einer Leseempfehlung bin ich unentschlossen.

P.S.: Ich schreibe zurzeit nur sehr selten für vorablesen.de, da meine „Glücksfee“ dort wohl gekündigt wurde. Wer mir Bücher senden möchte, die auf vorablesen.de vorgestellt werden und möchte, dass ich sie rezensiere, schreibt mir bitte eine E-Mail an twodoor2015@web.de.

Es ist auch möglich, mir ein solches Buch zu leihen – ich sende es nach der Lektüre gerne wieder an den Inhaber zurück. Aber vorher bitte ich, über meine vorhin genannte E-Mail-Adresse mit mir Kontakt aufzunehmen!

Links zu weiteren lesenswerten Berichten von mir:

Erfahrungsbericht über das Buch „Die einzige Geschichte“ von Julian Barnes:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2019/07/18/rezi-von-adelheid-julian-barnes-die-einzige-geschichte/

Erfahrungsbericht über die Theaterstücke von Martin Schörle:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2019/07/18/rezi-von-adelheid-martin-schorle-zwei-theaterstucke-nichtalltagliches-aus-dem-leben-eines-beamten-einladung-zum-klassentreffen/

Erfahrungsbericht über das Buch „Im Freibad“ von Libby Page:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2019/07/08/rezi-von-adelheid-libby-page-im-freibad/

Erfahrungsbericht über BoD – Books on Demand – Teil 1:

Erfahrungsbericht über BoD – Books on Demand – Teil 2:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2019/02/15/erfahrungsbericht-ueber-books-on-demand-bod-teil-2-wie-kam-ich-auf-die-idee-buecher-bei-bod-zu-veroeffentlichen-wie-veroeffentlicht-man-am-besten-dort-als-autor-oder-als-ver/

Erfahrungsbericht über einen Film über das Leben in Nordkorea:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2019/01/01/ein-film-ueber-das-leben-in-nordkorea-meine-brueder-und-schwestern-im-norden/

Erfahrungsbericht über den regionalen Postdienstleister REGIO-MAIL:

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2017/04/16/ist-regio-mail-eine-gute-alternative-zur-deutschen-post/

Erfahrungsbericht über ein Konzert des Sängers Kieran Halpin:

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2019/02/12/ein-konzert-des-irischen-rockpoeten-kieran-halpin-ist-einen-besuch-wert-leider-ist-das-konzert-am-17-02-2019-schon-ausverkauft-und-ich-kann-es-nicht-besuchen/

Erfahrungsbericht zu einem Lippenpflegestift von AVEO (Eigenmarke von Drogeriemarkt „Müller“):

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2019/02/01/angenehm-und-pflegend-der-aveo-lippenpflegestift-intensive-repair/

Rezension zu dem Buch „Die Unsterblichen“ von Chloe Benjamin:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2019/01/08/rezi-von-adelheid-chloe-benjamin-die-unsterblichen/

Rezension zu dem Buch „Blätterrauschen weit weg“ von Elaine-Laurae Weolke:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2017/11/21/rezi-von-adelheid-elaine-laurae-weolke-blaetterrauschen-weit-weg/

Rezension zu dem Buch „Nächster Halt: Sydney Harbour Bridge“ von Elaine-Laurae Weolke:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2017/12/24/rezi-von-adelheid-elaine-laurae-weolke-naechster-halt-sydney-harbour-bridge/

Rezension zu dem Buch „Für immer ist die längste Zeit“ von Abby Fabiaschi:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2018/04/01/rezi-von-adelheid-abby-fabiaschi-fuer-immer-ist-die-laengste-zeit/

Rezension zu dem Buch „Manchmal musst du einfach leben“ von Gayle Forman:

https://verrueckteleseratten.wordpress.com/2019/01/23/rezi-von-adelheid-gayle-forman-manchmal-musst-du-einfach-leben/

Erfahrungsbericht zu dem Alverde-Duschgel „Grapefruit-Bambus“:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2019/01/15/die-alverde-pflegedusche-grapefruit-bambus-ist-eine-fruchtige-dusche/

Erfahrungsbericht zu dem Lacura-Duschgel „Wunderblume“:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2019/01/26/%ef%bb%bfdas-verwoehnende-duschgel-lacura-naturals-wunderblume-ist-eine-wohlfuehldusche/

Erfahrungsbericht zu dem Duschgel „Frangipani“ von Rossmann:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2018/12/21/isana-duschgel-frangipani-man-fuehlt-sich-sauber-aber-die-inhaltsstoffe-koennten-besser-sein/

Erfahrungsbericht über die Fluggesellschaft „Air Malta“:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2018/12/18/air-malta-eine-gute-und-zuverlaessige-fluggesellschaft/

Erfahrungsbericht zu Zeltkirchen:

https://adelheidsmusikblog.wordpress.com/2016/08/01/zeltkirche-beobachtungen-und-erfahrungen/

Erfahrungsbericht über den schlimmsten Hauskreis im Landkreis Heilbronn (ich hoffe, dass dieser Hauskreis nicht mehr existiert!):

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2017/03/24/der-schlimmste-hauskreis-im-landkreis-heilbronn/

Erfahrungsbericht über die Weinstube „Sonne“ in Lauffen:

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2017/03/24/erster-blogbeitrag/

Erfahrungsbericht über die Veranstaltung „Noch mehr neue Bücher“ am 16.11.2018 in der Bücherei in Lauffen:

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2018/12/29/noch-mehr-neue-buecher-eine-veranstaltung-der-vhs-in-der-buecherei-boek-in-lauffen-am-neckar-am-16-11-2018/

Erfahrungsbericht über das Restaurant „Ratskeller“ in Heilbronn:

https://wogibteswasimlandkreisheilbronn.wordpress.com/2018/12/27/ratskeller-in-heilbronn-manchmal-kann-es-vorkommen-dass-der-gast-kein-getraenk-bekommt/

(Rezi von Adelheid) Julian Barnes: Die einzige Geschichte

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich hatte mich vor einigen Monaten zu einer Leserunde des neuen Romans von Julian Barnes mit dem Titel „Die einzige Geschichte“ beworben. Leider wurde ich nicht ausgewählt – aber unsere Bücherei am Wohnort hat das Buch unterdessen da, und so habe ich es mir zum Lesen ausgeliehen.

Kurzinformationen zum Buch „Die einzige Geschichte“ von Julian Barnes:

Verlag: Kiepenhauer & Witsch

Erscheinungsdatum in Deutschland: 14. Februar 2019

ISBN-Nummer: 978-3462051544

Seitenzahl: 304

Das Buch ist in der deutschen Übersetzung als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 22 Euro.

Über den Autor Julian Barnes:

Julian Barnes ist ein britischer Autor, Jahrgang 1946. Er wuchs in London und Northwood auf. Er hat ein Studium der „Modernen Sprachen“ absolviert, das er mit Auszeichnung abschloss.

Er arbeitete für das „Oxford English Dictionary“ und diverse Zeitungen, außerdem als Fernsehkritiker.

Seine Frau verstarb 2008 plötzlich an einem Gehirntumor. Darüber schreibt Julian Barnes auch in einigen seiner Romane, die sehr erfolgreich sind und von Kritikern immer sehr gut bewertet werden.

Leseprobe:

Kostenlose Leseproben gibt es mehrere im Internet. Auch bei Amazon.de. Einfach das Buch suchen und auf die Option „Blick ins Buch“ klicken.

Worum geht es in dem Buch?

Der Ich-Erzähler Paul  ist Student, 19 Jahre alt. Beim Tennisspielen verliebt er sich in Susan McLeod, 48 Jahre alt. Die beiden beginnen eine Partnerschaft miteinander.

Pauls Eltern sind nicht begeistert über diese Beziehung, und der Tennisclub schließt Paul und Susan irgendwann aus.

Susan ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ihr Mann zeigt sich ihr gegenüber immer wieder gewalttätig. Er trinkt und schlägt Susan und zwingt sie immer wieder, Alkohol zu trinken. Das führt dazu, dass sie Alkohol hasst.

In London kann sie ein Haus kaufen und zieht mit Paul dort ein. Nun scheint Normalität in Susans Leben einzukehren – aber so ist es nicht. Auf einmal verfällt Susan dem Alkohol, sie trinkt Hochprozentiges und versucht, das vor Paul zu verheimlichen. Paul hat unterdessen sein Jurastudium beendet, er kommt ihr auf die Schliche, versucht, ihr zu helfen – aber die Situation scheint ihm zu entgleiten….

Meine Meinung:

Die Geschichte spielt in den 1960er-Jahren in Großbritannien.

Am Anfang fiel es mir schwer, in die Handlung des Buches hineinzufinden. Über Tennisspielen mochte ich nichts lesen – und über die Beziehung eines jungen Mannes mit einer wesentlich älteren Frau auch nicht.

Aber irgendwann begann das Buch, interessant zu werden, mich beim Lesen zu halten. Ich mag den  Schreibstil von Julian Barnes, er ist ruhig, ohne ordinäre Ausdrücke.

Interessant ist das Buch durch seine Handlung. Es schockiert mich, wie McLeod mit Susan umgeht – und es interessiert mich auf einmal doch, wie die Beziehung zwischen Susan und Paul weitergeht.

Paul wird verzweifelt, als Susan alkoholabhängig wird – dadurch passieren ihr auch Sachen, die nicht passieren sollen. Je verzweifelter Paul wird, desto spricht der Autor direkt mit ihm. Die Geschichte wird also nicht mehr aus der Ich-Perspektive, sondern aus der Du-Perspektive erzählt. Das finde ich außergewöhnlich.

Der letzte Teil des Buches wird aus der auktorialen Erzählperspektive erzählt. Ich finde diesen letzten Teil ziemlich deprimierend.

Manchmal wird – durch philosophische Betrachtungen – die Handlung ziemlich in die Länge gezogen. Manche dieser Betrachtungen fand ich gut, andere zu langatmig.

Mein Fazit:

Das Buch „Die einzige Geschichte“ ist ein ruhig erzählter Roman, nicht spektakulär, immer wieder interessant. Die philosophischen, eingestreuten Gedanken ziehen das Buch teilweise in die Länge.

Ich vergebe vier von fünf Sternen.

P.S.: Ich schreibe zurzeit nur sehr selten für vorablesen.de, da meine „Glücksfee“ dort wohl gekündigt wurde. Wer mir Bücher senden möchte, die auf vorablesen.de vorgestellt werden und möchte, dass ich sie rezensiere, schreibt mir bitte eine E-Mail an twodoor2015@web.de.

Es ist auch möglich, mir ein solches Buch zu leihen – ich sende es nach der Lektüre gerne wieder an den Inhaber zurück. Aber vorher bitte ich, über meine vorhin genannte E-Mail-Adresse mit mir Kontakt aufzunehmen!

(Rezi von Adelheid) Martin Schörle: Zwei Theaterstücke – „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“/“Einladung zum Klassentreffen“

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Theaterstücke lese ich selten, die beiden Theaterstücke von Martin Schörle, veröffentlicht in einem Buch vom Engelsdorfer-Verlag fand ich aber so interessant, dass ich sie gelesen habe.

Kurze Informationen zu dem Buch mit den Theaterstücken von Martin Schörle:

Verlag: Engelsdorfer Verlag

Veröffentlicht im Jahr 2016

Seitenzahl: 120 Seiten

ISBN-Nr.: 978-3-96008-408-2

Über den Autor Martin Schörle:

Martin Schörle ist verheiratet, lebt in Hamburg und hat schon Erfahrungen als Beamter gesammelt. Außerdem steht er auch immer wieder als Schauspieler auf Theaterbühnen.

Die Handlung der Theaterstücke und meine Meinung dazu:

Das Theaterstück „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ ist ein innerer Monolog, der von dem Beamten Fredenbek aber laut vor einem Publikum ausgesprochen und somit zu einem „äußeren Monolog“ wird.

Der Beamte Fredenbek befindet sich in einem etwas altmodischen Büro. Faxgeräte und Kassettenrekorder stehen da – wo gibt es das noch? Nun, Fredenbek hat beide Geräte in seinem Büro, und der Kassettenrekorder kommt im Theaterstück immer wieder zum Einsatz.

Fredenbek ist hektisch, er reagiert manchmal wie ein eingesperrtes Tier in einem Käfig. Er philosophiert über dies und das. Beispielsweise über seinen Radiergummi, über die italienische Stadt Pisa und über Frauen.

Manche dieser Gedanken gefallen mir, zum Beispiel die über den Radiergummi, den er mit einem Chamäleon vergleicht. Da wird Fredenbek fast lyrisch in seiner Ausdrucksweise. Andere Passagen gefallen mir weniger – beispielsweise die Passage über das italienische Pisa und den Bahnhof.

Alles in allem sind seine Gedanken sehr sprunghaft und deswegen dieses Theaterstück oft anstrengend zu lesen. Manchmal habe ich auch Angst um diesen Beamten – beispielsweise, als er an die Verwaltung allgemein denkt.

Da fand ich das Stück „Einladung zum Klassentreffen“ wesentlich entspannender – und schöner! Carsten Heymann, der ein Klassentreffen organisiert, lädt seine ehemalige Klassenkameradin Marina dazu ein. Er telefoniert mit ihr. Marina sitzt in einem ICE.

Marina und Carsten haben sich beide von ihren Partnern getrennt und unterhalten sich über Ereignisse aus der Schulzeit, über ehemalige Schulkameraden und darüber, was sie beide – Marina und Carsten – in den 20 Jahren nach dem Schulabschluss gemacht haben. Das alles ist sehr lebendig geschrieben – und so interessant, dass man als Leser total gefesselt ist von dem Dialog, der immer wieder ernst, aber auch witzig ist. Eine Dame, die auch im selben Zug wie Marina sitzt, bekommt von dem Telefongespräch einiges mit und würzt es ab und zu mit kurzen Bemerkungen.

Ja, dieses Stück „Einladung zum Klassentreffen“ hat mich sehr gut unterhalten – es ist aus dem Leben gegriffen und sehr kurzweilig geschrieben.

Mein Fazit:

Nun komme ich zur endgültigen Bewertung. Dem Stück „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ würde ich 3,5 Sterne geben, dem Stück „Einladung zum Klassentreffen“ die Höchststernenzahl, also 5 Sterne. So komme ich zu meiner Gesamtbewertung von vier von fünf Sternen und einer Leseempfehlung.

(Rezi von Adelheid) Libby Page: Im Freibad

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

bei vorablesen.de habe ich momentan kein Glück. Ich bekomme dort nur dann ein Buch, wenn ich es mit Punkten einlöse. Die Punkte bekomme ich durch Rezensionen und Verlinkungen meiner Rezensionen.

Heute habe ich bei vier Buchverlosungen mitgemacht – und – wetten? – ich werde morgen kein einziges dieser vier Bücher gewinnen, weil ich gar nicht im Lostopf bin. Keine Ahnung, warum ich nicht mehr in den Lostopf komme. Da muss ich mich eben mit den Punkten für meine Leseeindrücke zufriedengeben. Naja, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Das nun folgende Buch wollte ich auch gerne gewinnen. Das klappte nicht. Dann überlegte ich, ob ich es mir kaufe oder nicht. Die Leseprobe klang ansprechend und verlockend. Nachdem die Inhaberin einer Buchhandlung im Nachbarort dann noch nett Werbung für dieses Buch machte, habe ich es mitgenommen.

Die Werbung in dieser Buchhandlung finde ich immer besonders schön. Die Inhaberin oder eine ihrer Mitarbeiterinnen liest ein Buch und schreibt dann einige positive Eigenschaften darüber auf eine „Post-It-Notiz“, die dann auf das Buch geklebt wird. Diese Post-It-Notizen lassen sich problemlos entfernen, ohne dass ein Buch Schaden nimmt.

Und solche eine Notiz hing auch auf dem Buch

„Im Freibad“ der britischen Schriftstellerin Libby Page.

Ich habe das Buch gelesen. Wie ich es finde, liest man jetzt.

Kurze Informationen zu dem Buch „Im Freibad“ von Libby Page:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 27. Juni 2019

Verlag: Ullstein

Seitenzahl: 384 Seiten

ISBN-Nummer: 9783548290416

Über die Autorin:

Libby Page ist eine britische Autorin, die in London lebt und gerne schwimmt. Sie ist studierte Journalistin, hat schon für eine Zeitung gearbeitet und für eine Wohltätigkeitsorganisation.

Leseprobe:

Vom Verlag genehmigte Leseproben gibt es mehrfach im Netz. Beispielsweise bei verschiedenen Online-Buchhandlungen. Auch bei Amazon.de. Einfach auf die Option „Blick ins Buch“ klicken, schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

Worum geht es in dem Buch?        

Rosemary ist 86 Jahre alt, noch sportlich und fit. Sie ist verwitwet und lebt alleine im Londoner Stadtteil Brixton.

Zu ihrem Leben gehören einige Rituale, beispielsweise regelmäßige Treffen mit ihrer ehemaligen Kollegin Hope, mit der sie einst in einer Bibliothek arbeitete. Außerdem das tägliche Schwimmen im Freibad in Brixton.

Doch eines Tages wird bekannt, dass das Schwimmbad bald schließen soll. Ein Fitnessstudio und Eigentumswohnungen sollen an dieser Stelle entstehen.

Rosemary ist untröstlich und kämpft um den Erhalt des Freibades. Kate, eine Lokalreporterin, soll darüber berichten. Rosemary kann sie für das Schwimmbad begeistern – und schon bald entdeckt Kate das Schwimmen für sich. Sie und Rosemary werden Freundinnen. Gemeinsam versuchen sie, das Freibad zu retten…

Meine Meinung zu diesem Buch:

Ich habe im Moment immer wieder Alpträume – zur Ablenkung kam mir dieses nette Frauenbuch gerade recht.

Es ist aus der auktorialen Erzählperspektive vorwiegend im Präsens verfasst. Die Geschichte gefällt mir, sie ist positiv, Mut machend und sie lenkt ab.

Kate und Rosemary sind sympathisch – und auch die meisten anderen Leute, die sie treffen.

Kate wohnt einige Jahre in London, sie fühlt sich dort nicht wohl, weil sie keine Freunde hat. Nicht einmal die Menschen, mit denen sie in einer Wohngemeinschaft wohnt, kennt sie genau.

Als sie von ihrem Chef in der Lokalzeitung den Auftrag bekommt, über das Freibad und dessen drohende Schließung zu schreiben, wittert sie ihre Chance, dass ihre Artikel auch von einem größeren Publikum gelesen werden. Und so kommt es auch. Gleichzeitig verändert sich Kate. Sie wird mutiger, selbstbewusster, sie entdeckt das Schwimmen für sich – und sie merkt, dass die Freundschaft zu Rosemary und das Schwimmen ihrem Leben viel Qualität gibt.

Auf einmal lernt Kate mehr Leute kennen, findet weitere Freunde, knüpft Kontakt zu ihrem Arbeitskollegen Jay und vertieft den Kontakt zu ihrer Schwester Erin. Sie geht aufmerksam durch London und beginnt, ihr Leben dort zu lieben und zu akzeptieren.

Das Freibad ist hier ein Symbol. Es ist ein Symbol für die Freundschaft der beiden Frauen untereinander, aber auch ein Symbol für den Zusammenhalt in einem Stadtviertel. Denn nicht nur Kate und Rosemary wollen, dass das Freibad weiterbesteht, sondern auch andere Leute, die dorthin zum Schwimmen gehen. Und durch die Zeitungsartikel können noch mehr Anhänger gewonnen werden.

Weiterhin ist das Freibad ein Ort der Erinnerungen. Immer wieder liest man, wie Rosemary und ihr Mann George ins Freibad gingen, wie sie auch mal nachts heimlich ins Freibad kamen – und wie das Freibad ihr Leben prägte.

Das Thema „Freibad“ ist auch interessant für deutsche Leser, da auch in Deutschland immer mehr Freibäder schließen müssen, aus den unterschiedlichsten Gründen. Beim Lesen habe ich immer wieder Lust verspürt, selbst ein Freibad aufzusuchen – so liebenswert und interessant fand ich die Schilderungen in dem Roman „Im Freibad“.

„Im Freibad“ ist ein Buch, das mich unterhalten und auch etwas ablenken konnte – im positiven Sinne. Ich vergebe fünf von fünf Sternen und empfehle das Buch weiter.

(Rezi von Adelheid) Heather & Rose MacDowell: Ein Tisch für zwei

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Pro: kurzweiliger und rasanter Frauenroman, wird nie langweilig

Kontra: für mich nichts

Hallo,

folgende Rezension erschien 2009 bei Ciao.de. Leider gibt es Ciao.de als Verbraucherplattform nicht mehr. Ich sichte immer wieder alte Ciao-Rezensionen und stelle sie so nach und nach in den Buchblog ein.

Heute möchte ich einen – wie ich finde – kurzweiligen und rasanten Frauenroman aus den USA vorstellen:

Ein Tisch für zwei

Autorinnen: Heather & Rose MacDowell

Verlag: Goldmann-Taschenbuch (Random House)

Erscheinungsdatum in Deutschland: 11. August 2008

Seitenzahl: 416 Seiten

ISBN-Nr. 978-3442467136

Schrift/Zeilenabstand: eineinhalbzeilig, für mich gut lesbar

Ein paar Informationen über die Autorinnen

Heather und Rose MacDowell sind Zwillingsschwestern. Mit Restaurants in USA kennen sie sich gut aus – sie leisten sich gerne dort mal ein Essen, sind großzügig mit dem Trinkgeld und haben schon selbst in einigen Restaurants gearbeitet.

Diese Information steht in meinem Buch.

Eine ehemalige Marketing-Managerin versucht sich als Kellnerin und geht (fast) dabei „baden“…. – oder: die Handlung

Erin ist Marketing-Managerin, eine gute obendrein. Nur – auf einmal verliert sie ihren Job, weil ihr Arbeitgeber pleite macht. Ein Freund der Familie versucht zu helfen und vermittelt Erin eine Tätigkeit als Kellnerin in einem der fünf besten New Yorker Restaurants – ein Restaurant mit Namen „Roulette“. Dort gibt es Tagesgerichte – wie zum Beispiel „Gebratener Seeteufel an krossen Schalotten und Feldsalat-Emulsion mit einem Auberginen-und-Black-Zebra-Tomaten-Törtchen“ für 42 Dollar – oder auch folgendes Tagesgericht für Fleisch-Liebhaber: „Filetsteak von 280 Gramm aus biologischer Freilandhaltung, unter Betäubung geschlachtet, in Höhenluft gereift und gut abgehangen. Dazu gratinierten Topinambur und einem Jus (Saft) von der roten Paprika“ – natürlich auch für 42 Dollar.

Solche Gerichte hat Erin sich ab und zu in einem Restaurant geleistet, als sie noch richtig gut verdiente. Jetzt steht sie da ohne Job und muss Geld verdienen, um in New York zu überleben – um ihre Wohnungsmiete und weitere Kosten bezahlen zu können. Als Kellnerin im Nobelrestaurant „Roulette“ sollte man nicht nur herumflitzen, Bestellungen entgegennehmen und Speisen servieren können – nein, man muss viel denken, kombinieren, effektiv arbeiten.

Der Gast ist Kaiser, die Laune jedes Gastes oder Pärchens wird auf einem „Gästebestimmungsbarometer“, einem großen Bogen Papier, der in der Küche hängt, aufgeschrieben. Ist ein Gast besonders zufrieden, was ein Kellner zu sehen hat, so bekommt er die Note 10 – je unzufriedener ein Gast ist, desto geringer fällt die Note aus. Erhält ein Gast die Note 7 oder schlechter, so ist es Pflicht eines Kellners und des gesamten Restaurantteams, den Gast soweit zu bringen, dass er seine Laune sich um mindestens drei Noten verbessert. Und das schafft man mit einigen Extragaben – zum Beispiel einem luxuriösen Nachtisch – natürlich kostenfrei für den Gast.

Die Kellner kennen ihre Stammgäste, sie kennen die Speisekarte – sie wird auswendig gelernt, genauso wie die Gewohnheiten der Stammgäste. Die Devise des Restaurants lautet: man muss ordentlich arbeiten können – es geht jeden Abend richtig rund – es herrscht keine Flaute, es gibt keine leeren Tische. Überstunden sind verlangt – auch wenn man bis tief in die Nacht arbeiten muss.

Erin wird also sofort „ins kalte Wasser“ geschmissen. Steve, der Mann im Restaurant, der sich um das Finanzielle kümmert, merkt gleich, dass sie zur Kellnerin nicht geboren ist und sagt ihr das direkt ins Gesicht. Sie arbeitet unter dem Kellner Cato, der sie anlernen soll.

Carl ist Küchenchef, Kommandant, Genie und Halbgott gleichzeitig – er kann Erin nicht leiden, ist aber auch ansonsten kein guter Chef, Lob gibt er selten – alles läuft so, wie er es will. Weil er so glänzend hervorragende Gerichte zaubern kann, hat er das Privileg, launisch sein zu dürfen und seine „Untergebenen“ herumzuscheuchen, wie es ihm passt.

Erin merkt gleich: der Job ist schwieriger, als sie es sich je gedacht hatte – das fängt schon beim Serviettenfalten an – die Servietten sollen aussehen wie „Bischofsmützen“, aber das tun sie selten – neben Bestellungen entgegennehmen (hier sollte der gute Kellner gleich die Laune der Gäste „erspüren“ und eine Note von 1 bis 10 in das „Gästebestimmungsbarometer“ in der Küche eintragen) und Servieren (dabei darf man die Tische nicht verwechseln!) muss sie auch Fettfilter schrubben, die Scharniere an den Türen zur Herrentoilette nachziehen und auch die Kronleuchter, an einem Drahtseil hängend, putzen. Und bei all diesem Stress gilt als erste Regel: immer lächeln!

Ja, dieser Job ist fast ein Alptraum, gäbe es nicht auch nette Kollegen, so wie Cato – oder auch nette Gäste, wie Daniel zum Beispiel, der beim Fernsehen arbeitet und öfter im „Roulette“ eine Mahlzeit einnimmt.

Leseprobe:

Das Buch ist schon etwas älter, also gibt es keine vom Verlag genehmigten Leseproben mehr darüber im Internet.

Eine tollpatschige Heldin – oder Welche Erfahrungen machte ich beim Lesen dieses Buches?

Ich kaufte dieses Buch im Sommer 2008 – kurz nachdem es erschienen war. Die Inhaltsangabe hinten auf dem Cover klang vielversprechend.

Mit dem Lesen begann ich noch mal selben Tag. Von diesem Buch war ich angenehm überrascht. Es handelt sich nicht um einen Frauenroman, der nur vor sich „hinplätschert“ und an dem man schnell die Lust am Lesen verliert – nein, meiner Meinung nach ist das eine äußerst lesenswerte, rasante Geschichte. Als Leserin war ich gleich von Anfang an hineingezogen in Erins Bemühungen, eine gute Kellnerin zu werden.

Erin ist sympathisch – aber sie tritt in jedes Fettnäpfchen, in das sie treten kann. Es beginnt schon mal damit, dass sie die Servietten nicht falten kann – dass sie zur Besprechung in der Küche, die Carl leitet, zu spät kommt – und dass sie auf dem Küchenboden ausrutscht, weil dieser an einer Stelle so rutschig ist. Ich bangte mit Erin und fragte mich, wann sie es endlich schaffen würde, den an sie gestellten Anforderungen im „Roulette“ gerecht zu werden. Sie tat mir Leid – und ich merkte beim Lesen: nein, diesen Job will auch ich nicht machen – diesen Stress unter exzentrischen Gästen mit einem ständig launischen Küchenchef und vielen anderen Kollegen, die die neue Kellnerin eher „niedermachen“, anstatt sie zu ermutigen.

Ich habe durch dieses Buch einen gewissen Respekt vor dem Kellnerberuf erworben. Ich denke nicht mehr daran, dass es sich hierbei „nur“ um Bestellungen entgegennehmen und Servieren handelt – sondern oft viel mehr Tätigkeiten dahinterstecken, die man als Gast in einem Restaurant oft nicht sieht.

Mein Fazit:

Mir hat die Geschichte bis zum Schluss gefallen – und ich war traurig, als das Buch zu Ende war. Ein Buch, das ich übrigens zweimal gelesen habe.

Ich vergebe fünf von fünf Sternen und eine Leseempfehlung für Leute, die diese Art von Romanen mögen.

(Rezi von Adelheid) Colson Whitehead: Die Nickel Boys

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

von Colson Whitehead wollte ich schon lange mal ein Buch lesen. Für seinen Roman „Underground Railroad“ bekam er ja den Pulitzer-Preis, aber als ich mich dafür bei vorablesen.de bewarb, konnte ich das Buch nicht gewinnen.

Als dann das neue Buch von Colson Whitehead auf den Markt kam, fackelte ich nicht lange und löste es bei vorablesen.de für Punkte ein, die ich durch Rezensionen und Rezensions-Verlinkungen gesammelt hatte.

Das Buch wurde schnell geliefert, ich habe es gelesen – und hier ist meine Rezension.

Kurze Information zu dem Buch „Die Nickel Boys“ von Colson Whitehead:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 3. Juni 2019

Verlag: Hanser

ISBN-Nummer: 978-3446262768

Seitenzahl: 224 Seiten

Das Buch ist in der deutschen Übersetzung als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 23 Euro.

Über den Autor Colson Whitehead:

Colson Whitehead ist ein US-amerikanischer Autor, Jahrgang 1969. Er hat schon einige Romane veröffentlicht, unter anderem „Underground Railroad“ und „Der letzte Sommer auf Long Island“.

Leseprobe:

Es gibt einige vom Verlag genehmigte Leseproben im Internet. Beispielsweise bei vorablesen.de. Einfach dieses Buch dort suchen und auf die Option „Leseprobe öffnen“ klicken. Schon ist es möglich, einige Seiten kostenlos zu lesen.

Worum geht es in dem Buch?

Elwood ist ein schwarzer Amerikaner, wissbegierig und begabt. Er liebt es, in einem Lexikon zu schmökern und sich Wissen anzueignen.

Er plant, auf die Universität zu gehen – doch durch einen dummen Zufall hängt ihm jemand einen Autodiebstahl an, und Elwood wird verurteilt, in die Besserungsanstalt „Nickel“ zu gehen.

Das ist ein Internat mit Schule, in dem harte Sitten herrschen. Weiße und schwarze Jugendliche wohnen getrennt voneinander. Aber bei den schwarzen Bewohnern geht es brutaler zu. Wer irgendetwas zu kritisieren hat oder sich für andere Schüler einsetzt, riskiert eine harte Bestrafung durch die Aufseher. Es gibt Prügel, bis die Bestraften bewusstlos werden – und es ist auch schon passiert, dass Jugendliche ums Leben kamen.

Elwood will raus aus dem Nickel. Mit gutem Betragen und Hilfsbereitschaft kann man eine Art „Rangleiter“ emporsteigen und das „Nickel“ irgendwann vielleicht verlassen. Mit 18 Jahren spätestens muss man das „Nickel“ sowieso verlassen. Elwood schmiedet Fluchtgedanken zusammen mit seinem Freund Turner.

Meine Meinung zu diesem Buch:

Dieser aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) verfasste Roman hat mich sofort mitgerissen. Elwood ist sympathisch und als Leserin wünschte ich ihm nur das Beste. Ich war erschüttert, wie es in dieser Besserungsanstalt zuging. Die Aufseher hatten keine Skrupel, gegebenenfalls zu hart zuzuschlagen, denn die Bewohner des „Nickel“ hatten meistens keine Familien mehr. Wer es schaffte zu fliehen, wurde gesucht und aufgespürt. Wer etwas sagte – beispielsweise gegen den Lehrstoff (für Elwoods Intelligenz war dieser zu einfach) -, musste mit Konsequenzen rechnen.

Man liest das Buch atemlos Kapitel für Kapitel. Man ist erschüttert über die Zustände und Ereignisse im „Nickel“ und denkt „Was kommt jetzt?“ Zum Schluss gibt es tatsächlich noch eine überraschende Wendung.

Gefallen hat mir der Schreibstil, der Autor hat eine sehr schöne Sprache.

Man weiß, dass der Roman fiktiv ist – der Autor erklärt das am Schluss. Jedoch hat er sich von wahren Ereignissen inspirieren lassen, von einer Besserungsanstalt für Jugendliche, die es tatsächlich einmal gab.

Ich vergebe fünf von fünf Sternen und empfehle das Buch weiter an Leser, die sich auf eine oft erschütternde Lektüre einlassen können.

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