Vor einigen Tagen habe ich folgenden Roman zu Ende gelesen:

Unsere Seelen bei Nacht

des US-amerikanischen Schriftstellers

Kent Haruf.

Wie mir das Buch gefallen hat, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zu diesem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 22. März 2017

Seitenzahl: 208

Verlag: Diogenes

ISBN-Nummer: 978-3257069860

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag in Deutschland erschienen und kostet 22 Euro.

 

Über Kent Haruf:

Kent Haruf war ein US-amerikanischer Autor, Jahrgang 1943, der 2014 verstarb.

Er schrieb insgesamt fünf Romane, sein letzter war „Unsere Seelen bei Nacht“. Das Buch wird mit Jane Fonda und Robert Redford verfilmt.

Alle Romane von Kent Haruf spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man an mehreren Stellen im Internet. Beispielsweise bei vorablesen.de. Einfach die Informationen über das Buch anklicken, dann auf „Leseprobe öffnen“ (rechts oben) klicken – schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Die Handlung:

Zwei alte Menschen treffen sich. Es handelt sich um Addie Moore und um Louis Waters. Beide sind verwitwet, beide leben alleine in der US-amerikanischen Kleinstadt Holt im Bundesstaat Colorado.

Addie macht Louis den Vorschlag, dass sie miteinander Abende und Nächte verbringen könnten. Also sich in ihren Wohnungen treffen, zusammen in einem Bett schlafen und sich unterhalten. Sex wollen sie nicht haben – sie könnten nur miteinander die Nacht überstehen.

Louis zögert zuerst, lässt sich aber dann auf den Vorschlag ein.

Er und Addie treffen sich immer wieder. Vorwiegend in Addies Haus. Er lässt seinen Schlafanzug und seine Zahnbürste dort, um nicht jedes Mal alles hin- und herschleppen zu müssen. Sie unterhalten sich und schlafen nebeneinander in einem Bett. Addie hat einen guten Schlaf, und Louis immer wieder Probleme mit dem Einschlafen.

Sie freunden sich an und lernen sich besser kennen. Ihre Treffen wollen sie nicht mehr missen. Aber es bleibt nicht aus, dass die Leute im Ort munkeln. Addie und Louis lassen sich dadurch nicht irritieren und zeigen sich ihren neugierigen Mitmenschen bei Tag beim Stadtbummel in Holt. Eines Tages kommt Jamies, Addies Enkel, für einige Wochen zu ihr zu Besuch. Auch diese Situation versuchen Addie und Louis gemeinsam zu meistern.

 

Meine Meinung zu diesem Buch:

Die Handlung dieses Buch fängt sofort an. Eine lange Vorgeschichte gibt es nicht, was mir sehr gut gefällt.

Auch sonst ist das Buch lesenswert und interessant. Addie und Louis sind sofort sympathisch. Zwei alte Menschen, die sich als Nachbarn schon lange kennen. Nun wird aus Nachbarschaft Freundschaft. Sie erzählen sich einander, was sie in der Vergangenheit erlebt haben. Jeder von ihnen musste schon ein schweres Schicksal meistern. Addie hat ihre Tochter Connie verloren und sie erzählt Louis davon, wie es passiert ist. Und Louis hat einmal seine Frau Diane mit einer Lehrerkollegin betrogen – und kehrte wieder zurück zu Diane.

Es ist rührend und nie kitschig, was Addie und Louis miteinander unternehmen und wie sie versuchen, Zeit miteinander zu verbringen.

Dem üblichen „Dorftratsch“, der nicht ausbleibt, können sie nicht ausweichen. Aber er bringt sie nicht dazu, ihre Freundschaft aufzugeben. Ein größeres Problem sind die „lieben“ Verwandten – Addies Sohn und Louis’ Tochter -, die meinen, ihren Eltern Vorschriften machen zu müssen.

Dieser Roman bleibt also immer interessant. Leicht lesbar ist er geschrieben, in einem einfachen, schönen Schreibstil, aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) in vorwiegend kurzen Sätzen. Sympathisch sind Addie und Louis schon ab dem ersten Kapitel und als Leserin wünschte ich mir gleich zu Anfang, dass ihre Freundschaft sich entwickeln darf.

 

Mein Fazit:

Für mich ist „Unsere Seelen bei Nacht“ von Kent Haruf ein wunderbar leichtfüßiger Roman mit sympathischen Hauptcharakteren, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich vergebe diesem Buch fünf Sterne und eine Weiterempfehlung.