(Rezi von Adelheid) Mikaela Bley: Glücksmädchen

2 Kommentare

Nachdem ich eine Leseprobe des Buches

Glücksmädchen

von Mikaela Bley gelesen hatte, wollte ich unbedingt das ganze Buch lesen – und habe es mir gekauft.

 

Kurzinformationen zu dem Buch „Glücksmädchen“:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 10. Februar 2017

Verlag: Ullstein

ISBN-Nummer: 978-3548288444

Seitenzahl: 320 Seiten

Das Buch ist als Taschenbuch erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 12,99 Euro. Wobei man noch sagen muss, dass das Format dieses Buches größer ist als das eines „normalen“ Taschenbuches, nämlich DIN-A-5.

 

Über die Autorin Mikaela Bley:

Mikaela Bley ist eine schwedische Schriftstellerin, Jahrgang 1979. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Stockholm.

„Glücksmädchen“ ist ihr erster Roman und wurde in Schweden sofort ein Bestseller.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man beispielsweise beim Online-Buchhändler Amazon.de. Einfach das Buch aufrufen und auf die Option „Blick ins Buch“ klicken. Schon kann man einige Seiten des Romans kostenlos lesen.

 

Die Handlung:

Ellen ist Kriminalreporterin und arbeitet beim Fernsehsender TV 4 in Stockholm (Schweden). Von ihr wird erwartet, dass sie sich bestens über den Fall eines achtjährigen verschwundenen Mädchens auskennt – und außerdem ihre guten Beziehungen zu einem Polizeimitarbeiter spielen lässt. Denn Lycke – so heißt dieses Mädchen – ist spurlos verschwunden, und der Sender will jede kleinste Spur, die zu Lycke führen könnte, sofort wissen und sofort senden.

Lycke ist ein Scheidungskind – hin- und hergerissen zwischen ihrer Mutter Helena und dem Vater Harald, der mit Chloe verheiratet ist. Chloe mag Lykke nicht, sie wacht über ihren Sohn Ludde – das gemeinsame Kind von ihr und Harald, auf das sie stolz ist.

Lange Zeit bleibt unklar, wo Lycke ist. Sie wurde von Chloe zum Tennistraining gefahren. Der Sportunterricht fiel aus – das wussten beide nicht. Lycke wurde vor der Tennishalle abgesetzt und war auf einmal verschwunden. Später wurde ihre Tasche gefunden.

Die Kriminalreporterin Ellen will unbedingt herausfinden, was mit Lycke passiert ist. Denn sie sieht Parallelen zu einem Ereignis in ihrer Kindheit. Parallelen zu ihrer Zwillingsschwester Elsa, die auf tragische Weise als Kind ums Leben kam.

Aber auf einmal wird die Situation auch für Ellen gefährlich. Immer wieder bekommt Drohungen, weil sie sich mit Lyckes Verschwinden befasst.

 

Meine Leseerfahrung:

Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit geschrieben und beschreibt die Ereignisse vorwiegend aus der Sicht von Ellen, Chloe und  Helena.

Der Roman lässt sich lange Zeit flüssig lesen. Die großen Kapitel sind in kleinere Abschnitte gegliedert, was ich beim Lesen sehr angenehm finde, denn hier kann man immer wieder Lesepausen einlegen.

Lange Zeit bleibt der Leser im Unklaren, was mit Lycke los ist. Man redet viel über Lycke. Und dem Leser offenbart sich im Laufe des Buches ein Familiendrama. Lycke ist hin- und hergeschubst zwischen der Mutter Helena und ihrem Vater Harald mit Familie. Dort ist sie alle zwei Wochen.

Chloe zeigt Lycke immer wieder, dass sie sie nicht mag. Sie nervt Harald immer wieder mit Anspielungen auf seine Vergangenheit mit Helena und Lycke, denn sie kann es nicht verstehen, dass Harald schon – bevor er Chloe traf – eine Beziehung hatte.

Harald ist eher gleichgültig. Er ist kein liebevoller Vater. Nicht nur für Lycke, sondern auch für Ludde. Aber Ludde hat Chloe – Lycke hat fast niemanden. Ihre Mutter Helen wirkt fast schon depressiv. Nur Mona, eine Angestellte, die sich um Lycke kümmern soll, ist fast wie eine Mutter für sie.

Mir war Ellen sehr sympathisch, und ich hatte während der ganzen Lektüre Mitleid mit Lycke. Chloe mochte ich nicht, Helen tat mir Leid, und lange Zeit wusste ich nicht, was ich von Harald halten sollte.

Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen – es ist eher ein Familiendrama. Ein Buch mit vielen traurigen Momenten. Ein Buch, das mich lange Zeit packen konnte.

Das Buch hat – aus meiner Sicht – zwei Höhepunkte. Nach dem ersten Höhepunkt war die meiste Spannung leider vorbei für mich – und ich empfand die Handlung auf einmal oft als lang gezogen. Die Ermittlungsarbeit, die Ellen leistet, wird immer wieder unterbrochen von diversen zwischenmenschlichen Episoden, die ich zu langatmig finde. Das hat mich beim Lesen wirklich gestört.

Der Schluss des Buches, der zweite Höhepunkt, ist nicht vorhersehbar – und das finde ich gut.

 

Mein Fazit:

Das Buch „Glücksmädchen“ ist ein Familiendrama, das mich über weite Strecken packen und gut unterhalten konnte. Leider nahm nach einem der beiden Höhepunkte die Spannung rapide ab und das Buch wurde mir oft zu ausschweifend. Deswegen ziehe ich einen Stern ab und vergebe vier von fünf Sternen.

 

 

 

(Rezi von Adelheid) Valentin Musso: Sans Faille

Hinterlasse einen Kommentar

Vor einigen Tagen habe ich mich mit folgendem Buch befasst

 Sans Faille

 von

 Valentin Musso

 Das Buch ist in französischer Sprache verfasst. Meine Meinung dazu liest man jetzt.

 Kurzinformationen zum Buch:

 Verlag: Editions du Seuil

Veröffentlichungsdatum: 2015

Seitenzahl: 384 Seiten

ISBN-Nummer. 978-2-7578-4954-5

 Über den Autor Valentin Musso:

 Valentin Musso ist ein französischer Autor, der 1977 geboren wurde. Er lehrt Literatur in den maritimen Alpen. Aus seiner Feder stammen mehrere Romane, unter anderem „Les Cendres froides“ und „Le Murmurde de l’Ogre“.

 Der Autor hat schon einige Preise für seine Werke bekommen.

 Die Handlung:

 Es geht um einige Freunde, die in den Pyrenäen einen Spaziergang unternehmen. Sie heißen Romuald, Théo, Dorothée, David und Juliette.

 Sie alle waren von Romuald eingeladen in sein luxuriöses Chalet. Romuald, der von sich behauptete, sich sehr gut in den Bergen auszukennen. Aber stimmt das wirklich? Der Spaziergang eskaliert zum Alptraum – viele Teilnehmer rasseln aneinander….

 Meine Meinung:

 Das Thema „Gruppe trifft sich – und gerät in Streit“ ist schon in vielen Filmen und Büchern durchgekaut worden. Muss ich es jetzt wieder lesen? Nein, habe ich mir nach 50 Seiten Lektüre gedacht. Das Buch konnte mich nicht so mitreißen, so dass ich es hätte weiterlesen müssen. Ich fühlte mich seitenlang an Romane erinnert, die ich bereits kenne. Auch die Tatsache, dass das Buch in einer meiner Lieblingssprachen – nämlich Französisch – verfasst ist, konnte mich nicht an der Lektüre halten.

 Zum Glück habe ich das Buch nur ausgeliehen. Morgen werde ich das Buch wieder seinem Eigentümer zurückgeben.

 Mein Fazit:

 „Sans Faille“ ist ein Buch für Leute, die gut französisch sprechen und lesen können. Vor allem auch für Leute, die noch nicht von dem Thema „Gruppe trifft sich – und gerät in Streit“ gelangweilt sind so wie ich. Ich habe Bücher zu diesem Thema einfach schon zu oft gelesen.

 Ich vergebe dem Buch drei Sterne und eine Neutralitätsempfehlung.

(Rezi von Adelheid) Julie Wassmer: Pearl Nolan und der tote Fischer

Hinterlasse einen Kommentar

Gerade habe ich folgendes Buch zu Ende gelesen:

 Pearl Nolan und der tote Fischer

 – Ein Krimi von der englischen Küste –

 Verfasst wurde dieser Roman von der britischen Schriftstellerin Julie Wassmer.

 

 Informationen zu diesem Buch:

 Erscheinungsdatum in Deutschland: 15.07.2016

Verlag: List

ISBN-Nummer: 978-3471351383

Seitenzahl: 330 Seiten

 

Das Buch ist als Paperbackausgabe in deutscher Sprache erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 14,99 Euro.

 

 Über die Autorin Julie Wassmer:

 Die britische Autorin Julie Wassmer wohnt im britischen Küstenort Whitstable – genau da, wo auch das hier vorgestellte Buch vorwiegend spielt.

Sie ist als Drehbuchschreiberin tätig.

 „Pearl Nolan und der tote Fischer“ ist das erste Buch einer Krimireihe rund um die Köchin und Ermittlerin Pearl Nolan.


Leseprobe:

 Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man beispielsweise auf www.vorablesen.de. Einfach auf die Produktseite gehen, auf der das Buch vorgestellt wird. Rechts oben befindet sich ein Button „Leseprobe öffnen“. Wer diesen Button klickt, kann einige Seiten des Buches kostenlos zur Probe lesen.

 

 Die Handlung:

 Pearl Nolan war vor Jahren Angestellte der Polizei. Als sie jedoch schwanger wurde, verlor sie ihren Job. Aber sie ließ sich nicht unterkriegen, zog ihren Sohn Charlie groß und begann, ein Seafood-Restaurant im britischen Küstenort Whitstable zu betreiben. Mit Erfolg.

 Pearl ist eine gute Köchin, ihr Restaurant zieht viele Gäste an. Sie ist eine gute Mutter, eine tolle Chefin. Aber ihre Polizei-Vergangenheit kann sie nicht vergessen. Deswegen hat sie vor kurzem ein Detektivbüro eröffnet.

 In dieses kommt eines Tages ein Herr, namens Stroud, der sie um Hilfe bittet. Er hat Vinnie, einem Fischer, der Pearl mit Austern für ihr Restaurant versorgt, Geld geliehen und möchte wissen, wann er es zurückbekommt.

 Als Pearl Vinnie auf seinem Schiff aufsuchen will, entdeckt sie seine Leiche, die im Meer schwimmt. Jemand hat ihn vom Schiff ins Meer geworfen – oder kam Vinnie durch einen Unfall ums Leben?

 Die Polizei nimmt Ermittlungen auf – und Pearl ist zuerst einmal verdächtig, Vinnie umgebracht zu haben. Um sich von diesem Verdacht reinzuwaschen, ermittelt Pearl weiter. Immer wieder trifft sie auf den leitenden Kommissar der Ermittlungen, McGuire, und die beiden sind sich einander nicht unsympathisch.

 In der Hauptsache betreibt Pearl jedoch ihr Seafood-Restaurant. Ein aufregendes Ereignis findet in Whitstable statt: das jährlich wiederkehrende Oyster-Festival. Hier wird es einige Attraktionen geben.

 Auf einmal findet Pearl eine zweite Leiche. Und der Verdacht scheint sich zu erhärten, dass Pearl und McGuire einen Mörder suchen müssen…

 

 Meine Meinung:

 Die Leseprobe hatte mich fasziniert. Pearl ist sofort liebenswert und total sympathisch – und bei den Beschreibungen des Oyster-Festivals und dem Küstenort Whitstable werden Ort und Ereignisse für mich sehr lebendig. Das hat mir beim Lesen schon gefallen.

 Auch viele der weiteren Personen wurden mir beim Lesen sympathisch: Pearls Mutter Dolly, Pearls Sohn Charlie und seine Freundin Tizzy, Pearls Angestellte Ruby und ihre Großmutter. Auch McGuire wird sympathisch, je mehr ich von dem Buch lese.

 Allerdings kommt bei Oyster-Festival und dem Treiben im Seafood-Restaurant und all den Problemen, mit denen Pearl und andere Personen zu kämpfen haben, die Krimihandlung zu kurz. Die beiden Toten sind eher Nebensache. Sicherlich ist es wichtig, dass Pearl auch das Umfeld des toten Fischers Vinnie beleuchtet – seine Frau und seine Ex-Frau. Aber irgendwann tritt die Krimihandlung auf der Stelle. Da ist dann die Trauerfeier für Vinnie wichtiger als die Frage, wie und warum er zu Tode kam.

 Zu Anfang habe ich das Buch gerne gelesen – wegen der Beschreibungen der englischen Küste, der sympathischen Figuren und, weil ich wissen wollte, was den beiden toten Menschen konkret passiert ist. Gegen Schluss aber zieht sich die Handlung ziemlich in die Länge – und ich war dann froh, dass ich das Buch ausgelesen hatte.

 Für das Buch „Pearl Nolan und der tote Fischer“ vergebe ich immerhin noch vier Sterne und die Note „gut“, weil mich die Beschreibungen von Whitstable und Umgebung faszinierten, ich viele Personen in dem Buch sehr sympathisch fand und ich gerne über sie gelesen habe.

 Wegen einiger Längen in dem Buch und der – für meinen Geschmack – eher verhaltenen Krimihandlung ziehe ich einen Stern ab.

 Ich vergebe also vier Sterne und eine Leseempfehlung.

(Rezi von Adelheid) Oliver Schütte: Die rote Burg

Hinterlasse einen Kommentar

Dank vorablesen.de durfte ich folgenden Kriminalroman kostenlos auf dem E-Book-Reader lesen:

Metropolis Berlin: Die Rote Burg

von

Oliver Schütte

Erscheinungsdatum: 19.05.2015

Verlag: Bastei Entertainment

ISBN-Nummer: 978-3-7325-0182-3

Seitenzahl: 300 Seiten

Das Buch ist im ePub-Format erhältlich und kostet 7,99 Euro.

 

Über Oliver Schütte

Oliver Schütte ist Drehbuch- und Fachbuchautor. Der Autor studierte Theater- und Filmwissenschaften in Berlin, bevor er sich als Autor betätigte.

Für seine Arbeit erhielt er u.a. den Deutschen Filmpreis und lehrt an Filmhochschulen im In- und Ausland.

„Die Rote Burg“ ist der erste Band der Trilogie „Metropolis Berlin“. Diese Romane spielen in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts.

 

Leseprobe

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man, wenn man die Homepage von vorablesen.de aufsucht, nach diesem Buch sucht und oben rechts auf den Button „Leseprobe“ klickt.

 

Die Handlung

Wir schreiben das Jahr 1926. In Berlin hat der Zirkus Busch Station gemacht und erwartet Besucher zu seinen Vorstellungen.

Am Morgen des 17. März 1926 werden menschliche Überreste im Löwenkäfig gefunden. Ein Toter, den irgendjemand dem Löwen zum Fraß vorwarf. Und der Löwe war nicht zimperlich. Hungrig fraß er das, was man ihm vorwarf.

Ein Fall für die Polizeistation „Die Rote Burg“. Der junge Kommissar Martin Forster soll herausfinden, wer der Tote war und wer ihn umbrachte und in den Löwenkönig warf. Offensichtlich war es nicht schwer, an den Schlüssel zum Löwenkäfig zu kommen.

Martin Forster und sein Gehilfe Roth leisten klassische Polizeiarbeit. Personen werden befragt. Bald stellt sich heraus: der Tote hieß August Henschke und war Drogenhändler. Nur – wer hat ihn umgebracht?

Die Polizei begibt sich ins Rotlichtmilieu – Martin Forster geht in Bars, in denen Prostituierte arbeiten und befragt Leute. Schließlich konzentriert sich die Suche auf eine Frau, die in der Szene als „Mieze“ bekannt ist. Allerdings ist es ganz schwer, diese Frau zu finden. Die Polizei tappt monatelang im Dunkeln – und fast scheint es, dass man den Fall nicht aufklären kann.

 

Meine Leseerfahrung und Meinung zu diesem Buch

Die Leseprobe hatte mir gefallen – erinnerte sie mich doch an das Buch „Menschen im Hotel“ von Vicki Baum, das ich schon einige Male sehr gerne gelesen habe. Wie auch „Menschen im Hotel“ spielt „Die Rote Burg“ im Berlin der 1920er-Jahre. Allerdings vermisse ich doch sehr dieses „Zwanziger-Jahre-Feeling“ – die Szene der Schauspieler und Variétés. Der Autor beweist zwar eine große Ortskenntnis von Berlin – beispielsweise, wenn er auf die „Hackeschen Höfe“, einen Platz in Berlin, verweist – aber meiner Meinung nach könnte die Handlung auch im Berlin der 1950er-Jahre oder 1980er-Jahre spielen.

Markant für die Zeit, in der die Handlung stattfindet, ist nur, dass man damals noch kein Internet hatte und wenig telefonierte, da eben noch nicht viele Leute ein Telefon hatten. Viel Ermittlungsarbeit wird von den Polizisten mit dem Auto oder zu Fuß erledigt.

Viele Leute werden befragt, vielen Spuren wird nachgegangen. Mir sind das zu viele Leute, zu viele Spuren. Dabei schildert der Autor für fast jeden Tag einzeln, was die Polizei so macht, wo sie hingeht, wen sie fragt.

Martin Forster ist sympathisch. Nebenbei bekommt der Leser immer noch mit, wie sein Privatleben läuft. Er hat eine Liaison mit Anita. Dort gibt es Höhen und Tiefen. Der Fall rund um August Henschke beschäftigt ihn so sehr, dass er auch mal einen Termin mit Anita vergisst – was sie ihm übel nimmt. Immer wieder streiten sich die beiden – und raufen sich zusammen.

Was mir an dem Buch weniger gefällt, ist, dass seine Sekretärin immer mit „die Berg“ betitelt wird. Das klingt für mich so abwertend! Ansonsten ist das Buch in einem guten Schreibton verfasst mit vielen Dialogen – aus der Sicht des auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit.

Was mir weiterhin nicht zusagt, ist, dass – je länger ich lese, die Handlung immer belangloser wird. Das Interesse, das ich am Anfang für das Buch hatte, erlischt mehr und mehr. Die Vorgänge rund um die Ermittlungen über den Tod von August Henschke werden immer uninteressanter. Sicherlich liegt es daran, dass die Polizei so lange im Dunkeln tappt – die Lösung nicht vorankommt. Dabei gibt es sogar eine Hellseherin, die der Polizei helfen will und immer wieder erstaunliche Dinge sieht.

Irgendwann bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich nur noch will, dass das Buch endlich zu Ende ist. Da muss ich sehr geduldig sein. Obwohl die Kapitel kurz und übersichtlich sind und wie eine Art Tagebuch aufgebaut wurden, zieht sich die Handlung so dahin. Die Tatsache, dass ich hier einiges über „Berliner Ringvereine“ erfahre (das sind rivalisierende Vereine, fast schon Banden , die aber auch in gehobenen Gesellschaftsschichten aktuell sind. Das erschließt sich mir, wenn ich davon lese, dass es hier auch einen Ball gibt, der bei vielen Menschen begehrt ist), kann das Buch für mich nicht interessanter machen.

 

Mein Fazit

Der Roman „Metropolis Berlin: Die Rote Burg“ ist ein Krimi, der sehr interessant anfängt und das Interesse weckt – irgendwann aber sehr abflaut und uninteressant wird. Dabei  sind das Ambiente, in dem der Roman spielt – die 1920er-Jahre in Berlin – und der ermittelnde Kommissar durchaus sympathisch.  Aber durch die langwierigen Ermittlungen, die im Roman detailliert beschrieben werden, geht ihm irgendwann „die Puste aus“ – und ich als Leserin werde ungeduldig.

Ein weiterer Vorteil ist noch, dass dieser Krimi unblutig ist – also auch von Krimifans mit einem sanften Gemüt gelesen werden kann.

Für mich überwiegen allerdings die Nachteile – und die Tatsache, dass sich der Krimi nach dem ersten Drittel arg in die Länge zieht. Das hätte man temporeicher und interessanter gestalten können!

Ich vergebe drei Sterne und bin unentschlossen, ob ich „Die rote Burg“ weiterempfehlen soll.

 

 

 

 

 

.

 

 

(Rezi von Adelheid) Keigo Higashino: Böse Absichten

Hinterlasse einen Kommentar

Aus der Bücherei habe ich mir folgenden Krimi ausgeliehen

Böse Absichten

des japanischen Autors

Keigo Higashino

Wie ich das Buch finde, zeigt der folgende Bericht.

 

Daten zum Buch

Erscheinungsdatum in Deutschland: 25. September 2015

Verlag: Klett Cotta

Seitenzahl: 255 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3608980271

Das Buch ist bisher als Paperbackausgabe in Deutschland erschienen. Diese Ausgabe kostet im deutschen Buchhandel 14,95 Euro.

 

Über den Autor Keigo Higashino

Keigo Higashino ist ein japanischer Schriftsteller, der 1958 in Osaka geboren wurde. Bevor er Schriftsteller wurde, absolvierte er ein Ingenieurstudium. Außerdem ist er Kapitän einer Bogenschützenmannschaft.

Als Autor hat er sich schon einen Namen gemacht – beispielsweise mit seinem Werk „Verdächtige Geliebte“. Er hat schon einige Literaturpreise bekommen. Außerdem wurden einige seiner Werke verfilmt.

 

Leseprobe zu dem Buch „Böse Absichten“

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man auf folgender Seite im Internet:

http://www.vorablesen.de/buecher/boese-absichten

Hat man die Seite aufgerufen, klickt man oben rechts auf die Option „Leseprobe öffnen“ – und kommt auf die Leseprobe.

 

Ein berühmter Schriftsteller wird ermordet – oder: die Handlung

Kumihiko Hidaka, ein berühmter und erfolgreicher japanischer Schriftsteller, liegt eines Abends ermordet in seinem Haus. Seine Frau Rie und er wollten in wenigen Tagen nach Vancouver in Kanada aufbrechen, wo sie planten, einige Jahre zu leben. Umzugskisten waren gepackt, Hidakas Haus war fast leer. Die beiden letzten Nächte vor der Ausreise wollten Rie und Hidaka noch in einem Hotel verbringen.

Doch Hidaka wollte noch an seinem neuen Manuskript arbeiten. Und zwar alleine und ungestört in seinem Haus. Noch einige Seiten hatte er zu schreiben – dann wäre das Buch fertig gewesen und der Verlag hätte es per Fax erhalten. Doch mitten im Schreiben wird Hidaka ermordet. Rie und Nonoguchi, ein Freund Hidakas, finden die Leiche.

Kommissar Kaga ermittelt. Könnten vielleicht Mitglieder der Familie Fujio den Mord verübt waren? Masaya Fujio galt nämlich als Vorlage für eine Hauptfigur in einem von Hidakas Romane – und als seine Familie davon erfuhr, war sie sauer auf Hidaka. Oder war es Frau Niimi, dessen Katze Hidaka vergiftet hatte, weil sie immer ihre Notdurft in seinem Garten verrichtet hatte?

Kommissar Kaga ermittelt in alle Richtungen. Die Tatsache, dass er Nonoguchi von früher kennt, macht ihn besonders verdächtig. Nonoguchi und Kaga arbeiteten beide schon als Lehrer – und Nonoguchi  und Hidaka gingen schon miteinander auf dieselbe Schule.

Doch nicht nur der Mörder muss gefasst werden – Kaga ist auch sehr daran interessiert, das Mordmotiv zu ergründen. Und diese Aufgabe ist ziemlich knifflig.

 

Schreibstil und andere Besonderheiten

Das Buch ist flüssig geschrieben mit interessanten Charakteren und einiger wörtlicher Rede. Ich finde, dass es eher eine Dokumentation ist und kein Roman. Manchmal ist die Schreibe fast schon emotionslos.

Es gibt einige Ich-Erzähler. Einmal schreibt Nonoguchi die Ereignisse aus seiner Sicht, dann liest man die Ereignisse aus Sicht von Kommissar Kaga, wobei dieser gleich seine Überlegungen zu dem Mordfall und seine Ideen mit einbringt. Das liest sich oft wie eine Dokumentation. Ich erfahre nichts über Kagas Privatleben, nichts über seine Gefühle. Kaga stößt auf einige auffällige Details im Leben von Hidaka und seines Verdächtigen – und er stellt Überlegungen an, warum Dinge so sind, wie sie sind, und warum Dinge so passiert sind, wie sie passiert sind. Dabei lässt er jegliche Emotionen weg.

Auch ein Kapitel gibt es, in dem Mitschüler und Lehrer, die Hidaka und Nonguchi kannten, befragt werden.

Das ganze Buch ist in der Vergangenheit geschrieben. Auffällig ist ebenfalls die höfliche Sprache, die in den Dialogen und im gesamten Schreibstil des Autors zu finden ist. Es gibt also keine ordinäre Sprache, was ich beim Lesen als sehr angenehm empfinde.

Erwähnenswert ist auch, dass es sich hier um einen Roman handelt, der nicht brutal ist. Brutale Details, beispielsweise die detaillierte Beschreibung des Aussehens der Leiche, findet man nicht. In diesem Roman sind also keine „splatterhaften“ Beschreibungen wichtig, die beim Leser Ekelgefühle auslösen können. Dennoch kann der Roman packen, mitreißen, den Leser bei der Lektüre halten. In diesem Kriminalroman geht es vorrangig um die Denkarbeit. Die Denkarbeit, die Kommissar Kaga leistet, um den Mörder und sein Motiv oder seine Motive für den Mord an Hidaka zu finden.

 

Meine Meinung zu dem Buch

Das Buch habe ich gerne gelesen – was vor allem dem Schreibstil des Autors Keigo Higashino zu verdanken ist. Es war interessant, dieses höfliche Buch, diese immer wieder nüchterne Dokumentation zu lesen.

Dass ich schon sehr bald wusste, wer der Mörder war, fand ich zuerst negativ. Fast hätte ich das Buch weggelegt, denn ich dachte nicht mehr daran, dass es noch spannend werden würde. Doch – weit gefehlt! Die Art und Weise, wie Kommissar Kaga zu ergründen versucht, welche Motive der Mörder hatte und wie er den Mörder befragt, haben mich an der Lektüre gehalten.

Irgendwann stehen die Mordmotive fest, aber es sind noch einige Seiten zu lesen. „Was kommt denn noch?“, denke ich fast verärgert, denn ich will die Lektüre endlich beenden. Die Interviews mit Lehrern und Klassenkameraden und anderen Menschen, die Hidaka kannte, finde ich zu ausführlich und zu viel – zumal sie meine Ansichten über Hidaka und über seinen Mörder komplett durcheinanderbringen.

Aber der Schluss des Buches wartet noch mit einer Überraschung auf – einer unerwarteten Wendung. Dadurch wächst mein Respekt vor Kommissar Kaga noch mehr. Denn das, was er zum Schluss herausfindet und womit er den Mörder konfrontiert, ist einfach großartig! Und dieser Schluss versöhnt mich mit manchen Längen, die das Buch aufweist.

 

Schreibfehler

Einige wenige Schreibfehler weist das Buch auf, die wohl vor dem Druck übersehen wurden.

Auf Seite 36 wurden „das“ und „dass“ verwechselt. Im Buch steht: „Leider war Hidakas Tod nicht von solchem Interesse, das ein öffentlich-rechtlicher Sender eine Sondersendung dazu bringen würde.“ Das Wort „das“ ist hier falsch gebraucht. Es muss „dass“ heißen.

Auf Seite 80 gibt es folgenden Satz, mit dem Kommissar Kaga den Mörder konfrontiert:

„Das war unentbehrlich für Ihre Geschichte, nach der sie um 20 Uhr zum Haus der Hidakas zurückkehrten…“

Es muss „nach der Sie um 20 Uhr zum Haus…“ heißen – das Wort „Sie“ muss großgeschrieben sein, da der Kommissar und der Mörder sich siezen.

Auf Seite 183 steht: „Die Langsamkeit, in der das alles von statten ging…“ „vonstatten“ schreibt man zusammen, ich habe extra nochmals im „Duden“ nachgesehen.

 

Mein Fazit

Das Buch „Böse Absichten“ von Keigo Higashino hat mir gefallen. Es ist ein nüchtern geschriebener Kriminalroman, den ich eher als „Dokumentation der Motive für einen Mord“ bezeichnen würde.

Dass dieser Roman relativ unblutig ist und es vorwiegend um die Denkarbeit geht, die ein Kommissar leistet, um einen Mordfall aufklären zu können, finde ich interessant. Das ist ein anderer Kriminalroman als die, die man sonst so liest – und das habe ich bei der Lektüre sehr geschätzt.

Allerdings finde ich, dass der Roman immer wieder Längen aufweist, deswegen reicht es bei meiner Bewertung auch nicht für fünf Sterne, sondern nur für vier.

Ich vergebe „Böse Absichten“ vier Sterne und empfehle das Buch weiter.

 

P.S.: Diese Rezension habe ich schon in ähnlicher Form bei vorablesen.de veröffentlicht. Dort bin ich unter dem Usernamen „adel69“ unterwegs. Bei Ciao.de wurde ebenfalls eine Rezension eingestellt. Dort heiße ich „Sydneysider47“.

(Rezi von Adelheid) Martina Richter: Mopswinter

Hinterlasse einen Kommentar

Dank vorablesen.de durfte ich  folgendes E-Book auf dem E-Book-Reader lesen:

Mopswinter

der deutschen Autorin

Martina Richter

Wie mir das Buch gefallen hat, will ich jetzt erzählen.

 

Kurze Informationen zu dem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 30. November 2015

Verlag: Midnight by Ullstein

Seitenzahl: 146 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3-95819-049-8

Dieses Buch ist als ePub-Version erschienen, aber auch als Kindle-Version. Beide genannten Versionen können auf passenden E-Book-Readern gelesen werden.

Unterdessen ist das Buch auch als Taschenbuch erschienen, zusammen mit dem Vorgängerkrimi „Mopshimmel“.

 

Über die Autorin Martina Richter:

Die Autorin ist Jahrgang 1966 und wuchs in Baden-Württemberg auf. Sie wohnt mit ihren beiden Töchtern in einem Bauernhaus auf der Schwäbischen Alb.

Zum Schreiben kam sie 2000, nachdem ihr Sohn gestorben war.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe gibt es auf folgender Seite im Internet:

http://www.vorablesen.de/buecher/mopswinter#book-details

Ruft man die Seite auf, sieht man oben rechts die Option „Leseprobe öffnen“. Einfach draufklicken, und schon gelangt man zur Leseprobe.

 

Worum geht es?

Der Ich-Erzähler ist Mops Holmes, der mit Herrchen Waterson und Frauchen Jackie in Knieslingen, einem Dorf an der Schwäbischen Alb, lebt. Sie haben eine ganze Mopsfamilie – auch Holmes Eltern leben hier. Holmes Mutter ist schwanger und wird bald einige Schwestern für Holmes zur Welt bringen. Auch Jackie ist schwanger – sie wird ein Mädchen bekommen und hat Lust, Essiggurken zu essen.

Die Gegend bei Knieslingen ist ein beliebtes Wintersportgebiet. Eines Tages mitten in einem schneereichen Winter wird ein Langläufer erschossen. Waterson eilt sofort zum Tatort – natürlich hat er auch seine Möpse dabei. Während sie den Tatort inspizieren, schießt jemand Holmes Vater, den Mops Marquez an. Zum Glück war das nur ein Streifschuss – und Marquez kann gerettet werden.

Aber für den Langläufer – einen Banker – kommt jede Hilfe zu spät. Waterson und Hauptkommissar Gerlach ermitteln. Auch Holmes, der Mops, hat immer wieder Einfälle, die zu dem Mörder führen sollen – aber zuerst laufen alle Ermittlungen ins Leere.

Wenig später wird ein Mathematiklehrer, der auch auf Langlaufskiern unterwegs ist, angeschossen. Zum Glück überlebt er, nachdem er in einem Krankenhaus behandelt wurde.

Eine Fasanenfeder am Tatort könnte zum Täter führen – und auch weitere Teile, die man normalerweise an einem Trachtenhut findet.

Schließlich kommt ein dritter Langläufer ums Leben. Warum musste er sterben? Gibt es zwischen dem ersten und diesem dritten Toten eine Verbindung?

 

Meine Meinung zu diesem Buch

Vor Jahren habe ich ein Buch gelesen, in dem ein Hund als Ich-Erzähler auftauchte. Dieses Buch war so kitschig und rührselig geschrieben, dass es mich komplett nervte und ich mir schwor, nie wieder ein Buch zu lesen, in dem ein Hund als Ich-Erzähler auftaucht.

Als ich jedoch die Leseprobe zu „Mopswinter“ las, dachte ich: Das ist doch ganz lustig geschrieben, das könnte ein Buch sein, das mir gefällt.

Und so habe ich doch wieder ein Buch gelesen, in dem ein Hund der Ich-Erzähler ist – nämlich „Mopswinter“.

Das Buch ist locker und leicht geschrieben – und es hat mir wirklich Spaß gemacht, es zu lesen. Der Mops Holmes ist sympathisch. Aufgrund seiner kurzen Beinchen passieren ihm auch diverse Pannen – beispielsweise stolpert er mal.

Aber er hat eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. Watersons Kollegen wollen ihn als „Polizeihund“ nicht anerkennen – aber Holmes hat doch immer wieder einige gute Ideen, die die Polizei bei ihren Ermittlungen voranbringt – besonders im letzten Drittel des Buches.

Man kann sich den schneereichen Ort Knieslingen auch richtig gut vorstellen – auch die Leute, die in diesem Roman vorkommen. Jacki und Waterson finde ich sehr sympathisch – auch einige der anderen Leute, die in dem Buch vorkommen. Holmes überzeugt beispielsweise eine Dame davon,  wie schön es ist, einen Mops zu haben. Und so findet eine seiner neu geborenen Schwestern sofort eine neue Heimat.

Die Autorin weiß einiges über die Eigenheiten eines Mopses und lässt dieses Wissen immer wieder in den Roman einfließen. Vieles ist sehr humorvoll geschildert – wird aber nie albern. Das gefällt mir beim Lesen. So bezeichnet Holmes seine neuen Schwestern einmal als „Spice Girls“.

Wer diesen Roman liest, muss sich auch mit einigen umgangssprachlichen Sätzen und Wörtern auseinandersetzen. So liest man beispielsweise das Wort „strunzdumm“, aber auch einen Satz, wie „Das musst mir nicht extra sagen“. Das gibt eine Art Lokalkolorit, die ich ganz amüsant und auch passend finde.

Gestört haben mich bei der Lektüre einige Schreibfehler. So gibt es in einem Satz auf Seite 47 ein Wort zuviel – die beiden Wörter „bespricht besprach“ stehen in einem Satz nebeneinander, das ist nicht korrekt.

Auf Seite 203 muss es statt „und jetzt ist er wirklich unglücklich wegen mir“ „und jetzt ist er wirklich meinetwegen unglücklich“ heißen, weil doch nach „wegen“ der Genitiv stehen muss.

Einige Male fehlen Apostrophe im Buch  – beispielsweise auf Seite 216: „Dann kann s ja losgehen“. Es muss „Dann kann’s ja losgehen“ heißen. Warum die Apostrophe nicht gesetzt wurden, ist mir rätselhaft.

Ansonsten aber habe ich das Buch gerne gelesen. Es lässt sich flüssig lesen – und der Schluss ist nicht vorhersehbar. Genau so soll ein Krimi ja sein, damit er spannend bleibt.

 

Mein Fazit

„Mopswinter“ ist ein spannender und humorvoller Krimi rund um den Mops Holmes, der versucht, zusammen mit seinem Herrchen Waterson Licht in einige Mordfälle zu bringen.

Ich vergebe vier Sterne und empfehle das Buch weiter.

 

P.S.: Diese Rezension habe ich schon in einer verkürzten Form bei vorablesen.de veröffentlicht. Dort bin ich als „adel69“ angemeldet.

 

 

 

 

(Rezi von Adelheid) „Sag, es tut dir leid“ von Michael Robotham

Hinterlasse einen Kommentar

Ich wollte wieder einen spannenden Thriller lesen.
Meine Wahl fiel auf das Buch
Sag, es tut dir leid
des australischen Autors
Michael Robotham
Es war das erste Buch dieses Autors, das ich gelesen habe. Wie es mir gefallen hat, zeigt der folgende Bericht.

Kurze Informationen über das mir vorliegende Buch
Verlag: Goldmann (gehört zur Random-House-Verlagsgruppe)
ISBN-Nummer: 978-3-442-48193-4 (für die Taschenbuchausgabe)
Seitenzahl: 480 Seiten

Das Buch erschien am 16. September 2013 erstmals in deutscher Sprache – und zwar in einer broschierten Ausgabe, die im deutschen Buchhandel 14,99 Euro kostet.
Mir liegt die Taschenbuchausgabe vor, die im Dezember 2014 erschien und für die ich 9,99 Euro bezahlt habe.

Über Michael Robotham
Michael Robotham ist ein australischer Schriftsteller, der mit seiner Familie in Sydney lebt. Er wurde 1960 geboren und war als Journalist für Magazine und Tageszeitungen tätig.
Unterdessen hat der Autor acht Bücher verfasst. Viele von ihnen wurden in viele Sprachen übersetzt und weltweite Bestseller, beispielsweise „Dein Wille geschehe“ (2010) und „Todeskampf“ (2012).
Dieser große Erfolg ermöglichte es ihm, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen.

Leseprobe
Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man unter folgendem Link direkt auf der Homepage des Goldmann-Verlags:
http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Sag-es-tut-dir-leid-Psychothriller/Michael-Robotham/e412372.rhd?mid=4&serviceAvailable=true&showpdf=false#tabbox

Die Handlung: Piper und Natasha sind verschwunden
Piper Hadley und Natasha McBain sind Schulkameradinnen und beste Freundinnen. Beide sind 15 Jahre alt, als sie nach einem Volksfest von einem Mann entführt werden. Ihrem Entführer geben sie den Namen George. Er sperrt sie in einen dunklen Kellerraum irgendwo in einer abgelegenen, verlassenen Industrieanlage. Ab und zu gibt er ihnen Dosen, deren Inhalt sie sich an einem Kochgerät aufwärmen. Außerdem bekommen sie Zeitschriften, um sich beschäftigen zu können.
Immer wieder holt George Natasha – genannt Tash – nach oben. Wenn sie ihm hörig war und getan hat, was er wollte (sexuelle Handlungen), bekommt sie zu essen, ein warmes Bad und weitere Annehmlichkeiten.
Tash ist die hübschere der beiden Mädchen – zumindest war sie das, als Piper und sie noch in Freiheit lebten. In Gefangenschaft haben sie beide abgenommen.
Da Piper und Natasha geplant hatten, auszureißen, bevor sie verschwanden, denkt die Polizei an eine Entführung nur am Rande. Man nennt Piper und Natasha die „Bingham-Girls“, weil sie im britischen Ort Bingham wohnten, bevor sie verschwanden.
Als die Polizei in ihrer Suche nach den beiden Mädchen nicht weiterkommt, wird ihr Fall erst mal zu den Akten gelegt. Von vielen Leuten werden sie vergessen. Außer von ihren Familien, die die Hoffnung nie aufgeben.
Nach drei Jahren in Gefangenschaft gelingt es Tash, mit Pipers Hilfe zu fliehen. Sie ist so dünn geworden und kann sich tatsächlich durch eine Öffnung nach draußen quetschen. Außerdem hat George sie übel verletzt. Sie verspricht Piper, wieder zu kommen und sie (Piper) zu retten. Ihre Flucht führt sie in ein verlassenes Bauernhaus, wo ihr ein Ehepaar zu Hilfe kommt. Doch wenig später ist das Ehepaar tot – ermordet. Und in einem zugefrorenen See wird eine Frauenleiche gefunden. Handelt es sich um Tash? Gibt es eine Verbindung zwischen dem ermordeten Ehepaar und dieser Frauenleiche?
Fragen über Fragen, die die Polizei beantworten will. Sie ermittelt und holt sich dafür den Psychologen Joseph O’Loughlin (genannt: Joe) zu Hilfe. Er hat der Polizei schon oft geholfen, wollte das aber erst mal sein lassen. Darüber hinaus leidet er an der Parkinson-Krankheit, wollte ein Wochenende mit seiner Tochter Charlie verbringen und einen Vortrag in Oxford halten. Nach einigem Zaudern ist er bereit, der Polizei zu helfen.
Einen Verdächtigen hat die Polizei auch schon. Einen Mann, der immer wieder mal für das Ehepaar in dem Bauernhaus arbeitete und entlassen wurde.
Aber ist er wirklich der Mörder? Joe merkt, dass die Zeit davonrennt. Ein grausamer Mörder, der zu allem fähig ist, läuft frei herum – und der Verdächtige, auf den sich die Polizei „eingefahren“ hat, passt überhaupt nicht in das Täterprofil. Joe versucht mit Hilfe der Polizei Fragen um das Verschwinden von Piper und Natasha zu beantworten, um dem wahren Täter das Handwerk zu legen,…

Schreibstil/Erzählperspektiven
In dem Buch gibt es zwei Ich-Erzähler. Beide erzählen ihre Erlebnisse im Präsens (der Gegenwart).
Die eine Ich-Erzählerin ist Piper Hadley. Für sie ist es überlebenswichtig zu schreiben. Sie schreibt ihre Erlebnisse als Gefangene von George nieder – und schildert immer wieder Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit. Alles, was sie erzählt, ist kursiv gedruckt.
Der andere Ich-Erzähler ist der Psychologe Joe O’Loughlin. Er schreibt nicht nur über seine Ermittlungen und Erkenntnisse und die Zusammenarbeit mit der Polizei. Ich erfahre auch, dass er geschieden ist und zwei Töchter hat.
Alles, was er schildert, ist in „normaler“ Schrift abgedruckt (meiner Meinung nach wurde hier die Schriftart „Times New Roman“ gewählt).
Ich komme bei den Schilderungen zweier Ich-Erzähler nicht durcheinander – gerade, weil hier unterschiedliche Schriftarten gewählt werden.

Weitere Leseerfahrungen: Spannender Stoff mit vorwiegend sympathischen Charakteren
Das Buch packte mich sofort. Zwei Ich-Erzähler störten mich nicht – vor allem, weil ich sie gleich unterscheiden konnte. Die beiden Mädchen Piper und Natasha tun mir sofort leid. Meine Güte, was muss das für ein übler Mensch sein, der die beiden so lange gefangen hält!
Der Psychologe Joe O’Loughlin ist sympathisch und macht auf mich einen kompetenten Eindruck. Er wird in dem Buch als „Mensch wie du und ich“ dargestellt – man merkt, auch ihm geht es nicht immer blendend. Er hat gesundheitliche Probleme, ist geschieden und ist ab und an mit seiner Tochter Charlie zusammen.
Das Buch liest sich gut, es gibt viele Dialoge, die Handlung ist spannend – und oft frage ich mich: Wann werden Piper und Natasha endlich gefunden? Wann kommen Joe und die Polizei George und seinen Machenschaften endlich auf die Spur?
Es geschehen so viele Ereignisse in dem Buch, die man als Leser nicht vorhersehen kann – und das finde ich gut. Es gibt viele Wendungen und auch die so genannte „falsche Spur“, die in Kriminalromanen üblich ist. Es gibt einige Verdächtige, die dann doch nicht die Täter sind. Und das ist bis zum Schluss so – der wahre Täter wird erst auf den letzten Seiten gefunden.
Was ich an diesem Thriller schätzen gelernt habe, sind nicht nur Spannung und viele sympathische Charaktere, die mitreißen können. Nein, es ist auch die Tatsache, dass Michael Robotham nicht mit „Splatter-Elementen“ arbeitet. Er berichtet also von Verbrechen, wenn sie passiert sind – und er schildert nicht in allen Details, wie jemand diese Verbrechen verübt und Leute quält. Das ist clever und nur deswegen möglich, weil der Autor die Geschehnisse aus der Perspektive von Piper und von Joe darstellt. Diese beiden sehen „nur“ die Ergebnisse diverser Gräueltaten.
Das reicht mir als Leserin durchaus aus und hält mich an der Lektüre. Ich habe schon Bücher von Autoren gelesen, die haarklein die grausamsten Ereignisse schildern mussten – und da war ich oft drauf und dran, solch ein Buch nicht mehr weiterlesen zu wollen, weil mir alles zu nahe ging. Ja, ich gebe zu: ich bin ab und zu zartbesaitet.
Das Problem wegen zu grausamer Schilderungen das Buch abbrechen zu wollen, hatte ich mit dem Buch „Sag, es tut mir leid“ von Michael Robotham nicht. Und das ist auch ein Grund, dass ich interessiert bin, noch weitere Bücher dieses Autors zu lesen.

Produktbild - eingestellt von Sydneysider47
Wer einen Thriller lesen will, der durchgehend spannend ist und gegen zwei Ich-Erzähler nichts einzuwenden hat, dem kann ich das Buch „Sag, es tut dir leid“ empfehlen.
Meiner Meinung nach ist das Buch für Leserinnen und Leser ab 16 Jahren geeignet, denn es kommen einige grausame Ereignisse in dem Buch vor. Zum Glück hält sich die Schilderung solcher Grausamkeiten in Grenzen – das finde ich gut.
Deswegen vergebe ich diesem Buch fünf Sterne und empfehle es weiter.

P.S.: Diese Rezension erschien in ähnlicher Form bei Ciao.de, wo ich unter dem Usernamen „Sydneysider47“ unterwegs bin.

Older Entries